„Die Gelbwesten haben den Kulturkampf gewonnen“

Interessantes Interview auf Welt online: „Der Soziologe Christophe Guilluy ist der Prophet der sozialen Spaltung Frankreichs. Dafür wurde er als Populist gescholten. Die Gelbwesten haben ihn wieder salonfähig gemacht. Jetzt warnt er, dass Deutschland dasselbe erleben könnte.“

Kommentare

12 Kommentare zu “„Die Gelbwesten haben den Kulturkampf gewonnen“”

  1. Martin Däniken am Dezember 5th, 2018 10:17 pm

    Also dafür sind wir Deutschen zu schnarchig,oder?!
    Falls nicht,dann:
    Die Warnung vor den Gelbwesten führt entweder zu mehr oder weniger effektiven Ma(a)ß(en)nahmen oder man ist total mal wieder überrascht…

  2. Godwin am Dezember 5th, 2018 11:16 pm

    in ‚Schland??
    No f***ing way!

  3. w3rwolf am Dezember 6th, 2018 9:13 am

    Mal an dieser Stelle Lenin zitiert: Mit den Deutschen kannst Du keine Revolution machen. Bevor die einen Bahnhof stürmen, kaufen die sich eher eine Bahnsteigkarte!
    Noch Fragen?

  4. Roman Bardet am Dezember 6th, 2018 10:28 am

    Martin Däniken am Dezember 5th, 2018 10:17 pm

    Also dafür sind wir Deutschen zu schnarchig,oder?!

    Gelbwesten in Deutschland?

    Unlängst vernahm ich auf arte in einer Sendung über den Matrosenaufstand 1918, der Deutsche sei der geborene Revolutionär.

    Unlängst vernahm ich in einer Reportage über Thomas Müntzer auf Phönix , „der Deutsche habe die Demokratie im Blut“.

    Trotzdem behaupte ich ganz frech:

    Gelbwesten in Deutschland? Niemals!

    Was ist eigentlich aus Claus Weselsky geworden? Der wurde dereinst im ÖR als Wirtschaftsschädling aufgebaut. Lebt der noch?

  5. Crazy Eddie am Dezember 6th, 2018 12:49 pm

    Keine Sorge, da bringen wir doch gleich das Uniformverbot bei Demonstrationen ins Spiel: Nach dem Versammlungsgesetz ist es verboten, in der Öffentlichkeit Uniformen oder uniformähnliche Kleidung zu tragen, wenn durch das Tragen eine gemeinsame politische Gesinnung ausgedrückt werden soll.

    Verstöße gegen das Uniformverbot sind nach § 28 VersammlG strafbar und mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bedroht.

  6. Siewurdengelesen am Dezember 6th, 2018 3:17 pm

    Naja – viel Gequatsche mit den üblichen Floskeln wie Eliten, Mittelschicht, gesellschaftlich Spaltung, die sichtbar wird etcpp.

    Diesen Bruch der „Eliten“ und der „Gesellschaft“ hat es nie gegeben, weil es nie etwas gab, was zwischen diesen beiden begrifflichen Phantomen hätte brechen können. Genauso wenig kann und wird das Zitierte geschehen:

    „Nur indem das Vertrauen zwischen oben und unten wiederhergestellt wird, können sich die westlichen Gesellschaften wieder erholen.“

    Was dort beschrieben wird, vollzieht sich ständig und überall und Frankreich ist dabei auch nicht der Seismograph.

    Dafür muss niemand nach Frankreich sehen. Dabei beginnt dort erst das, was hier in D längst Alltag ist mit HartzIV, prekären Arbeitsplätzen und dem ganzen Erbe der Schröder-Ära.

    Das einzig Essentielle dieses Interviews ist die Tatsache, dass trotz der Dauerkrise linke Bewegungen einfach kein Bein auf die Erde bekommen, um bei vielen Menschen als Antwort und zum Lösen der Probleme überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Zumindest soweit hat es das allgemeine Resignieren und die kurze, populistische Denken es gebracht.

    Ansonsten – So what?

