Du bist Anonymous
Skriptum Internet-Recht
Skriptum Internet-Recht (pdf, 559 Seiten, Stand: April 2011) von Prof. Dr. Thomas Hoeren, Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, Universität Münster
Die BigBrotherAwards 2011
BigBrotherAwards 2011 – wenn man sich die Details ansieht, verschlägt es einem glatt die Sprache ob der Dreistigkeit einiger Firmen, Organisationen und Politiker.
Facebook: “Generationenübergreifende Datenerfassung auf freiwilliger Basis unter der Maske der Freundschaft? Ich habe Angst.” – Zensuskommission: “Mit dem Zensus 2011 werden riesige Mengen von Daten gesammelt, welche es erlauben, Personengruppen zu selektieren. Für die Sonderbehandlung der Juden im ’3. Reich’ war das die Grundlage für die spätere Vernichtung.”
Veronica, das Internet ist da (nicht der Lenz)
VroniPlag Wiki – vgl. auch SpOn: “Plagiatsvorwurf gegen Stoiber-Tochter”
World Map of the Penis Size
Weltkarte der Penis-Längen (Quelle, via Schockwellenreiter)
A fever of forgetting
Ich empfehle Mappus und Konsorten, sich diese Fotos anzusehen: “In 1997, photographer Paul Fusco documented the lingering effects of the world’s worst nuclear accident – Chernobyl.”
Du, hessische FDP,
…hoffst laut Agenturberichten, dem negativen Bundestrend zu entkommen, und willst daher im Wahlkampf keine Auftritte von Guido Westerwelle. Das ist sicherlich klug gedacht. Aber wäre es nicht noch klüger, auch den Namen der Partei wegzulassen? Vielleicht wird’s dann ja noch was.”
Keine Ursache: Titanic
Was Vorratsdaten über uns verraten
Zeit.de: “Interpol und Deutsche Bank, FBI und Scotland Yard, Flensburg und das BKA, haben unsere Daten da”, sangen Kraftwerk 1981 in Computerwelt. Es klang damals unglaublich, später bedrohlich, und heute klingt es lächerlich. (…)
Der Grünenpolitiker Malte Spitz hat sich daher entschlossen, seine Vorratsdaten aus dem Zeitraum August 2009 bis Februar 2010 zu veröffentlichen. Um sie zu überhaupt bekommen, musste er gegen die Telekom klagen. Die Daten, die Zeit Online hier zum Download zur Verfügung stellt und die Basis der hier gezeigten interaktiven Karte sind, entstammen einem Exceldokument mit 35.831 Zeilen. Mehr als 35.000 Mal also hat sein Mobiltelefon in diesem halben Jahr Informationen Preis gegeben… (…)
Vorratsdaten zeigen, wer Freund ist und wer Familie, sie bringen geheime Liebschaften ebenso ans Licht wie verborgene Netzwerke.”
(Vorsicht! Um die interaktive Karte ansehen zu können, muss man Javascript erlauben: Man muss sich von googleapis.com, von gstatic.com und google.com ausspionieren lassen. Das verrät uns Zeit online aber nicht, es wird als selbstverständlich vorausgesetzt.)
Kein Rücktritt, aber:
Gaddafi verzichtet auf Diktatorentitel! (Quelle)
Sicherheitslücken auf Social Network Portalen
Socialnetworksecurity.org ist ein Blog, das Sicherheitslücken auf Social Network Portalen aufdeckt. (Quelle: Heise)
Uprising flares in Arabia
Al Jazeera: Live Blog – Bahrain und Live Blog Libya (das nenne ich Journalismus).
Und nun alle gemeinsam: Guttenplag
de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate
ARD & Co.: Die vorhersehbare Talkshow
Wolfgang Michael auf Carta:
“In diesem Jahr werden die öffentlich-rechtlichen Sender fast jeden Abend eine Talkshow von Senioren für Senioren senden. Nur samstags, da kommen die lustigen Rate-Sendungen für Kinder. Warum die ARD ein gewaltiges Nachwuchsproblem hat… (…)
Erwähnt werden soll zum Abschluss noch die äußerst kluge Sandra Maischberger mit ihrer sehenswerten Kalkshow Talkshow ’3 nach 90′. Zwar haben ihre Lieblingsgäste Norbert Blüm, Hans-Jochen Vogel, Hans-Dietrich Genscher, Arnulf Baring, Kurt Biedenkopf und Gregor Gysi bei der ARD noch nicht das Bleiberecht als Talkshow-Einrichtungsgegenstand erkämpft, aber sie werden auch im nächsten Jahrhundert ganz sicher wieder dabei sein. Bis dahin freuen wir uns auf spannende Diskussionen mit Peter Scholl-Latour (86), Richard von Weizsäcker (90), Helmut Schmidt (92) und Joopi Heesters (107).”
Der Islamisator
Der Islamisator uebersetzt einfach und effizient bereits erprobtes und erfolgreiches Redenmaterial aus dem Zeitraum des 3. Reiches, um es fuer unsere heutige Zeit tauglich zu machen.
Enlarge my Penis
Eine sehr hübsche Website mit und über animierte GIFs, von denen ich dachte, dass sie schon ausgestorben seien.
