Der Imperialismus als nicht mehr ganz so junge Etappe des Kapitalismus

Rohstoffvorkommen in der Ukraine
Es kann nicht anders geteilt werden als „entsprechend der Macht“. Die Machtverhältnisse ändern sich aber mit dem Gang der ökonomischen Entwicklung. (…) Um die tatsächliche Macht eines kapitalistischen Staates zu prüfen, gibt es kein anderes Mittel und kann es kein anderes Mittel geben als den Krieg. Der Krieg steht in keinem Widerspruch zu den Grundlagen des Privateigentums, er stellt vielmehr eine direkte und unvermeidliche Entwicklung dieser Grundlagen dar. Unter dem Kapitalismus ist ein gleichmässiges Wachstum in der ökonomischen Entwicklung einzelner Wirtschaften und einzelner Staaten unmöglich. Unter dem Kapitalismus gibt es keine anderen Mittel, das gestörte Gleichgewicht von Zeit zu Zeit wieder herzustellen, als Krisen in der Industrie und Kriege in der Politik. (Wladimir Iljitsch Lenin: Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa, in: Der Sozialdemokrat. Nr. 44 vom 23. August 1915)
Ich hatte mich zum Charakter des imperialistischen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine schon geäußert: „Ein kapitalistischer Staat, der von einer korrupten Oligarchen-Clique regiert wird, greift einen anderen kapitalistischen Staat an, der von einer korrupten Oligarchen-Clique regiert wird. Müsste Linke irgendwelche Emotionen pro oder contra haben? Nicht, dass ich wüsste.“
Aber man kann natürlich ins Detail gehen und die Interessen klar benennen. Den Qualitätsmedien dämmert es: Donald Trump (wird als neuer Präsident Amerikas einen Friedensdeal zulasten der Ukraine durchboxen. Der Handel könnte demnach die praktische Teilung des Kriegslandes Ukraine vorsehen. Teilsieger wäre Moskau. (…)
Trump könnte es dabei weniger um geostrategische Überlegungen gehen – sondern schlicht um Geld. Konkret um Bodenschätze und Seltene Erden in dem Kriegsland, die auf einen Gesamtwert von bis zu sieben Billionen Dollar geschätzt werden. Solch knallharte Kalkulationen wurden nun auch von einem Trump-Vertrauten ins Spiel gebracht. Senator Lindsey Graham sagte im TV bei „Fox News“: „Bei diesem Krieg geht es ums Geld. Niemand will gerne darüber reden.“
Ach. Da wären wir jetzt nicht von selbst drauf gekommen. Obwohl das „Geld“ nicht in der Ukraine ist, sondern dort verballert wird. In der Ukraine gibt es Rohstoffe, die die Russen schon teilweise haben und deren Rest die USA haben wollen. Die Washington Post schrieb schon vor ein paar Jahren: In the Ukraine war, a battle for the nation’s mineral and energy wealth. Also genau so, wie Lenin es beschrieb.
….Moscow’s sloppy war has yielded at least one big reward: expanded control over some of the most mineral-rich lands in Europe. Ukraine harbors some of the world’s largest reserves of titanium and iron ore, fields of untapped lithium, as well as massive deposits of coal. Collectively, they are worth tens of trillions of dollars.
Ukraine is widely known as an agricultural powerhouse. But as a raw-material mother lode, it’s home to 117 of the 120 most widely used minerals and metals, and a major source of fossil fuels. (…) In addition to 63 percent of the country’s coal deposits, Moscow has seized 11 percent of its oil deposits, 20 percent of its natural gas deposits, 42 percent of its metals and 33 percent of its deposits of rare earth and other critical minerals including lithium.
Im Detail: In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine liegen 63 Prozent der Kohle, 42 Prozent der Metalle, 33 Prozent der Seltenen Erden und 20 Prozent des Erdgases.
Noch genauer:
– Eisenerz: Die Ukraine besitzt das größte Eisenerz-Vorkommen in Europa. Vor dem Krieg war die Ukraine der weltweit fünftgrößte Exporteur.
