The Moment the Avalanche Hit Everest Basecamp

Mother Jones zeigt: “This Video of the Moment the Avalanche Hit Everest Basecamp Is Terrifying.” Beeindruckend.

Unter dummen Rotzlöffelinnen

“Ich habe wirklich Probleme, asoziale Randgruppen aus taz und anderen bildungsfernen Schichten in ihrem Auftreten auseinander zu halten.” (Don Alphonso)

Well said, dude.

Stell dir vor, es ist Krieg und 100000 Personen spielen das

kriegsspiel

Prachanda oder: Babylonien, revisited, 19.0

Babylonien, revisited, 19.0: Daza oder “Dazaga”. Der junge Mann aus dem Tschad sprach auch Englisch und Arabisch und beklagte sich, dass in Berlin nur “a very few” Menschen aus des Tschad seien. Er stammte aus dem Norden des Landes, an der Grenze zu Libyen, und meinte, seine Sprache sei in keinem dictionary zu finden. Das forderte mich natürlich heraus.

Diese kleine Nachricht über einen Mann, der mir bestimmt viel hätte erzählen können, wozu leider keine Zeit war, halte ich für genauso wichtig wie irgendwelche Neuigkeiten über ein Erdbeben aus einem fernen Land, in dem es offenbar, ganz anders als in Japan, nicht für notig gehalten wird, erdbebensichere Häuser zu bauen, obwohl die Gefahr bekannt ist. Warum nicht?

Und was macht eigentlich die Kommunistische Partei Nepals, die bekanntlich für deutsche Medien nicht existiert?

Die Prohibition rechnet sich nicht oder: Regulierung psychotropher Substanzen

Für das Kapital rechnet sich die Prohibition nicht. Die Wirtschaftswoche (via Mathias Broeckers) lässt “führende Ökonomen” zu Wort kommen:

“Die Prohibition in Deutschland ist komplett gescheitert“, sagte der Düsseldorfer Ökonomie-Professor Justus Haucap der WirtschaftsWoche. Es sei „schwierig, Argumente zu finden, die gegen die Liberalisierung von Cannabis sprechen.” (…) “Aus Sicht von Regulierung und Fiskalpolitik lassen sich eher Gründe anführen, die für eine Legalisierung von Cannabis sprechen”, zitiert die WirtschaftsWoche Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.”

Sorry, in der Drogenpolitik geht es weder um Vernunft noch um rationale Argumente. Also vergesst es. Religion lässt sich leider ebensowenig abschaffen, auch wenn aus Sicht von Regulierung und Fiskalpolitik einiges dafür spräche.

irgendwas mit Medien

“Mediale Identitäten, Strukturen, Herausforderungen.” Und dann auch noch “thematisch vernetzt”. Wahnsinn. Das könnten fast Volkswirtschaftler und/oder Esoteriker sein.

Wenn das die Themen sind, sollte man das Event weiträumig umfahren.

Peng! bei Vattenfall

Tagesspiegel: “Das Kreuzberger Peng!-Kollektiv kaperte am Freitagmorgen für ein paar Stunden die Kommunikationsabteilung des schwedischen Energiekonzerns. Zeitgleich mit der Pressekonferenz in der Vattenfall-Lobby verschickten die Aktivisten im Namen von Vattenfall-Managern Pressemitteilungen und Twitter-Nachrichten, Hashtag #Vattenfall. Sie hatten dafür Twitter-Accounts von Vorständen erstellt. Sogar eine passende Webseite hatten die Aktivisten vorbereitet: vattenfall-responsibility.de – selbst ein aufwendig [sic] produziertes Video war dort eingebettet.”

Einfach nur genial. “Die Märkische Allgemeine Zeitung, der RBB und ein CDU-Bundestagsabgeordneter verbreiteten die falsche Nachricht vom angeblichen Kurswechsel des Konzerns weiter.” Auch Fefe ist drauf reingefallen.

Muahahaha.

