Miszellen zum kommenden Kommunismus

A kitschy, heroic propaganda poster in the style of the Chinese Cultural Revolution of the 1960s. Radiant women workers, women peasants, and women soldiers look determinedly toward the distant future, raising their fists with red flags featuring the hammer and sickle waving in the wind. All figures are female, portrayed as strong, confident, and idealized symbols of collective strength and equality. Warm, saturated colors dominate: bright red, golden yellow, and deep blue. The sun rises gloriously on the horizon, symbolizing an inevitable, utopian communist future. In the background, a futuristic city with towering skyscrapers and advanced architecture reflects the vision of a prosperous, technological society. Monumental perspective, idealized faces, exaggerated optimism. Graphic poster style, high contrast, clean lines, slightly grainy print texture. Heroic realism, exaggerated body poses, pathos, and hope. Chinese Cultural Revolution aesthetics, propagandistic imagery, nostalgic, deliberately kitschy, visionary, triumphant.
Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen.
Aber wir wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
Das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Chaos
Sondern die Ordnung.
Er ist das Einfache
Das schwer zu machen ist. (Bertolt Brecht)
Das Publikum drängelte, ich solle etwas Positives schreiben, womöglich die so genannte „Linke“ zum Handeln anleiten, obwohl – wenn man die Mischpoke kennt – jeder weiß, dass die erst zuhörten, wenn man ihnen die Ohren abschnitt.
Aber im Ernst und ganz unter uns: Es ist in der Tat einfach, nur die Details haben es in sich.
Was ist unstrittig? Der Kapitalismus, die bisher revolutionärste Gesellschaftsform der menschlichen Geschichte, hat sich weltweit durchgesetzt, aber (noch) nicht überall gleich intensiv. Belege? Was wäre zum Beispiel, wenn überall auf der Welt die gleichen Löhne gezahlt würden, also überall vergleichbare Kosten der Ware Arbeitskraft und auch für die Produktionsmittel entstünden? Oder: Warum ist das nicht so, wenn der Kapitalismus überall ist?
Löhne in der VR China im Vergleich zu Deutschland
Die Höhe der gezahlten Löhne unterscheidet sich zwischen der Volksrepublik China und Deutschland deutlich. Dabei spielen sowohl das allgemeine Einkommensniveau als auch regionale Unterschiede und die Lebenshaltungskosten eine wichtige Rolle.
Durchschnittliche Löhne in China
In China liegt das durchschnittliche monatliche Einkommen landesweit deutlich unter dem deutschen Niveau. Je nach Quelle und Berechnungsmethode bewegen sich die durchschnittlichen Bruttomonatslöhne häufig im Bereich von etwa 1.200 bis 1.500 Euro.
In wirtschaftlich starken Metropolen wie Peking, Shanghai oder Shenzhen liegen die Löhne teils deutlich höher, während sie in ländlichen Regionen und im Landesinneren spürbar niedriger ausfallen. Die Einkommensunterschiede innerhalb Chinas sind daher sehr groß.
Durchschnittliche Löhne in Deutschland
In Deutschland liegen die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste bei rund 4.400 bis 4.600 Euro. Damit verdienen Beschäftigte in Deutschland nominal ein Vielfaches dessen, was im chinesischen Durchschnitt gezahlt wird.
Zusätzlich profitieren Arbeitnehmer in Deutschland von einem ausgebauten Sozialversicherungssystem, tariflichen Mindeststandards und vergleichsweise hoher Arbeitsplatzsicherheit.
📊 Direkter Vergleich
- Nominal: Die Löhne in Deutschland sind deutlich höher als in China.
- Regional: In chinesischen Großstädten nähern sich bestimmte Fach- und Industriegehälter dem europäischen Niveau an, bleiben aber meist darunter.
- Kaufkraft: Aufgrund niedrigerer Lebenshaltungskosten ist die reale Kaufkraft in China höher, als es der reine Zahlenvergleich vermuten lässt.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Löhne in der VR China im Durchschnitt klar unter denen in Deutschland liegen. Der Abstand relativiert sich jedoch teilweise, wenn man regionale Unterschiede und die niedrigeren Lebenshaltungskosten in China berücksichtigt. Für internationale Vergleiche ist daher neben dem Nominallohn immer auch die Kaufkraft entscheidend.
