Refugee Revolution?

Interessanter Artikel in der Bahamas: „Refugee Revolution? Die Flüchtlingsproteste, der Antirassismus und die verrohte Geschichtsphilosophie“.

Denn die etwa 50.000 Flüchtlinge, um die es hier geht, sind zum großen Teil afrikanische Christen, die vor ihren islamischen Peinigern fliehen mussten – ein Thema, auf das keines der antiimperialistischen Blätter gern zu sprechen kommt. Und was noch schwerer wiegt: Leute, die ausgerechnet nach Israel fliehen, und damit ganz praktisch und ohne Vorurteile zeigen, dass dieser Staat in dieser Weltgegend der einzige ist, in dem es sich – unter welch elenden Bedingungen auch immer – zu leben lohnt, sind für antiisraelische Berichterstattung eben auch nur bedingt geeignet.

Doch ähnliches gilt letztlich auch für die Flüchtlinge, die es nach Deutschland schaffen. Auch sie sind keine Avantgarde des authentischen Lebens jenseits des Marktes, sondern vielmehr die lebende Hoffnung darauf, dass dieser seine Versprechen einlösen möge.

Kommentare

4 Kommentare zu “Refugee Revolution?”

  1. cb am Oktober 30th, 2014 1:47 pm

    „dieser Staat […], in dem es sich – unter welch elenden Bedingungen auch immer – zu leben lohnt“

    Is schon ein wenig bitter, wenn man zu solchen Aussagen kommt, weil Grabenkämpfe unter Privilegierten so wichtig sind.

  2. ...derTrittbrettschreiber am Oktober 30th, 2014 2:52 pm

    ?? – Läge Indien neben Afrika, wäre Indien „dieser Staat in dieser Weltgegend der einzige ist, in dem es sich – unter welch elenden Bedingungen auch immer – zu leben lohnt“

    Flucht heißt, dem Grauen entkommen, man kann Flucht aber auch als politisches Statement ansehen(wenn man’s sich leisten kann).

  3. Troptard am Oktober 30th, 2014 6:58 pm

    „Auch sie sind keine Avantgarde des authentischen Lebens jenseits des Marktes, sondern viel mehr lebende Hoffnung darauf, dass dieser seine Versprechen einlösen möge.“

    Die Avantgarde jenseits des Marktes, die erlebe ich täglich, wenn sie ihre PS unterm Arsch anheizt und die Einkaufszentren stürmt

    Was kann man Menschen vorwerfen, die ihr Leben riskieren, um aus elenden Verhältnissen zu fliehen mit der Aussicht, wenn sie nicht ersoffen sind, auch noch von der „Avantgarde jenseits des Marktes“ an Leib und Leben bedroht zu werden.

    Wenn Indien neben Deutschland liegen würde, dann würde es heissen, geh doch nach drüben. Wer kennt die Lebensverhältnisse in Indien?

    So was von Scheisse, da muss Afrika sich nicht verstecken.

  4. Dirk am Oktober 31st, 2014 2:53 am

    Kann man auch unter Deutsch des Grauens ablegen.

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