  7. andreas am Dezember 6th, 2018 4:44 pm

    Ich investierte sechs statt der prognostizierten drei Minuten und fand keine Warnung vor ähnlichen Bewegungen in Deutschland. Hier allerdings ist ein Artikel zu lesen, der die Bewegung und Gründe der Gilets Jaunes erklärt:

    https://www.zeit.de/kultur/2018-12/gelbwesten-frankreich-gesellschaft-sozialitaet-klassen-gewalt-edouard-louis

    Da wird klar der Unterschied zwischen den französischen Protesten und Demonstrationen in Deutschland herausgestellt ohne uns direkt anzu sprechen:

    „Ich leide“, kann man auf ganz verschiedene Weisen sagen. Eine soziale Bewegung ist der Moment einer Möglichkeit, dass Leidende etwas anderes sagen als: „Ich leide unter der Einwanderung und weil meine Nachbarin Sozialhilfe erhält.“

    Auf Demos hier habe ich immer den Verdacht, viel wichtiger als der Grund des Protests sei das Schwenken von allerlei Zugehörigkeitswimpeln. Antifa, DGB, SPD, Linke, Grüne, antifaschistische Bündnisse (ohne Reihenfolge) etc. buhlen um Aufmerksamkeit und Anerkennung dafür wie toll sie sich engagieren. Ein Zeichen der Zusammengehörigkeit wie die gelben Warnwesten im Kampf für ein Ziel würde in Deutschland verheerend enden, fürchte ich. Hier demonstriert man dagegen.

  8. Messdiener am Dezember 6th, 2018 7:27 pm
  9. Juri Nello am Dezember 7th, 2018 10:23 am

    In Deutschland würden sich eher die Armen mit den Armen für die Reichen kloppen. Was ja auch schon so passiert. Deutschland besitzt eben nicht das, was andere Länder als Gesellschaft kennen. Hier würde niemals ein Sachgebietsleiter für und mit der Reinigungskraft auf die Straße gehen. Warum auch? Es gibt einem ja kein neues Smartphone.Der Deutsche hält sich gern für fortschrittlich und haftet doch dem feudalen Standesdünkel längst vergangener Epochen an (was er auch gern und bei jeder Gelegenheit zur Kenntnis gereicht). Demokratie war für den Deutschen auch nie ein eigener Prozess, sondern etwas, was von oben verordnet wurde. Das die Springerpresse vor deutschen Gelbwesten warnt, ist so lächerlich, wie Welt und Bild zusammen, passt aber ins Bild. Alles was über eine reine Karnevalsveranstaltung (was für den Deutschen so ziemlich jeder Lebensbereich zu sein scheint) hinausgeht, ist für den Deutschen nicht zu stemmen.

  10. ... der Trittbrettschreiber am Dezember 10th, 2018 5:19 am

    @Juri Nello
    Der deutsche Jeck is auch en Jeck, der sisch selbst immer wieder janz jerne einen reinwürgen tut. Auch dat is richtisch deutsch.

  11. Juri Nello am Dezember 11th, 2018 2:26 am

    @… der Trittbrettschreiber Sich selbst? No Way! Das wäre Schwäche! Selbstironie oder gar Selbstkasteiung, sowie angeschlossen, über sich selber lachen oder in Frage stellen, dürfen bei einem Deutschen nicht vorkommen. Das ist zwar überall woanders, zumindest für die Hubrik Humor nötig, beim Deutschen aber nur als Suizid zu bewerten. Das bedingt der Konsens des Normalstrebens des angeschlossenen Konformistenpacks. Wichtig ist hingegen, sich möglichst groß aufzuplustern, so wie gewisse Vogelarten. Deswegen macht sich der Deutsche gern auch international zum absoluten Vollpfosten, ohne dabei zu erkennen, das er eben nur dafür den Preis verliehen bekommen hat, während die anderen sich deshalb totlachen. Mein Mitleid hät sich da in engen Grenzen!

  12. Martin Däniken am Dezember 12th, 2018 3:48 pm

    Ich habe mal so einen Spruch über das was man den Leuten beibringen kann,die man in etwas unterichtet und Dinge,die nur gelernt werden können…
    Wir Deutsche sind grossartigst darin anderen zu sagen was sie zutun oder lassen haben,
    aber selber sind wir resilent/renitent gegenüber „Lehrstunden“,die von anderen veranstaltet werden
    Allso um ehrlich sein fluscht mir dieses“
    Vernünftig sein …du/Sie müsst doch sehen…und es so und so machen!immermal wieder raus.
    Aber selber allergisch auf diese Ansprache reagieren und es
    nicht kapieren was da grad passiert!

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