– Titanium: bei Titanum stand die Ukraine auf dem zweiten Platz der europäischen Förderländer, weltweit auf dem neunten. Titan steht auf der Liste kritischer Rohstoffe der USA (!). „Einige U-Boot-Typen der Sowjetunion hatten Druckkörper aus einer Titanlegierung (z. B. Mike-Klasse, Alfa-Klasse, Projekt 661 oder Sierra-Klasse). Daneben kommt Titan, stärker als bei der zivilen Luftfahrt, in der militärischen Luftfahrt zum Einsatz. Dies führte dazu, dass zu Hochzeiten der sowjetischen Rüstungsproduktion ein Großteil der weltweiten Titanherstellung und -verwendung in der Sowjetunion erfolgte.“
– Uranerz: Die Ukraine ist in Europa das größte Förderland, weltweit auf dem 10. Platz
– Kohle: Vor dem Krieg war die Ukraine viertgrößter Exporteur Europas.
– Gallium: das seltene Gallium wird in Europa nur in der Ukraine gefördert.
– Mangan: Bei Mangan liegt die Ukraine in Europa – nach Rumänien – an zweiter Stelle, weltweit an achter.
– Erdgas: Nach Norwegen ist die Ukraine in Europa das zweitgrößte Förderland.
Der US-Imperialismus Die USA unter Trump werden also den Russen das überlassen, was die schon erobert haben, aber sich bzw. ihren Konzernen den Rest der Ukraine wirtschaftlich unter den Nagel reißen. Dann ist es ganz egal, ob die Ukraine in der NATO ist, weil die USA dort die ökonomischen Interessen ihrer Bourgeoisie verteidigen wird. Das ist der Preis, den die Ukraine bezahlen muss. Die Regierung der USA ist nur ein Ausschuss, der die gemeinschaftlichen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet.
Lenins Beschreibung des Imperialismus ist also korrekt. Wisst ihr Bescheid.
Kommentare
9 Kommentare zu “Der Imperialismus als nicht mehr ganz so junge Etappe des Kapitalismus”
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Russland führt einen imperialistischen Angriffskrieg um sich die Rohstoffe der sogenannten Ukraine einzuverleiben?
Das ist IMHO auf mehreren Ebenen Unsinn.
1.) Russland hat Rohstoffe im Überfluss, so viele das sie die Hauptexportartikel sind.
Nichts von dem was im Donbas zu finden ist wird nicht auch schon im Rest Russlands gefördert und verarbeitet.
2.) Vladimir Putin wurde vom KGB ausgebildet, dazu zählt sicherlich ein solides Studium des Marxismus-Leninismus. Zudem achtete der KGB auf die menschlichen und ideologischen Qualitäten seines Personals, Präsident Putin kann also gar kein Imperialist sein.
3.) es war der ukrainische Ultranationalist Selinsky der mit seinem Anspruch auf russische Gebiete wie den Donbas, die Krim, Kiew und Odessa diesen Krieg ausgelöst hat.
Ganz sicher steckt natürlich auch das US-Kapital in Form von Blackrock hinter dieser ukrainischen Agression, da in ihrer Gier nach Profit die Rohstoffe der sogenannten Ukraine eine lohnende Beute ist.
Zugleich darf man auch nicht vergessen das die faschistischen Azov Brigaden der sogenannten Ukraine jahrelang die Volksrepubliken im Donbas terrorisiert haben, weil sie es nicht ertragen konnten das dort Russen eine besseren Staat frei von den Machenschaften der ukrainischen und amerikanischne Oligarchen aufgebaut haben.
mich wundern gleich mehrere Dinge:
„Müsste Linke irgendwelche Emotionen pro oder contra haben?“
Klares Jain.
Wenn sich das Linke als kämpferische Bewegung verstünde (wie noch bei Lenin), müsste man argumentativ den Spagat zwischen sogenannter legitimer revolutionärer Gewalt und illegitimer ökonomischer Gewalt hinbekommen, um dann die Waffen gegen die Unterdrücker zu erheben…
(Aber die Historie lehrt anderes…)
Aber auch als rein reform-orientierte linke kann man sich – im Namen der sinnlos Sterbenden – nicht neutral raus halten – müsste quasi eine pazifistische Front wider dem Krieg aufbauen.
Vielleicht so wie Wagi – nur besser…
zu Lenin
Ich habe den nie im original gelesen.
Kann man bei ihm – ähnlich wie bei Marx – anhand seiner Quellen, Empirie etc. seine Gedanken und Schlussfolgerungen transparent nachvollziehen – oder hat er quasi propagandistisch nur geschrieben wie es seiner (durchaus cleveren) Meinung nach sei und was dagegen getan werden müsste??
