Falsch, aber exklusiv

Michalis Pantelouris auf Print Würgt über: „Am Freitag nachmittag veröffentlichte Spiegel-Online die Nachricht, dass die griechische Regierung erwäge, aus dem Euro auszutreten. (…) Also machte man aus der Geschichte einen Aufmacher, der weltweit zitiert wurde und, auch nach eigener Einschätzung von Spiegel-Online, zu Kursverlusten des Euro führte. Das Problem: Bis heute ist Spiegel-Online das einzige Medium, das diese Information verbreitet. Ohne Angabe einer Quelle. (…) Laut Nachfrage der SZ hatte die SpOn-Redaktion offenbar in Athen nachgefragt, aber das Dementi dann einfach nicht im Text erwähnt“.

Da bekommt der Satz „lügt wie gedruckt“ gleich eine ganz spezielle Bedeutung.

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Kommentare

2 Kommentare zu “Falsch, aber exklusiv”

  1. Lemmy Caution am Mai 10th, 2011 8:45 a.m.

    Naja. Falschmeldungen gehören sozusagen zur normalen Begleitmusik solcher verfahrener Situationen.
    Griechenland wird seine horrenden Schulden nicht voll zurückzahlen können. Kurzfristig werden durch das öffentliche Eingeständnis, dass es sich bei den Forderungen aus den Schuldtiteln um eine reine fiction handelt erstmal die Gläubiger verlieren. Nun wird diskret nach einer Lösung gesucht. Von dem Geheimtreffen am Wochenende berichtete btw. auch El País und andere Medien. Und die verständlich opake Informationspolitik bildet halt einen wunderbaren Nährboden für allemöglichen Gerüchte.
    Griechenland könnte theoretisch unkooperativ mit einem heftigen unilateralen Schritt wie einen Euro-Austritt drohen. Dies hätte einen bank run in Portugal und Spanien zur unmittelbaren Folge. Ich halte es aber auch für fraglich, ob Griechenland dieses Spiel wirklich so spielt.
    Grundsätzlich sind die Fehler in der Vergangenheit gemacht worden und aktuelle Falschmeldungen mögen zwar heftige Aufreger liefern, das Kartenhaus der griechischen Schulden stürzt aber sowieso ein. Auswirkungen auf das Ergebnis haben solche potentiellen Falschmeldungen an diesem Punkt nicht mehr.
    Wie in Lateinamerika 1982, Mexiko 1995, Oststasien 1997, Argentinien 2002.

    Gruß Lemmy

  2. Dirk am Mai 10th, 2011 11:05 a.m.

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