Urin

Gestern sagte mir ein Rettungssanitäter, dass der menschliche Urin praktisch steril sei und zur Desinfektion von Wunden benutzt werden könne. Ich wusste es nicht, aber mein Urgroßvater Gustav Reinhold Schröder hätte vermutlich genickt.

Hush!

Ab 2.38, schon mal vormerken für die Party zu meinem 80-sten Geburtstag! Und das hier.

Dark Invisible Tor Net und allerlei Ähnliches

Das Bundesinnenministerium erklärt das … ähm… invisible Dark Deep Tor Net. Oder so. Und die Cybercrime und die Cyberfähigkeiten der Behörden.

Nur noch Irre da draussen

Heute sind wirklich alle irre. Bin von einem (fließend Deutsch sprechenden) Araber im Krankenhaus angegriffen worden, aber ohne Erfolg. Er wollte gewaltsam in die Rettungsstelle eindringen, und ich habe ihn daran gehindert. Draußen hat er sich noch mit der Polizei angelegt, wurde dann festgenommen. In einer 12-Stunden-Schicht drei Mal Polizei gerufen… sind nur noch Verrückte da draußen?

Mobilisierung entscheidet Wahlen

Laut der letzten Umfrage liegt Trump sogar vor Clinton.

Jan Fleischhauer schreibt auf Spiegel online ganz richtig (Moore hat er gelesen); „Donald Trump ist näher dran, das Weiße Haus zu erobern, als viele Experten ahnen. Das liegt auch daran, dass sie sich von ihrer eigenen Abneigung leiten lassen. (…) Es spricht für Clinton, dass sie in den meisten (wenn auch nicht in allen) nationalen Umfragen führt – es ist nur leider für den Ausgang der Wahl im November nahezu unerheblich.“

Update: „In this election, the pro-Israel camp has only one choice – Donald Trump.“ (Jerusalem Post)

In memoriam Anni (inna.calamity)

inna.calamity

[Die Spielerin Anni (inna.calamity) ist vor ein paar Tagen im realen Leben an Krebs gestorben. In Second-Life-Gor war sie eine Panther, eine kämpfende Amazone. Zu ihrer Feuerbestattung (im Rollenspiel) kamen mehr als 70 Leute…]

[13:07] Em (marisah.sveiss) gives the crowd a meaningful look, her gaze travelling from one face to another. Clearly it was time to start, and utter silence was demanded.

[13:11] Ręna (oxrebelxo) had spent all afternoon preparing the body for the ceremony. Finally now, as the attendants of other tribes would start to arrive in their camp she would let the rep cloth sink into the water bowl, her orbs lifting to scan the faces before pulling the white blanket back over her beloved sister’s face to shield her from their glances.

[13:11] Rosebud (rosenwood) carefully straightened the blanket over the body, tugging it neatly in underneath. When the body was prepared, she gave her sisters a meaningful nod, letting them know that it was time, then stepped forward to take the first handle into her grip before lifting it upwards and onto her shoulder.

[13:12] Zephyr (isolde.bethune) could feel an intense weight growing on her shoulders by the Ihn, and the nod made a shiver run down her spine. She knew well what it meant, and without hesitation she moved forward to pick up the wooden handle of the spear.

[13:14] Ręna (oxrebelxo) rose to her feet and cleaned her hands of the oils and salves that they had used for the preparation of a cloth before she too, with heavy steps, walked around the altar to get a good grip on the fourth and final handle of the stretcher, her gaze fixed in their destination.

[13:14] Heather Ulich had hovered behind Rena, watching the preparations unfold closely, until being swallowed by a dreadful silence, only to be captured by the thoughts and memories of her dear sister who had consulted her for more summers than she could ever count, becoming an important member of the leadership. Everything seemed vain after the sudden passing which they had not expected in the least, and thus tore them apart even more. But there was no time to dwell now, and her orbs focused from the abstract space back into reality, starting to move forward and lead the sisters towards the pond.

[13:15] Rosebud (rosenwood) began to move forward, taking slow, calculated steps. She lifted her chin proudly, displaying the relentless sorrow on her flattened face, as they walked towards their departed sister’s favorite pond—the one that she had saved so many times from us trying to dry it for more land.

