Islamischer Staat auf christlich

Telesur (Mexiko): „Jehovah’s Witnesses Destroy Ancient Indigenous Temple in Mexico“.

Toute la rigueur républicaine contre l’islam radical

Laut FAZ rufen französische Intellektuelle zum Widerstand gegen den radikalen Islam auf: „In der Petition einflussreicher französischer Organisationen und prominenter Intellektueller, die ‚Libération‚ veröffentlicht, werden als vom radikalen Islam Verfolgte auch Taslima Nasreen, der ermordete niederländische Filmemacher Theo van Gogh, der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und „Charlie Hebdo“ genannt.“

By the way: FAZ: Eine Zeitung, deren Online-Version im Jahre 2016 nicht in der Lage ist, einen Link zur Quelle zu setzen, sollte sich einfach nur schämen. Ja, es gibt sogar in Deutschland Leute, die Französisch verstehen und gern das Original läsen.

Hierzulande wären solche Appelle undenkbar: Deutschland ist kein säkularer bzw. laizistischer Staat, und ernst zu nehmende Intellektuelle, die sich zum Thema äußern könnten, gibt es auch nicht.

Viel Geschrei um nichts

Selten, aber wahr: Die Tagesschau-Kommentatorin (Vorsicht! Facebook!) Annette Dittert. gibt exakt meine Meinung zum real gar nicht existierenden Brexit wieder, die ich hier schon geäußert hatte.

National befreite Zone Prenzlauer-Berg

Markus Lindemann schreibt auf Zeit online über „Neukölln“. Ich wohne ja auch in diesem Stadtteil, genauer: In Rixdorf, aber ich erkenne den Kiez nicht unbedingt wieder. Der Verwaltungsbezirk Neukölln umfasst so unterschiedliche „Dörfer“ und Mikrokosmen wie z. B. den Reuterkiez, das Rollberg-Viertel, Böhmisch-Rixdorf, Deutsch-Rixdorf (da wohne ich), Britz und Rudow, „Kreuzkölln“ – man muss schon genauer sagen, was man meint.

Ein Satz hat mir aber sehr gefallen: „In Vierteln wie Prenzlauer Berg sei eigentlich, wie ein Wohnungseigentümer mir während meiner Recherchen sagte, der rechtsradikale Traum der ’national befreiten Zone‘ wahr geworden. Rumänen, Türken, Araber müssten draußen bleiben.“

Unter Drogenschmugglern, revisited

pando

Das Foto habe 1984 ungefähr hier auf dem Rio Mamore in Bolivien gemacht. Die Leute waren Drogenschmuggler. Das war eine der zahlreichen Situationen, die wieder mal bewiesen, dass man die Sprache des Landes, das man intensiv bereist, kennen sollte. Ich musste jedenfalls stundenlang verhandeln, bevor sie mich mitnahmen. Man konnte sich denken, was sie mitführten, aber ich habe nicht nachgefragt. (Vor vier Jahren habe ich hier schon etwa dazu geschrieben. Wir waren mit zwei Booten unterwegs.)

Copacabana

Rurrenabaque

Blick auf den Titicaca-See und Copacabana in Bolivien (1984). Vorn ist meine damalige Lebensabschnittsgefährtin zu sehen. Das Foto habe ich ungefähr hier gemacht; wir sind zu Fuß den kleinen Pass hoch, um zu dem winzigen Dorf im Osten zu kommen (was auf Google Maps gut zu erkennen ist).

Eine Reportage auf Zeit online ist dazu interessant: „Viele Vogelarten rund um den Titicaca-See sind verschwunden. Auch Fische gibt es kaum noch. Jahrelang wurde Klärschlamm aus den Städten und Dörfern in Bolivien und Peru in den See eingeleitet. Hinzu kommt das Abwasser aus zum Teil illegal betriebenen Minen.“ Damals war es noch eine Idylle.

Beratende Stimme des Volkes [Update]

Jetzt merken es auch die Mainstream-Medien: Das Brexit-Referendem „hat für Parlament und Regierung lediglich beratenden Charakter. (…) Doch die Entscheidung liegt bei den Briten. Wenn sie Artikel 50 nicht auslösen, kann die EU sie nicht hinauswerfen.“ Quod erat demonstrandum.

