Jikela Emaweni im Orgasmatron
Orgasmatron? Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt und dass man darin singen kann. Das Lied übrigens ist ein kriegerisches Lied der Xhosa und fordert junge Männer auf, ihre Männlichkeit zu beweisen. Warum weiße Frauen in Europa das unbedingt singen müssen, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich ist das eine Art musikalischer Sex-Tourismus.
Schafft die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ab!
Mit Entscheidung Nr. 5682 vom 05.11.2009, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 170 vom 11.11.2009, wurde die CD “Liebe ist für alle da” samt Booklet der Gruppe Rammstein aufgrund eines Beschlusses des Zwölfergremiums der Beklagten in Teil A der Liste der jugendgefährdenden Medien aufgenommen. Indizierungsrelevant waren laut der noch im Termin verkündeten Entscheidung der Titel Nr. 2 “Ich tu Dir weh” sowie eine Abbildung im Booklet, in der ein sitzender Mann im Begriff ist, eine über seinem Knie liegende nackte Frau zu schlagen. Am 16.11 2009 wurde der Klägerin die begründete Indizierungsentscheidung zugestellt. Darin ist Folgendes ausgeführt:
Das 12er-Gremium sei zu der Auffassung gelangt, dass das Lied “Ich tu Dir weh” sowie die Booklet-Abbildung eines zum Schlag auf eine über seinen Knien liegende nackte Frau ausholenden Mannes eine verrohende Wirkung auf Kinder und Jugendliche ausübe. (…) Zudem werde sadistischen Tendenzen Vorschub geleistet.
Das Verwaltungsgericht Köln hat die Entscheidung der “Bundesprüfstelle” aufgehoben ["Die Entscheidung Nr. 5682 der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien vom 05.11.2009 (Az.: 605-2334-10/9664) wird aufgehoben" - via pornoanwalt.de] “Die BPS hat im Rahmen ihrer Erwägungen offensichtlich wesentliche Aspekte für die jugendgefährdende Wirkung nicht einbezogen und damit ihre Begutachtungsaufgabe nicht vollständig erfüllt.”
Es wird Zeit, dass diese unsägliche und vollends lächerliche Zensur-Institution Bundesprüfstelle ersatzlost aufgelöst wird.
Life Indulges In Colour
Fotos von Gmb Akash: “I realize I have no power to deny the colour of these colourful people who are straggling in a colourless, hopeless world, nevertheless they live & smile. So I can not ignore the yellow balloon of a homeless child or even a red bowl of a beggar of the street. This inspiration inspires me to work with colour. & I continued my journey in the path of a colourless world to meet with all these colourful souls….” (mehr…)
Über Akash vgl. auch “Loneliness makes you sick” und “Zu viel Schweinefleisch bei den Ossis“
Bob Seeley
Fusion von FDP und S-Bahn
Gestern habe ich mich über eine geniale Kolumne Harald Martensteins im Berliner Tagesspiegel schlapp gelacht: “In Berlin stecken FDP-Mitglieder in havarierten Parteilokalen fest, der Generalsekretär der S-Bahn steht im Verdacht, die Außenspiegel mehrerer Züge abgebrochen zu haben. Erstmals wird der Vorschlag geäußert, die Doppelkrise durch eine Fusion von FDP und S-Bahn zu lösen. Für den Parteivorsitz komme nur Hartmut Mehdorn infrage.”
Requiescat in pace Cesária Évora
Berlin 1979, Schlesisches Tor und Umgebung
Die GEMA lässt jetzt sogar historische und Dokumentarfilme sperren. Am Schlesischen Tor in Berlin-Kreuzberg habe ich fast 15 Jahre gewohnt.
Ceterum censeo: Entrümpelt das Urheberrecht! Schafft die GEMA ab! Wählt usw.
Es synapsierte in der Abschwitzpause
Red Cavalry
Seit wann hat die Gema auch die Rechte am Kommunismus bzw. dessen Liedgut, und dann noch auf russisch? WTF?
True Blues Feeling
Dazu das hier ergänzend – zu jener Zeit trugen Männer noch ordentliche Frisuren und spielten gute Musik.
Nachtzug
Klassefrauen
von Erich Kästner
Sind sie nicht pfuiteuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die Klassefrauen,
weil es Mode ist, die Nägel rot!
(…)
Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder – falls man die nicht hat – den Bauch…
wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelb zu gerben
bis sie Handschuh’n ähneln, tun sie’s auch.
(…)
Wenn es gälte, Volapük zu lernen,
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen
morgen könnten wir’s bei ihnen seh’n.
(…)
Wenn’s doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn’s doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten,
denn dann wären wir sie endlich los.
I’m much happier than before
Der Rhythmus wo jeder mit muss
Gewinnziele der Deutschen Bank und jugendliche Plünderer
Ab 09 -14: Erwin Pelzig: Was eigentlich ist der Unterschied zwischen einem jugendlichem Plünderer in London und den Gewinnzielen der deutschen Bank? Hörbefehl.
Jamming
Boogie Woogie
Da ich heute morgen verschlafen habe, suchte ich etwas zum Aufwachen…und fand es. Danach habe ich mich erst einmal ans Klavier gesetzt…
Goddess of Rock
Der Rhythmus, wo jeder mit muss… Tina Turner steht hier (2009) kurz vor ihrem siebzigsten Geburtstag. Auch die Tänzerinnen sind jede für sich eine Augenweide: Clare Turton, Solange Guenier, Djeneba Aduayom (wowow) und Ferly Prado (Vorsicht! Link zu Facebook!).
Little Red Riding Hood
Was soll man dazu sagen? “This is sick but i love it”.
Was ist Kultur?
Nur wenige Professoren haben mich während meines Studiums wirklich beeinflusst. Einer davon war Wolfgang Fritz Haug; ich war auch Tutor in seinen berühmten “Kapital”-Kursen. Haug prüft mich in einem “Philosophikum” über das Thema “Walter von der Vogelweise und der Warenfetischismus bei Karl Marx”, die ich mit Auszeichnung bestand, weil die Herren vom Landesprüfungsamt aus dem Staunen nicht mehr herauskamen, was man mit dem Minnesänger alles anfangen kann.
Entgegen den allgemein gegenwärtigen und praktizierten Vorstellungen ist Kultur keine Wohlfühl-Insel für sie seelische Wellness, sondern ein von mehreren Parteien hart umkämpftes Feld, deren Deutungsebenen zunehmend ideologisch überlagert werden, deren künstlerische Tiefenschichten gleichwohl als Teil des Projekts der Humanisierung des Menschen rekonstruierbar sind. Mit Hilfe von Brecht und Gramsci und unter Bezugnahme auf Bourdieu und die Cultural-Studies unternimmt der emeritierte Philosophieprofessor Wolfgang Fritz Haug mit seinem Buch “Die kulturelle Unterscheidung” den Versuch, das Terrain semantisch zu sondern, mit den Widersprüchen die progressiven Seiten der Kunst freizulegen und auch Produkte der Jugend- und Pop-Kultur als gesellschaftliche Hieroglyphen zu lesen.
Telepolis hat Haug neulich zu seinem neuen Buch “Die kulturelle Unterscheidung” interviewt, und ich habe es mir gekauft. Schon die ersten Seiten versprechen eine anspruchsvolle und spannende Lektüre. Wer Stuart Hall kennt und mit dem Begriff “Cultural Studies” etwas anzufangen weiß und wem auch noch die Marxsche Philosophie geläufig ist, der muss auch Haug lesen.















