Unter arabischen Eseln

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Das Tal südlich des Herzl-Berges in Jerusalem heißt Wadi al-Gharbi oder Beit HaKerem-Tal, fotografiert am 15.10.2023

„Der Ausschuss [United Nations Special Committee on Palestine] bereiste zunächst das Land [1946] und besuchte Städte und Dörfer. Wie schon zuvor bei den Besuchen des AAC [Anglo-American Committee of Inquiry] waren die persönlichen Begegnungen in den Siedlungen und Dörfern sehr eindrucksvoll. Die Mitglieder wurden von ihren jüdischen Gastgebern herzlich willkommen geheißen, oft mit Blumen und jubelnden Menschenmengen, und die Jewish Agency sorgte dafür, dass sie mit Siedlern zusammentrafen, die ihre Sprache sprachen (Schwedisch, Spanisch, Persisch usw.).

Die Araber hingegen zeigten sich verbittert, misstrauisch oder aggressiv. Überall weigerten sie sich, die Fragen des Komitees zu beantworten: In einer Schule in Be’er Scheva setzten die Lehrer ihren Unterricht fort, als das UNSCOP [United Nations Special Committee on Palestine] die Klassenzimmer betrat, und die Schüler wurden angewiesen, die Besucher nicht anzusehen; im galiläischen Dorf Rameh räumten die Bewohner das Dorf, und das UNSCOP wurde „lediglich von einer Delegation von Kindern begrüßt, von welchen sie beschimpft wurden“.

Das Komitee war im gleichen Maße beeindruckt von der Sauberkeit und der Entwicklung in den jüdischen Gebieten wie es umgekehrt ernüchtert war von dem Schmutz und der Rückständigkeit in den arabischen Dörfern und Städten. Besonders entsetzt waren sie über den (häufigen) Anblick von Kinderarbeit und Ausbeutung in arabischen Fabriken und Werkstätten. Im Gegensatz dazu erschienen dem Komitee die jüdischen Siedlungen als „europäisch, modern, dynamisch, […] ein im Entstehen begriffener Staat“; die Juden brachten die Wüste offenkundig zum Blühen.”

Der persische Abgeordnete Entezam wurde von einem Persisch sprechenden HIS-Agenten dabei belauscht, wie er zu seinem Stellvertreter sagte: „Was für Esel sind diese Araber. Das Land ist so schön, und wenn man es den Juden gäbe, könnte man es entwickeln und in Europa verwandeln.“ Die Mitglieder des UNSCOP mögen der Meinung gewesen sein, dass die Zionisten oft übertrieben, aber die gesammelten Eindrücke zeigten Wirkung.“ (Benny Morris: 1948: Der erste arabisch-israelische Krieg, 2008 (dt. 2023, S.79)

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Kommentare

3 Kommentare zu “Unter arabischen Eseln”

  1. nonkon am Oktober 4th, 2024 8:34 a.m.

    Oh ja, die kulturelle Überlegenheit derer, die stets aufräumen, ist nicht zu unterschätzen, wir Deutschen wissen das besser als jeder andere!

  2. Jens am Oktober 4th, 2024 9:00 a.m.

    @ nonkon,
    ich bin gespannt ob der Forist uns die arabische und hebräische Übersetzung für „Kehrwoche“ präsentieren kann.
    Gruß Jens

  3. Godwin am Oktober 4th, 2024 10:44 a.m.

    @ nonkon
    Zustimm

    Ein Komitee der Besatzer entscheidet nach eigenen Vorstellungen und Interessen wie fremde Ländereien aufgeteilt werden…

    Btw – gestern unterhielt man sich hier auch über das Thema. Ein paar Tunesier meinten, man habe lange zusammen leben können, ohne nennenswerte Probleme.
    Dann aber kamen die europäischen Zionisten und hätten u.a. Land gekauft (was burks ja auch betont)
    Aber vor allem hätte man in vielen Gebieten, vor allem kleiner Städten usw., mit Gangs die „Macht übernommen“
    Und damit halt auch Stück für die Ländereien…

    Obst stimmt…

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