[13:17] Peeps (chastity.suppenkraut) was guided by her sisters who carried the three other sides of the stretcher, distributing the weight of the body and the sadness equally. They would step over the edge, finding themselves covered to the ankles in pond water before finally reaching the carefully prepared stone altar.

[13:19] Em (marisah.sveiss) had followed the carriers to the pond like the rest of her younger sisters. In her grasp, she held two little clay bowls filled with thick, translucent liquids, followed by that of a perfumed scent; the clear liquid inside being scented oils. While the body was steadied onto the altar, she circled around the stone’s form before abruptly coming to a halt in front of it.

[13:20] Varisya held a flaming torch high, the heat of an incessant flame radiating against her flesh as she guided more of her torch-holding sisters to the altar. When they arrived to the pond, they also circled around the stone fixture, only to come to a complete halt. Waiting in silence, all of their bodies tensed-up considerably.

inna.calamity

[13:21] Heather Ulich espied the contours of her missed sister’s face, the features hinted underneath the fabric was something her eyes would dare not waver from. She waited in silence, as all of her sisters rounded the circle to join her, and for the red-wood bow and dirt which would be placed upon In-na’s body. The presence of traveled guests’ behind her could be felt, but she kept her orbs fixated on the pyre as she swallowed thickly, before nodding to both her cubs and young sisters.

[13:22] Casey Larwyck joined in, each of the young sisters would cover the body on the altar with droplets of the scented oil, leaving circular stains on the white fabric. Their gazes met, and they put the twig-bundle back into the bowls, and carefully withdrew, lining up with the other sisters in the circle once again.

[13:23] Heather Ulich Walks up to the pyre and looks at it a moment, then turns to look at the faces of those that have gathered* ..“As you all know, it is Gorean tradition that not a word is spoken ..not a voice ..nor musical sound is to be heard ..and for a proper ceremony there is only silence ..memory ..and fire“

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Scripted Reality oder: Pommesbude und Muskelbank

Pommesbude und MuskelbankNeulich las ich Britta Steinwachs‘ Zwischen Pommesbude und Muskelbank: Die mediale Inszenierung der „Unterschicht“..

Die schlechte Nachricht zuerst: Das Buch ist in einem schrecklichem Wissenschafts-Jargon verfasst (vgl. Ausriss unten), dazu auch noch – völlig überflüssig! – in Gendersprech geschrieben (vgl. das Interview: Steinwachs kann nicht so geredet haben, weil Gender-Unterstriche in Gesprochenem nicht vorkommen), womit sich die Verfasserin als Teil eines ganz bestimmten sprachesoterischen Milieus outet.

Für Menschen, die das nicht gewohnt sind, ist das Buch unleserlich und nicht verständlich. „Wenn wir etwas mit Mühe lesen, so ist der Autor gescheitert“. (Jorge Luis Borges) Es kann mir niemand erzählen, dass es nicht auch anders ginge. Nur macht es dann Mühe; gut, das heißt verständlich zu schreiben, ist ein Handwerk, das man erlernen sollte.

Die gute Nachricht: Der Plot ist spannend und interessant; man lernt auch etwas, wenn man sich bis zum Schluss durchkämpft – Kaufempfehlung jedoch leider nur für Medienwissenschaftler und einschlägige Berufsgruppen und Leute, die sehr schnell lesen können. (Das hätte die Autorin anders haben können.) Der Inhalt umfasst nur rund 100 Seiten, der Rest sind Anmerkungen, Anhang usw..

Pommesbude und Muskelbank

Die Moral von der Geschicht‘: Die „neue Unterschicht“ (also das deklassierte Proletariat und/oder die industrielle Reserverarmee) wird in den Medien als Milieu inszeniert, das verwahrlost und passiv ist. Wer nicht arbeiten will, ist böse. („Im Original: „moralisierende Delegitimierung nicht-werwerbstätoger Lebensformen“.)

