Adblocker und die Refinanzierung

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Laut Netzpolitik.org erwägt die Bundesregierung, Adblocker zu verbieten.

Wie dem Abschlussbericht der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz zu entnehmen ist, hat die Arbeitsgruppe das Geschäftsmodell von Ad-Blockern als rechtlich und mit Blick auf die Refinanzierung journalistisch-redaktioneller Angebote auch medienpolitisch als problematisch angesehen. Eine Prüfung durch Bund und Länder soll daher klären, ob im Hinblick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen und damit verbundenen medienpolitischen Risiken gegebenenfalls eine gesetzliche Flankierung geboten ist.

Die sind doch so dämlich, dass es weh tut. Allerdings könnte mich das kalt lassen, weil ich keine Adblocker benutze. Har har. So könnte es aussehen:
§ 207 StGB (NEU)
(1) Wer unbefugt Adblocker, die Werbung unterdrücken, installiert oder benutzt und damit die Refinanzierung journalistisch-redaktioneller Angebote unterläuft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Kommentare

9 Kommentare zu “Adblocker und die Refinanzierung”

  1. epikur am Oktober 29th, 2016 11:48 am

    Die spinnen doch alle! Uns erst mit ihrem Werberotz so lange penetrieren, bis man nicht mehr kann, dann Premium-Angebote ohne Werbung anbieten (also zahlen damit man nicht zugebombt wird; fast schon eine Erpressung!)und nun das.

    Ich sehe hier schon ein neues Geschäftsmodell: die
    Adblock-Brille.

  2. Martin Däniken am Oktober 29th, 2016 11:50 am

    Sieht für mich aus wie eine Anwaltsjobmachine und Nerds helfen Zivilisten-Initiative…
    und

    Hrr. Öttinger (Erfinder des WWW) ärklährt die Adblocker-Sperre!Haharharhahr

  3. ... der Trittbrettschreiber am Oktober 29th, 2016 1:18 pm

    Freiheit ist doch keine bessernde Strafe. Online-Augenfesseln, das wär’s.

  4. Wolf-Dieter Busch am Oktober 29th, 2016 1:53 pm

    Die sind doch so dämlich, dass es weh tut.

    Yup. Das Gesetz verletzt grundgesetzlich garantierte Freiheiten.

    PS, deine Javascript-Abstinenz sei dir gegönnt, ist aber keine Lösung für die Allgemeinheit. Es gibt auch nützliche Anwendungen für Javascript.

  5. Rob am Oktober 29th, 2016 8:28 pm

    Nicht meckern, das lenkt von dem Wesentlichen ab. Frau Springer (als Beispiel genannt) muss noch nicht einmal erwähnen, dass abweichende Meinungen bei diesem Thema zu Schwierigkeiten bei anstehenden Wahlen führen können. Nicht nur ganz oben, auch dann, wenn Wahlkreisabgeordnete ihr Direktmandat behalten wollen.

    Hat jemand geglaubt, dass sich diese Branche damit abfindet, dass ihr “Leistungsschutzrecht” verlacht wird und kein Geld bringt?

  6. FelixK am Oktober 30th, 2016 11:58 am

    Mein Alternativvorschlag wäre ja, Werbung zu verbieten. Dann gäbe es entweder Medien, die Leute mit Herzblut betreiben oder solche, die es Menschen wert sind, dafür zu bezahlen, aber nicht mehr diese Massen an Murks, die nur als Entschuldigung dafür, Werbung zu verteilen, produziert werden und auch eine entsprechende Qualität haben.

  7. Roland am Oktober 31st, 2016 12:52 pm

    @FelixK: Du willst wirklich, daß Zeitungen, Zeitschriften, Internetinformationsdienste nur noch von denen produziert werden, die kein Einkommen dadurch benötigen, oder daß diese Dienste für den Menschen mit Normaleinkommen unbezahlbar werden? Und du rechnest auch damit, daß bei weit teureren Medien ausgerechnet die mit Qualität gekauft würden? Eine recherchearme Zeitung wie BILD wäre auch werbefrei billiger als eine richtig gute Zeitung und würde sicher auf dem Markt bleiben, die andere aber verschwinden oder nur noch für die Reichen bezahlbar.

  8. Rob am Oktober 31st, 2016 10:59 pm

    @Roland: habe ich das richtig verstanden? Je mehr Qualität ein Medium liefern soll, desto mehr Werbung ist notwendig? Also bekomme ich in einer Zeitung voller Werbung von Banken und Autofirmen qualitiv hochwertige, sauber und aufwendig recherchierte Texte über Finanz- und Verkehrswesen.

  9. Martin Däniken am November 1st, 2016 1:59 pm

    @Rob-siehe Adac Motorwelt
    -saubere und dennoch kritische Berichterstattung ;-)

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