Die VR China hätte also theoretisch nur dann einen Vorteil – bei gleichen Kosten der Ware Arbeitskraft -, wenn der Staat nicht alles dem Markt überließe, sondern regulierend eingriffe, zum Beispiel subventionierte.
Warum sind die Löhne hier höher? Weil sich die Arbeiterklasse das erkämpft hat. (Ich kann mich noch an einen Streit mit einem meiner Studenten erinnern, als ich ein Seminar über „Wirtschaftsjournalismus“ abhielt, der behauptete, es gäbe absolute ökonomische Faktoren, die die Höhe des Lohns bestimmten. Welche, konnte er mir nicht sagen. Gibt es nicht. Warum waren die Löhne der Bergarbeiter die höchsten, die in Deutschland gezahlt wurden? Weil diese zu 100 Prozent organisiert waren und solidarisch waren. Warum sind die Löhne in der Sicherheitsbranche so niedrig? Weil das genaue Gegenteil zutrifft.)
Es gibt genausowenig „faire“ und „vernünftige“ Löhne wie „fairen“ und „vernünftigen“ Handel. Alles wird nach den eisernen Regeln des Kapitalismus bestimmt: Nur der Profit zählt, Moral ist irrelevant, und wieviel die Arbeiterklasse abkriegt, ist eine reine Machtfrage.
Der Kapitalismus ist nicht nur revolutionär, sondern im höchsten Maße irrational und selbstzerstörerisch.
Der tendenzielle Fall der Profitrate nach Karl Marx
Der „tendenzielle Fall der Profitrate“ ist eines der zentralen ökonomischen Gesetze in der marxistischen Kritik der politischen Ökonomie. Karl Marx entwickelt dieses Konzept vor allem im dritten Band von Das Kapital, um langfristige Krisentendenzen des Kapitalismus zu erklären.
Grundlagen: Profitrate und Kapitalzusammensetzung
Nach Marx ergibt sich die Profitrate aus dem Verhältnis von Mehrwert
(zusätzlich angeeigneter Wert aus unbezahlter Arbeit) zum insgesamt eingesetzten Kapital. Vereinfacht lautet die Formel:
Profitrate = Mehrwert / (konstantes Kapital + variables Kapital)
- Konstantes Kapital: Maschinen, Gebäude, Rohstoffe – es überträgt lediglich seinen Wert auf das Produkt.
- Variables Kapital: Löhne – nur lebendige Arbeit kann neuen Wert und damit Mehrwert schaffen.
Warum die Profitrate tendenziell fällt
Im Kapitalismus zwingt der Konkurrenzdruck die Kapitalisten dazu, die Produktivität ständig zu steigern. Dies geschieht vor allem durch den Einsatz immer modernerer Maschinen und Technologien. Dadurch wächst das konstante Kapital schneller als das variable Kapital.
Da aber nach Marx nur lebendige Arbeit Mehrwert erzeugt, führt der steigende Anteil des konstanten Kapitals dazu, dass – relativ gesehen – weniger Mehrwert im Verhältnis zum Gesamtkapital entsteht. Die Folge ist eine tendenziell sinkende Profitrate.
„Tendenziell“ – keine mechanische Gesetzmäßigkeit
Marx betont ausdrücklich, dass es sich nicht um einen automatischen, linearen Absturz der Profitrate handelt. Vielmehr wirkt dieses Gesetz tendenziell, weil ihm zahlreiche Gegenkräfte entgegenstehen.
Wichtige Gegenkräfte
- Steigerung der Ausbeutungsrate (z. B. längere Arbeitszeiten, intensivere Arbeit)
- Senkung der Löhne unter den Wert der Arbeitskraft
- Verbilligung von Maschinen und Rohstoffen
- Ausdehnung des Kapitals auf neue Märkte
- Finanzialisierung und Kreditexpansion
Diese Gegenkräfte können den Fall der Profitrate zeitweise aufhalten oder umkehren, führen jedoch nach Marx häufig zu neuen Widersprüchen und Krisen.
Bedeutung für die Krisentheorie
Der tendenzielle Fall der Profitrate ist für Marx ein zentraler Erklärungsansatz für wiederkehrende Wirtschaftskrisen. Sinkende Profiterwartungen führen zu Investitionszurückhaltung, Überproduktion, Entlassungen und schließlich zu Krisen, in denen Kapital entwertet wird.
Diese Krisen sind nach Marx kein Zufall, sondern Ausdruck der inneren Widersprüche des kapitalistischen Produktionssystems.