Wer arbeitslos ist, ist selbst schuld und kann das nur ändern, indem das Verhalten der Norm der Mittelschicht angepasst wird. In der Serie „Familien im Brennpunkt“ interveniert und korrigiert letzlich und oft der Staat (Jugendamt, Polizei usw.). Ungleiche Chancen auf Bildung seien kein „strukturelles“ Problem, sondern Resultat individuellen Fehlverhaltens.

Die Mitglieder der so genannten „Unterschicht“ werden moralisch diskreditiert – das wiederum ist typisch für Journalisten und Medienarbeiter, die zur übergroßen Mehrheit aus eben dieser Mittelschicht stammen, somit (vermutlich unbewusst) ihren „Klassenauftrag“ erfüllen: Nach oben buckeln und nach unten treten. (Letzteres sage ich, die Autorin suggeriert das nur, spricht es aber mit wenigen Ausnahmen – weder aus noch gebraucht sie marxistische Begriffe, was für das reaktionäre Gendersprech-Milieu, auch bekannt als neue wohlhabende und konservativ grün-wählende Mittelschichten, natürlich passt.)

Im Original: „Diese massenmediale Inszenierung der Unterschichtkultur als Barriere gesellschaftlicher Integration (…) birgt die Gefahr, dass allein schon die körperliche Disposition, die der Unterschicht im Sinne eines Klassengeschmacks zugeschrieben wird, stigmatisierend auf der gesamte Gruppe des unteren Klassenlagen als vermeintlicher Ausdruck ihrer leistungsverweigernden Haltung der Passivität zurückfällt.“

Birgt die Gefahr? Nein, it’s not a bug, it’s a feature! Das genau ist die Aufgabe der Medien. Das richtige Verhalten garantiere den sozialen Status oder gar den Aufstieg, deswegen steht „Erziehung“ ganz oben auf der Agenda der „mittleren Klassenlagen“, aus denen sich die Journalisten fast ausnahmslos rekrutieren. Das ist natürlich eine Illusion und eine große Lüge, und die herrschende Klasse würde sich darüber kaputtlachen, wenn sie das interessierte.

Spannend war für mich vor allem das dritte Kapitel: „Der Körper als zentraler Ort der Vergesellschaftung“ (daraus stammt der Ausriss). Das Individuum muss in der Krise, die traditionelle Mileus zerreißt und vernichtet, sich irgendwo einordnen, sich sozusagen „tribalisieren“. Der tätowierte und gepiercte Körper (inklusive metallener Nasenpopel) ist genau das: Er wird zum Zeichen des Sozialen.

Noch ein Zitat aus dem Buch: „Die Wahrnehmung von Körpern im öffentlichen Raum ist also Teil eines im- und expliziten Sozialisationsprozesses, womit der Körper einerseits in seiner Körperdimension zum Austragungsort sozialer Deutungskämpfe wird und sich qua seiner Leibdimension tief ins Innere des Subjekts als untrennbare Mischung aus originärer Individualität und sozial erlernten Empfindungsmustern einbrennt.“

Alles klar? Puls und Atmung noch normal? Im Hintergrund murmeln Calvin und die protestantische Arbeitsethik.

Ethnologen reiben sich jetzt grinsend die Hände und verweisen zum Beispiel auf Papua-Neuguinea, Mary Douglas, Levi-Strauss usw. und dass nichts neu sei, sondern – in anderen Kostümen – schon immer da war. Ich vermisste auch einen Verweis auf Klassismus (vgl. die Literaturliste bei Wikipedia), obwohl die Autorin an anderer Stelle dokumentiert hat, dass sie weiß, worum es geht.

Merke: Auch Gendersprech ist Klassismus. (Steile These, die ich aus ethnologischer Sicht beweisen könnte, aber es hört mir ja niemand zu.)

Lehrling gesucht!

lehrling gesucht

Das ist bzw. war nur mein Frühstück. Das Brot stammt natürlich vom „køniglichen“ Bäcker.

