Miszellen zum kommenden Kommunismus

A kitschy, heroic propaganda poster in the style of the Chinese Cultural Revolution of the 1960s. Radiant women workers, women peasants, and women soldiers look determinedly toward the distant future, raising their fists with red flags featuring the hammer and sickle waving in the wind. All figures are female, portrayed as strong, confident, and idealized symbols of collective strength and equality. Warm, saturated colors dominate: bright red, golden yellow, and deep blue. The sun rises gloriously on the horizon, symbolizing an inevitable, utopian communist future. In the background, a futuristic city with towering skyscrapers and advanced architecture reflects the vision of a prosperous, technological society. Monumental perspective, idealized faces, exaggerated optimism. Graphic poster style, high contrast, clean lines, slightly grainy print texture. Heroic realism, exaggerated body poses, pathos, and hope. Chinese Cultural Revolution aesthetics, propagandistic imagery, nostalgic, deliberately kitschy, visionary, triumphant.
Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.
Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.
Er ist gut für dich, erkundige dich nach ihm.
Die Dummköpfe nennen ihn dumm, und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.
Er ist gegen den Schmutz und gegen die Dummheit.
Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen.
Aber wir wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen.
Er ist keine Tollheit, sondern
Das Ende der Tollheit.
Er ist nicht das Chaos
Sondern die Ordnung.
Er ist das Einfache
Das schwer zu machen ist. (Bertolt Brecht)
Das Publikum drängelte, ich solle etwas Positives schreiben, womöglich die so genannte „Linke“ zum Handeln anleiten, obwohl – wenn man die Mischpoke kennt – jeder weiß, dass die erst zuhörten, wenn man ihnen die Ohren abschnitt.
Aber im Ernst und ganz unter uns: Es ist in der Tat einfach, nur die Details haben es in sich.
Was ist unstrittig? Der Kapitalismus, die bisher revolutionärste Gesellschaftsform der menschlichen Geschichte, hat sich weltweit durchgesetzt, aber (noch) nicht überall gleich intensiv. Belege? Was wäre zum Beispiel, wenn überall auf der Welt die gleichen Löhne gezahlt würden, also überall vergleichbare Kosten der Ware Arbeitskraft und auch für die Produktionsmittel entstünden? Oder: Warum ist das nicht so, wenn der Kapitalismus überall ist?
Löhne in der VR China im Vergleich zu Deutschland
Die Höhe der gezahlten Löhne unterscheidet sich zwischen der Volksrepublik China und Deutschland deutlich. Dabei spielen sowohl das allgemeine Einkommensniveau als auch regionale Unterschiede und die Lebenshaltungskosten eine wichtige Rolle.
Durchschnittliche Löhne in China
In China liegt das durchschnittliche monatliche Einkommen landesweit deutlich unter dem deutschen Niveau. Je nach Quelle und Berechnungsmethode bewegen sich die durchschnittlichen Bruttomonatslöhne häufig im Bereich von etwa 1.200 bis 1.500 Euro.
In wirtschaftlich starken Metropolen wie Peking, Shanghai oder Shenzhen liegen die Löhne teils deutlich höher, während sie in ländlichen Regionen und im Landesinneren spürbar niedriger ausfallen. Die Einkommensunterschiede innerhalb Chinas sind daher sehr groß.
Durchschnittliche Löhne in Deutschland
In Deutschland liegen die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste bei rund 4.400 bis 4.600 Euro. Damit verdienen Beschäftigte in Deutschland nominal ein Vielfaches dessen, was im chinesischen Durchschnitt gezahlt wird.
Zusätzlich profitieren Arbeitnehmer in Deutschland von einem ausgebauten Sozialversicherungssystem, tariflichen Mindeststandards und vergleichsweise hoher Arbeitsplatzsicherheit.
📊 Direkter Vergleich
- Nominal: Die Löhne in Deutschland sind deutlich höher als in China.
- Regional: In chinesischen Großstädten nähern sich bestimmte Fach- und Industriegehälter dem europäischen Niveau an, bleiben aber meist darunter.
- Kaufkraft: Aufgrund niedrigerer Lebenshaltungskosten ist die reale Kaufkraft in China höher, als es der reine Zahlenvergleich vermuten lässt.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Löhne in der VR China im Durchschnitt klar unter denen in Deutschland liegen. Der Abstand relativiert sich jedoch teilweise, wenn man regionale Unterschiede und die niedrigeren Lebenshaltungskosten in China berücksichtigt. Für internationale Vergleiche ist daher neben dem Nominallohn immer auch die Kaufkraft entscheidend.
Die VR China hätte also theoretisch nur dann einen Vorteil – bei gleichen Kosten der Ware Arbeitskraft -, wenn der Staat nicht alles dem Markt überließe, sondern regulierend eingriffe, zum Beispiel subventionierte.
Warum sind die Löhne hier höher? Weil sich die Arbeiterklasse das erkämpft hat. (Ich kann mich noch an einen Streit mit einem meiner Studenten erinnern, als ich ein Seminar über „Wirtschaftsjournalismus“ abhielt, der behauptete, es gäbe absolute ökonomische Faktoren, die die Höhe des Lohns bestimmten. Welche, konnte er mir nicht sagen. Gibt es nicht. Warum waren die Löhne der Bergarbeiter die höchsten, die in Deutschland gezahlt wurden? Weil diese zu 100 Prozent organisiert waren und solidarisch waren. Warum sind die Löhne in der Sicherheitsbranche so niedrig? Weil das genaue Gegenteil zutrifft.)
