Von der Hallig zum Arbeiterstrand

MaienwerderMaienwerderKleine MalcheTegeler SeeLindwerderFähre SCharfenbergtegelortMaienwerder

Heute muss ich das Publikum leider wieder mit langweiligen Paddelbildern behelligen, da ich mehr als sechs Stunden auf dem Wasser war und mich die Weltläufte, ob Trump nicht doch alles richtig macht oder ob die Ukraine während der Fussballweltmeisterschaft in den Donbass einmarschiert, nicht interessierten. Das wird so lange gehen, wie ich sage: Ich habe Dinge vom Kajak aus gesehen, die meine Augen nie zuvor gesehen hatten.

Zum Beispiel Maienwerder (oberstes Bild), das ich südlich passierte und wohlgemut zur Hallig (die Kolonie heißt wirklich so!) steuerte, aber jäh erschrak, da mich ein großes Schiff (2. Foto) anhupte, wohl andeutend, ich solle aus der Fahrrinne verschwinden. Rechterhand wollte ich in die Kleine Malche einbiegen, sozusagen Hallig backstage, es wurde mir aber durch ein Schild „Laichschonbezirk“ verwehrt.

Ich paddelte also am unbewohnten Baumwerder und Reiswerder (Kein Strom! Kein Wasser!) vorbei und erreichte alsbald Lindwerder im Tegeler See (wird vermutlich bald von Polen beansprucht, da archäologische Funde auf eine slawische Besiedlung hindeuten). Da sind ein paar verwunschene Häuschen, wer wohnt denn da? Dort hat man schon einen Blick auf Tegel (4. Foto) und kann Raddampfern begegnen (5. Foto) – was für ein Quatsch! Hoffentlich spielen die da wenigstens ausschließlich Dixieland.

Wenig später musste ich warten, bis die Fähre Scharfenberg vorbei war. Das ist dort alles allerliebst langsam und fast romantisch, von Großstadt-Feeling keine Spur. Nicht weit davon gibt es einen Arbeiterstrand, das Proletariat habe ich aber nicht gesehen.

Von der Südspitze Tegelorts musste ich ein Beweisfoto schießen. Ich kann mich daran erinnern, wie ewig weit es mit dem Auto dorthin war – vor dem Fall der Mauer. Auch von Valentinswerder hatte ich noch nie wirklich etwas gehört. „Nur 26 Insulaner leben dauerhaft auf dem Eiland. Künstler und Kreative haben sich dort Traumhäuschen gebaut.“ Warum eigentlich nicht ich? Und warum ist ein großer Teil der Insel in Familienbesitz?

Übrigens: Der Trolley auf Schienen an der Schleuse Spandau ist verschwunden, und der zweite Trolley hat nur noch drei Räder – eine nette Überraschung, wenn man sein Boot über den Betonbuckel ziehen will…

Kommentare

4 Kommentare zu “Von der Hallig zum Arbeiterstrand”

  1. andreas am Juni 13th, 2018 9:02 am

    Das Bootchen scheint doch die beste Investition seit langem zu sein.

  2. Roman Bardet am Juni 13th, 2018 11:49 am

    Künstler und Kreative haben sich dort Traumhäuschen gebaut.“ Warum eigentlich nicht ich? Und warum ist ein großer Teil der Insel in Familienbesitz?

    Schon mal darüber nachgedacht woher die das Geld haben?

    Ich kenne nur einen der auf einer Insel wohnt und sich dort ein Fachwerkhäuschen restauriert hat und der arbeitet für den Öffentlichen Rundfunk als Drehbuchautor.

    Bei Ihnen sieht es nicht so günstig aus. Dazu müßten Sie entweder anfangen Lotto zu spielen oder eine reiche Frau oder Mann oder Trans* heiraten. Dann würden Sie auch einen SÜV fahren und die Grünen wählen müssen und „Die Zeit abonnieren. Oder Sie bekommen „Die Zeit“ sogar geschenkt, weil Sie den di Lorenzo kennen und der Sie mag. Wollen Sie das wirklich? Dann doch lieber Fahrrad fahren und/oder paddeln.

    andreas am Juni 13th, 2018 9:02 am

    Das Bootchen scheint doch die beste Investition seit langem zu sein.

    Ja, und so lange das so ist wird es nichts mit dem Häuschen auf einer Insel.

    Ah, alternativ wäre es für Sie als „Schreiber“ vielleicht Drehbuch“schreiber“ für das ÖR zu werden. Bis zu 80.000 € zahlen die von der ARD und deren Länderanstalten. Das ZDF ist geiziger.
    . Wie wäre es mit einem politischen „Tatort“. Ich habe mir sagen lassen die seien aktuell „sehr in“. Mehr als 25-30TEuro pro „Tatort“-Drehbuch wird allerdings nicht gezahlt.

  3. Martin Däniken am Juni 13th, 2018 3:14 pm

    @Roman B.:Herr „Burks“ ist ein erfolgreicher Autor…siehe seine Publikationen,
    nach meinem Dafürhalten wäre es ihm ein Leichtes eine Insel Zuerwerben-
    wäre ihm nicht sein Mangel an materiellen Besitzstreben im Wege,
    Materielles ist ihm in sofern wichtig als das zum Erlangen von spirituellen/mentalen/sozialen immateriellen Besitztümern dient…
    @Burks:Ich hoffe dir damit gedient zuhaben mit meiner bescheidenen Beschreibung,fühlst dich hoffentlich schwerst gbauchpinselt ;-)

  4. Trolley : Burks' Blog am Juni 16th, 2018 2:54 pm

    […] etwas. Ich habe mir einen Trolley für mein Kajak gekauft, eingedenk der Tatsache, dass an der Spandauer Schleuse keiner mehr funktionsfähig ist. Zuerst dachte ich an ein schwedisches Möbelhaus, weil im Paket […]

Schreibe einen Kommentar