You will be shocked at how ignorant [bitte selbst ausfüllen] are

Belgien

Da wir gerade beim Bullshit-Bingo sind: Generalstreiks scheinen die Menschen glücklich zu machen. “Generalstreik in Belgien. Der machtvollste Ausstand in der Geschichte des Landes beschert der Wirtschaft einen Verlust von 878 Millionen Euro”, schreibt die Junge Welt. Auch in Griechenland ist am 1. Mai Generalstreik, schon Ende März Generalstreik in Argentinien.

Da die Deutschen vergessen haben, wie das geht: “Busse, Züge und Flugzeuge standen still. Auch Banken und viele Geschäfte machten dicht. (…) Auch im Süden des Landes machten Arbeiter und Arbeitslose die wichtigsten Straßen unpassierbar.”

In Wahrheit will ich aber etwas über die ideological news bubbles schreiben, wie das Salon.com formuliert, also die mediale Blase, in der wir leben und die die “Netzgemeinde” für die Realität hält.

This month, the Pew Research Journalism Project reported how Americans get their news at home. If you think it’s from the Internet, you’ll be surprised that the 38 percent of us who access news at home on a desktop or laptop spend an average of only 90 seconds a day getting news online. America’s dominant news source is television, and the disparity between heavy viewers of TV news and everyone else is as startling as the gap between the plutocrats and the people.

Ich sehe keinen Grund anzunehmen, warum das hierzulande anders sein sollte:
Pew sliced the TV news audience into thirds: heavy, medium and light. In my Jeffersonian fantasy, that distribution would look like a bell curve; in fact, it looks like a cliff.

Wenige rezipieren viel, die übergroße Mehrheit informiert sich überhaupt nicht oder nur über die unkritischen seichten Mainstream-Kanäle oder Facebook. Auf Facebook stellt sich eben jeder selbst zusammen, von wo und von wem er informiert werden will. Manche Leute verbreiten eben nur Tierbilder, die allerbanalsten “Lebensweisheiten” oder andere irrelevante soziale Geräusche. Andere (wie ich) reproduzieren die internationale Presse, weil die besser ist als die hiesige, und pusten deren Inhalte in den deutschen Sprachraum.

Was dabei herauskommt? Nichts neues. Das Positive – Menschen können alles überallhin verbreiten – wird durch das Negative – sie rezipieren wie gewohnt und verbreiten nur das, was sie eh schon denken -, konterkariert.

Beispiel: Wer hat das gesagt? Und wird das in irgendeiner deutschen Zeitung erwähnt werden, gar einer lokalen?
“Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften, Bin Laden in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten.”

Nein, man weiß es schon vorher: Alle Mainstream-Medien werden das geflissentlich ignorieren. Es darf nicht sein, dass die herrschenden Klassen und die internationalen Konzerne, die die Bürgerkriege in Libyen, Syrien, dem Irak, in der Ukraine und schon lange vielerorts in Afrika bewusst herbeigeführt haben, uns belogen und betrogen und dass die Medien ihre Korrektivfunktion fast komplett aufgegeben haben (vgl. “Hilfs”programme für Griechenland). Der libysche Diktator Muaamar al-Gaddafi hat etwas ganz richtig vorhergesagt? Kann gar nicht ein.

Die gute Nachricht (und nein, ich bin kein Kulturpessimist): Es war noch nie anders. Warum hat die Linke in Deutschland in der Weimarer Republik ihre eigenen Medien – sogar eigene Medien-Konzerne? Aus genau diesem Grund.

Wer glaubt, Journalismus könne neutral und “objektiv”sein, irrt. Das war noch nie so, und wird nie so sein. Journalismus ist immer und ausnahmslos interessegeleitet, auch in den glücklichsten Ländern der Welt.

Gute Aussichten

alter

Manchmal muss man schmunzeln, was für ein Unfug verbreitet wird…

Skyline

skyline

Nicht so leicht herauszufinden, wo das in Berlin ist…

Urbanhafen

urbanhafen

Der Urbanhafen in Berlin-Kreuzberg. Früher sah er interessanter aus.

