Livingstone, I presume

gringo

Das Foto habe ich in dem kleinen Ort Livingstone an der Atlantikküste Guatemalas gemacht (1982). Ich habe die Dias aus der Zeit schon Jahrzehnte nicht mehr angesehen und miste gerade aus.

Wir waren in der Nacht von einem Schmuggler illegal über die Grenze zwischen Belize und Guatemala gebracht worden, Guatemala erlaubte hier keine Grenzübertritte. Wir wollten aber hinüber, weil die Option gewesen wäre, durch halb Belize wieder nach Norden reisen zu müssen, was eh schon mühselig gewesen war. Der Kerl hatte uns mit seinem Kanu bei Sonnenaufgang einfach am Strand abgesetzt – nach dem Motto: Jetzt seht mal zu, wie ihr weiterkommt. Sein Geld hatte er ja im voraus bekommen. Meine Begleiterin blieb am Strand und passte auf die Rucksäcke auf. Ich musste jemanden finden, der mir sagen konnte, wo wir einen legalen Einreisestempel für unsere Pässe bekommen würden. Die Leute auf dem Weg waren die ersten, die ich sah. (Es gab ein Happy End, aber es kostete mich noch mal 20 Dollar.)

Kommentare

2 Kommentare zu “Livingstone, I presume”

  1. Horst Horstmann am April 27th, 2018 12:45 am

    Stellte mich in einem niederländischen Aldi an die Behindertenkasse, bin ergo nur Globetrottel. :|

  2. ... der Trittbrettschreiber am April 27th, 2018 7:58 pm

    Vielleicht ist es eine Grundvoraussetzung für journalistisches Arbeiten, den Menschen in den Fokus zu setzen. Selten habe ich Fotos in diesem Blog gesehen, die reine Landschaften zeigten. Wenn Du Menschen fotografierst, ist es, als lebte man mit ihnen, mitten im Geschehen. Herzerwärmend – danke Burks. Bitte weiter ausmisten…

Schreibe einen Kommentar