Ghost in the Shell

Scarlett Johansson
Scarlett Johansson – Screenshot aus Ghost in the Shell

Ich empfehle Ghost in the Shell (Netflix) mit Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin. Um es gleich zu sagen: Ohne die Johansson wäre der Science-Fiction-Film nur ein B-Movie. [Nein, ich bin nicht voreingenommen – die Dame ist überhaupt nicht mein Beuteschema Typ. (Wenn der bloße Phänotyp und blond zählte, dann doch eher Evgenia.)]

Ich musste mich zur Quelle erst einmal weiterbilden: „Ghost in the Shell (jap. 攻殻機動隊, Kōkaku Kidōtai) ist ein Manga von Masamune Shirow von 1989, der mehrfach als Anime umgesetzt wurde. Die Umsetzung als Anime von Mamoru Oshii aus dem Jahr 1995 gilt zusammen mit Akira als klassisches Beispiel eines Science-Fiction-Anime und war maßgeblich für die zunehmende internationale Popularität von Animes und japanischem Cyberpunk verantwortlich. Bis heute erschienen insgesamt vier Kinofilme, zwei Fernsehserien, ein Fernsehfilm sowie weitere drei Videospiele, die sich rund um den Manga drehen oder davon weiterentwickelt worden sind.“

Ein japanisches Anime als Film zu drehen, ist natürlich gewagt. Wenn es nur um den Plot ginge, gäbe es keinen Unterschied zwischen „normalen“ Filmen und animierten Mangas. Also ist entweder die Story schon so bekannt, dass man hofft, diejenigen zu interessieren, die alle anderen Formen schon konsumiert haben – aber das ist eher der umgekehrte Weg wie bei der Vermarktung von „Krieg der Sterne“. Oder man denkt, das, was Japaner mögen, dem „Westen“ nur in einer Form präsentieren zu können, die dort bekannt ist. Also „kulturelle Aneignung“ aka Kulturimperialismus, gegen die Wokistan nicht shitstormt schäumt.

ghost in the shell

Die Sprache der Bilder muss sich an „Blade Runner“ und „Matrix“ messen lassen. Dann noch eine Prise „Terminator“ und „Neuromancer“. Das gelingt ziemlich gut; man langweilt sich nicht, obwohl Szenen, die eine (für das alte Europa) futuristische Stadt aus „Drohnen-“ bzw. Helikoptersicht zeigen (vgl. Screenshot oben), immer noch nicht signifikant besser und origineller aussehen als 1982 (was viel darüber aussagt, wie weit in der Zeit voraus Ridley Scott damals war).

Die starke Präsenz der Johansson hat zur Folge, dass man die anderen Darsteller kaum wahrnimmt oder im Gedächnis behält. Ihr Mitstreiter Balou (Pilou Asbæk) wurde vermutlich bewusst ein bisschen wie Rutger Hauer als Replikant gestylt und kriegt dazu noch komische künstliche Augen, damit man ihn neben der Hauptdarstellerin nicht übersieht.

Der Plot ist supereinfach und erzeugt auch kaum Spannung: Eine Frau wacht als Cyborg auf, vom Original ist nur das Gehirn übrig. Man weiß schon jetzt, dass es um die Erinnerungen an das ursprüngliche Leben geht, die sie sucht, die in Träumen als Puzzle wiederkehren. Neu ist auch nicht die Idee, dass der Heldin falsche Erinnerungen einprogrammiert wurden, damit sie im Sinne der Firma, die für alles verantwortlich ist, funktioniert. Und dass die böse Firma sie verfolgt und ausschalten will, als sie sich auf die Suche begibt (der Plot kommt in unzähligen Filmen der Richard-Kimble– und Bourne-Identität-Art mehrerer Genres vor). (Scarlett Johansson ist nie nackt und hat auch keinen Sex. Just saying.)

Ich stimme der Rezension Dan Jolins zu: „So heavily derivative it doesn’t feel like anything new, and there’s little depth beneath that slick surface. But it’s solid and attractive, at least, with a retro appeal to its cyberpunk stylings.“

Scarlett Johansson

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Kommentare

3 Kommentare zu “Ghost in the Shell”

  1. Godwin am Februar 15th, 2025 8:25 p.m.

    die Anime waren mega!

    btw
    zu JD Vance gibt es wohl auch eine Verfilmung

    https://de.wikipedia.org/wiki/JD_Vance
    Die New York Times schrieb, sein Buch sei „one of the six best books to help understand Trump’s win“.

    aber ich warte ja immer noch auf Fortsetzungen zur Genese des Kapitalismus und das ein oder andere nie eingelöste Versprechen in diesem Blog…

  2. Albert Rech am Februar 15th, 2025 9:43 p.m.

    Die Realverfilmung übernimmt viele Einstellungen des Animes 1:1, und ersetzt die Handlung des Orginals mit einer vorhersehbaren Geschichte um die Herkunft des Majors.

    Im Original wird ihre Herkunft nicht weiter thematisiert, da geht es mehr um einen internen Machtkampf zwischen zwei japanischen Geheimdiensten wegen einer KI die in Japan um Asyl bittet.

  3. blu_frisbee am Februar 15th, 2025 10:08 p.m.

    1) Hollywood ist langweilig, Asien flasht.
    Ong Bak, The Host, …

    2) Leitkultur ist comic.
    Akira, Prinzessin Mononoke, …

    Out of date fechtet wie im letzten Krieg.
    In Donbass und Gaza sind neue Waffen.
    Mit Billigdrohne ist teurer Panzer kaputtbar.

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