Wahl in Hamburg, revisited

Kühl und sachlich wie immer: Franz Walter in der taz über die Wahl lin Hamburg: „Die CDU kann rechnen. Wenn sie glaubt, dass es eine riesige Empörung in der Bevölkerung über Rot-Rot-Grün in einem Land gibt, wenn sie glaubt, trotz Diskussionen über soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftsethik mit der FDP einen Lagerwahlkampf gewinnen zu können, wird sie Neuwahlen riskieren. Ansonsten wird es nur Theaterdonner geben – was, auf lange Sicht, zu noch mehr Politikverdrossenheit führt. Ich glaube eher an die zweite Version. (…) Union und Grüne haben beide verloren, ihre Balken in den Schaubildern gehen deutlich nach unten. Eine Koalition aus zwei Verlierern ist immer schwierig, zumal diese Bündnisvariante bei der Grünen-Anhängerschaft sehr unbeliebt ist. (…) Haben die Grünen Mut zur geistigen Unabhängigkeit und Komplexität, dann werden sie sich in Hessen nicht vor der Linkspartei ängstigen und es in Hamburg mit den Schwarzen riskieren.“

Was Falter vergisst: Mut und geistigen Unabhängigkeit sind bei Deutschen per default abgestellt. Dazu brauchte man ein PlugIn, was man sich erst aus anderen Kulturen herunterladen muss.

Kommentare

2 Kommentare zu “Wahl in Hamburg, revisited”

  1. hfi am Februar 25th, 2008 4:36 pm

    http://www3.ndr.de/container/ndr_style_file_default/0,2300,OID3464640,00.pdf

    Mal ein paar Hintergründe zu der Partei, mit der von beust 2001 überhaupt erst zur Macht kam – übrigens wenige Tage nach dem 11.09., als die sog. „Hamburger terrorzelle“ um Herrn Atta in hamburg in aller Munde war. Wenn ich alle Umfragen vor der Wahl recht erinnere – habs jetzt nicht recherchiert -, fand dadurch erst der Umschwung statt.

    Also, die Grünen müssen schon wissen, mit wem. Wobei die Sozis in Hamburg, die ja Jahrzehnte regioert haben, natürlich um keinen Deut besser sind.

    mfg

  2. MH am Februar 25th, 2008 8:29 pm

    Ich kann da nur lachen: durch die linke verfahren sich die anderen Parteien dermaßen in irgendwelchen aussagen, dass am ende kein anderer weg bleibt, als sich an irgendwelche aussagen nicht zu halten. die linke wird kathegorisch ausgeschlossen und dann wirds mit koalitionsbildung schon schwierig.
    auch wenn die linke zum regieren im westen wohl zu unkoordiniert und unerfahren -siehe DKP fall- ist, so sorgt ihre präsenz in den Landtagen zumindest dafür, dass sich die anderen parteien bewegen müssen um die macht zu erhalten. Und das scheint den Parteien sehr schwer zu fallen. Plötzlich müssen über jahre aufgebaute und gewollte abgrenzungen überwunden und dem wähler dazu noch verdeutlicht werden, dass man „trotz der zusammenarbeit natürlich immer noch die bessere wahl darstellt“ *hihi* ich finds lustig. Mal sehn wie das weiter geht. ich bin kein fan der linken aber letztlich schaden sich mit dem geplänkel die „etablierten“ parteien selbst doch am meisten. Gerade SPD & CDU die ja auf bindesebene sich dann wieder zusammenraufen müssen -lol- Aber mal ehrlich: Jamika in Hessen is doch schwachsinn. Mindestlohn und Flattax?? Kernkraft und doch nicht? usw. usw.

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