[Update] Der Independent hat eine hübsche Theorie dazu. „The referendum result is not binding. It is advisory. Parliament is not bound to commit itself in that same direction. (…) The Brexit leaders now have a result that they cannot use. For them, leadership of the Tory party has become a poison chalice. (…) All that remains is for someone to have the guts to stand up and say that Brexit is unachievable in reality without an enormous amount of pain and destruction, that cannot be borne.“

Kapitalismus mit menschlicher Fratze

Lesenswert: „Kapitalismus mit menschlicher Fratze – In Krisenzeiten wächst die Sehnsucht nach einem »anständigen« Kapitalismus“. Über den „Fair-Trade“-Scheiß usw..

Bequem im Stehen reisen

Reyes

Auf dem Weg nach Macha in den Anden Boliviens (1984). Auf dem Pickup waren Landarbeiter und Bergleute. (Fotos von Macha gibt es hier und hier.)

Rurrenabaque – Stilleben mit Katze und Schwein

Rurrenabaque

Das Foto habe ich 1984 in Rurrenabaque am Rio Beni in Bolivien gemacht. Damals gab es noch keine Touristen dort. Wir waren mit dem Boot von Caranavi in den Yungas gekommen. Von Rurrenabaque fuhren wir mit einem Pickup nach Reyes (damals ein kleines Dorf, vgl. Foto unten), wo es eine Graspiste für Flugzeuge der Militärs gab. Dort blieben wir eine Woche stecken, bis endlich eine Propellermaschine der bolivianischen „Luftwaffe“ auftauchte, mit der wir weiterreisen konnten.

Reyes

A device of dictators and demagogues

Jetzt geht es erst richtig los. The Independent: „The referendum was was an advisory, non-binding referendum“, sagt David Lammy, Abgeordneter des britischen Parlaments, Mitglied der Labour-Partei und früherer Erziehungsminister. Da hätte man doch schon früher drauf hinweisen können, dass Volksabstimmungen nur eine Empfehlung sind? Wo kämen wir denn da hin!

Ich wüsste ja zu gern, auf welche gesetzliche Grundlage der Herr sich beruft. Das muss doch irgendwo definiert worden sein, zum Beispiel dort, wo die Volksabstimmung an sich über dieses und jenes geregelt worden ist.

Über das Referendum 1975 zu demselben Thema heisst es bei Wikipedia: „Dieses Element der direkten Demokratie war im Vereinigten Königreich neu und zum allerersten Mal erst bei dem Referendum in Nordirland 1973 zur Anwendung gekommen. Die nach der Wahlniederlage vom März 1974 zur neuen Parteiführerin der Konservativen gewählte Margaret Thatcher nannte das Referendum „ein Instrument von Diktatoren und Demagogen“ (‚a device of dictators and demagogues‘)“. Har har.

Es scheint in der Tat so zu sein, dass niemand das britische Parlament zwingen kann, das Votum auch umzusetzen. Spannend!

Fucking Moron

Wer lernen will, wie man auf Englisch gut beleidigt, sollte sich diese Tweets über Trump in Schottland ansehen.

Grossbritannien von Trajan bis fast heute

great britain

Man fragt sich natürlich, ob das gut oder schlecht ist.

#Brexit, revisited [Update]

Die Briten treten aus der EU aus. Das haben die Wähler entschieden. Aber wann das passieren soll, das stand nicht auf dem Wahlschein. Ach so.

[Update] Ähnlich denkt der deutsch-britische Anwalt Bernhard Schmeilzl: „Schottland und Nordirland werden sehr wahrscheinlich ihre Unabhängigkeit durchsetzen. (…) Das Referendum als solches hat ja noch keine unmittelbare juristische Wirkung, sondern der Austrittsprozess startet erst, wenn der Premierminister gegenüber der EU erklärt, dass UK austreten wird. Erst ab dann läuft die Zweijahresfrist des Artikel 50 EU-Vertrag. Und nochmal: Erstaunlicherweise haben Boris Johnson und Michael Gove heute erklärt, es eile ja nicht so damit. Zitat aus BBC-Interview:

Mr Cameron previously said he would trigger Article 50 as soon as possible after a Leave vote but Boris Johnson and Michael Gove who led the campaign to get Britain out of the EU have said he should not rush into it.

