Tauentzien: Blasenentzündung inbegriffen

Tauentzien

Wer hat diese Scheußlichkeit am Tauentzien verbrochen? Ich war durch Harald Martenstein im Tagesspiegel schon vorgewarnt worden:
Jetzt haben sie die Bänke weggerissen und schiefe Granitblöcke hingesetzt, auf die man sich niederlassen kann, falls man noch nie Blasenentzündung hatte und neugierig ist, wie sich das anfühlt. Statt Blumen haben sie in Reih und Glied Eiben gepflanzt, eine Friedhofspflanze. Eiben sind extrem giftig, tödlich für Hunde, tödlich für Katzen, tödlich für Vögel, leider auch für Kinder.

Beim Anblick des Ensembles fielen mir spontan zahlreiche mittelalterliche Folterarten ein. Verantwortlich ist offenbar der CDU-BausStadtrat Klaus-Dieter Gröhler, ein Jurist. Warum sind Juristen jetzt auch für Geschmack und Bauen zuständig? Das kommt von das, sagte Wilhelm Busch.

image_pdfimage_print

Kommentare

8 Kommentare zu “Tauentzien: Blasenentzündung inbegriffen”

  1. nh am Dezember 3rd, 2012 9:15 p.m.

    Für was man doch so Geld rausschmeissen kann.
    In Bremen gabs mal ein öffentliches Urinal für nicht unter 1 Mio. und da war Geld noch was wert.
    Bitte bei Berichterstattung über Vertreter das „Volks“ in Kapitalspeichellecker umzuwandeln.
    Da weiss jeder woran er ist.
    Ach ja Grüsse an Hamburg mit dem Klotz in der Brandung, was für eine Harmonie harharhar.
    #

  2. andreas am Dezember 4th, 2012 9:45 a.m.

    also, gell, bälger haben uff de gass sowieso nix verloren. die roten, verlockend leuchtenden beeren sind auch nur teilweise tödlich giftig. solange der kern nicht zerbissen wird kann nix passieren. das ist übrigens der grund dafür, dass vögel den verzehr normalerweise unbeschadet überleben, nicht zu einwegvögeln werden, sondern hauptverantwortlich für die wilde verbreitung des superresistenten, steinalt werdenden gewächses zeichnen.
    auf irgendeinem wochenmarktmarkt wurde mal eibenmarmelade angeboten von der ich aber direkt die finger ließ. angeblich gehört die zweifelhafte süßspeise zum frühstücksangebot in osteuropäischen ländern.
    um auf die gefahren durch den verzehr von eibenteilen aufmerksam zu machen wurde sie 2011 zur giftpflanze des jahres gewählt. so ist jeder selbstverantwortlich sich zu informieren, bevor er an gewächsen im öffentlichen raum herum knabbert.
    architektonisch ist das ganze wohl an der geradlinigkeit der insgesamt visuell uninteressanten strasse orientiert. der granit ist in der anschaffung teuer, hält dafür aber ewig. im großen und ganzen, ohne in verdacht geraten zu wollen irgendeinem mitglied egal welcher partei trotzig zur seite zu springen, scheint die nummer durchdacht. und wenn es nur um die vermeidung von folgekosten geht. rasten wollte ich auch auf sitzgelegenheiten anderen materials in der mitte dieser augenscheinlichen rennstrecke nicht.

  3. Tom am Dezember 4th, 2012 2:12 p.m.

    http://www.funtouristattractions.com/a/tauentzienstrasse-berlin-germany/2637
    sah das vorher so aus?
    preiswerte Änderung, da sieht man wieder: Bank retten ist deutlich teurer als Bank kaputt machen

  4. Bile am Dezember 4th, 2012 6:56 p.m.

    Da es sich um eine Einkaufsstraße handelt, ist die Sache doch logisch. Die sollte sollen kaufen, nicht gemütlich zusammen sitzen.

    Dieser Trend ist überall zu beobachten. Bequeme Sitzgelegenheiten werden entweder entfernt, oder durch unbequeme ersetzt, damit die Armen nicht die Anderen beim shoppen stören.

    MfG Bile

  5. NoWi am Dezember 4th, 2012 9:44 p.m.

    Was haben die denn da mit der Gedächtniskirche gemacht? Haben die zwischen den alten und den neuen Turm noch etwas dazwischen gebaut, oder ist der alte Turm nur eingerüstet zwecks Restaurierungsarbeiten?

  6. admin am Dezember 4th, 2012 9:50 p.m.

    Bile: ein unschlagbares Argument.
    NoWi: ich glaube, die ist noch immer eingerüstet.

  7. bel am Dezember 4th, 2012 10:45 p.m.

    die die das mental (v)erbrochen haben, heißen Grün Berlin. Besichtigen sie zur information auch das Gleisdreick, den Tilla-Durieux-Park, den ?vorname fällt mir jetzt nicht ein?-Tilse-Park, etc.

    Ich finde die planer von Grün Berlin könnte man mal ein paar tage neben den eiben einquartieren. bei wasser & eibenbeeren natürlich. ich bin mir sicher, 99,99% von denen wissen nicht, wie man die isst und dann ist man von solcherlei eintöniger fantasterei in zukunft verschont.

  8. Alter Nihilist am Dezember 5th, 2012 2:48 p.m.

    Die Eibe ist für Vögel nur insofern tödlich, als er, der Vogel, die ganze Pflanze frisst, wie eine Ziege den Dornenstrauch. Vägel fressen die Früchte und schieten den Samen aus, wobei sie die Keimfähigkeit des Eibensamens erhöhen. Hab ich selber auch schon gemacht, nur den Samen ausgespuckt. Schmeckt schleimig fad-süß. Beknackt sieht das da oben dennoch aus und ist es auch. Einziger Sinn und Zweck der ganzen Aktion: Sponsoring der beteiligten Firmen. Pro Wachstum™ also.

Schreibe einen Kommentar