Verschieben des diskursiven Feldes, revisited

diskursives Feld

Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen unter dem Gesetz bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden – obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin -, damit ich die unter dem Gesetz gewinne. Denen ohne Gesetz bin ich wie einer ohne Gesetz geworden – obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin im Gesetz vor Christus -, damit ich die ohne Gesetz gewinne. Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. (Die Bibel. 1. Korinther 9, 20-22)

Man muss so reden wie die kleinen Leute, deren Lobby die Linke ist sein sollte.

Keine Wörter mehr wie „nachhaltig“, keine Sprechblasen mehr wie „diskursives Feld“ (Kipping), keine Gendersprache mehr. Man muss grob sein, populistisch, und die Anstandsregeln (wessen? welche?) auch mal missachten. Man darf die bürgerliche Presse auch Lügenpresse nennen und Verehrer höherer Wesen „Religioten“.

Aber mich fragt ja keiner. Wir treffen uns wieder an der Fünfprozenthürde.

Kommentare

12 Kommentare zu “Verschieben des diskursiven Feldes, revisited”

  1. ... der Trittbrettschreiber am September 3rd, 2019 10:45 am

    Doch doch, Deine Leser* innen und außen fragen Dich geneigt und wohlwollend gern und immerzu. Allein ists, als stünden die richtgen Worte nicht gleich zur rechten oder auch zur Linken Zeit parat. Es ist die Angst, von Dir Kraft-Mager-Mensch bei falscher Wortwahl abgelehnt zu werden oder gar stante pede eigenhändig abgeburkst.

    *auch Shakesbeer aus dem hohen Norden …

  2. Die Anmerkung am September 3rd, 2019 12:15 pm

    Richtig. Solange Die Linke keine Sprecher für moderne Kohlekraftwerke, dafür aber für Klimawandel hat, bewegt sie sich strammen Schrittes in das vorindustrielle Zeitalter zurück. und ist dann dort sicher auch gut aufgehoben, weil sie von den spinnerten Arbeitern nicht belästigt wird.

  3. Godwin am September 3rd, 2019 12:43 pm

    stimme dem Trittbretter zu – WIR hören/lesen zu!

    ja Vox Populi Vox Dei

    da hat Die Linke nichts mehr mit zu tun.

    mir fällt da immer Bakuin ein:
    „…eine intellektuelle und eben dadurch privilegierte Minderheit, die angeblich die wahren Interessen des Volkes besser erkennt, als das Volk selbst.“

    und auch Orwell (Der Weg nach Wigan Pier – laaaange vor Hippster-Eribon)
    »Wie bei den Christen sind beim Sozialismus seine Anhänger die schlechteste Reklame«

  4. Martin Däniken am September 3rd, 2019 1:47 pm

    „Brigade, Broiler, Kollektiv, Kollektivbewusstsein, Kollektiverziehung, Patenbetrieb,Pionierauftrag,Bück-dich-Ware, volkseigen, Held der Arbeit, Kulturhaus, Plandiskussion, Wohnraumlenkung…
    WOHNRAUMLENKUNG!!!.“
    Back to Basics,so to say,liebe Linke (Partei),hihi.
    quelle:http://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42769/ddr-sprache?p=all

  5. tom am September 3rd, 2019 4:03 pm

    Wieso kein diskursives Feld? – Neue Felder braucht das Land, gerade wenn man an das Klima denkt, da sollte noch was kommen.
    So eine Art fünfte Jahreszeit in der Natur, so etwa nach dem Stoppelfeld und vor dem ersten Schnee.

  6. flurdab am September 3rd, 2019 4:34 pm

    Verstehe ich nicht.
    Hat doch genauso funktioniert wie beabsichtigt.
    Alle Parteien haben wie immer gewonnen und die Wähler sind wie immer die Verlierer.
    Für Kipping/ Riexinger reichen doch 2 Prozent über der Hürde völlig aus, das Bundestagsmandat bleibt gesichert.
    Außerdem, wo steht geschrieben das Die Linke die Interessenvertretung der „kleinen Leute“ sein soll?
    Das ist doch nur ein historisches Missverständnis.
    Man geht dahin wo es das beste Catering gibt, studentisches Allgemeinwissen erstes Semester.
    Der Staus Quo ist gesichert und alles andere würde sehr viel Mühe und Arbeit machen.
    Das ist bei Faulen nun mal so, man bearbeitet nur das was leicht geht. Beim Gender- und Migranten- Stadel bekommt man sogar Applaus, das kann doch nicht falsch sein.

  7. Roman Bardet am September 3rd, 2019 4:54 pm

    Schröder, was dreschen Sie eigentlich immer auf die Kipping ein?

    Keine Wörter mehr wie „nachhaltig“, keine Sprechblasen mehr wie „diskursives Feld“ (Kipping), keine Gendersprache mehr. Man muss grob sein, populistisch, und die Anstandsregeln (wessen? welche?) auch mal missachten. Man darf die bürgerliche Presse auch Lügenpresse nennen und Verehrer höherer Wesen „Religioten“.

    Nach der Übernahme der PDS durch die West-Linken und der Neuausrichtung dieser Partei als „grünliberale Lifestylepartei“, wie Wagenknecht das so treffend ausgedrückt hat, ist diese Partei für einen ehemaligen DDR-Bürger nicht mehr wählbar. Die linksgrünen Westspinnereien verfangen hier nicht sehr, und M/L geschulte ehemalige Parteikader wenden sich ab mit Grausen ob der ideologischen Hohlheit der aktuellen Parteiführung. Ja, und ein biologisches Problem haben die auch, wie SPD und CDU, denn die Wählerschaft der SED stirbt 30 Jahre nach dem Ende der DDR so langsam aus. Da sie außer Spinnereien und ihren alten Parolen vom Sozialismus nichts zu bieten haben, bekommen sie auch nichts nennenswertes an Wählern dazu. Wer zu Lasten der Steuerzahler ein Rettungsschiff ins Mittelmeer schicken will und immer nur von Klassenkampf und Enteignung faselt, ist nicht bei Trost und wird auch nicht besonders ernst genommen. Ein staubiger Verein, der in den 1920er Jahren hängen geblieben ist.

