Das Ministerium für Wahrheit informiert oder: Industrielle Reservearmee, reloaded
The Independent:
Germany’s economy will get a significant growth boost over the next few years because of the hundreds of thousands of refugees it is taking in, according to an economic analysis published today.
The research, released by Oxford Economics, suggests that an influx of a million people over the next three years would raise the country’s GDP by 0.6 per cent by 2020.
The economists said that as well as increasing economic growth, the influx of people could also reduce inflationary pressures – which would give the government more room for economic stimulus.“
Die Studie ist leider nicht online verfügbar.
Was die neuen Immigranten für das Kapital bedeuten, kann man sich schnell ausmalen. Sie sind nützlich für den Profit. Moral ist nur Gefühlsduselei und irrelevantes Feuilleton.
Heute fallen daher die Kategorien „Das Ministerium für Wahrheit informiert“ und „Lautsprecher des Kapitals“ zusammen. Der Kandidat ist einschlägig bekannt. Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als Hans-Werner Sinn, informiert: „Lohnraub“ heisst jetzt „Lohnspreizung„.
Kommentare
7 Kommentare zu “Das Ministerium für Wahrheit informiert oder: Industrielle Reservearmee, reloaded”
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eine Frage (die hoffentlich auch beantwortet wird):
Sinn sagt, entweder Mindeslohn, oder Flüchtlinge
beides zusammen ginge nicht
Was wäre jetzt Burk’s Argumentation, dass Sinn unsinn redet?
Im Netzt kursiert ja eine Grafik, die zeigt, was Flüchtlinge kosten im Vergleich zu Steuerflucht.
soweit so richtig (vielleicht)
nur praktischer Weise wird man denk zu vieler Schlupflöcher im europäischen und im internationalen Recht kaum eine reale Möglichkeit haben, die sog. Steuerflucht auf absehbare Zeit zu beenden. Das theoretische Geld steht praktisch also nicht zur Verfügung, während die Flüchtlinge eben schon da sind
und eine etwas ketzerische Frage:
müsste man aus antikapitalistischer Sicht nicht GEGEN Einwanderung argumentieren, eben weil Lohndumping, steigende Mieten etc. die logische Folge sind??
Japanisches Sprichwort: „Was du nicht verhindern kannst, kannst du auch gleich begrüßen.“ (Nach Jan-Willem van de Wetering)
mmmh
auch wenn der Spruch gut ist, aber als Antwort a bissl kurz und unbefriedigend…
GEGEN Einwanderung zu argumentieren heisst, nationalistischen Schreihälsen zuzustimmen, sich dem „Teile und Herrsche“-Prinzip der Kapitalisten anzuschließen und so das System zu stabilisieren, indem man die Massen vom Klassenkampf ablenkt. Nationalismus ist eine durchweg kapitalistische Ideologie. „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“
Mehr als Schade, dass sich niemand zur eigentlichen Frage bzgl. H.W. Sinn äußert…
Zum zweiten:
Mag sein. Das kuriose ist aber, dass das Kapital die Einwanderung ja begrüßt, weil das ebenfalls das System stärkt und stabilisiert.
Größere Reservearmee = Senkung Lohnkosten
Wohnraumverknappung = steigende Mieten
Höhere Nachfrage von Lebensmitteln etc. = steigende Preise
usw…
Dadurch entstehender Sozialneid etc. führt zu weiterer Entsolidarisierung usw = noch viel stärkeres Teile & Herrsche
Da verkommt Marx‘ alte Forderungen zum frommen Wunschtraum
So – und nun?
Sehr Schade, dass niemand etwas zur ersten und eigentlichen Frage sagt…
@ Temnitzbiber:
Mag sein. Das kuriose ist aber, dass das Kapital FÜR Einwanderung argumentiert, weil es davon profitiert und damit eben auch und erst recht das System stabilisiert. (Burks deutete es oben ja schon an)
größere Reservearmee = sinkende Lohnkosten
Wohnraumverknappung = steigende Mieten
steigende Nachfrage nach Lebensmittel etc. = steigende Preise
Auslagerung der Kosten für Bildung ins Ausland
usw. usf.
Die daraus resultierenden sozialen Ungleichheiten und schieflagen führen zu mehr sog. Sozialneid und schon is Essig mit dem frommen Wunsch nach „vereinigt Euch“. Im Gegenteil – die Realität wird ein weiteres Ausdifferenzieren sein.
(vgl. Paul Collier – Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen)
Mit anderen Worten – anderer Weg, gleiches Resultat.
So – und nun?
Gut, machen wir die Grenzen wieder dicht, überlassen die Leute ihrem Schicksal – und dann?