Gewalt macht Sinn

Pressetext.com interviewt den Bielefelder „Konfliktforscher“ Wilhelm Heitmeyer:

Verschlimmert wird die Situation durch die Sicherheitspolitik Englands. In den vergangenen Jahren wurden massiv Überwachungskameras eingesetzt, die jedoch der Gewalt nichts entgegenstellen können, wie sich nun zeigt. Das harte Vorgehen der Polizei habe bloß klare und wutgetränkte Feindbilder geschaffen und der Vorwurf des institutionellen Rassismus werde laut, da Farbige häufiger kontrolliert werden. „Abbau sozialer Sicherung lässt sich nicht durch Aufbau von Sicherheit ausgleichen“, betont Heitmeyer.

So sinnlos die Gewalt in den Medien auch dargestellt wird, so macht sie für die beteiligten Jugendlichen durchaus Sinn. „Über Gewalt können sie sich erstmals sichtbar als Kollektiv darstellen. Sie gibt das Gefühl, die alltägliche Ohnmacht überwinden zu können und ist zudem attraktiv, da sie in bestimmten Situationen hohe Anerkennung bringt – nicht in der Gesellschaft, jedoch in der Binnengruppe der Subkultur. Dieses Element ist entscheidend – sucht doch jeder Mensch nach Anerkennung.“

Eine interessante These, obwohl ich Heitmeyers unpolitischen Ansatz, soziales Handeln primär aus psychologischen Motiven herzuleiten, nicht teile.

image_pdfimage_print

Kommentare

One Kommentar zu “Gewalt macht Sinn”

  1. foobar am August 11th, 2011 1:02 p.m.

    nunja ob die riots jetzt noch so wahnsinnig politisch sind…

    nicht dass das ein unpolitischer prozess wäre oder oder umstände die man nicht politisch betrachten müsste, aber ob die individuelle motivation für die meisten dort aus einem politischem bewusstsein heraus entsteht, muss glaube ich (leider) bezweifelt werden.

Schreibe einen Kommentar