Mitte, rechts links

“Wenn man keinen fundamentalen Unterschied zwischen Mitte-rechts und Mitte-links mehr sieht, haben die Leute bald das Gefühl, dass es nicht wirklich Sinn hat, zur Wahl zu gehen, weil sie ohnehin nichts Neues bekommen. Da gibt es zwei mögliche Reaktionen: Entweder verlieren sie das Interesse an Politik, oder sie fühlen sich von Rechtspopulisten angezogen.” (Chantal Mouffe, Politikwissenschaftlerin im “Standard”) Das meiste, was sie sagt, kann ich nur unterstreichen, auch über die Grenzen linkspopulistischer Bewegungen.

Kommentare

3 Kommentare zu “Mitte, rechts links”

  1. ... der Trittbrettschreiber am September 30th, 2015 7:07 pm

    “Zuerst verlassen sie die Arbeiter, dann verachteten sie sie.”

    ja, sehr treffend (zwar etwas “mouffig”, der Begriff “Arbeiter”) – ich fühle das aber noch potenzierter nicht erst seit Mouffe: Die so Verachteten verachten sich in Folge auch selbst und gegenseitig – und, aus diesem Verlassenheitsgefühl heraus, auch die Partei.

  2. ... der Trittbrettschreiber am Oktober 1st, 2015 7:03 am

    …überdies – wird Verachtung nicht immer wichtiger; und sicher bald auch ein elitäres Privileg derer, die sie sich leisten können?

  3. Godwin am Oktober 1st, 2015 10:39 am

    m.E. lässt die gute Frau aber den Umstand außer acht, dass der Wunsch nach Alternativen erst entsteht, wenn es Probleme gibt.
    Würde “die Mitte” flexibler (re-)agieren und ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden, könnten (Imperativ) Wahlen auch der Bestätigung dienen.
    Wenn man sich die ganzen Scharlatane anschaut, die heute mit “Alternativen” daher kommen und auch noch Applaus bekommen, greift die These, in “der Mitte” gäbe es keine nennenswerten Unterschiede mehr zu kurz.
    Oder anders gefragt: Welchen Sinn sollen Wahlen haben, wenn man aller Jobeljahre (in der Bibel waren das noch 50 Jahre – bei der andauernden Beschleunigung wären es heute viel weniger) eine Kursänderung vornimmt? Eh sich irgendwas neues etabliert hat, ist die nächte Wahl und keiner weiß, ob es dann so weitergeht, oder wieder eine andere fixe Idee sich durchsetzt.

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