Es gibt genausowenig „faire“ und „vernünftige“ Löhne wie „fairen“ und „vernünftigen“ Handel. Alles wird nach den eisernen Regeln des Kapitalismus bestimmt: Nur der Profit zählt, Moral ist irrelevant, und wieviel die Arbeiterklasse abkriegt, ist eine reine Machtfrage.
Der Kapitalismus ist nicht nur revolutionär, sondern im höchsten Maße irrational und selbstzerstörerisch.
Der tendenzielle Fall der Profitrate nach Karl Marx
Der „tendenzielle Fall der Profitrate“ ist eines der zentralen ökonomischen Gesetze in der marxistischen Kritik der politischen Ökonomie. Karl Marx entwickelt dieses Konzept vor allem im dritten Band von Das Kapital, um langfristige Krisentendenzen des Kapitalismus zu erklären.
Grundlagen: Profitrate und Kapitalzusammensetzung
Nach Marx ergibt sich die Profitrate aus dem Verhältnis von Mehrwert
(zusätzlich angeeigneter Wert aus unbezahlter Arbeit) zum insgesamt eingesetzten Kapital. Vereinfacht lautet die Formel:
Profitrate = Mehrwert / (konstantes Kapital + variables Kapital)
- Konstantes Kapital: Maschinen, Gebäude, Rohstoffe – es überträgt lediglich seinen Wert auf das Produkt.
- Variables Kapital: Löhne – nur lebendige Arbeit kann neuen Wert und damit Mehrwert schaffen.
Warum die Profitrate tendenziell fällt
Im Kapitalismus zwingt der Konkurrenzdruck die Kapitalisten dazu, die Produktivität ständig zu steigern. Dies geschieht vor allem durch den Einsatz immer modernerer Maschinen und Technologien. Dadurch wächst das konstante Kapital schneller als das variable Kapital.
Da aber nach Marx nur lebendige Arbeit Mehrwert erzeugt, führt der steigende Anteil des konstanten Kapitals dazu, dass – relativ gesehen – weniger Mehrwert im Verhältnis zum Gesamtkapital entsteht. Die Folge ist eine tendenziell sinkende Profitrate.
„Tendenziell“ – keine mechanische Gesetzmäßigkeit
Marx betont ausdrücklich, dass es sich nicht um einen automatischen, linearen Absturz der Profitrate handelt. Vielmehr wirkt dieses Gesetz tendenziell, weil ihm zahlreiche Gegenkräfte entgegenstehen.
Wichtige Gegenkräfte
- Steigerung der Ausbeutungsrate (z. B. längere Arbeitszeiten, intensivere Arbeit)
- Senkung der Löhne unter den Wert der Arbeitskraft
- Verbilligung von Maschinen und Rohstoffen
- Ausdehnung des Kapitals auf neue Märkte
- Finanzialisierung und Kreditexpansion
Diese Gegenkräfte können den Fall der Profitrate zeitweise aufhalten oder umkehren, führen jedoch nach Marx häufig zu neuen Widersprüchen und Krisen.
Bedeutung für die Krisentheorie
Der tendenzielle Fall der Profitrate ist für Marx ein zentraler Erklärungsansatz für wiederkehrende Wirtschaftskrisen. Sinkende Profiterwartungen führen zu Investitionszurückhaltung, Überproduktion, Entlassungen und schließlich zu Krisen, in denen Kapital entwertet wird.
Diese Krisen sind nach Marx kein Zufall, sondern Ausdruck der inneren Widersprüche des kapitalistischen Produktionssystems.
Fazit
Der tendenzielle Fall der Profitrate beschreibt nach Marx eine langfristige, strukturelle Spannung im Kapitalismus: Der technische Fortschritt, der kurzfristig Profite steigert, untergräbt langfristig die Grundlage der Profitproduktion selbst. Das Gesetz erklärt damit nicht nur ökonomische Krisen, sondern auch die historische Begrenztheit des kapitalistischen Systems.
„Historisch begrenzt“ bedeutet: Danach muss und wird etwa anderes kommen, oder alles geht zugrunde. Letzteres ist zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte möglich.
Der Feudalismus war auch historisch begrenzt, weil er selbst die Bedingungen schuf, dass der Kapitalismus entstehen konnte – ohne dass das jemand bewusst gesteuert hätte. (Wie auch?) Ein Zurück zum Feudalismus gibt es nur in postapokalyptischen dystopischen Fantasy-Filmen.
Daher ist die Idee, man müsse die Geschichte durch eine „Revolution“ beschleunigen, vermutlich obsolet und aus dem Kindergarten stalinistischer Textbausteine. Man kann alles erträglicher gestalten, etwa wenn die herrschende Klasse meint, die kostengünstigste Variante ihrer Herrschaft sei eine Diktatur, aber voluntaristisch das Neue erzwingen zu wollen, wenn die objektiven Voraussetzungen nicht existieren, ist zum Scheitern verurteilt.
