Um jeden Preis auffallen

Frau Sawsan Chebli konnte wieder mal die Kresse nicht halten und twitterte aus Auschwitz so vor sich hin:
chebli

Naida Pintul (auf Facebook): Mein letzter Anlauf: Chebli schafft es nicht, einen „gewöhnlichen“ Callout (lel) in Richtung Amthors zu verfassen, nein, sie muss erwähnen, dass sie sich in Auschwitz befindet und dort große Schwüre leistet, noch mehr gegen Rassismus aufstehen zu wollen. Das ist insofern nichts neues als dass Auschwitz ständig dazu instrumentalisiert wird, sich zivilgesellschaftlich ja noch mehr gegen Rassismus und Islamophobie engagieren zu wollen und da ist Chebli nicht die erste, nicht die zweite, nicht die vierzigste, die denkt, es komme schon hin, den Antisemitismus des dritten Reiches irgendwie noch mit Rassismus gegen Muslime bzw. als solche Wahrgenommene in ideologische Verbindung zu bringen.

Hätte sie den Auschwitz-Part im Tweet weggelassen, hätte daraus einfach nur ein stinklangweiliger Beef mit nem geleckten Dorfjugend-JUler werden können, aber Chebli wäre nicht Chebli, wenn ihr das nicht ein paar Nummern zu klein gewesen wäre und man gleich die ganz großen Kaliber in Stellung bringen müsste, so wahnhaft ist sie dann doch schon.

Da Muslime keine Rasse sind und weil es beim Homo sapiens gar keine Rassen gibt, kann man auch nicht „rassistisch“ gegen eine bestimmte Sorte von Verehrern höherer Wesen sein, Frau Chebli. Man kann allerdings in der Tradition der Aufklärung behaupten, dass jemand, der im 21. Jahrhundert an Götter glaubt, dringend zum weltanschaulichen Nachhilfeunterricht muss.

Kommentare

12 Kommentare zu “Um jeden Preis auffallen”

  1. Roland B. am Mai 31st, 2019 4:19 pm

    Wo liegt mein Denkfehler, wenn ich daraus

    „und weil es beim Homo sapiens gar keine Rassen gibt, kann man auch nicht „rassistisch“ […] sein“

    folgere, daß es nach dieser Auffassung überhaupt keinen Rassismus mehr geben kann?

    Ein Tipp an die Autorin: So wie Frau Chebli auf die Erwähnung von Auschwitz hätte verzichten können/sollen, hätte Frau Pintul den Einschub mit den nicht existierenden Rassen lieber gelassen.
    Hätte ihrer Argumentation mehr Schlagkraft gegeben.

  2. ... der Trittbrettschreiber am Mai 31st, 2019 4:22 pm

    Ich war auch in Auschwitz und entschuldige mich bei allen verblödeten BloggerInnen.

  3. musil am Mai 31st, 2019 5:47 pm

    „Stattdessen äußere ich mich über die ökonomisch Abgehängten in unserem Lande berechtigterweise abwertend, weil das gesellschaftlich akzeptiert ist und diese Menschen auch selbst Schuld sind an ihrer Situation.“

    Hätte sie vermutlich sagen wollen können.

  4. Wolf-Dieter Busch am Mai 31st, 2019 7:01 pm

    Bei dieser kreuzdummen Sawsan fehlen mir sowieso die Worte.

  5. flurdab am Mai 31st, 2019 11:55 pm

    Was macht die Schäbli eigentlich beruflich und kontrolliert irgend jemand ihre Arbeit?
    Vermutlich stimmt Sie sich nur auf das Ende des Ramadans und den Al- Kuds- Marsch ein, bei dem traditionell die Fahne Israels verbrannt und bekannnte arabische, eingedeutschte, „Volksslogans“ skandiert werden (straffrei).
    Ist ja auch OK, ist sind ja alles rechtsextreme Taten, also original biodeutsch.
    Vielleicht sollte sich die Leitung der Gedenkstätte Auschwitz mal ein paar Gedanken dazu machen wem sie den Zutritt erlaubt.

  6. altautonomer am Juni 1st, 2019 10:34 am

    Roland B.: Das Zitat ist nicht von Frau Pintul sondern vom Blogautor himself. Und der irrt. Rassismus ist ein Konstrukt, das Menschen in (nicht existierende) Rassen einteilt, um Herrschaftsverhältnisse zu begründen. Das gilt genauso auch für Speziezismus, Biologismus und Sexismus.

  7. Michael am Juni 1st, 2019 11:51 am

    Juden sind ebenfalls keine Rasse. Tatsächlich wird der Begriff Rasse bezüglich Menschen heute allgemein abgelehnt. Der Begriff Rassismus ist eben linguistisch historisch bedingt. Man nutzt ihn halt noch, weil das präzisere „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ etwas unhandlich ist.

  8. flurdab am Juni 1st, 2019 12:32 pm

    @ Michael

    deine Erklärung könnte man so akzeptieren.
    Aber widerspricht dies nicht dem praktizierten „Genderwahn“?
    Ich meine für mich ist es einfach, Frauen sind eben Sternchen. „Die“ wollten es so!
    „Sehr geehrte Sternchen und Herren,…“
    Der Begriff Rassismus wird also nicht wegen seines historischen Hintergrund benutzt, sondern weil er so schön unscharf ist.
    BVB- Fan sind „Rassisten“ weil sie was gegen Schalker haben. Andersherum genauso.
    Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist das Wort welches genutz werden müsste, vielleicht auch nur Menschenfeindlichkeit.
    Aber das werden wir nicht erleben.

    Grüße

  9. admin am Juni 1st, 2019 12:33 pm

    @Roland: Ich definiere das anders. Rassismus erklärt kulturelle Merkmale irrig biologisch (gilt auch für Sexismus). Das geht mit Religion nicht, ausser man behauptete, das Muslimische läge allen Arabern und Türken und sonstwem im Blut.

  10. Wie jetze, Herrentag schon vorbei? am Juni 1st, 2019 12:34 pm

    Viel Spaß und Erfolg beim Nachhilfeunterricht erteilen für über eine Milliarde Hindus. Welches ideologische Umerziehungslager wird den denn dann demnächst geben? (*läuft* wa)

    Ich war übrigens noch nie in Oświęcim und ich weiss auch warum nicht.

  11. Fritz am Juni 2nd, 2019 12:29 pm

    Wer hat denn eigentlich festgelegt, dass es bei Menschen keine Rassen gibt? Mit Pferde- oder Hunderassen hat doch auch niemand ein Problem, und das sind auch nur Säugetiere wie Menschen.

  12. admin am Juni 2nd, 2019 12:31 pm

    Die Wissenschaft (Humangenetik, Biologie), vgl. alles von https://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_Luca_Cavalli-Sforza

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