Pornos und Wittgenstein

Werbung seriöser Firmen auf Porno-Seiten? Spiegel online regt sich künstlich darüber auf: „Firmen bekommen Werbebetrug auf Porno-Portalen nicht unter Kontrolle“. Ja, wenn der Deutsche das Internet nicht kontrollieren kann, ist er schlecht gelaunt.
By the way: Was sind „rechtswidrige Porno-Portale“? Pornografie ist nicht verboten, sie darf in Deutschland wegen des klostertauglichen Jugendschutzes Jugendlichen nur nicht gezeigt werden. Am deutschen Sexualwesen soll die Welt genesen. Protestantische Askese. Sich zusammenreißen, beherrschen, freiwillige Selbstkontrolle. Sei vernünftig asketisch, nimm keine Drogen und geh lieber arbeiten.
Sehr hübsch der „journalistische“ Schluss des Artikels: „Wer ist nun letztendlich dafür verantwortlich, dass auf Seiten mit Hardcore-Pornos und Raubkopien für seriöse Unternehmen geworben wird? Schwer zu sagen – in der Kette der Affiliate-Netzwerke ist jeder ein wenig verantwortlich, aber keiner so richtig. Eine absolut zuverlässige Vorab-Kontrolle scheint nicht möglich zu sein.“
„Scheint“ und „schwer zu sagen“ – für Journalisten ein Armutszeugnis. Der Autor weiß es nicht. Was soll das Ganze also? Vielleicht hilft da der Tractatus Logico-Philosophicus des Philosophen Ludwig Wittgenstein weiter: „Wovon man nicht sprechen kann, daruber muss man schweigen.“
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