Frontbericht

ukraine
Credits: ISW

Ich darf das des Kriegsberichterstattens kundige Fachpublikum auf ein Interview mit Markus Reisner aufmerksam machen. („Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im Österreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes für Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Militärakademie.“ Vermutlich ist er auch Geheimrat.)

Kurzfassung:

Die Ukraine leidet unter einem akuten Mangel an Luftabwehr und Patriot-Raketen; Europa liefert zu wenig, die USA halten Bestände aus politischen und militärischen Gründen zurück.
Trump setzt Selenskyj mit ausbleibenden Waffenlieferungen unter Druck, strebt aber zugleich einen Waffenstillstand vor den US-Zwischenwahlen an.
Der kommende Winter dürfte für die Ukraine besonders kritisch werden, da Russland die Energieinfrastruktur weiter angreifen wird.
Der Krieg bleibt ein Abnutzungskrieg: Beide Seiten stehen unter Druck, Russland könnte jedoch weitere Soldaten mobilisieren, während der Ukraine Personal fehlt.
Die offiziell genannten ukrainischen und russischen Verlustzahlen werden als unrealistisch eingeschätzt; die tatsächlichen Opfer dürften deutlich höher liegen.
Russland setzt Gleitbomben zunehmend gegen Städte und Frontstellungen ein; der Ukraine fehlen wirksame Gegenmittel.
Die Ukraine greift erfolgreich russische Raffinerien und Logistikzentren an, der wirtschaftliche Schaden wird durch höhere Ölpreise jedoch teilweise ausgeglichen.
Eine größere ukrainische Offensive, etwa bei Cherson, gilt derzeit als unwahrscheinlich.
Russland hat mit Rassvet ein eigenes Satellitenkommunikationssystem aufgebaut und erhält im technologischen Wettlauf Unterstützung aus China.

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Kommentare

3 Kommentare zu “Frontbericht”

  1. Godwin am August 4th, 2026 8:14 p.m.

    ich schätze Reisner
    auch wenn seine alte Bitte, doch auch mal auf sachkundige deutsche Offiziere zurückzugreifen, von den Medien ignoriert wird und er damit für meine Begriffe etwas zu oft kommentieren muss

    das gesagte ist fast alles nicht neu – allein es geht nicht vorwärts
    was gründe haben muss

    ich fand bei meiner letzten Reise recht interessant, dass man zwar Solidarität mit der Ukraine zeigt, aber Selenskyj und seinen Kumpanen genausowenig über den Weg traut wie den Russen selber…
    wird auch Gründe haben

    interessant fand ich ebenfalls, dass sachkundige Bürger in Uniform bereits die Post-War-Szenarien durchspielten.
    irgendwie geht man schon davon aus, dass der Krieg nicht mehr ewig gehen werde…

    Drohnen sind DER heiße Scheiß im Moment.
    alle gucken zu und lernen fleißig.

  2. Die Anmerkung am August 5th, 2026 10:09 a.m.

    Der Reisner ist wesentlich ein Plappermaul, ein Etappenkommentäter.

  3. nOby am August 5th, 2026 5:08 p.m.

    Burks, die Front verschob sich gerade bis nach Leipzig.

    05.08.2026 – 15:41 Uhr – Wegen Drohnen-Angriff in Leipzig: Innenminister Dobrindt unterbricht Urlaub.

    Ich bin im Augenblick etwas weichgespült, deswegen erkenne ich die Lage womöglich nicht. Dobrindt beschäftigt sich gerade mit einzelnen Drohnen. Der Führer tat das nie. Der hatte dafür Personal.

    Die ist nicht in Leipzig eingeschlagen wie der Artikeltitel es vermuten läßt und sollte jemand auf die Idee kommen, nein, tausende von Grundsicherungsbezieher waren nicht die Opfer. Es gab nur ein Opfer. Das war vermutlich der Mann von der BILD, der nicht sofort Fotos von der Drohne liefern konnte. Das dauerte einen halben Tag.

    Leider ist der Artikelaufbau chaotisch. Ich zitiere deswegen den letzten Absatz als erstes Zitat:

    Ein DHL-Frachtflugzeug aus Marseille, das wegen der Sperrung des Flughafens Leipzig durchstarten musste, kollidierte rund sechs Kilometer vom Flughafen entfernt in etwa 400 Metern Höhe mit einem unbekannten Gegenstand. Die Maschine konnte zwar sicher auf dem Flughafen Hannover landen, dort wurden jedoch leichte Schäden im Frontbereich festgestellt. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte, dass das Flugzeug in der Luft „anscheinend mit etwas kollidiert“ sei.

    Demnach hat das mit Leipzig nichts zu tun. In der Nähe von Leipzig wäre demnach tatsächlicher.

    Nach bisherigen Erkenntnissen könnte der Zünder bereits abgerissen oder defekt gewesen sein. Eine abschließende Bewertung liegt bislang nicht vor. Die an der Drohne befestigte verdächtige Masse schlug bei ersten Tests auf Nitrate an. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es sich um ein Gemisch aus Düngemittel und Benzin gehandelt haben, einen vergleichsweise einfach herzustellenden Sprengstoff.

    Das hatte Burks nie erwähnt. Dünger und Benzin. Wer es nicht weiß, vor 16 Jahren traf das Burksblog die sogenannte Kawumm-Affäre in Berlin. Es ging damals um die Herstellung von Nitroglyzerin bzw. die Verbreitung der Herstellungsprozesse. Jau, Burks seine Interessen sind vielfältig.

    Der Abwehrkampf dauerte mehrere Stunden.

    05.08.2026 – 13:35 Uhr – Dramatische Stunden am Leipziger Flughafen: Um 23.42 Uhr fing ein Mitarbeiter die Drohnenbombe. Paywall!

    Ein Mitarbeiter fängt nachts auf dem Vorfeld des Flughafens Leipzig/Halle eine Drohne ein – nur wenige Meter von ukrainischen Transportflugzeugen entfernt. An dem Fluggerät hängt ein Sprengsatz. Der Airport stoppt den Flugbetrieb, ein Bombenroboter rückt an, ein zweites Flugzeug kollidiert kurz darauf mutmaßlich mit einer weiteren Drohne.

    Wer die Artikel der BILD in der zeitlichen Reihenfolge liest, es gibt noch mehr, der wird irre.

    ***

    05.08.2026, 15:09 – Vorfall am Flughafen Leipzig Drohne hatte „Sprengvorrichtung“ – Dobrindt unterbricht Urlaub.

    FOCUS ist nicht viel besser. Nein, entgegen der Behauptung des FOCUS gab es in Hamburg heute kein Gewitter, kein Tropfen fiel vom Himmel … in jedem Fall sehen wir einen Bombenroboter, das war schon in Afghanistan. Jetzt steht es in Leipzig. Selbst der Wüstentarnanstrich wurde beibehalten. Was soll uns das sagen?

    Sofort den Spannungsfall ausrufen, und die Wahlen im September um mindestens 2 Jahre verschieben. Danach die Täter in den Reihen der AfD suchen lassen bzw. den Leipziger Polizeipräsidenten das erklären lassen. Chrupalla als Klempnermeister wäre meine erste Wahl.

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