Fazit
Der tendenzielle Fall der Profitrate beschreibt nach Marx eine langfristige, strukturelle Spannung im Kapitalismus: Der technische Fortschritt, der kurzfristig Profite steigert, untergräbt langfristig die Grundlage der Profitproduktion selbst. Das Gesetz erklärt damit nicht nur ökonomische Krisen, sondern auch die historische Begrenztheit des kapitalistischen Systems.
„Historisch begrenzt“ bedeutet: Danach muss und wird etwa anderes kommen, oder alles geht zugrunde. Letzteres ist zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte möglich.
Der Feudalismus war auch historisch begrenzt, weil er selbst die Bedingungen schuf, dass der Kapitalismus entstehen konnte – ohne dass das jemand bewusst gesteuert hätte. (Wie auch?) Ein Zurück zum Feudalismus gibt es nur in postapokalyptischen dystopischen Fantasy-Filmen.
Daher ist die Idee, man müsse die Geschichte durch eine „Revolution“ beschleunigen, vermutlich obsolet und aus dem Kindergarten stalinistischer Textbausteine. Man kann alles erträglicher gestalten, etwa wenn die herrschende Klasse meint, die kostengünstigste Variante ihrer Herrschaft sei eine Diktatur, aber voluntaristisch das Neue erzwingen zu wollen, wenn die objektiven Voraussetzungen nicht existieren, ist zum Scheitern verurteilt.
Kommentare
23 Kommentare zu “Miszellen zum kommenden Kommunismus”
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Das greift zu kurz. Zudem sehe ich hier nicht die Antriebskraft. Worin soll die bestehen? Lernen aus der Geschichte? Du musst Anreize schaffen und die liegen nicht darin, Marx rezitieren zu können.
So wie in Spielen, die die Leute so zocken.
Hund: Knochen, Pferd und Affe: Zucker.
Auch wirtschaftlich greifen die alten Erklärungspfade nicht wirklich. Ein digitales Geschäftsmodell ist von vornherein als Monopol ausgelegt.
Ein Monopol zur Zeit von Marx musste man sich lange und hart ergaunern.
Heute kannst Du mit jedem in der Welt sofort telefonieren oder anderweitig kommunizieren. Bis Briefe an der entsprechenden Stelle waren, konnten damals Monate und Jahre vergehen. Lesen können musste der Andere das auch noch. Auch das war keine Selbstverständlichkeit.
Du hattest damals Hungersnöte überall. Die hast Du nur noch in der dritten Welt.
Das die IT so groß geworden ist, verdankt sie ausschließlich dem Bankstern, denen sie die Infrastruktur für High Trade Swaps hingestellt hat.
An Taschencomputer für die meisten Leute von heute wäre sonst nicht zu denken.
Ich glaube auch nicht, dass ein Kommunismus alter Prägung eine Lösung für heute darstellt. Die wurden alle schnell zu Millitärdiktaturen und so verhält es sich auch heute.
Den Kommunismus alter Prägung kannst Du nur flächendeckend aufrecht erhalten. Sobald eben ein oder zwei ausscheren (und das tun sie immer), war es das dann damit.
Man könnte anstelle ja auch Erkenntnisse aus der Wissenschaft heranziehen und danach einen ganz neuen -ismus aufbauen. Seit zig Dekaden ist empirisch belegt, das eine Gemeinschaft bis 150 Leute funktioniert. Darüber wird es Essig. Man könnte also versuchen, alles dahingehend zu organisieren. Beispiel & so.
Eine – zugegeben – schöne Zusammenstellung,
Aber die beantwortet die Frage danach, was „linke“ Politiker aktuell fordern und tun sollen, um gehör zu finden, immer noch nicht.
Einst wurde die linke kritisiert, weil sie nur noch Kultur/Lifestyle mache.
Aber selbst da wird sie inzwischen von weit rechts geschlagen.
Also burks – stell dir vor du wärst Wahlkampfleiter einer neuen linken Partei mit 50% Wählerpotential. Du hättest völlig freie Hand.
Was würdest du tun um möglichst viele zu erreichen??
Das Ende des Kapitalismus wäre vermutlich mi der Vollautomatisierung erreicht.
Maschinen, KI generieren keinen Mehrwert.
Aber wird das, was dann kommt automatisch Sozialismus??
Wohl nein!
Burks, ich frag mich oft welches Herz in Deiner Brust stärker schlägt: Linker oder Konsument?
