Bab al-Rahmah Friedhof

Bab al-Rahmah Cemetery
Der Bab al-Rahmah Friedhof an der östlichen Stadtmauer Jerusalems, fotografiert am 13.10.2025

Übersetzung des Textes vom Madain-Projekt: Der Friedhof Bab al-Rahmah (مقبرة باب الرحمة) („Friedhof des Gnadentors“) liegt an der Ostmauer des Haram al-Sharif (Tempelberg). Die Wahl dieses Begräbnisortes spiegelt vermutlich theologische Vorstellungen über den Tag des Jüngsten Gerichts und die Auferstehung wider, die mit dem Ölberg und dem Gebiet von Asihara (nördlich des Herodes-Tors) in Verbindung stehen. Diese Vorstellung wird durch die Markierung as-Sirat nahe dem südlichen Ende der Ostmauer weiter untermauert, die vermutlich den Standort der zukünftigen al-Sirat-Brücke markiert.“

Ach so. Es geht wieder mal um „Remarkably Powerful Spiritual Places“ in Jerusalem: „In der islamischen Tradition wird es in der Endzeit eine Brücke mit sieben Bögen geben, die vom Ölberg zum Tempelberg führt. Die Brücke soll so breit wie ein Haar sein: Die Gerechten werden sie überqueren und ins Paradies eingehen, während die Bösen in die Hölle stürzen. Dieser islamische Glaube ist der Ursprung des Namens „Seven Arches“, des einzigen Hotels in Jerusalem, das während der jordanischen Herrschaft (1948–1967) in diesem Stadtteil erbaut wurde. Das Hotel wurde vom ursprünglichen Namen „Intercontinental“ umbenannt, und die sieben Bögen verweisen auf die islamische Prophezeiung von den sieben Bögen der Brücke.“

Ich war zufällig da, wo den Bösen der Absturz in die Hölle droht und wunderte mich über das offene Törchen, das ich bisher immer nur geschlossen gesehen hatte. Ein arabischer Friedhof direkt unterhalb des Felsendoms, entlang der Stadtmauer Jerusalems? Ich kannte die theologischen Implikationen nicht, also auch nicht de as-Sirat-Brückenmarkierung (Säule Mohammeds – die übrigens im Koran gar nicht vorkommt).

Ich bin als neugieriger Mensch an dem Mann, der das Törchen bewachte, vorbeispaziert. Es kamen mir zahlreiche ältere Herren entgegen, die mich aber nicht beachteten. Es sah so aus, als wären sie durch ein geheimes Türchen in der Stadtmauer vom Tempelberg gekommen, aber das vermutete ich damals nur.

Ich war zufällig durch den Hintereingang gekommen; der Haupteingang ist auf dem Tempelberg. Man kann also, wenn das Törchen geöffnet ist, von der Al Akma ohne Kontrolle zum Felsendom gehen. Aber nicht weitersagen!

Ich ließ die Männer an mir vorbeiziehen und tat so, als studierte ich die arabischen Inschriften.

Die Israelis wollten da gern in der Nähe etwas anderes haben, etwa einen Garten. Und die jüdischen „Siedler“ womit orthodoxe zionistische Religioten gemeint sind, haben auch schon ein paar Gräber kaputtgemacht.

Ich sah offenbar nicht so wie die aus, sonst hätten mich die Araber vermutlich da gar nicht hingelassen. Ich hätte in aller Ruhe alles Mögliche umwerfen können. Da der Friedhof total ungepflegt ist und alles durcheinanderliegt und ohnehin viele Grabsteine umgefallen sind oder halb im Boden stecken, wäre das gar nicht aufgefallen.

Die muslimischen Araber schreiben dazu: „Der Friedhof Bab al-Rahma erstreckt sich über eine Fläche von etwa 23 Dunam [2,3 Hektar oder 23.000qm = drei Fußballfelder] und beherbergt zahlreiche Gräber von Gefährten des Propheten, darunter insbesondere die von Ubadah ibn al-Samit [ein Warlord der arabchen Stämme von Medina zur Zeit Mohammeds] und Shaddad ibn Aws [eine Art islamischer Geschichten- bzw. Märchenerzähler], sowie Gräber von Mudschahiden, die an der Eroberung Jerusalems während der Eroberungen durch die Umariten und Ayyubiden beteiligt waren.“

Letzteres bestreitet ChatGPT „In der Tradition heißt es, dass ein Teil der ägyptischen und ayyubidischen Soldaten, die bei der Rückeroberung Jerusalems (1187) oder bei späteren Kämpfen gefallen sind, hier beerdigt wurde. Die einzelnen Gräber sind meist nicht namentlich als „Saladins Kämpfer X/Y“ ausgeschildert, aber die lokale Überlieferung führt sie als Märtyrer des Dschihad um Jerusalem.“

Lokale Überlieferung. Die ist vermutlich genauso wahr wie die lokale Überlieferung, die wissen will, wo die Grabstätten von Haggai, Sacharja und Maleachi sind, bewacht von den außerrussischen Russen.

Ich habe mir von der KI eine schematische Karte des Friedhofs erstellen lassen. Nur für den Fall, dass jemand dort hinwill, Touristen wird man dort wohl kaum sehen.

Bab al-Rahmah Cemetery

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Kommentare

3 Kommentare zu “Bab al-Rahmah Friedhof”

  1. nOby am Dezember 12th, 2025 1:55 p.m.

    Drei Fußballfelder sind nicht viel Platz. Demnach starben nicht viele Moslems bei der Rückeroberung von Jerusalem, wenn ich davon ausgehe es handelt sich um Einzelgräber.

    Zu den Zeiten des Propheten war es üblich das Sklaven lange Gruben in die Erde buddeln mußten. Genauso mußten zum Tode verurteilte bei Massenhinrichtungen (die waren damals sehr beliebt) ihre Gräber selbst buddeln. Danach wurde geköpft und die Gruben durch die Sklaven wieder zugeschüttet. Ich denke im Jahr 1100 war die Praxis ähnlich. Ob die Toten jetzt geordnet in diesen Erdlöchern bestattet wurden, das weiß ich nicht. Vermutlich lief es wie im Juni 1945 in Bergen-Belsen ab. Also alles durcheinander und kreuz und quer und anschließend Erde drüber.

    Die getöteten Christen ließ man an exponierter Stelle verrotten. Deren Köpfe wurden an noch exponierterer Stelle aufgespießt und präsentiert. Das war meist neben oder über den Stadttoren. Das muß ein unglaublicher Gestank gewesen sein.

    Ich denke das kommt auch noch auf Europa zu. Exponierte Stellen werden dann das Brandenburger Tor sein, in Hamburg die Köhlbrandbrücke oder in Köln die acht Rheinbrücken oder die Fassade des Kölner Dom. Überall lassen sich abgehackte Köpfe oder Gehängte irgendwie aufhängen und die begrüßen dann sozusagen jeden Besucher von Köln oder Berlin bei deren Einreise.

  2. nOby am Dezember 12th, 2025 1:57 p.m.

    P.S.: Der Hyperlink Haupteingang funktioniert nicht. Falsches html!

  3. admin am Dezember 12th, 2025 3:40 p.m.

    Repariert.

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