Am südlichen Gaskorridor

Die geschätzte Leserschaft sei daran erinnert, dass hier das aktuelle Thema Turkstream 2018 schon erörtert wurde, und 2016 haben wir die ökonomischen Interessen durchgenommen analysiert.
Was lesen wir heutzutage in den Qualitätsmedien und in der – so sagt man im Westen – minderqualitativen russischen Propaganda? Die Russen verkaufen Gas an die Türkei, und wir kaufen Gas von der Türkei. Das ist eine geniale Idee! Warum ist nicht schon vorher jemand darauf gekommen? Warum Gas billig einkaufen, wenn man es indirekt woanders teurer beziehen kann?
Der südliche Gaskorridor sei voll funktionsfähig, verkündete die Deutsche Welle 2019. Schon damals konnte man erkennen, dass vor allem die Türkei von den Transitgebühren profitieren würde – das russische Gas über diverse Pipelines floss auch in die kleineren Staaten Südosteuropas.
Wer die Russen umgehen wollte, scheiterte – wie die Nabucco-Pipeline. Dumm gelaufen, Joschka Fischer!
RT Deutsch säuselt herum: Es sei in Erinnerung gerufen, dass die Ermordung des damaligen russischen Botschafters Andrei Karlow im Dezember 2016 in Ankara das Verhältnis zwar erschütterte – wie zuvor schon der Abschuss eines russischen Kampfjets beim Anflug auf Syrien durch die türkische Luftabwehr – aber die Beziehungen blieben professionell aufrechterhalten. „Unsere Gespräche mit der Türkei sind manchmal schwierig, aber sie enden immer mit einem positiven Ergebnis; wir haben gelernt, einen Kompromiss zu finden“, sagte Putin.
Das sag mal jemand dem Selenkij.
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5 Kommentare zu “Am südlichen Gaskorridor”
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Zu Selenskij zwei Sachen, also:
1. In der New York Times hat deren Chefkolumnist Thomas Friedman am 1. August einen recht wütenden Kommentar zu der Reise von Nancy Pelosi nach Taiwan geschrieben, und warum das großer Mist war.
Es wäre zum Einen Biden in die Parade gefahren, der durch Telefonate mit Xi Jiping hinter den Kulissen China davon überzeugen konnte, Russland nicht im Ukraine-Krieg zu unterstützen, da es sonst massive Handelssanktionen der USA mit der EU geben würde.
Zwischendurch bekam aber auch Selenskij sein Fett weg, und wie.
Das Verhältnis zwischen Biden und Selenskij sei zerrüttet. Keiner versteht, warum Selenskij am 17. Juli seinen Generalstaatsanwalt und den Geheimdienstchef feuerte. Es habe den Anschein, als sollen die USA doch bitte in der Ukraine nicht zu genau unter die Decke schauen, denn die Korruption und Verbrechen darunter können einfach besorgniserregend sein. Da steht also der Verdacht im Raum, Selenskij enthalte den USA bewusst Informationen vor.
Und weiter: Putin sei gewillt im Falle einer drohenden Niederlage seiner Armee kleine Nuklearbomben gegen die Ukraine einzusetzen.
Für all diese Behauptungen nennt Friedman keine Quellen; entweder glaubt man ihm nun oder nicht.
https://www.nytimes.com/2022/08/01/opinion/nancy-pelosi-taiwan-china.html – mit NoScript oder Lynx lesen umgeht die Paywall.
2. Zum Thema Diplomatie und Verhandeln: man schaue sich das Abkommen zwischen der Türkei, Russland, UNO und Ukraine zum Thema Weizentransporte an. Da die Ukraine offiziell kein Abkommen mit Russland aktuell eingehen will, ist für Russland und Ukraine der jeweilige Partner die UNO mit der Türkei.
In den deutschen Qualitätsmedien wurde dieses Abkommem meist gerügt, so nach dem Motto welches Bild das denn senden würde.
Festzuhalten ist und bleibt aber hier, dass die Türkei diplomatisch aktiv wurde, und diplomatisch ein massives Problem des Krieges erst einmal gelöst hat, das der Westen zwar immer kritisierte, aber sonst nichts weiter zur Lösung beitrug.
Mit anderen Worten: die Türkei hat hier dem Westen den Schneid abgekauft. Und die Türkei ist auch gerade nicht allzu grün mit Russland, z.B. verkauft sie keine Dronen an Russland, die Putin gerne hätte, Bosporus ist für russische Kriegsschiffe gesperrt. Dennoch startete sie diese diplomatische Initiative, und war erfolgreich.
Ich denke, der Grund warum das in unseren Qualitätsmedien bestenfalls lächerlich gemacht sonst ignoriert wird ist, dass es eben doch zeigte, dass man auch jetzt noch mit Russland verhandeln und zu Ergebnissen kommen kann!
Naja, ich mag mir nicht vorstellen wie unsere wertebasierte Weltpresse reagieren würde, wenn in Moskau ein deutscher Diplomat umgebracht wird. Bei einer Aussenministerin, die auf den Schultern ihres Wehrmachtsopa steht (oder so ähnlich), dürfte die Aussage Sonneborn dann keine Ironie mehr bleiben.
Daher ist das „rumsäuseln“ durchaus nachvollziehbar. Denn es dürfte sich auf die aktuelle desolate Lage der Diplomatie im Westen anspielen, zumal von einer ehemaligen Diplomatin und Aussenministerin.
… zumindest wird hier gerade m. E. bewiesen –
dass die Ukraine kein Hort der europäischen Grundsätze ist
dass „miteinander Reden“ eine gute Option ist, Kriege zu beenden
dass man den Eindruck gewinnen kann, das sich Teile der EU-Regierungen in einer „Putin ist böseböse“ Spirale befinden und niemand da ist, der sie dort wieder rausholt.
Gruß
Jens
Früher hätte eine humorvolle politische Rechte gefordert, ein paar Millionen Türken zurück zu schicken, um Erdi in innenpolitische Schwierigkeiten zu bringen. Aber auch Nationalisten sind nicht mehr was sie mal waren.
Die faseln auch nur noch vom System und machen lieber Deals mit ihren ehemaligen Feinden
@Herbert Eisenbeiß
Selenskij ist ein erfolgloser Schauspieler, also nichts anderes als ein professioneller Lügner.
Allerdings handeln Schauspieler nicht alleine, es gibt immer einen der sie bezahlt.
Putin war Offizier beim Geheimdienst und später lange Jahre Staatschef von Russland, solche Menschen stehen zu ihrem Wort.
Früher oder später werden die Ukrainer schon erkennen wer der bessere Anführer für ihr Land ist, Putin oder Selenskijs Hintermänner…
Die Ukrainer auf der Krim und im Donbass haben das ja schon 2008 erkannt, mit der Folger das Selenskijs Hintermänner einen Völkermord im Donbass gestartet haben.