Klassismus

In der bürgerlichen Presse lese ich von Frédéric Schwilden über „Vorurteile, Rassismus, Sexismus und Klassismus – und zwar von links“:

„Auf der anderen Seite schreibt die antifaschistische Amadeu-Antonio-Stiftung über den „Prozess gegen Deutschland“: „Das ist keine Kunst.“ Die ebenfalls linke, und sich als Mobilitätsexpertin inszenierende Meinungsunternehmerin Katja Diehl schrieb auf der Social-Media-Plattform Bluesky: „Ins Thalia werde ich nicht mehr gehen können. Theater sollten safe spaces sein.“

Alles davon ist falsch. Es war kein Schauprozess, sondern eine Theater-Inszenierung. Bei Schauprozessen im Nationalsozialismus wurden Tausende Menschen rechtswidrig zum Tode verurteilt. Dazu ist es höchst totalitär, Menschen abzusprechen, Kunst zu machen. Vielleicht war es keine tolle Kunst. Aber es war Kunst, was dort passiert ist.“

Natürlich hat er recht. Aber was hat das mit „links“ zu tun?

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Kommentare

12 Kommentare zu “Klassismus”

  1. blu_frisbee am Februar 18th, 2026 3:18 p.m.

    | Bei Schauprozessen im Nationalsozialismus wurden
    | Tausende Menschen rechtswidrig zum Tode verurteilt.

    Thats bullshit.
    Nazi-Juristen hatten streng drauf geachtet daß jedes Todesurteil ein Gesetz erfüllt.
    Obiges unterstellt NATÜRLICHES Recht gegen STAATLICHES.

    Nazi-Juristerei unterschied sorgsam zwischen
    Bürgern mit vollem Recht und Bürgern minderen Rechts.
    MaW, juristisch 2 Klassen von Menschen wobei man Alten, Kranken, Behinderten das Recht zu Leben absprachen (Aktion T4). Die Juden kamen ab initio vor.
    Alles aus Sicht des „gesunden Volkskörpers“.
    „Volk“ selber ne Fiktion.

    Wenn man Nazi auf Auschwitz reduziert versteht man nix, dann ist das religiös Böse aus Transzendentalien inkarniert.
    Die meiseten Deutschen fandens übrigens gut.
    In anderen Staaten läufts ähnlich.

  2. Godwin am Februar 18th, 2026 4:34 p.m.
  3. blu_frisbee am Februar 18th, 2026 4:38 p.m.

    Es gibt das STAATLICHE Gesetz und das MENSCHLICHE Gefühl. Ideal fallen beide zusammen.

    Wenn das Real dem Ideal widerspricht
    macht die Radbruchsche Formel den Unterschied.

    Rechtsphilosophisch hoch interessant.
    Hegel hat Staatsrechtslehre vertreten.

  4. admin am Februar 18th, 2026 4:45 p.m.

    Genau

  5. Godwin am Februar 18th, 2026 4:53 p.m.

    interessantes Ergebnis von diesem Schmierentheater:

    https://www.thalia-theater.de/de/stuecke/prozess-gegen-deutschland/264

  6. Anonym am Februar 18th, 2026 8:06 p.m.

    Heute beginnt der Ramadan in Neukölln. Bist du schon freudig erregt?

  7. blu_frisbee am Februar 18th, 2026 9:52 p.m.

    Daß man die AfD nicht mag ist ja OK. Das geistige Elend Bürgerlicher ist die völlige Unkenntnis von dem was man da eigentlich ablehnt, der Begriff.
    Geschlossen wird von Erscheinung auf Wesen.
    Das ist nicht Wissenschaft sondern Cargo Cult.

    Das trifft nicht nur Milo Rau sondern auch etliche der AfD selbst.
    Zumal die CDU AfD-Politik macht (Konkurrenz).
    Das Großkapital braucht keine AfD.

    Ist „Volk“ Staatsvolk oder ethnisch?
    Auch Juden streiten wer einer ist.
    Ist Volk Auftraggeber oder -nehmer.
    Größte Sorge Hitlers war daß „Volk“ nicht mitmacht.

  8. Godwin am Februar 18th, 2026 10:32 p.m.
  9. nOby am Februar 19th, 2026 2:04 p.m.

    Burks, Deine Texte mit den vielen Gänsefüsschen, blickst Du da selber noch durch? Ich weiß Du bist ein IQ-Begabter, aber bisher dachte ich immer, Du bist nicht teuflisch und versuchst Deine aktuellen oder zukünftige Verfolger durch die vielen “ „ “ „“ zu verwirren. Lese ich diesen Post als jemand von den Abmahnern oder noch gefährlicher, von den Strafverfolgungsbehörden, dann werde ich doch irre, weil ich nicht klar identifizieren kann was der Burks zitiert und was eigene Meinung ist. Und dann Gelegentlich die verlorenen “ am Ende von irgend einem Satz ohne das es ein „ gab.