Mein Bäcker hier in Rixdorf sucht einen Lehrling. (Vgl. Echtes Brot aus der køniglichen Backstube)

Sympatisch ist das, weil im traditionellen Handwerk immer noch das schöne Wort gebraucht wird, dass die „Lehre“ enthält, und nicht das Bürokraten-Unwort „Azubi“ oder dessen Langfassung, die noch schlimmer ist. Warum ist es eigentlich so schwer, dafür jemanden zu finden? Bei Eva-Maria Hilker lesen wir in einem Interview mit einer Bäckerin:
Im Laufe der nächsten Monate machen drei Bio-Bäckereien auf. In Neukölln der Michael Köser, in Moabit, wahrscheinlich in einem Vierteljahr, der Florian Domberger und ich in vier Wochen. Demnächst sind zehn Prozent der Berliner Bäcker produzierende Bio-Bäcker. Das gibt es nirgendwo in Deutschland. (…) Wenn ein Bäcker wirklich original backen will, dann hat er eigentlich nur die Chance, beim Bio-Bäcker zu arbeiten.

Wer mal ins Ausland gehen will und richtig backen könnte, sollte sich vor Angeboten kaum retten können. Also, mitlesende Nachgeborenen, seid dessen eingedenk!

Unter Proktologen

„Nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus“. (Karl-Friedrich Boerne aka Jan Josef Liefers)

5 Reasons Why Trump Will Win

Michael Moore: „5 reasons why Trump will win“.

Eine brilliante, ernst gemeinte und auch amüsante Analyse. Vermutlich hat er recht.

Die Mainstream-Medien geben sich alle Mühe, immer nur schlecht über Trump zu schreiben und nur Fotos zu verwenden, auf denen er möglichst dämlich aussieht. Aber das interessiert dessen Wähler nicht: „Unfortunately, you are living in a bubble that comes with an adjoining echo chamber where you and your friends are convinced the American people are not going to elect an idiot for president.“

Interessant finde ich den „Jesse-Ventura-Effekt“: „And because of that, and the anger that so many have toward a broken political system, millions are going to vote for Trump not because they agree with him, not because they like his bigotry or ego, but just because they can. Just because it will upset the apple cart and make mommy and daddy mad. And in the same way like when you’re standing on the edge of Niagara Falls and your mind wonders for a moment what would that feel like to go over that thing, a lot of people are going to love being in the position of puppetmaster and plunking down for Trump just to see what that might look like.“

Ich fühle mich ertappt. Plunking down for to see what that might look like. Har har.

Ich bin intolerant gegenüber Religionen und Esoterik, und das ist gut so

Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben. (Konrad Paul Liessmann)

#‎genderung‬

Sagt man „Algorithminnen und Algorithmen“ oder „Algorithwomen und Algorithmen“? ‪#‎genderung‬ (Peter Glaser)

Das Darknet und die Killerspiele, reloaded

darknet

Screenshot: Angebot im Darknet. Motto: Alles im Internet ist total wahr und glaubwürdig!

Das Internet ist schuld am Amoklauf von München. Der Täter besorgte sich die Waffe aus dem Darknet. Motiviert hat er sich durch „Killerspiele„.

Hat schon jemand – wegen des Amoklaufs von München – gefordert: „Das Internet muss mehr überwacht werden!“ und „Wir brauchen die Voratsdatenspeicherung!“? Oder sollte man doch Antidepressiva und Alkohol verbieten?

Am Rio Magdalena

San AugustinBurksSan AugustinSan Augustin

Diese Fotos habe ich 1979 in San Agustín in den kolumbianischen Anden fotografiert. Im Tal fließt der Oberlauf des Rio Magadalena, des größten Flusses Kolumbiens, er ist ungefähr so lang wie der Rhein. Am Hang gegenüber (3. Bild) kann man den schmalen Pfad erkennen, der im Zickzack nach oben führt. Der auf dem Pferd bin ich.

Ballerspiele, reloaded

Hatten wir schon länger nicht mehr. Am Amoklauf von München sind Ballerspiele schuld.

Gossiping

talking

Fotografiert in Grenada (Kleine Antillen) während der leider fast vergessenen Revolution 1982.

Volcán de Agua

Tikal

Besteigung des Vulkans Agua (3760 m) in der Nähe der Kleinstadt Antigua in Guatemala (1979). Der Aufstieg war nicht besonders anstrengend, und im Krater war damals – Überraschung! – ein kleiner Fußballplatz mit Toren. Die Aussicht aber war atemberaubend.