Deutschland ist in Gefahr

Stellungnahme der Eifel-Net Gmbh zur “Störerhaftung” (via Fefe) : Die Sicherheit und “der Bestand der Bundesrepublik Deutschland” seien in Gefahr, wenn das Gesetz geändert würde.

In der Eifel waren doch früher Vulkane. Kommen da noch immer irgendwelche Dämpfe aus dem Boden, vor allem in Euskirchen?

Tweet of the day 82

M74 (N) J13-RTC due to dog taking control of tractor … nope, not joking. Farmer and police at scene, vehicle in central res (via The Guardian)

Investigative Satire oder: Lachen bis zum bitteren Ende

Neue Zürcher Zeitung: “Kabarettsendungen wie «Die Anstalt» oder die «Heute-Show» ernten in jüngerer Zeit zunehmend Lob dafür, dass sie ernste Themen verhandeln. Sie profitieren davon, dass Fernsehnachrichten immer seichter werden. Während die investigative Satire in Amerika abflaut, erlebt sie derzeit in Deutschland einen Aufschwung.”

Wir haben gelernt, dass 89 Prozent der Griechenland-Hilfe im privaten Sektor, bei Banken, Fonds und Versicherungen landeten. (…) Erfährt man das aus den Nachrichtensendungen des Fernsehens? Eher nicht. Oder vor allem: eher nicht so.

Jeder Journalist, der das Wort “Hilfe” beim Thema Griechenland in den Mund nimmt, sollte ausgepeitscht werden, Aber dann hätte man so viel zu tun, dass man Auspeitscher vom Stabilitätsanker Saudi-Arabien ausleihen müsste.

Politik 2.0

Der ehemalige Pirat Christopher Lauer wird jetzt “Lobbyist” für den Axel-Springer-Verlag im Berliner Abgeordnetenhaus.
“Tatsächlich ist Lauer bereits seit Jahresbeginn für den Konzern tätig, was aber erst später bekannt wurde. (…) …war laut “Horizont” bei Projekten und projektübergreifenden Fragestellungen eingebunden”. Dafür wurde er mit Summen zwischen 3000 und 7000 Euro bezahlt.”

Aha. Das finanzielle Sein bestimmt wie gewohnt das Bewusstsein. Übrigens: internationale technologische Trends beobachten und auswerten sowie Impulse für neue Entwicklungen geben” mache ich hier auch. Ich drücke es nur weniger verschwurbelt aus.

Isn’t Working

capitalism

Lachen ist gesund, aber mehr nicht

mauertote

Natürlich lache ich auch, wenn ich gute politische Satire sehe, wie teilweise in der letzten Heute Show. Aber was kommt dann? Lachen ist gesund, mündet aber nicht in eine revolutionäre Attitude ohne etwas vergleichbar Positives. Satire ist ein Ventil, wie die Charaktermaske des Clowns, das den täglichen Wahnsinn erträglicher macht. In Wahrheit müsste man das Lachen verbieten, dann würden die Leute wütend, was eine adäquatere Attitude im und für den Kapitalismus wäre.

Medien bestärken das, was die Leute eh schon meinen. Daher habe ich die unerträglich kitschige Geschichte auf Zeit online: “Vom Rechtsradikalen zum Flüchtlingshelfer” kommentiert mit:
Nach “macht Mut” kommen zuverlässig keine journalistischen Inhalte mehr, sondern Moraltheologie. Man soll sich auch nicht mit der guten Sache gemein machen. Alter Lehrsatz, selten befolgt.

Die sind jetzt natürlich angepisst. Wenn man in Deutschland die Kerzen einer Lichterkette auspustet, wird man gleich öffentlich ausgepeitscht und mit Gemeinschaftsentzug bestraft. (Ganz nebenbei: Das Ministerium für Wahrheit, auch bekannt als “Jehovas Zeugen”, gibt bekannt: “Soziale Ächtung” heißt jetzt “ein Ausdruck von Liebe”.)