Die Bourgeoisie lügt der Fall der SU „falsifiziere“ Marx Kritik am Kapitalismus.
1) Die „Fehler“ der SU sind Lenin anzulasten, nicht Marx.
2) Marx‘ Kritik am Kapitalismus verifiziert der gerade.
Ratlos stehen die Ärzte man Krankenbett.
Er wächst nicht. Und die Natur wird teuer.
„Du musst Anreize schaffen“ ist bourgeoiser bullshit.
Menschen arbeiten nicht weil „Anreiz“ (=Geld) sondern weil sie wollen.
Kapitalismus heut ist weltweit. Wohlstand im Zentrum weil Ausbeutung der Peripherie. Die
ist nicht arm weil Kapitalismus fehlt sondern weil er statt findet.
Die Debatte ist verlogener eurozentristischer Wahn.
Feudalistische Krisen waren Mangel an Gebrauchsgütern weil Natur.
Kapitalistische Krisen sind Kapital & Arbeit brach weil Überfluss.
Ossis mußten lernen daß volle Börsen vor leeren Läden einfacher ist als umgekehrt.
juri nello „beweist“ die Unmöglichkeit des Kommunismus mittels Dunbar Number.
(Weil Natur kann mans nicht ändern).
Wieso nicht des Kapitalismus?
Weil Mensch zu blöd zum Arbeiten und braucht Schäffs?
Work must always be and captains of work must always be.
But there is a huge difference between being the captain of work and taking the profits of it. [John Ruskin]
Bürgerliche und Marx haben inkompatible WELTBILDer.
Sie interpretieren die selben Fakten unterschiedlich.
Marx hat übrigens keine eigene Theorie gehabt.
Nur kritisiert: Wie sich Bürgerliche vorstellen
funktioniert Kapitalismus nicht.
Bürgerliche sehen nur reiche Kapitalisten und können nicht verstehen woher die Armen kommen.
Bürgerliche glauben „der Markt“ sei allwissend und selbststabilisierend, Kapitalismus könne man ausrechnen wie die Natur (19. Jhdt).
Krise kommt immer so plötzlich.
https://www.youtube.com/watch?v=M8b_A2JMFrc
Marxisten wissen daß Arm und Reich 2 Seiten der selben Münze sind und Wirtschaft chaotisch.
Dem kann man durch Puffer beikommen.
Im Kapitalismus wird alles auf Kante genäht.
Juri Nello argumentiert wie Epizykliker gegen Galilei. Wiederholung und Lautstärke macht das Argument nicht richtig, auch Beifall nicht.
Nein, der Kommunismus schafft es nicht. Der müßte es in ’schland militärisch erledigen. Das kann der Kommunismus nicht. Ehrlich gesagt sehe ich auch nirgendwo einen Revolutionsführer. Nur unendlich viele Spinner die sich „Links“ nennen und tatsächlich weder Marx noch Lenin noch Stalin jemals gelesen haben.
Aber der Sozialismus könnte es schaffen. Der Blogger Danisch schreibt was dazu und titelt „Staat frisst Wirtschaft: ‚bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus’“.
Danke für die H3 Überschriften. Ich liebe Überschriften. War das eine Premiere im Burksblog und auf spiggel.de? Jetzt noch das mit SUP und SUB bereinigen und niemand kann von Dir behaupten Du bist nicht lernfähig.
Mal ne Frage zum Mehrwert: Eine Maschine, die vollautomatisch einen Rohstoff veredelt, erzeugt ein Produkt ohne Mehrwert?
@ crazy Eddie:
nein
Das Herzstück der marxistischen Ökonomie ist die Mehrwerttheorie. Der Profit des Kapitalisten entsteht dadurch, dass er die Ware Arbeitskraft kauft, die in der Lage ist, mehr Wert zu schaffen, als sie selbst kostet (Lohn).
Mehrwert = von lebendiger Arbeit geschaffener Wert abzüglich des Wertes der Arbeitskraft.
KI und Roboter sind konstantes Kapital (c): Sie übertragen nur ihren eigenen Wert (Abschreibung) auf das Produkt, schaffen aber keinen neuen Wert. Eine Maschine, die 1 Million Euro kostet und 10 Jahre hält, überträgt pro Jahr 100.000 Euro Wert auf die produzierten Waren. Sie schafft keinen Cent Mehrwert.
