Freie Marktwirtschaft(TM), revisited

Spiegel online formuliert im Jargon der Glaubensgemeinschaft Freier Markt(TM):

Trotz der vergleichsweise starken Wirtschaftsentwicklung in Deutschland ist eine zunehmende Zahl von Menschen von Armut bedroht. (…) Mit 16,1 Prozent ist die Armutsgefährdungsquote in Deutschland höher als in vielen anderen Staaten. In Tschechien etwa gelten nur 9,6 Prozent der Menschen als armutsbedroht, in den Niederlanden sind es 10,1 Prozent. Auch in Frankreich lag die Quote mit 14,1 Prozent deutlich unter dem deutschen Wert.

Moment?! Wieso „trotz“? Suggerieren die Lautsprecher des Kapitals „stk/Reuters/dpa“ hier etwa, wenn es „der Wirtschaft“ gut gehe, dann gehe es allen gut? Was für ein hanebüchener Unsinn ist das denn? So etwas wird hierzulande von „Nachrichtenagenturen“ verbreitet? Geht’s noch?

Im entwickelten Kapitalismus geht den darum, den Profit permanent zu erhöhen, und wegen des tendenziellen Falls der Profitrate muss die herrschende Klasse dafür sorgen, dass von unten nach oben umverteilt wird, ohne dass die da unten aufmucken. Für Ruhe im Volk sorgen Religion sowie anderen Formen des Aberglaubens, und Opium für’s Volk Volksverdummung, zu der sich dämliche JournalistInnen immer weder hergeben, wenn die das Propagandasprech der Kapitals unkritisch wiederkäuen.

„Wegen“ muss es heißen. Die Armen werden zwangsläufig ärmer, und die Reichen reicher. Its not a bug, its a feature!

Kommentare

9 Kommentare zu “Freie Marktwirtschaft(TM), revisited”

  1. Nach 1 Liter Whiskey am Oktober 25th, 2013 5:14 pm

    Lieber Burks,

    Volksverdummung ist die Staatsaufgabe Nr.1.
    Das funktioniert in der Be eR De prächtig.
    Nach 64 Jahren spreche ich Euch meinen Klückwunsch aus. Auch Kina und die Kemie sehen das ähnlich.
    Hauptsache Karakter….

    Übrigens:
    Es heißt korrekt: „..Opium für das Volk“.

    Deutsch des Grauens.

  2. phese am Oktober 25th, 2013 6:24 pm

    „Die Juden geben nie auf“ , oder was willst du uns mit diesen schwülstigen Sätzen sagen?

  3. NoName am Oktober 26th, 2013 11:06 am

    qphese

    du hast einen an der waffel.
    schreibst scheiß und willst hier trollen.
    typisch westpack.

  4. NoName am Oktober 26th, 2013 11:08 am

    tausche q gegen @

    ;-)

  5. lepus am Oktober 26th, 2013 3:08 pm

    Treffer!
    Wie kann man nur so blöd sein und nicht an das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate denken!
    Dabei fällt die doch schon seit mindesten 150 Jahren und seitdem wird demzufolge fleißig von unten nach oben umverteilt, so dass das Proletariat wegen der vergleichsweise starken Wirtschaftsentwicklung in Deutschland seit dieser Zeit immer ärmer wird. (jedenfalls tendenziell)

    Aber leider ist das Proletariat selbst auch blöd und sieht die Tendenz nicht, trotz eindringlicher Hinweise von Verehrern Marxscher Religionsersatzthesen. Amen. Und laßt Euch nicht von der Realität verwirren.

  6. Carsten Thumulla am Oktober 29th, 2013 6:49 am

    Its not a bug, its a feature!

    Nein, beides falsch, es ist der grundsätzliche Verlauf der Entwicklung, hin zu mehr Effizienz. Daran ändert keiner was. Marx Gemurxe bringt uns nicht weiter. Wer seine Theorien nicht auf wenigen Seiten klar darlegen kann, der hat nichts zu sagen.
    Und die Juden sind nur ein Teil der Strömung. Ohne sie würde die Entwicklung ebenso weitergehen. Die haben auch kein Monopol auf Weltmachtwahn.
    Das Opium für das Volk ist ein Machtmittel wie viele andere auch. Darüber zu jammern hilft nicht weiter.
    Die Profitrate fällt nur unter Konkurrenzdruck. In einem Monopol, üblicherweise von Vater Staat verliehen, blüht sie auf. Der Staat, den viele als Lösung der Probleme anbeten, ist also das Problem selbst. Natürliche Monopole gibt es kaum, und wenn, dann werden sie irgendwann umgangen. Der Staat beschleunigt also die Umverteilung von dumm zu schlau, von faul zu fleißig, von gutherzig zu geizig… — die Wahrheit will nur keiner wissen. Die Staatsgläubigkeit ist also eines der stärksten Opiate.

    http://thumulla.com/KdS_info.htm

    Carsten

    Terroristen schaffen Arbeitsplätze

  7. lepus am Oktober 29th, 2013 12:07 pm

    Das Marxsche Profitratengeschwurbel mag ja ceteris paribus gelten, d.h. in einer Welt mit konstanten Abläufen, wie Marx sie kannte. Heute ist es so irrelevant wie Dampfmaschinen.
    Und wer heute noch an Marx’sche Gesetze glaubt, der fantasiert auch von einer „Freien Marktwirtschaft“ in DE und EU.

  8. admin am Oktober 29th, 2013 3:06 pm

    Das ist einfach Rumgetrolle. Hast du schon jemals etwas von Marx gelesen? War der zu schwierig für dich?

  9. blu_frisbee am Oktober 30th, 2013 2:47 pm

    > dass von unten nach oben umverteilt wird

    Das ist wieder dieser Pseudomarxismus bei dem Karl im Grab rotiert. Es wird im Kapitalismus nicht umverteilt, sondern angeeignet. Die Aneignung findet in der Fabrik statt. Moments are the Elements of Profit.

    Natürlich findet in der Zirkulationssphäre auch noch ne Umverteilung statt, zum einen Kapitalien untereinander (schlägt viele tot), zum anderen durch den Staat. Was in der Krise stattfindet ist der Rückbau des Sozialstaats.

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