Attentäter und Bikinimädchen usw.

somoza

Leseempfehlung für gute Laune: Un operativo histórico: cuando un comando guerrillero argentino ajustició a Somoza. Das musste jetzt sein.

Noch was Schönes: Juan Guaidó in Venezuela ist vorerst am Arsch. Und das ist gut so. Vermutlich kommt es irgendwann doch zu einer Militärinvasion, die Herrschenden in Kolumbien würden das begrüßen.

Lesebefehl bei den Ruhrbaronen: Klimaproteste: „Der Feind ist ein Hippie“. „Zur grüngutbürgerlichen Dekadenz gehört es, zu ignorieren, dass es die Menschen mit den gut bezahlten Jobs in der Industrie sind, die nicht nur die Güter herstellen, deren Export das Geld bringt, von dem all die Gemeinschaftskundelehrer, Verwaltungsbeamten und Betroffenheitswissenschaftler leben. (…) Heute feierte sich eine arrogante und zum Teil erschreckend dumme Ökobourgeoisie selbst. Der Protest ihrer Kinder, der so ist, wie Protest von Kindern nun einmal ist, gab ihnen die Gelegenheit, ihre ganze Ignoranz auf die Straße zu tragen.“

Villa Romana del Casale

Noch mehr Schönes: Die Bikinimädchen stammen aus der Villa Romana del Casale auf Sizilien. Die herrschende Klasse im antiken Rom hatte eine guten Geschmack, besser als die heutige.

Im deutschen Wikipedia gibt es dazu einen geradezu lächerlichen Satz: „Während der ersten beiden Jahrhunderte der römischen Kaiserzeit hatte Sizilien unter einer Phase der Depression gelitten, hervorgerufen durch das auf Sklavenarbeit basierende Produktionssystem der Latifundien.“

Gelitten haben die Sklaven und armen landarbeiter und Bauern, nicht „Sizilien“.

Interessant ist aber, dass hier die Klassenkämpfe und was darauf folgte, durchscheinen. Ich schrieb im November 2016: „Die Bauern wurden ruiniert zugunsten der Großgrundbesitzer mit deren Latifundien. Die Produktion für den immer größer werdenden städtischen Markt verlangte nach ‚industrieller‘ Massenproduktion. Dafür setzte man immer mehr und öfter Sklaven ein; gleichzeitig wanderten ruinierte Bauern und Landlose in die Städte ab.“ Die Sklavenaufstände und andere Faktoren machten die Latifundienwirtschaft unrentabel – das bedeutet gleichzeitig: Die Diktatur der römischen Kaiserzeit war für die herrschende Klasse effektiver als die ursprüngliche formal existierende Republik aus Patriziern und Plebejern. (Historische Vergleich sind immer schief – aber der Faschismus – in welchem Kostüm auch immer – ist immer eine Option im Kapitalismus – wenn man das Volk nicht mehr anders in Schach halten kann. Das musste jetzt auch gesagt werden.)

Kommentare

8 Kommentare zu “Attentäter und Bikinimädchen usw.”

  1. Horst Horstmann am September 21st, 2019 1:15 pm

    Der Link unter Guaidó funzt nicht.

  2. tom am September 21st, 2019 2:53 pm

    Panik kommt nicht unbedingt auf in solchen Fällen, eher schon: Leckt mich, wieso soll ich mich mit diesem Scheiß rumärgern?
    Und genau deswegen sind die Wachstumsraten der Linux-Distributionen…. naja, Kapitalisten investieren woanders.

  3. admin am September 21st, 2019 2:53 pm

    Repariert

  4. Messdiener am September 21st, 2019 4:37 pm

    * Noch mehr Schönes: Die Bikinimädchen stammen aus der Villa Romana del Casale auf Sizilien. Die herrschende Klasse im antiken Rom hatte eine guten Geschmack, besser als die heutige. *

    Zwischen damals und heute, so groß ist der Unterschied nicht.