Einfaches Beispiel:
Früher:
50 c (Maschinen) + 50 v (Löhne) + 50 m (Mehrwert) = 150.
Profitrate = 50/100 = 50%
Mit KI:
90 c (Hochtech-Maschinen & KI) + 10 v (wenige Löhne) + 10 m (wenig Mehrwert) = 110. Profitrate = 10/100 = 10%
Die Warenmenge ist riesig, aber die Profitrate ist eingebrochen.
Jetzt könnte jemand behaupten:
Eine Maschine, die ich für 100.000 € kaufe, die mir aber 1.000.000 € Gewinn erwirtschaftet erzeuge doch Mehrwert.
Diese Behauptung ist aus marxistischer Sicht tatsächlich ein fundamentaler Trugschluss, der auf einer Verwechslung von Wertschöpfung und Wertrealisierung bzw. Profit beruht. Die Argumentation würde wie folgt ablaufen:
Der gewaltige Profit entsteht nicht, weil die Maschine Wert schafft, sondern weil sie zwei andere, entscheidende Dinge tut:
a) Sie transferiert Wert aus anderen Quellen (Werttransfer)
Die hochproduktive Maschine erlaubt es Ihnen, Waren zu einem Preis zu verkaufen, der unter dem gesellschaftlichen Durchschnittswert liegt, aber dennoch weit über Ihrem individuellen Wert liegt.
Gesellschaftlicher Durchschnitt: Ihre Konkurrenten produzieren eine Ware mit viel menschlicher Arbeit. Der gesellschaftliche Wert pro Stück beträgt z.B. 10 €.
Ihre Produktion: Dank der Maschine produzieren Sie die Ware mit extrem geringem Arbeitsaufwand. Der individuelle Wert Ihrer Ware ist vielleicht nur 1 € (bestehend aus dem übertragenen Maschinenwert + einem winzigen Anteil an notwendiger menschlicher Überwachungsarbeit).
Ihr Vorteil: Sie verkaufen die Ware für z.B. 8 € – deutlich billiger als die Konkurrenz (10 €), aber immer noch mit einem riesigen Aufschlag auf Ihre eigenen Kosten (1 €). Der scheinbare „Mehrwert“ von 7 € pro Stück ist in Wirklichkeit transferierter Mehrwert von Ihren Konkurrenten und aus anderen Branchen.
Wie funktioniert dieser Transfer?
Durch den Verkauf unter dem Durchschnittswert erobern Sie Marktanteile und zwingen Ihre Konkurrenten, ihre Waren zu einem niedrigeren Preis zu verkaufen oder pleitezugehen. Sie eignen sich somit einen Teil des Mehrwerts an, der ursprünglich von den Arbeitern Ihrer Konkurrenten geschaffen wurde. Die Maschine ist also eine Waffe im Konkurrenzkampf, keine Quelle neuen Werts.
b) Sie steigert die Produktivkraft extrem (Relativen Mehrwert)
Indem die Maschine die für die Herstellung einer Ware notwendige Arbeitszeit radikal senkt, senkt sie auch den Wert der Ware, die ein Arbeiter zum Leben braucht (z.B. Lebensmittel).
Dadurch sinkt der Wert der Arbeitskraft selbst.
Der Arbeiter braucht nun weniger Zeit, um den Wert seines Lohns zu erarbeiten. Der Teil des Arbeitstages, in dem er kostenlosen Mehrwert für den Kapitalisten schafft, wird länger.
Auch hier ist es die Arbeit des Arbeiters, die den Mehrwert schafft – die Maschine hat nur die Bedingungen verändert, unter dem sie das tut, sodass ein größerer Teil ihres Arbeitstages unbezahlt ist.
Wert entsteht nur durch menschliche Arbeit.
Mehrwert ist der uns von der Natur geschenkte
Reichtum Kinder großziehen zu können.
Der Mensch ist der selbe wie vor Millionen Jahren,
Kapitalismus ist neu und kann nicht zaubern.
In den Grundrissen verhandelt Marx die Frage
was passiert wenn die Maschine ewig hält.
https://www.deutschlandfunk.de/re-das-kapital-4-6-der-niedergang-des-kapitalismus-100.html
Marx verhandelt die seinerzeit gängige These der VWL daß Wert = Preis. Die Marginalisten ab 1875
erklären Preis als subjektives Belieben.