    ***

    Zum Post:

    Schauprozesse? Tausende? Du verwechselst das mit dem Stalinismus. Jetzt gab es bei den Nazis die Angeklagten mit den fehlenden Hosengürtel – etwas das es unter Stalin nicht gab, jedenfalls nicht gab, wenn Filmkameras im Raum standen. Dort verlief alles in größter Ordnung und Sauberkeit. Aber gab es bei den Nazis Schauprozesse? Freisler schaffte durch seine Schreierei die Atmosphäre eines Schauprozess. Aber das waren keine. Nach 1945 wurde übrigens kein Staatsanwalt, kein Richter vor ein Gericht gezerrt. Der einzige angeklagte Richter vom Volksgerichtshof verstarb in Haft. Nur den überlebenden Henkern versuchten die für die Henkerei verantwortlichen Richter und Staatsanwälte den Prozess zu machen. Diese Schäbigkeit war ebenfalls ein Fehlschlag. Was aber gelang war die Vernichtung von Gerichtsakten. Ich denke hunderttausende Gerichtsakten wurden durch plötzliche und später nie aufgeklärte Feuer vernichtet. Die in der DDR schafften das nur teilweise. Offensichtlich wurden die Henker dort in der Haft wie Vieh gehalten. Jedenfalls kamen nur 2 der 8 oder 9 lebend unter das Fallbeil, während die anderen in Haft verstarben und bei einem war der neue Henker dermaßen unfähig und montierte ein nicht geschärftes Fallbeil. Dafür wurde der Hinrichtungsraum modernisiert. Der wurde gekachelt und mit dunkelroter Farbe – wegen der Blutspritzer – angemalt. Danach wunderten die sich das es keine Blutspritzer gab. Die hätten einfach Plötzensee in seiner unglaublichen Schlichtheit kopieren sollen.

    ***

    Das diese Thalia Theater Inszenierung „Prozess gegen Deutschland“ für Dich Kunst ist, das finde ich für Dich schön. Das interessanteste an dieser Inszenierung war das Publikum und die Geschworenen und deren Reaktionen. Ich habe nur die Martenstein Rede gesehen, aber die Kameraschwenke zeigten das Publikum und deren Reaktionen auf Martenstein. Einfach Klasse! Kein Zirkus könnte das besser inszenieren. Große Klasse!

    ***

    Natürlich hat er recht. Aber was hat das mit „links“ zu tun?

    Was meinst Du damit? Mit Deinem Marx und Deinem Lenin hatte die Inszenierung natürlich nichts zu tun. Das war Öko-Sozialismus, also die simple Frage nach gut und böse. Es waren Linke anwesend. Also die Guten im Sinne des Öko-Sozialismus. Mit der Linken um Marx und seinem eher sozialdemokratischen Programm hatte das nichts gemeinsam. Und mit den Linken um Lenin schon gar nichts. Der politische Begriff links oder Linke, den sollte mal jemand ändern, um Verwechslungen zu vermeiden. Selbst die Burksisten verlieren den Überblick.

    ***

    Damit komme ich zu einem Gag von dem ich nicht weiß, ob es ein Gag ist oder eine tatsächliche Begebenheit. DIE WELT schreibt hinter Paywall Und dann attackiert das Publikum auf offener Bühne den Schauspieler, der den Faschisten spielt.

    Linkes Theaterstück.

    Linkes Publikum.

    Hauptdarsteller ist ein Nazi. Ja, sonst wäre es kein linkes Theaterstück.

    Das Problem mit fortschreitendem Theaterstück: Die Zuschauer vergessen das es ein Theaterstück ist und der Nazi ein Schauspieler.

    […] Ganz allein stellt er sich auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses und spielt einen Faschisten. Doch das Publikum, durch das Feindbild getriggert, spielt nicht mehr mit. Zwei Zuschauer stürmen die Bühne und gehen Lagerpusch tätlich an, wollen ihn von der Bühne zerren. Ein Skandal. […]

    Worum es geht, ist schnell erklärt. Auf dem portugiesischen Land trifft sich eine Familie. Jahr für Jahr pflegen sie das Ritual, einen politischen Gegner zu fangen und hinzurichten. Wie man sie auch immer nennt – Nationalisten, Populisten, extreme oder radikale Rechte –, hier heißen sie kurz: Faschisten. Seit über 70 Jahren gibt es den grausigen Brauch, seit der Ermordung der Landarbeiterin Catarina Eufémia im Jahre 1954 durch die Schergen des Salazar-Regimes. Deswegen nennen sich die Mitglieder der Familie, sobald sie töten, alle Catarina. […]