Das Ziel ist offensichtlich: Die Brexit-Akteure wollen noch lange die Vorteile der EU-Mitgliedschaft nutzen und parallel einen Deal verhandeln, der möglichst naht- und reibungslos den Zugang zum Binnenmarkt erlaubt.“

#Brexit, update

Ich habe nur einen Artikel gefunden, der mir etwas zum Thema wirklich erklärt. Sebastian Esser auf „Krautreporter: „Halb Europa bekniet die Briten, in der EU zu bleiben. Dabei wäre eine starke Europäische Union ohne Großbritannien die beste Lösung für den Kontinent. Drei Gründe.“

Shoring up Afghan war support in Western Europe

Neues Deutschland: „Wikileaks veröffentlichte CIA-Dokument zur Medienstrategie zu Afghanistan: »Ein konsistentes, strategisches Programm in allen Nato-Ländern, das die Schlüssel-Bedenken des westeuropäischen Publikums aufgreift.“

Ich habe kein Abo. Kann jemand sagen, ob das die schon bekannten Dokumente sind, die 2015 veröffentlicht wurden? Neues finde ich nicht.

Teleporting – the most frequent way of traveling

abydos

Goreanische Stadt in Second Life – nur per Teleporter erreichbar

Laut Telegraph wollen die Russen in 20 Jahren das Teleportieren ermöglichen. (Kein Scherz, der Autor heißt wirklich Oliphant.)

„The Star-Trek style target is listed in the National Technological Initiative, a state-sponsored strategic development plan designed pour investment into research and development sector in a number of key sectors.“

In Second Life kann man das jetzt schon als Avatar üben: „Teleporting is probably the most frequent way of traveling.“

#Brexit oder: Schafft die Vaterländer ab! [Update]

Ab 13.55 wird es musikalisch…

Meine Prognose, die Zukunft betreffend: Die Briten werden gegen den Brexit stimmen.

Ein Austritt aus einem Staatenverbund selten sinnvoll, genauso wenig wie die Neugründung eines Staates. Staaten sind für das Kapital, das international agiert, ohnehin ein Anachronismus. Ein Proletarier kennte kein Vaterland, sagte mal jemand:
Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen.

Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituiren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.

Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.

Sorry – wegen dieser ollen Kamellen. aber je älter man wird, um so öfter hat man das Gefühl, vieles schon gehört oder gelesen zu haben, und um so mehr ärgert man sich über Dummheit und Unkenntnis der Nachgeborenen (nothing personal!).

[Update] War also falsch geraten.

brexit

Die Sehnsucht, moralisch überlegen zu sein

Vor einem Jahr schrieb Harald Martenstein Markus Günther in der FAZ: „Nichts tut so gut wie das Gefühl, gegen Rechts zu kämpfen. Denn dann steht man garantiert auf der richtigen Seite. Wenn es stimmt, was Franz Werfel einst schrieb, dass nämlich neben dem Geschlechtstrieb kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr bestimmt wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit, dann ist leicht zu verstehen, warum der Kampf gegen Rechts solche Energien freisetzt: Er belohnt den Kämpfer mit einem maßlosen, ja mit dem denkbar größten moralischen Sieg überhaupt.“

Ich hatte das schon 2004 in Telepolis angemerkt – da gab es noch keine AfD: „Der Kampf gegen Rechts ist die moderne Form des mittelalterlichen Exorzismus und wird gleichfalls mit magischen Ritualen geführt“. Vgl auch meinen damaligen Artikel in der Taz: „Der kategorische Imperativ in der protestantisch geprägten Alltagskultur lautet: Habe die richtigen Gefühle, dann wird alles gut.“

Es hat sich nichts geändert.

So werden wir Europameister

titanic

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