Fragen an die Medien-Redakteure der Berliner Zeitung und der taz
Die Berliner Zeitung lässt sich von Gegnern des venezolanischen Präsidenten Chavez instrumentalisieren und publiziert einen Text, der schon am 28.05. fast identisch in der tazzu lesen war. Aus einer Journalisten-Mailingliste: „Der Medienredakteur der taz hatte danach mächtig zu tun, seine aufgebrachten Leser in den Blogs zu beruhigen. Da ging es selbst für taz-Verhältnisse derbe ab.“ Die Kommentare der taz-LeserInnen sind lesenwerter als die Propaganda-Artikel der taz und der Berliner Zeitung von heute. Hier ein paar Zitate:
„Ein Fernsehsender mit Sitz in Miami, der sich mit den Putschisten gegen Chavez solidarisierte, der bekam Schwierigkeiten? Und eine Regierung, die eine mediale Vorherrschaft anstrebt? Es gibt ja sogar Länder, in denen Regierungssprecher zu Intendanten werden, wie beim BR. Man stelle sich vor, deutsche Regierungskontrolle über Rundfunkräte wäre Vorbild für Venezuela! Empörend.“
„Es wäre interessant zu wissen, was geschehen würde, wenn in Deutschland ein Rundfunksender dazu aufrufen würde, die Regierung zu stürzen oder z.B. unterstellen würde, dass die Regierung mit der ETA zusammen arbeitet.“
„In Deutschland verbietet die Regierung übrigens auch Fernsehsender: Den kurdischen Kanal „Roj TV“ zum Beispiel, obwohl der nicht einmal gegen die deutsche Regierung sendet, sondern gegen die türkische.“
„Viele private Medien ihrerseits unterstützten 2002 offen die Putschisten, die Chávez für 48 Stunden aus seinem Amt entfernten. Auch RCTV.“
„Ich möchte mal sehen was hier passieren würde, wenn die privaten Fernsehsender offen einen Putsch unterstützen und während auf den Straßen die Panzer auffahren im TV 24 Stunden am Tag Rosamunde Pilcher zeigen würden. Wenn das schief ginge – so wie in Venezuela – wären Pro7 und Konsorten aber ganz schnell dicht und die Verantwortlichen hinter Gittern. Und das zurecht.“
Kommentare
2 Kommentare zu “Fragen an die Medien-Redakteure der Berliner Zeitung und der taz”
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Globovision ist ein Fernsehsender mit einer langen Tradition in der venezoelanischen Medienlandschaft. Der Sitz in Miami war erst eine jüngere Entwicklung.
Selbstverständlich ist der Kanal nicht immer sachlich. Das sind aber nun einmal leider die Standards venezoelanischer Medien. Telesur ist für mich schwerer zu ertragen.
Aber Globovision erfüllt die wichtige Funktion, dass auch regierungskritische Nachrichten ihren Platz haben. Und da gibts ja immer mehr. Die Tatsache, dass 10 bis 20% der teuer importierten Lebensmittel und Medikamente wg. bolibananischen Desinteresse mal einfach so im Hafen verschimmeln hätte nie so viele Venezoelaner erreicht.
Ich finds schon sehr befremdlich, wie Linke im Falle von Chávez jegliches Mittel der Unterdrückung anderer Meinungen für gerechtfertigt halten. Ich kann diese Haltung nicht verstehen, gemäss der Meinungs-Pluralismus letztlich Schwäche bedeutet.
Chávez übt Druck auf alle Radio- und Fernseher-Sender aus, dass sie nicht weiter kritisch berichten. Letztens wurden 2 Twitterer in chavistische Verließe gesperrt, da sie Fragen über die Liquidität einer Bank stellten.
Weisst du, was DAS hier bedeuten könnte…
http://tinyurl.com/2wpo2mn
Smartmatic hat seit Jahren die Wahlcomputer in Venezuela gemanaged.
Das wird immer seltsamer.
Und das hier: http://tinyurl.com/2w3oo3a
15 pro, 1 Enthaltung, 3 dagegen.
War nicht nur RN und UDI. Die Mehrheit der Concertación-Parteien haben dafür gestimmt.
Und chilenische Latam-Politik ist traditionel eine Politik der leisen Töne.
Kaum einer glaubt, dass die venezoelanischen Kongress-Wahlen im September fair sein werden.
Rape. Murder. Its just a shot away.
Gimme Shelter, The Rolling Stones