Wir erinnern uns – auch für Lenin waren die Menschen eher Schachfiguren die politischen Feld, die von Ihm hin und her geschoben werden konnten – also auch nur Mittel zum Zweck…
wenn ich mir den Frontverlauf und die Bodenschätze-Karte anschaue, muss ich feststellen, dass die Russen noch ein gutes Stück vorrücken müssten, um sich wichtige Quellen zu sichern.
Also so gesehen „rechnet“ sich der Krieg imhO bis jetzt nicht für Russland.
aber das interessanteste wäre nun – da man endlich mal offen zugibt, worum es eigentlich geht – mal offenzulegen:
Wer unterstützt seit wann die Ukraine womit?
Zu beginn des Krieges wiesen u.a. hier im Blog einige darauf hin, dass US-Firmen bereits größere Landflächen etc. in der Ukraine in Besitz hätten.
Aber entweder befinden die sich nicht im Kriegsgebiet, oder sind aus anderen Gründen scheinbar nicht DAS wichtige.
Oder man verschweigt da was beflissentlich.
Warum verfolgen die USA und Europa dann aber gegensätzliche Politiken, wenn wohl beide ein gesteigertes Interesse am Zugriff auf die benötigten Rohstoffe haben (sollten)?
Und warum hat Biden so gehandelt, wie er gehandelt hat (wie hat er eigentlich konkret in welcher Phase des Krieges gehandelt??), wenn er ebenso die Interessen der herrschenden Klasse vertritt??
Also welche -Großkapitalisten-Fraktionen stehen da wie im Wettstreit um was?
und
welche Machtmittel stehen Trump zur Verfügung, um hier finalisierend einzugreifen?
Wenn sich zwei Gruppen auf der Straße prügeln, dann greift die Polizei ein, weil die Polizei über die nötigen Befugnisse verfügt, eingreifen zu dürfen und zu können.
Warum sollten Putin und Selenski auf Trumpel hören?
Was hat er wem anzubieten?
Und – könnte die EU die Ukraine alleine unterstützen und sich damit offen gegen Trumpel stellen?
Wer hat hier eigentlich welche Fäden in der Hand?
Zeit für ein paar geopolitische Analysen.
Da springen ein paar Doktorarbeiten für eherliche Akademiker heraus.
„Faschismus ist der letzte Versuch der Bourgeoisie, ihre Macht über die Welt zu festigen.“
(Maxim Gorki)
Du hast in Deiner Auflistung den ukrainischen Boden vergessen. Der wurde wegen seiner „Fruchtbarkeit“ bereits per Güterwagen in die EU geliefert. Kann mich leider nicht entsinnen wer den geliefert bekam und was die Tonne kostete.
Das westliche Kapital wollte die Ukraine.
Mit Lemberger Banderisten hat es Dumme gefunden die es ausfechten wollen.
Von der Ukraine wird bleiben: Billiger Boden inkl Bodenschätze, billige Arbeitskräfte, in paar reiche Nazibonzen.
Die Sünden Putins sind mir egal.
Man kann die Sache moralisch beurteilen, dann schreibs Gott ins Beschwerdebuch.
Wars ein Fehler? Man will keine raumfremde feindliche Macht an der Staatsgrenze zulassen.
Das ist Carl Schmitt und staatliche Selbstbehauptung.
Jedenfalls ruiniert dieser Krieg Russlands Zukunft.
Aber auch der „Westen“ ist im Niedergang.
Bürgerliche Ideologie unterstellt zwischen Staaten gelte ein Recht.
Das Recht ist nur ein Vertrag zwischen feundlichen Staaten die es wollen. Feindliche Staaten kämpfens aus, es siegt die größere Gewalt.
Bürgerliche Ideologie unterstellt Ukraine wär eine Volks-Gemeinschaft. Westukraine hat Ostukraine beschossen. Volk ist eine Imagination nach 1789.
https://www.infosperber.ch/politik/welt/ein-genauer-blick-auf-die-annexion-des-donbas/
https://www.youtube.com/watch?v=ZO51tz5vHdw Mearsheimer
Gegen eine Atommacht kann man nicht gewinnen. Momentan wird versucht den Krieg für RF so zu verteuern daß die aufhört.