  5. Fritz am September 21st, 2019 5:04 pm

    Die Mehrheit der Venezolaner würde eine amerikanische Militärinvasion wahrscheinlich begrüßen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

  6. ... der Trittbrettschreiber am September 21st, 2019 5:25 pm

    Hi… Hihi… Hähähä…
    Ha… Bruuuh… Bruuuuuhahahahahhhhh.
    Ich habe gelernt, das mit erzwungenem Humor so manches relativiert werden kann. Didi Hallervorden persifliert zwar die Vergangenheit, sodass wir darüber lachen können, lässt uns aber in dem Trugschluss schmoren und vielleicht sogar verenden, wir hätten derartiges längst hinter uns gelassen. Fast ein Beweis, dass die Welt auf den „Bühnen“-brettern zwar „bedeutet“ werden kann, nicht aber verändert. Insofern ist auch die Umsetzung der Marx’schen Worte im Foyer der Humboldt-Uni, Unter den Linden 6, 10117 Berlin mehr als in Gefahr.
    Hinweis: Hopfen und Malz sind aber noch längst nicht verloren, vor allem im Norden.

  7. Godwin am September 21st, 2019 6:38 pm

    Der Text der Ruhradeligen lässt aber nun eine weitere These zu:

    Auch eine Revolution muss man sich „leisten“ können.
    Ergo werden wohl ALLE Veränderungen, Reformen, Revolutionen etc. von oberen Schichten angeregt und durchgesetzt.
    Es sei denn die Lage ist so verzweifelt, dass jegliche Ordnung zusammenbrechen muss. Im Bürgerkrieg jeder gegen jeden werden dann in der Tt die Karten neu gemischt…

  8. Fritzi am September 21st, 2019 10:30 pm

    Wer glaubt das der Schrecken irgendwo endet, nach einer amerikanischen Invasion, dem is wohl nicht mehr zu helfen.

    Das Resultat, abgesehen vom unvermeidlichen Bürgerkrieg, der spätestens dann in aller Härte ausbricht wenn the Amis abziehen, wahrscheinlich aber gleich, weil die USA nur an der Sicherung von den Teilen des Landes interessiert sind die unmittelbar ihre ökonomischen Interessen tangieren, während sie den Rest des Landes bedenkenlos in Chaos und Blutbad versinken lassen, ist dann rechte Diktatur, mit oder ohne pseudodemokratisches Feigenblatt, Todesschwadronen überall, versuchter, sytematischer Massenmord an jedem der nur irgendwie nach Arbeiterbewegung oder Chavistas riecht (gegen was diese sich natürlich bewaffnet zur Wehr zu setzen wissen werden, siehe der bereits erwähnten Bürgerkrieg), Totalausverkauf von Wirtschaft, Boden, Resourcen, etc an US Konzerne die bereitwillig die rechten Todesschwadronen finanzieren, Entrechtung und Versklavung der unteren Bevölkerungungsschichten schlimmer als je zuvor.

    Hab ich den Bürgerkrieg schon erwähnt?

    Die historische Erfahrung zeigt, selbst wenn die Venezuelaner dumm genug wären über einen Einmarsch der Amerikaner zu jubeln, wird ihnen dass sehr schnell und sehr gründlich vergehen.

    Aber die meisten sind nicht annähernd so dumm, wären sie es, würden sie wohl die US Marionette Guaido, Freund der Drogenkartelle und faschistischen Paramilitärs , unterstützen, tun sie aber nicht.

    Ausserhalb der Oberschicht wissen die Venezuelaner ziemlich genau dass die USA ihr tödlicher Feind sind, selbst die denen Maduro am Arsch vorbei geht.

    Sie wissen auch um die Rolle die der ökonomische Terrorismus der USA gegen ihr Land bei ihrem Elend spielt, sie wissen was in den US hörigen Nachbarländern vorgeht und sie werden das nicht vergessen.

Schreibe einen Kommentar