Der Lehrsatz über Medien gilt für jedwede Diskussion über Einwanderer, die teilweise auch Flüchtlinge sind. (Quod erat demonstrandum: So würde es kein Medium in Deutschland formulieren, obwohl es wahr und sachlich richtig ist. Der Diskurs ist eben moraltheologisch und je nach politscher Couleur einbetoniert und vorhersagbar.) Von mir kommt nichts über das aktuelle – und ebenso abzusehende – Drama, was sich zwischen Afrika und Europa abspielt.

Betrachtet man die Diskussion der sogenannten “Ausländerfrage” in längerer Perspektive, so fällt auf, daß sie seit den 70er Jahren alle vier, fünf Jahre in immer neuen Verwandlungen aufs neue enbrennt und jedesmal so tut, als seien plötzlich ganz neue Probleme aufgetaucht. Tatsächlich aber wird die Debatte um den Zuzug von Ausländern in Deutschland seit etwas 120 Jahren unter den im wesentlichen gleichen Fragestellungen und mit den gleichen Frotnlinien geführt. (Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland: Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge, 2001)

Wer sich moralisch empört, was jetzt überall geschieht, handelt unpolitisch. Der Guardian (für mich die beste Zeitung der Welt) schreibt aktuell: “Britain’s criminally stupid attitudes to race and immigration are beyond parody (…) I sometimes wonder if satire has reached a nadir in Britain because British society has itself become a parody of itself.”

Schon klar, auch in Großbritannien wie auch anderswo herrscht hohe politische Pappnasendichte. Aber wer das beklagt, wendet sich an die, die das schon wissen. Pappnasen rezipieren wiederum Medien, die sie bestätigen.

Ein Grund, mit dem Journalismus kürzer zu treten und mich stattdessen in die Belletristik zu begeben, war eben, dass man mit guten Informationen kaum etwas bewegen kann. Im Kostüm der Unterhaltung, so hoffe ich, kann ein Autor vielleicht die Gesetze der Medienrezeption aushebeln und Botschaften unterjubeln, die die Leser, wären diese “korrekt” verpackt, gar nicht erst konsumieren würden. Das erinnert mich auch schmerzlich daran, dass ich irgendwie die Zeit finden muss, um an meinem zweiten Roman weiterzuschreiben.

Babylonien, revisited, 18.0

Babylonien, revisited, 18.0: Edo. Der Nigerianer wollte mich wohl auf den Arm nehmen, weil er mich zuerst auf Englisch anredete, was er fließend sprach, und ich antwortete dementsprechend. Später merkte ich, dass er genau so fließend Deutsch beherrschte und Angestellter des Krankenhauses war.

Arbeiten 4.0 oder: Unter Value Factoring Consultants

factory

Wer das schreibt, ist doof: “bringt neue soziale Probleme mit sich und wirft grundlegende soziale Fragen auf”. Wer dann weiterliest, ist auch doof. Nein, ich schwurbele nicht so sinnfrei herum, sondern die SPD bzw. ein von Frau Dings (SPD) geführtes Ministerium.

Also versuche ich es noch einmal. Der Kapitalismus ist noch lange nicht am Ende. Das sagt jemand, der meint, der Kapitalismus sei bald am Ende, weil man die Embryonen einer anderen Gesellschaft schon erkennen könne.

Noch mal verschwurbelt, suggestiv Kapitalismus-affin, also SPD-like: “Arbeiten 3.0 meint die Zeit der Konsolidierung des Sozialstaats und der Arbeitnehmerrechte auf Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft. (…) Arbeiten 4.0 wird vernetzter, digitaler, flexibler sein. Wie genau die zukünftige Arbeitswelt aussehen wird, ist offen.”

Ja, und ihr habt noch etwas anderes offen: “Soziale Marktwirtschaft” ist ein weißer Rappe, lupenreine Propaganda und Neusprech vom Feinsten. Aber was rege ich mich unnütz auf: Von Sozialdemokraten und ihren Lohnschreibern erwarte ich nichts anderes als Gefasel.

to do

Und ja: Ich habe einen Plan, was ich schreiben werde, obwohl es für wohlwollende Leserinnen und geneigte Leser, die hier selten vorbeischauen, nicht so aussehen mag. Tl;dr? Dann geht doch zu LeFloid, der übrigens auch ein kluger, intelligenter und politisch denkener Mensch ist.