Falls RF zerbricht will niemand daß Kadyrow Atombomben kriegt.
Im Westen sind die Lager leer, bis Industrie produziert dauert. USA haben dazu noch weitere Baustellen.
https://www.youtube.com/watch?v=S44YrTWjpXM Reisner
https://www.youtube.com/watch?v=HWniCZM1dBM
https://www.youtube.com/watch?v=JQ3mquMu4EE
Selenky kommt mir vor wie der Föhrer im Bonker. Ob der Fernsehstar aus Kolomoiskyis Sender persönlich glaubt was er sagt oder nur die Rolle spielt sei dahingestellt. Morddrohungen und Millionen in Panama hatten geholfen.
Ich hätte nie gedacht daß die SPD mal mit Nazis paktiert.
weiter im Text:
Historiker Schlögel (noch nie von dem gehört): „Russland ist der Feind“
das klingt fast 1:1 wie damals
gefährlich gefährlich, das Fahrwasser, in das man sich hier begibt
Trmupels Wunsch-Kabinett ist komplett
von 24 Personen immerhin 8 Frauen – also ein Drittel
Karoline Leavitt (27), Elise Stefanik (40), Tulsi Gabbard (43) sind noch recht jung
Brooke Rollins (52), Kristi Noem (52), Pam Bondi (59)
nur die Alten sind merktwürdig
Susan Wiles (67) verließ ihre Lobbyfirma Ballard Partners im September 2019 unter Berufung auf „ein quälendes Gesundheitsproblem“.
Linda McMahon dürfe eine ähnliche dreckige Weste haben wie ihr Mann. Da wird Bildung wieder zur Sozialdarwinistischen Selektion
generell muss man ja mal feststellen, dass jemand wie Trump noch vor 12 Jahren nicht mal als Kandidat tragbar gewesen wäre. Man sucht ja bei den Amis kleinste Verfehlungen bis in die Highschoolzeit zurück heraus, um jemanden als moralisch Verwerflich zu diskreditieren…
Neben den Migranten, Arbeitern dürften den doch eigentlich die ganzen fundamentalen Christen gar nicht wählen…
Ein Phänomen der Typ
„Lenins Beschreibung des Imperialismus ist also korrekt.“
trifft das auch in Israel zu?
via Fefe
@Godwin: https://www.handelsblatt.com/politik/international/riesige-flaechen-china-kauft-ackerland-in-der-ukraine-auf/8826952.html
Danke, all dem hier.
Endlich habe ich wieder eine Überzeugung – bin im Keller….hx.
Es ist leicht sich über Trump moralisch zu beömmeln.
Nur verfehlts den Punkt.
Trump bestimmt Personen für Rollen.
Trumps Weltbild: Eine Person regiert durch Wollen, Befehl von Oben herab.
Modernes Herrschen funzt apersonal mit Rollen, Regeln, Verfahren, Bürokratie, ohne Zentrum.
Nicht mehr personal wie im Feudalismus, Ludwig 14..
Die Regierung Trump wird chaotisch mit Personalverschleiß (wenn die Nase nicht paßt).
Was dem Kapital gut paßt: Staat ist Feind, also weg.
Trump wird Staat & Land ruinieren dieweil Erderwärmung voranschreitet.
Keine schöne Zukunft.
https://www.youtube.com/watch?v=6l7iZu-TAH4 Trumps Picks Stefan Schulz
Die „Linke“ ist entsetzlich blöd weil sie glaubt die Welt wäre moralisch mit „Gerechtigkeit“; alle wären wie sie.
Realisten haben immer recht. Niemand glaubt ihnen.
Pfaffen hatten Galilei verlacht weils im Heiligen Buch anders stand. Galilei hatte Zahlen über die Natur, aber damals schlechte Fernrohre.
Leute reden Heute über Gesellschaft wie ionische Naturphilosopen: Wieso rollt der Ball den Hügel herab? Im magischen Weltbild: Weil er so will, Sachen sind mit eigenem Willen beseelt. Das Ganze eine sittliche Veranstaltung.
Gallium, hihi.
Ohne Galliumarsenid bleiben rote LEDs dunkel. Mal durchzählen, wieviele der Laptop-Bildschirm so anzubieten hat. Wenn nur eine davon fehlt, macht auch second life keinen Spaß mehr.