Der dressierte sozialkreditierte Mensch

Endlich ein einigermaßen objektiver Artikel zum Thema! Le Monde diplomatique: „Bis 2020 testet die chinesische Regierung in 43 Kommunen ein ausgefeiltes Sozialkreditsystem. Mit Punktabzug, öffentlichen Demütigungen oder Pluspunkten wird damit über die berufliche Zukunft, den Zugang zu Bildung und Krediten oder die individuelle Reisefreiheit entschieden.“

„Posieren in Luxuswagen bei Hochzeiten oder Begräbnissen“ ist verboten. Würde ich sofort hierzulande einführen.

Kommentare

5 Kommentare zu “Der dressierte sozialkreditierte Mensch”

  1. flurdab am Januar 20th, 2019 4:58 am

    Zu kurz gesprungen.
    Wir brauchen die Selbstdarstellung der Trottel ja noch ein wenig um den „gerechten Volkszorn“ in weitere Polizeigesetzte zu gießen.
    Gegen die Personengruppe die sich derart darstellt könnte man ja mit den bereits vorhandenen Gesetzen wirksam vorgehen, jedoch ist es doch viel besser noch ein wenig zu warten um dann mal einen großen Abwasch zu machen.
    Ich erinnere an das Vorgehen der SA/ Polizei gegen das kriminelle Millieu im Scheunenviertel.
    Zum chinesischen „Sozialranking“ muss man sagen das es bei uns ja auch nicht viel anders ist, nur eben bisher noch nicht mit dem Netz.
    Du weißt ja, einmal Hartzer-> immer Hartzer.
    Schlechter Score in der Nachbarschaft-> kein Kredit für Dich.
    Gab es da nicht bei der FDJ auch so einen Slogan?
    „Einmal bereit-> immer bereit“?
    Grüße

  2. blu_frisbee am Januar 20th, 2019 6:04 am
  3. Wolf-Dieter Busch am Januar 20th, 2019 3:09 pm

    „Posieren in Luxuswagen bei Hochzeiten oder Begräbnissen“ ist verboten. Würde ich sofort hierzulande einführen.

    Da kommt die calvinistische Grundhaltung zum Vorschein.

    Meinen Standpunkt erläutere ich gerne anhand dieser Anekdote: bei irgend einem beruflichen Fortbildungsseminar lernte ich kennen einen ganz besonders jungen und unerfahrenen Teilnehmer, der allerdings aus einem todschicken und sauteuren Mercedes-Cabrio (2-Sitzer + Notsitz) ausstieg.

    Jetzt also meine Meinung: das war richtig so! Ich finde es vergleichsweise furchtbar, wenn aus so einem Schlitten ein knieweicher Greis aussteigt, der es sich finanziell leisten kann, statt eines jugendlichen Heldendarstellers, zu dem es in Wahrheit besser passt!

  4. ... der Trittbrettschreiber am Januar 20th, 2019 6:22 pm

    Eine gute, Menschen rührende und auch ein wenig begeisternde, aus ihrer Alltagswahrnehmung herauslockende Pose ist auch immer ein Audruck guten Geschmacks. Wenn Augen leuchten, einen Moment lang, dann hat Pose Wirkung (oh, Entschuldigung dann wirkt sie). Leider wird Pose meist überzogen und dann zeigt sie die Hässlichkeit im überladen sein und ein schöner Diamantring an der Kralle eines Huhns, das im Mist scharrt ist zwar auch irgenwie faszinierend aber deplaziert. Man sieht das immer mehr im Macho-Gebaren von Zwielicht-Neureichen. Dann wird einem nur übel und man wendet sich ab und weint, ohne es zu wissen.

  5. Michael am Januar 21st, 2019 1:31 am

    Letzteres ist einer Ansicht nach ein Scheinproblem. Offenes öffentliches lärmiges Angeben ist was für den emporgekommenen gehobenen Mittelstand sowie spätpubertierende Berufssöhnchen. Ansonsten haben die Reichen gelernt, den Ball flach zu halten, sich nach außen seriös zu geben und im Hintergrund die Fäden zu ziehen.

    War früher anders: Da hatte der Fabrikant oft seine Villa für alle Arbeiter gut sichtbar gleich gegenüber der Fabrik und ist auch sonst entsprechend aufgetreten. So blöd ist heute fast keiner mehr. Sowas erzeugt doch nur Klassenbewusstsein (oder, wie es die Mainstreammedien nennen würden: Sozialneid).

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