Ich empfehle noch einmal ein Buch, das ich mit Gewinn gelesen habe, das die richtigen Fragen stellt und sogar sehr interessante Antworten gibt, wie es mit dem Kapitalismus in der Zukunft aussehen könnte und was danach zwangsweise kommt: “Aufbruch ins Ungewisse (Telepolis): Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise“. (Nicht alle Kapitel sind interessant, aber die ersten beiden sind schon allein das Geld wert.)

Das Fazit: Die Zukunft jenseits des kapitalistischen Marktes ist schon da, man sieht sie aber noch nicht wirklich. Als Beispiel für ein ökonomisches und politisches Embryo hatte ich hier die Ciompi im 14. Jahrhundert genannt: Die Arbeiter der Wolltuchindustrie, einer der Vorformen der kapitalistischen Massenproduktion, entmachteten den Adel und schufen die erste Demokratie der Neuzeit in Mitteleuropa. 500 Jahre, bevor der kapitalistische Markt die alles beherrschende Wirtschaftsform wurde, konnte man also schon erahnen, wie das (die politische Form, die zum Kapitalismus weltanschaulich am besten passt, weil sie der herrschende Klasse nützt) mal aussehen würde, wenn es sich durchgesetzt hätte. (“Sätze mit mehr als 30 Wörtern versteht kein Mensch auf Anhieb”, lehre ich übrigens meine Studenten.)

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Wie sieht also die Arbeit aus, wenn der Kapitalismus sich selbst klammheimlich transformiert? Factoring Consultant oder Factoring Broker ist zum Beispiel ein Beruf, der aus dem Finanzkapitalismus stammt. Die Art und Weise zu arbeiten kommt jetzt auch in anderen Sparten vor:
Flexibility – set your own hours. Reoccurring Income – get paid for the lifetime of the customer. Virtual Office – work from a home office.

Hört sich gut an, ist es aber nicht automatisch. Im aktuellen Print-“Spiegel” kann man das nachlesen: In einem Unternehmen, das digitale Produkte herstellt, entscheiden die Arbeiter selbst im Team darüber, was sie wie wie lange herstellen. Das könnte der Kommunismus sein, wenn es keinen Chef gäbe (den gibt es aber). Nachteil (oder auch Vorteil): Alle kontrollieren alle Arbeitsschritte. “Alle Beschäftigten sind am Gewinn beteiligt.” Wer nicht spurt, fliegt also raus, aber einen Betriebsrat gibt es nicht. Ceterum censeo: Wenn es den Eigentümer nicht gäbe, sondern das Unternehmen allen gemeinsam gehören würde, wäre das Sozialismus, wie man ihn sich erträumt. Oder auch nicht.

Den Rest müssen die geneigten Stammleserinnen und wohlwollenden Stammleser (die noch übrig geblieben sind) selbst denken. Ich hoffe, dazu angeregt zu haben.

Phantasien

“Und natürlich wusste er, dass wir, die Medien, die Gesellschaft, noch lange über sein Handeln reden würden. Großartige Phantasien über das Selbst in der Nachwelt gehören mit zu einer solchen Tat.” Das sagt der Psychoanalytiker Micha Hilgers über den Piloten, der sich selbst und viele andere Menschen im März tötete.

Spontan erinnert mich das an ein Buch, das ich vor langer Zeit geschrieben habe und an die möglichen Motive eines Menschen, der den Suizid wählte und den ich, ohne das jemals beweisen zu können, im Verdacht hatte und habe, die Umstände so arrangiert zu haben, dass die “Nachwelt” wild spekulieren musste, was wohl das Motiv für den Freitod sei und ob nicht doch ein Mord vorliege.

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