Keine Toleranz!

autokorso

Ceterum censeo: Autokorsen sollte man verbieten, auch bei Hochzeiten. Das hier – vor dem Rathaus Spandau – ist nicht nur eine Unverschämtheit, sondern auch ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz sowie ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Da können schon ein paar Jahre Freiheitsstrafe zusammenkommen.

Im Tagesspiegel lesen wir dazu: „Allerdings können die Polizisten wunderbar penibel sein, dass es eine wahre Freude ist. Es wurde außerdem nicht am rechten Straßenrand geparkt, es wurde gehupt, der Warnblinker wurde ohne Grund benutzt – das Tanzen auf der Straße ist das kleinste Übel. Aber auch dafür wird sich bestimmt ein Paragraph finden lassen, oder? Die Kennzeichen sind bekannt; die Halter werden kontaktiert. Zeugen sollen sich bitte melden unter 4664-272800.“

Ich fantasiere gleich weiter: In Kanada dürfen Angestellte der Stadt keine religiösen Symbole zeigen. „Bill 21 will prevent civil servants from wearing symbols such as head coverings like the kippah, turban, hijabs.“

Leider fordern das die Rechte. Ist die Linke in Kanada, wer auch immer das sei, nicht mehr für einen säkularen Staat?

Auch in Berlin nimmt die Hijabisierung der städtischen Krankenhäuser immer mehr zu.

Soll das heißen, dass die „Linken“ weltweit die Religionskritik vor und seit Marx jetzt außen vor lassen und stattdessen Toleranz gegenüber Religioten fordern? Nicht mit mir.

Kommentare

12 Kommentare zu “Keine Toleranz!”

  1. Michael am April 3rd, 2019 7:18 pm

    Für einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz fehlt es bei einer privaten Hochzeit an der Öffentlichkeit. Auch wenn es im öffentlichen Raum stattfindet. Das wichtigste Kriterien für gefährlichen Eingriff („und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet“) sehe ich im Berliner Fall auch nicht erfüllt. Die Polizei ermittelt auch anscheinend nur wegen Nötigung.

    Was den letzten Punkt angeht: Es gibt einen Unterschied zwischen Religionskritik (berechtigt) und anderen vorschreiben zu wollen wie sie sich nach außen zeigen (meistens anzulehnen).

  2. Martin Däniken am April 3rd, 2019 9:44 pm

    Es ist wohl eher so das man den Rechten zuvorkommen möchte!
    Aber man wir es sich nicht eingestehen…
    Ist wie im Sandkasten
    „Ich mache meine Sandförmchen lieber selbst kaputtt,
    als das ich zulasse das es jemand anders es tut oder -mitspielen möchte zu seinen Bedingungen-!“
    Und man will den Rechten zuvorkommen,wenn sie kritisieren das man nichts gegen dieses und jenes tun würde…aber auf den (Auf)Rechten herum hacken würde,sie schikaniert würden…

  3. Godwin am April 3rd, 2019 10:57 pm

    beim aktuellen Feinbild müsste man glatt befürchten, dass auch olle Marx mit all seinen sexistischen, rassistischen und antisemitischen Auswürfen als „alter weißer Mann“ abgelehnt und verworfen würde…

  4. ... der Trittbrettschreiber am April 4th, 2019 6:09 am

    Es ist äußerst interessant, wieviel Weitblick politisch Handelnden zugeschrieben wird. Woran liegt das?

  5. Martin Däniken am April 4th, 2019 10:20 am

    Ja,das mit dem Weitblick schreiben
    sich dem Politiker seine Berater/Schwiegermuter zu!
    Der Wähler möchte davon seinen Happs abhaben und sich selbst zuseinem bei der richtigen Wahl beglückwünschen…
    Gemäss des Glaubens das man „Richtig oder Falsch“ ganz klar unterscheiden kann…
    Wissen das man nicht anwendet aber hat,,,das geringere von zwei Übeln zuwählen!
    (hab mal Kommas wg Langeweile im Satzzeichenbau verwendet.Boaheybinischkreatief!)
    Sorry für die Binsenweisheit,aber manchmal geht’s um Basics.Oder wie ich immer gerne sage :
    Mehrere einfache Sachen mit einander verknüpft werden (leicht) ne komplexe Kiste oder Chli con Carne oder Chop Sue…

  6. Godwin am April 4th, 2019 11:25 am

    Nachtrag
    —————————
    (wegen der großen Neugier)

    1. Gendersprech:
    hier mal kurz erklärt, worum es überhaupt gehen soll (damit man wieder weiß, was man überhaupt ablehnt).
    https://www.facebook.com/watch/?v=802502976799450

    Burks war ja immer der Meinung, dass sei bourgeoiser, reaktionärer Kram (womit er vermutlich auch richtig liegt). Gibt’s da evtl. noch paar Quellen dazu, die diese Ansicht gut herleiten und begründen? Wäre für entsprechende Diskussionsrunden mal interessant zu haben ;-)

    2. schreibt hier immer noch der gleiche Burks, der einst „Ethnizität und Migration“ von Kien Nghi Ha als Standartwerk gepriesen hatte??

  7. Papinski am April 4th, 2019 11:56 am

    Dort wurde die Warnblinkanlage nicht eingeschaltet, das blinken sind die LED Tagfahrleuchten, die getacktet sind.
    Ansonsten Führerschein weg wegen Nötigung!

  8. admin am April 4th, 2019 3:43 pm
  9. andreas am April 4th, 2019 5:34 pm

    Ist schon wieder Sommerloch?

  10. Godwin am April 4th, 2019 7:53 pm

    @admin:

    danke!

    btw – hier gehen ein paar links nicht

    (Steile These, die ich aus ethnologischer Sicht beweisen könnte, aber es hört mir ja niemand zu.)

    doch doch

  11. Roman Bardet am April 5th, 2019 1:24 am

    Godwin am April 4th, 2019 11:25 am

    2. schreibt hier immer noch der gleiche Burks, der einst „Ethnizität und Migration“ von Kien Nghi Ha als Standartwerk gepriesen hatte??
    e??

    Vorsicht! Burks und Kien sind beides sogenannte „Langhaarige“ und deren Bücher gibt es mittlerweile zum Ramschpreis.

  12. ... der Trittbrettschreiber am April 5th, 2019 6:40 pm

    @Roman Bardet

    … als Kundenlektüre beim Friseur? Waschen, Fönen und Verlegen. Soviel zur Urheberrechtsreform.

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