    In dieser Familie – gespielt von Rainer Bock, Konstantin Bühler, Felix Knopp, Carla Richardsen, Mona Vojacek Koper, Alexander Wertmann und Elsie de Brauw – gibt es alle Arten von Linken: beinharte Traditionalisten, idealistische Schwärmer, kühle Brechtianer, lesbische Feministinnen, junge Wokies. Was sie vereint? Faschisten umzulegen. […]

    Doch noch sitzt der gefangene und gefesselte Faschist wortlos in der Mitte der Familie, die nun ein Problem hat. Die jüngste Tochter ist an der Reihe, den Mann zu töten, doch sie weigert sich. „Verrätertochter“, sagt die Mutter. Es folgt das ganze Repertoire der Rechtfertigungen: Keine Toleranz der Intoleranz! Böses tun, um Gutes zu bewirken! Wehret den Anfängen! Doch die Tochter bleibt hart. Die Sache eskaliert, bis sich die linke Familie gegenseitig über den Haufen schießt. Und jetzt kommt der Auftritt des gefangenen Faschisten, der das Publikum zum Toben bringt.

    Mit sanfter Stimme beginnt Lagerpusch von Freiheit zu sprechen, von der Zukunft des Landes. Bald schon geht es gegen Minderheiten und Eliten. Alles Weitere ist kaum zu verstehen, weil einige Zuschauer laut „Aufhören!“, „Nazis raus!“ und „Halt die Fresse!“ schreien. Aber auch: „Wer schießt?!“ Andere flüchten aus dem Saal, lachen pikiert oder schweigen betreten. Als der Schauspieler auf offener Bühne attackiert wird, geht das Ensemble gerade noch dazwischen. Es wirkt, als ringe Lagerpusch mit sich, überhaupt noch weiterzuspielen. Dann kommt eine junge Frau nach vorne und wirft eine Orange auf den Schauspieler. Es gibt zustimmenden Applaus im Saal. Niemand protestiert.

    Innerhalb von Minuten hat sich der Saal in eine Szenerie wie mit einem Pranger im Mittelalter verwandelt. Ein sich selbst vermutlich als hochkultiviert und aufgeklärt bezeichnendes Publikum stürzt sich auf einen Schauspieler, als sei es der Teufel selbst. Auch das erinnert an voraufklärerischen Aberglauben. […]

    Wie erwähnt, das kann alles eine Inszenierung gewesen sein und das Publikum war Teil der Inszenierung. Inszeniert schreibe ich, ja, weil es noch keine Schauprozesse gibt. Das ist für die Wunsch denkenden Linken deswegen noch Kunst. Was denn sonst. Mir wird das mit dieser Art an Kunst allerdings langsam zu viel Kunst.

  10. blu_frisbee am Februar 19th, 2026 5:10 p.m.

    Selbst wenn man die AfD verböte kriegt man doch das WELTBILD nicht aus den Köpfen ihrer Wähler,
    von denen so viele von der CDU (und der FDP) kommen.
    Was also soll die BRANDMAUER trennen?
    Die Systemparteien hattens nie deutlich gemacht.
    Sie tragen die selbe Denke in sich.

    Jetzt endet der Nachkriegskonsens (Maulhalten gegen Wohlstand), die AfD sagt die Fremden sin schult
    (die CDU läßt Migranten im Mittelmeer ersaufen).
    Die „linken“ jammern daß Arbeitsplätze fehlen.
    Die Regierung schüttet Geld drauf aber das Ausland kauft nicht weil Deutsche zu teuer.

    https://www.youtube.com/watch?v=yenY5P-gXyo Kaczmarczyk

    Kapiert was Kapitalismus ist, der weltweit, Kapitalismus macht den Niedergang selber.
    Der falsche Baum wird angebellt.

    Milo Raus Posse ist gegenstandsloses Wohlfühltheater für die schwatzende Klasse aus der Mittelschicht.
    Die AfD sagt sie wär unschuldig verfolgt.

    Weder gehts ums unvermeidliche Ende des Wohlstands
    noch sind Urachenattribution zutreffend oder vorgeschlagene Remedur effektiv (Systemlogik, AfD nur radikaler).
    Sollt man die CDU mit verbieten?
    Es schwätzen verpeilte Deppen die nix begreifen.

    Fühlt die Horde bedroht solls a starka Führa richtn.
    Nazis und DDR werden als Diktatur gelabelt.
    Profitmangel und Naturgewalt werden zeigen
    was wirkliche Prügel sind.

    Burks glaubt Rau wäre wichtig.

  11. blu_frisbee am Februar 20th, 2026 12:13 a.m.

    Katja Diehl (Literaturwissenschaft, fiktionales).
    Schrob „Theater sollten safe spaces sein“.

    Wie kommt so ein Dreck ins Hirn?
    Sie wird bezahlt andere damit zu infizieren.

    good ship lollipop

  12. Juri Nello am Februar 20th, 2026 11:50 a.m.

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