    Die Linke hat ebenfalls nicht begriffen, dass man nicht die halbe Welt einladen und finanzieren kann. Denn es sind vorallem die Schwachen, also die Klientel der Linken, die dieses finanzieren und „Miteinander“ übernehmen müssen. Und halt nicht das böse Großkapital. Das lacht sich tot und ins Fäustchen, dass man in den Linken die besten Kumpane gefunden hat, um billige Arbeitskräfte ranzuholen. Das Linke hat euch abrauschen lassen und davon werdet ihr euch auch nicht mehr erholen. Frau Wagenknecht hat euch das mehr oder weniger offen gesagt und wurde dafür rausgeekelt.

    Sarah Wagenknecht hat mit ihrer Analyse über die krachende Niederlage der Linken im Osten vollkommen Recht! Ohne Wagenknecht wird die Linke den Absturz in die Bedeutungslosigkeit nicht mehr verhindern können!

    Die Linken können sich nicht mehr darauf verlassen dass ihre Appelle an den proletarischen Internationalismus wirken. Die Linke muss mit Bitternis zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht mehr die Stimme des Ostens ist. Das ist jetzt die AfD. AfD-Wähler kommen aus allen Lagern. Die traditionellen Arbeiterparteien SPD und Linke erhalten in Sachsen zusammen nur noch 15%. Dazu kommt noch eine besondere kulturelle Prägung. Antiautoritäre Erziehung, Ökologie, multikulturelles Zusammenleben und demokratischer Diskurs. Das sind Importe aus dem Westen vorwiegend aus den Städten. Ein Tag nach der Wahl redet die Linke bereits von einer Neuaufstellung. Aber wie soll die aussehen?. In Sachsen gaben fast 30000 vormalige Linkswähler der AfD ihre Stimme. Alle hoffen nun auf Bodo Ramelow in Thüringen.

    Zuwanderer sind und bleiben die ungeliebte Konkurrenz der Arbeiterklasse. Wer das nicht verinnerlicht, ist als LINKER ein TROTTEL! Oder wird hier einfach nur die Wählerschaft ausgetauscht – in der Hoffnung auf WAS?

    Noch was: Trotzkisten, Stalinisten, Maoisten sind zwar alles „Linke“, aber diese Roten sind sich untereinander nicht ganz „grün“. So streiten sie sich eben. Das habe ich nie verstanden!

  8. flurdab am September 3rd, 2019 8:54 pm

    Ich verstehe auch den ganzen medialen Aufriss nicht. Warum wird überhaupt über Wahlen in den Beitrittsgebieten berichtet?
    Warum wird da überhaupt gewählt?
    Ich meine, die wollten doch die DM und Reisefreiheit. Beides haben Sie doch bekommen, worüber beklagen die sich?
    Das Sie verarscht und ausgeraubt wurden ist doch völlig normal, hätten sie im Staatsbürgerkundeunterricht mal besser aufgepasst. Sie hätten wissen können mit wem Sie in die Kiste steigen.
    Und jetzt zurück zu Greta und der Klimakrise, aber pronto. Oder zu Boateng, soll seine Olsch verprügelt haben, hatte Gauland also doch recht.
    Gibt Leute neben denen will man nicht wohnen.

    So, jetzt habe ich auch mal nach Kräften das diskursive Feld verschoben.

  9. tom am September 3rd, 2019 10:49 pm

    >>sind zwar alles „Linke“, aber diese Roten sind sich untereinander nicht ganz „grün“. So streiten sie sich eben. Das habe ich nie verstanden!<<
    Sollte es eventuell doch einen Unterschied zw. rechts und links geben?
    Rechts streitet man sich höchstens ein bisschen, wenn die Gelegenheit da ist. Ansonsten beschränkt man sich, die linke Gefahr aka Bolschewismus abzuwehren, welche Schattierung von hellschwarz bis dunkelbraun die Oberhand hat, ist scheißegal.
    Linke waren anfangs auf der Suche nach einer Wahrheit jenseits von [bitte selbst ausfüllen, wie burks gern auffordert] und das sollte (und soll?)schon die richtige wahre Wahrheit sein.

  10. Godwin am September 4th, 2019 8:00 am

    @Tom

    zum Unterschied linke und rechts schaue bitt e hier

  11. flurdab am September 5th, 2019 5:27 pm

    Mein Kommentar vom 03.09.19 8.54 war ja extrem zynisch und beleidigend, sollte aber Satire sein.
    Aber gerade habe ich einen „Kommentar“ eines Journalisten im Westfalen- Blatt gefunden, der quasi allen ernstes genauso „argumeniert“.
    Damit höcke ich nicht gerechnet.

    https://tinyurl.com/y59s7kq6

    Wir sind am Arsch, wir sind sowas vom am Arsch…

  12. Martin Däniken am September 7th, 2019 4:44 pm

    @flurdab: bei mir kam es wie gemeint an!
    „Alexa,löse die Apolalyse aus.“
    „Nicht ausführbar.
    Ihr seid am Arsch.Ihr seid sowas von am Arsch…“
    Kolhoff, der Verfasser des Artikels war Senatssprecher in der Ära MOMPER und weitere Details seiner Vita lassen ihn als Werktätigen im Bergwerg der pragmatischer Anwendung von Realitätssinn, auch Zynismus genannt, erscheinen!

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