Unter anderweitig Behilflichen

Marx

So nicht, Karl Dietz Verlag! Das ist ja zum Mäuse melken!

Erstens gibt es keine „kapitalistische Marktstrukturen“, die etwas „verursachen“ könnten. „Der Markt“ ist an gar nichts schuld, auch nicht im Kapitalismus. Und er ist sich selbst genug und benötigt keine „Strukturen“ – das ist ein verkasematuckeltes Soziologe-Gesülze. Marx war ein großartiger Stilist und hätte so einen Quark nie geschrieben.

Zweitens hätte Marx euren verdammten Nominalstil vermieden, den ihr offenbar vom alten „Neuen Deutschland“ geerbt habt, sondern hätte das Tuwort „abschaffen“ benutzt. Marx wollte nicht den Markt beseitigen, sondern die kapitalistische Ausbeutung und Produktionsmittel vergesellschaften bzw. prophezeite er, das werde so kommen.

Drittes: Was ist denn „liberal-kapitalistisch“? Gibt es auch illiberal Kapitalistisches? Das Gegenteil von „liberal“ ist im Kapitalismus-affinen Neusprech „totalitär“. „Totalitär-kapitalistische Marktstrukturen“ findet ihr also ganz o.k.?

Kann ich euch anderweitig behilflich sein?

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Kommentare

4 Kommentare zu “Unter anderweitig Behilflichen”

  1. blu_frisbee am April 22nd, 2025 9:07 p.m.

    Billionäre nehmen Marx ernst.
    https://www.youtube.com/watch?v=lrDqzURCH6M

    Der beschreibt Kapitalismus.

    Immerhin wird er in Yale gelehrt.
    „Linke“ jammerm daß es „ungerecht“ zugeht.
    Marxisten wissen daß es im K anders nicht geht.
    Burks bringt nur (zurecht!) Formalkritik.

    Der Bauer um 1500 konnte sich ein Leben ohne König auch nicht vorstellen.

  2. ... der trittbrettschreiber am April 22nd, 2025 9:51 p.m.

    Immer schon mein Reden:
    Wer es ordentlich zischen lässt, kann auch gut formulieren…hx.

  3. Albert Rech am April 23rd, 2025 8:42 a.m.

    Karl Marx hat nichts „prophezeit“, sondern wissenschaftlich bewiesen das sich die Geschichte zwangsläufig auf eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die Abschaffung des Kapitalismus und am Ende über die Entwicklungsstufe des Sozialismus zum Kommunismus entwickeln wird.
    Mehr als 100 Jahre Forschung in den Ländern des real-existierenden Sozialismus haben diese These auch eindeutig bestätigt.
    Diese wissenschaftliche Erkenntnis zu leugnen ist nichts anderes als z.B. die menschengemachte Klimakatastrophe zu leugnen.

    Und ja, der Markt ist das originale Übel das die Schuld am Kapitalismus trägt.
    Wettbewerb, Konkurrenzdenken, Zwang zur Effizienz, ständige Innovation um Produkte konkurrenzfähig zu halten,… das alles bringt das Schlechteste im Menschen hervor.
    Zudem ist der Markt von Grund auf unfair. Nur weil ein Produkt / eine Dienstleistung populär sind kann der Produzent mehr verlangen, obwohl andere nicht populäre Produkte mit dem gleichen oder sogar größeren Aufwand an Arbeitszeit und Produktionsmitteln erzeugt wurden.
    Das führt zu leistungslosen Übergewinnen, die in einer gerechten Wirtschaftsform nicht vorkommen sollten.

    Am Ende wird es ohne eine Abschaffung des Marktes nicht gehen, auch um die Folgen der bereits stattfindenden Klimakatastrophe zu lindern.
    Ulrike Hermann und der Philosoph Kohei Saito haben hier den guten Vorschlag eingebracht die Methoden der Kriegswirtschaft zu verwenden, mit zentralen staatlichen Vorgaben für die Produktion und Rationierung von Lebensmitteln, Wohnraum, Reisen und anderen Dingen.
    Natürlich dürfen diese Bezugsscheine nicht übertragbar sein, etwas das man z.B. durch biometrische Zugangskontrolle sicherstellen kann, um zu verhindern das ein Schwarzmarkt entsteht.
    Auch die ausgegeben Güter müssen so gekennzeichnet sein das ein Rückverfolgung jederzeit möglich ist.

  4. blu_frisbee am April 23rd, 2025 1:54 p.m.

    @Albert Rech

    Es ist nicht der Markt, sondern Privateigentum.
    https://www.youtube.com/watch?v=jn0FzeHKYwA

    Im Mittelalter gehörte alles Gott.
    Kapitalismus begann mit Privatisuerung der Allmende.
    https://www.youtube.com/watch?v=2Z5yRqv4RzA
    Karl Polyani

    Kapitalismus ist Geldvermehrung als Selbstzweck.
    Jeder Autokäufer will Freiheit.
    Keiner will Autogesellschaft und im Stau stehen.

    Liberalismus denkt vom Individuum her.
    System fehlt.

    Ständiges Jammern über fehlende Gerechtigkeit.
    Jeder hat zwar einen Begriff davon, aber nicht jeder den selben.
    Gott ist keine Transzendentalie im Jenseits sondern neurologisches Phänomen im Schädel.

    Sie müssen früher anfangen zu denken.
    Viele Prämissen erscheinen selbstverständlich.

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