Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut

“Oh Gott, eine üble Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut braut sich zusammen”. (Quelle: ak – analyse & kritik)

Wer einen guten Nachruf lesen will, konsumiere die Jungle World: “Der letzte würdige Gegner”.

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Kommentare

8 Kommentare zu “Helmut-Schmidt-Gedächtnissturmflut”

  1. bernd_r am November 11th, 2015 6:43 am

    Der Nachruf auf jw läßt mich schmunzeln! Jedenfalls hatte der jetzt Hingeschiedene noch Charakter, im Gegensatz zu dem Gesocks, was der olle Sozi-(aber nicht Spezi)-aldemokrat Albrecht Müller mal als Untertitel zu einem seiner Bücher formulierte: “Wie eine mittelmäßige Elite unser Land zugrunde richtet” oder so ähnlich. Was wir heute da auf der Bühne sich rumtollen sehen, sind doch nur noch intellektuelle Wracks, elende Jammergestalten im wahrsten Sinne des Wortes, dürftigste Mittelmäßigkeit bis zum Abwinken…

  2. FDominicus am November 11th, 2015 9:00 am

    Kommt halt auf die eigene Definition von “gut” an.
    Ich halte es im Gegensatz zu Ihnen für abgrundtief schlecht.

  3. Fry am November 11th, 2015 10:31 am

    Danke für den Link.

    Aber bei

    “Denn die Jugend braucht keine Vorbilder, sie braucht würdige Gegner. Bei einer Rebellion zählt ja nicht allein der Kampf gegen die Polizei. Der Mensch strebt nach Höherem, er möchte an der Spitze des Regimes, das er bekämpft, einen Menschen sehen, den zu stürzen sich lohnt.”

    kamen mir die ersten Zweifel. Wie unterscheidet sich das von absolutem Stuss? Politiker sind entweder gut oder schlecht, aufrecht oder korrupt, usw. Aber es gibt nicht den Guten, der gut ist, weil er ein “würdiger Gegner” ist. Klingt mir sehr unreif, dieser Satz. Und der Rest des Artikels ist ähnlich.

    Wäre dankbar für erleuchtende Hinweise…

  4. Wolf-Dieter am November 11th, 2015 3:49 pm

    @Fry – Wie unterscheidet sich das von absolutem Stuss? –

    Der Text folgt diesem Prinzip: Loben um jeden Preis bis zum Abkippen.

    Ein vergleichbares Prinzip findest du in der Musik: Maurice Ravels Bolero. Es beginnt doucement, steigert langsam, aber unaufhaltsam, über Stakkato, bis in den Schlusstakten zur zwölftonigen Kakophonie.

    Also, ich fand den Nachruf ok.

  5. Wolf-Dieter am November 11th, 2015 3:51 pm

    Spaß beiseite: Aus seiner Kanzlerschaft klingt mir noch der Satz im Ohr: „Gar kein schlechter Kanzler, nur in der falschen Partei.“

    Wofür ich ihn lobe, ist seine Kettenraucherei: eine Eiche im Sturm der Gesundheitstalibane und ein Moniment für die menschliche Freiheit, auch mal was falsch machen zu dürfen. (Denn alles andere ist keine Freiheit mehr.)

  6. ... der Trittbrettschreiber am November 11th, 2015 6:02 pm

    es ist symptomatisch für unsere oberflächlich stupide und gemanagte Zeit ohne Zeit. Wenn Schmidt all das läse, es wäre ihm eben aus diesem Grund dennoch verwehrt, sich im Grabe umdrehen zu können, denn er ist ja noch nicht einmal drin.

  7. lepus am November 11th, 2015 6:47 pm

    “Wie unterscheidet sich das von absolutem Stuss?”
    Gar nicht. Es sei denn, man glaubt an den immerwährenden Klassenkampf. Da ist die Jugend rot und gut, die Regierung böse und braun und bekämpfenswert.

  8. Michael am November 11th, 2015 7:12 pm

    Am härtesten mit der als Lob getarnten Helmut Schmidt-Kritik ist übrigens tagesschau.de rangegangen: “Für [..] Henry Kissinger war Helmut Schmidt ein enger Freund und Vorbild”, mit schönen passenden Bildern. Autsch, das hat gesessen. Vorbild für Henry Kissinger, also einem der profiliertesten Politkriminellen des letzten halben Jahrhunderts, das kommt fast einer moralischen Vernichtung gleich. Ich finde, das hat Helmut der Erste dann doch nicht verdient. Aber Henry hat es mit der Wahrheit nie so genau genommen, insofern besteht noch Hoffnung.

    http://www.tagesschau.de/ausland/schmidt-aus-us-sicht-101.html

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