Charlotteville, revisited

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Das Foto habe ich 1982 in Charlotteville an der Man-O-War-Bay auf Tobago (Republic of Trinidad and Tobago, Kleine Antillen) gemacht – der idyllischste Ort, in dem ich jemals war. Hotels gab es nicht, nur einige private Zimmer, ganz rechts im ersten Stock habe ich gewohnt, mit Meerblick natürlich. [Mehr Fotos aus Charlotteville]

Der famose Kerl Spartacus

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Szene aus Spartacus: War of the Damned.

Neulich habe ich mal einfach so herumrecherchiert. Der Anlass waren die Spartacus-Serien, die ich allesamt besitze und auch angesehen habe. Softporn, jede Menge nackte Ärsche und Brüste, zahllose Hauereien in Slow Motion, gefühlt 1000 Hektoliter Kunstblut und Charaktere wie im Comic Strip – trotzdem unterhaltsam. Man darf nur kein gelernter Historiker sein, und schon gar kein linker Historiker: Man ärgert sich. Was für eine Verschwendung eines unglaublich spannenden Plots! Was wirklich geschehen ist und warum, kommt nicht vor.

Immerhin ist das historische Kostüm – Namen, Waffen, Architektur, Frisuren usw. – einigermaßen korrekt. Aber warum macht sich ein Filmemacher solche Mühe und endet dann mit einem Plot, der aus Psycho-Kitsch besteht? Die Elite der Gladiatoren hat entweder die große Liebe verloren oder sucht sie noch. Wie langweilig. Daily Soap als Sandalenfilm. Von Politik keine Spur – als wäre das Absicht.

Historisch korrekt ist vermutlich, dass schwule Paare selbstverständlich waren, auch bei den aufständischen Sklaven. Waffenstarrende Amazonen im Pseudo-Bikini im Gefolge des historischen Spartacus – wie in den Filmen – halte ich für unwahrscheinlich, lasse mich aber gern belehren.

Wussten die gelehrten Leserinnen und gebildeten Leser, dass das bekannte Marx’sche Zitat über Spartacus gar nicht so gemeint ist? Welt online: „‚Spartacus erscheint als der famoseste Kerl, den die ganze antike Geschichte aufzuweisen hat. Großer General … nobler Charakter, real representative des antiken Proletariats.‘ Das erkannte kein Geringerer als Karl Marx.“ Gar nicht wahr. Marx las natürlich seine Quellen im Original (im Gegensatz zu heutigen Journalisten), und hier war es der römische Historiker Appian, dessen Sicht auf Spartacus Marx referiert (in einem Brief an Engels vom 27. Februar 1861). Was Marx selbst darüber dachte, wissen wir nicht.

Was mich am meisten erstaunte während der Recherche, ist die Tatsache, dass es fast gar keine ernst zu nehmenden aktuellen wissenschaftlichen Publikationen über Spartacus gibt. Auch in meiner nicht kleinen Bibliothek über römische Geschichte ist nichts Relevantes zum Thema. Quod erat demonstrandum. Interessiert offenbar niemanden.

Der Untergang der DDR hat für uns einen großen Vorteil: Die historischen Bücher der DDR waren fast alle um Klassen besser als die aus dem Westen, und man kann heute sich preiswert eindecken. Während die bürgerliche Geschichtswissenschaft immer noch fast ausschließlich auf die Sicht der jeweiligen herrschenden Klassen rekurriert und diese sich zu eigen macht, interessieren mich eher die Klassenkämpfe, soziale Konflikte, Aufstände und die Ökonomie, die für alles den Rahmen bestimmt. Ich habe mich erst einmal einschlägig eingedeckt, werde aber auch die deutschen Übersetzungen der römischen Quellen studieren (auch die sind nicht einfach zu finden).

spartacusspartacus

Die Links gegen zu Amazon.

Ich werde mehr zu dem Thema schreiben (vgl. die neue Kategorie „Spartacus“). Und wäre das nicht ein wunderbares Thema für ein Buch?

Politik der USA in Syrien – endlich verständlich

Mehr über die „gemäßigten“ bzw. „moderaten Rebellen“ in Syrien hat Spiegel online.

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