Die Links sind frei
Eines der wichtigen Urteile des Jahrtausends wird seinen Weg nicht in die Mainstream-Medien finden. Die Süddeutsche zum Beipiel berichtet mit dürren Worten: “Der Heise Verlag hat sich nach eigenen Angaben in einem langen Rechtsstreit mit der Musikindustrie um die Verlinkung von Internet-Texten vor dem Bundesgerichtshof durchgesetzt. (..) ‘Das ist ein klares Signal für die Pressefreiheit’, kommentierte Christian Persson, Chefredakteur von ‘heise online’, am Freitag die Entscheidung (Az. I ZR 191/08). ‘Hyperlinks sind essenzieller Bestandteil von Texten im WWW und ihr eigentlicher Mehrwert gegenüber Artikeln in Zeitschriften.’”
Natürlich ist die Süddeutsche zu blöd und zu faul, Links zu setzen – da die deutshcen Holzmedien mit dem hypermedialen Medium Internet ohnehin auf Kriegsfuß stehen, wundert das nicht. (Bericht bei Heise: “Heise vs. Musikindustrie: Bundesgerichtshof verwirft Link-Verbot”.)
Bei Heise lesen wir dann auch: “Nach Meinung der Verlagsleitung ist das Verlinken von Informationsquellen keineswegs nur ein zusätzlicher Service, sondern unerlässlicher Bestandteil von Online-Journalismus.”. Quod erat demonstrandum: Nur für Heise, aber nicht für Spiegel “Online”, Focus “Online” und alle diejenigen, die glauben, “Online-Journalismus” sei, wenn man die Zeitung auf Papier jetzt auch auf dem Monitor sehen kann.
Besonders pikant an dem Urteil ist, dass alle Vorinstanzen eine gehörige Klatsche bekommen haben, zum Beispiel das OLG München. Das Verbot eines Links hat schon seinen Weg in die Praxis gefunden wie die Zahnpasta, die aus der Tube gedrückt worden ist und partout nicht wieder hineinwill. Zahlreiche Rechtanwälte kauen diesen Quatsch wieder, sogar bei Seminaren, weil auch hier der Wunsch Vater des Gedankens ist, das müsse so sein.
Ich erinnere an meine Verfahren aus dem Jahr 2000: Tatvorwurf (Delikt mit kriminologischer Bezeichnung): Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Tatort (Anschrift): Links mit strafrechtlich relevantem Inhalt unter ‘burks.de, das schon damals sang- und klanglos eingestellt wurde.
Noch einmal: “Der Verlag betonte die herausragende Bedeutung der Linksetzung als originärem Bestandteil der Online-Berichterstattung. Diese ziele als interaktives Medium gerade darauf ab, dem Leser unmittelbaren Zugriff auf Quellen und weitergehenden Informationen zu ermöglichen. Die Annahme, dass dem Leser der Download der Software erleichtert werden sollte, sei abwegig. Auch ohne Linksetzung wäre es jedem Leser möglich gewesen, die betreffende Seite aufzurufen.”
Übrigens wird jetzt auch der juristische Regenzauber “SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten” obsolet. Trotzdem werden sie diesen Satz dort nicht entfernen – es ist eben eine magische Handlung. Auch das Das Märchen vom ‘Link-Urteil’ hat nicht dazu geführt, dass der ominöse dümmliche und sinnfreie Texbaustein Mit dem Urteil vom 12. September 1998 – 312 0 58/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dieses kann – so das Landgericht – nur dadurch verhindert werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von allen Inhalten der von mir verlinkten Seiten verschwindet. Nein, auch hier geht es um einen Exorzismus, nicht um etwas Rationales.
Danke, Heise! Ohne euch wäre die Welt schlechter.
Geschichte der Internet-Zensur in Deutschland
Guter und sehr empfehlenswerter (juristischer) Vortrag über die Geschichte der Internet-Filter/Zensur/Sperren in Deutschland: http://j.mp/ck0QQ2 (pdf).
Bloggerinnen und Sexismus im Netz
Empfehlenswert auf Mädchenmannschaft: “Bloggerinnen, Sexismus im Netz und Blogcharts: Eine Linksammlung”
Gegen Placebo-Gesetze [Update]
Lesenswertes Posting auf Kennzeichen Digital – Das Blog: “Gegen Placebo-Gesetze: Warum Netzsperren sinnlos und gefährlich sind”.
Ich wollte dort etwas kommentieren, das funktioniert jedoch nicht (obwohl ich sogar temporäre Cookies des ZDF zugelassen habe.) Deshalb hier:
Die Diskussion ist reine Hysterie und moraltheologische Propaganda (vergleichbar mit dem Drogen-Diskurs) und somit rationaler Argumentation nicht zugänglich. Im Word Wilde Web gibt es keine anonymen IP-Adressen, also auch KEINE Websites mit kinderpornographischen Inhalten, deren (technisch) Verantwortlichen man nicht herausbekäme. Die Pseudosperren-Befürworter können in der Regel noch nicht mal “World Wide Web” und “Internet” auseinanderhalten. Man diskutiert ja auch nicht mit “Verkehrsexperten”, die ein Auto nicht von einer Eisenbahn unterscheiden können.
Lesenswert auch Detlef Borchers in Spiegel Online (Ja! Mit Links! Geht also doch!): “Warum die Sperren-Debatte Zeitverschwendung ist”.
Wie Internet-Überwacher überwachen
Technology Review: “Die Überwachung der Internet-Kommunikation ist ein florierendes Geschäft, vor allem in autoritären Staaten. Wer entwickelt und implementiert solche Systeme, und wie funktionieren sie? Der IT-Berater Hermann Müller (Name von der Redaktion geändert) verrät, wie die Abhör-Industrie und ihre Auftraggeber ticken. Er verbrachte mehrere Monate im Mittleren Osten damit, ein Überwachungssystem zum Laufen zu bringen.”
