Tatsächlich ist Preis eine Machtbeziehung,
dh Preis = (Arbeits)Wert modifiziert durch Macht.
Ökonomie als machtfrei verhandeln ist bullshit.
Bürgerlicher Wahn imaginiert Gesellschaft als Gemeinschaft.
Kapitalisten klagen ständig daß sie nicht genügend billige Arbeiter finden.
Bürgerliche Gewerkschaft scheut Kapitalisten kaputt zu streiken weil Prolet ja noch morgen schuften gehen will.
Der französische Bauer um 1700 konnte sich
Herrschaft ohne König nicht verstellen.
Der Prolet um 2025 kann sich Wirtschaft ohne
PrivatEigentum an Produktionsmitteln nicht vorstellen.
https://www.youtube.com/watch?v=jn0FzeHKYwA
Früher gabs Allmende.
In einer Maschine steckt schon menschliche Arbeit.
Was wird wohl auf dem Grabstein von blu_frisbee stehen?
1. Er hat bis zum Schluss gearbeitet, aber keiner weiß wofür.
2. Er hat oft Recht gehabt.
Beim Lohnvergleich handelt es sich wohl einmal um Lohn (D) und Prokopfeinkommen (VrC).
PPP in Deutschland sind nur knapp 3600€.
Interessant allerdings, dass in beiden Ländern der Median etwa 85% des Durchschnitts ausmachen.
@Burks
Du hast aber geschrieben:
Konstantes Kapital: Maschinen, Gebäude, Rohstoffe – es überträgt lediglich seinen Wert auf das Produkt.
Variables Kapital: Löhne – nur lebendige Arbeit kann neuen Wert und damit Mehrwert schaffen.
Demnach steckt menschliche Arbeit und Mehrwert in der Maschine, sie überträgt den Mehrwert aber nicht auf das Produkt. Dito beim Rohstoff.
Folglich kann mit einer Maschine, die vollautomatisch einen Rohstoff veredelt, nichts produziert werden, was Mehrwert schafft.
Das ist offensichtlich Unsinn. Aber ich will Dich nicht nerven, ist sowieso alles Quatsch.
Wenn in irgendetwas Arbeitskraft steckt, können Werte erschaffen werden. Das ist doch kein Widerspruch. „Wert“ und „Mehrwert“ ist auch nicht dasselbe.
Bist du Dozent bei der MASCH? https://de.wikipedia.org/wiki/Marxistische_Arbeiterschule ;-)
Nehmen wir an, Du würdest einen Selbstbedienungs-Kaffeeautomaten besitzen. Dein EK pro Tasse Kaffee sei 0,20€. Betriebs- und Anschaffungskosten pro Tasse ebenfalls 0,20€. Der Kunde wirft 2€ ein, nimmt sich eine Tasse Kaffee und geht. Du hast also 1,60€ verdient. Steuern und Abschreibung lassen wir außen vor. Du verkaufst 10.000 Tassen Kaffee pro Monat, verdienst daran 16.000€, aber Du hast mit Deiner Kaffeemaschine keinen Mehrwert erzielt? Wie machst Du das???
Nein, ich bin kein Dozent bei MASCH (um Himmels Willen). Ich rechne bloß gerne alles nach.
@Godwin
Die Frage wegen MASCH galt wohl Dir. –
Der Kapitalist kann Profit erzielen, ohne Arbeitskraft zu kaufen. Zum Beispiel wenn er Lizenzen zur Nutzung seines geistiges Eigentum verkauft.
Meine ursprüngliche Frage bleibt nach wie vor unbeantwortet…
Just saying
@juri nello
Ich musste herzlich lachen. b) kann ich nicht ankreuzen, weil ich wegen a) nie alles lesen kann, was er von Stapel lässt. Aber die Energie und Ausdauer hier sind bemerkenswert!
Wenn ein Kapitalist als Konkurrenzvorteil eine
bessere Maschine hat dann schafft die Machine
keinen Mehrwert sondern der Kapitalist klaut
SonderProfit von der Konkurrenz die noch nicht
so weit ist.
Dem Kapitalisten erscheints als schaffe die Maschine Mehrwert.
Das ist die Peitsche der Innvonation.
Bürgerliche Wirtschaftslehre glaubt Geld wird
magisch von selber mehr.
Wissenschaft erklärt die Erscheinung durchs Wesen.
Bürgerliche kennen nur Gefühl und verstehen nix.
Damit machen sie das Publikum blöd.