Mit dem Rückgrat einer Qualle

rückgrat

Don Alphonso: “Mit dem Rückgrat einer Qualle: Wie das Westfalen-Blatt eine Autorin dem Mob opfert”.

Fefe: “Soweit sind wir in diesem Lande. Einzelne Personen können heutzutage missliebige Andersdenkende in Zeitungen einfach wegshitstormen.” Harald Schumann sagte ganz richtig dazu: “Journalisten sind genauso wie alle anderen Menschen. Es handelt sich um den ganz gewöhnlichen Alltagsopportunismus, den es überall gibt. Gegen den Strom schwimmen, kostet nun mal viel mehr Kraft.”

Man muss nur lesen, was das Westfalenblatt dazu sagt: “Sehr selbstkritisch müssen wir einräumen, dass in der Kolumne so formuliert wird, dass der Text Kritik geradezu herausfordert. Das ist unzweifelhaft eine gravierende journalistische Fehlleistung,”

Das geht ja nun gar nicht, dass ein Text Kritik herausfordert. Wo kämen wir denn da hin!

Lügen, nichts als Lügen

Zeit online (und Welt online): “Die Navy-Seal-Aktion, durch die Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden zur Strecke gebracht wurde, war der größte Erfolg in Barack Obamas erster Amtszeit. Starjournalist Seymour Hersh sagt nun: Alles gelogen.”

Samurai und Kurtisanen

The Guardian: “Rare and rather beautiful hand-coloured images of samurais and courtesans in 19th century Japan.”

Was ihr wollt oder: Was wollt ihr?

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Was wollt ihr? Löwen, die zum ersten Mal Gras fühlen? Elefanten, die sich nach 20 Jahren wiedersehen? Eine 102-Jährige, die sich zum ersten Mal tanzen sieht? Panem et circenses? Schon klar.

Oder doch lieber den Verfassungsschutz, der dem Rechtsextremisten und V-Mann Thomas Richter fast 300 000 Euro für seine Spitzeldienste zahlte?

Oder etwas, das zu erwarten war: “Deutschland ist bei der Ungleichheit fast Spitze – OECD warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Einkommens- und Vermögenskonzentrationen”?

Allen, die noch denken können und nicht nur fühlen wollen und die auch willens sind, längere Texte zu lesen, weil sie noch nicht verblödet sind, empfehle ich Roar Magazine: “Why does Greece not simply get it over with and default?” Sehr klug, interessant und lesenswert.

Nicht vergessen: Medien ändern keine Meinungen, sondern verstärken die, die schon vorhanden sind.

Im Blimp über dem Sumpf Brandenburg

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Fotos: 2004, vgl. Im Blimpflug – die Links funktionieren so gut wie nie, offenbar gibt es die Firmen usw. nicht mehr. Die Links zum Thema Cargolifter sind jedoch sehr erhellend.

Das Fluggerät ist ein so genannter Blimb, ein mit Helium gefülltes Luftschiff. Im Gegensatz zu einem Zeppelin hat ein Blimp innen kein starres Gerüst, das mit einer Hülle aus Stoff umgeben ist, sondern funktioniert wie ein Ballon in Zigarrenform – leichter als Luft eben. Am Boden muss der Blimp festgehalten werden, sonst macht er sich selbständig und segelt davon. Unten hängt die Kabine für die Fluggäste, etwas kleiner als ein geräumiger Bus, für ein gutes Dutzend Gäste. Den Flughafen gibt es noch.

Das Regime der Ukraine rehabilitiert Judenmörder

Haaretz (Israel): ” Ukraine to honor groups that killed Jews in World War II – New law outlaws the display of Nazi and Communist symbols but another law requires that nationalist groups involved in the killings of Jews and Poles be honored.”

Das wird natürlich in unseren Medien nicht auftauchen. In isrealischen Zeitungen wird man über die Ukraine besser informiert.

Die Mächtigen, die Medien und die Regime Change Scenarios

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Harald Schumann in Telepolis: “Wenn man den Mächtigen nach dem Maul schreibt, bekommt man die besseren Honorare”.

Dazu passt von Carta.info: “Die EU-Kommission gefährdet Journalistenrechte mit einer neuen Richtlinie zu Geschäftsgeheimnissen. Der Entwurf der Richtlinie kommt von einer internationalen Anwaltskanzlei.”

Aktuelles Beispiel ist Mazedonien. Man braucht sich nur ansehen, was die deutschen Mainstream-Medien daraus machen.

Die Maske fällt

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Fotos: 2005

Der Guardian schreibt (Überraschung!) “Britain’s political elite has fooled us all again”. Das ist mir nicht erst jetzt aufgefallen. Oder: It’s not a bug, it’s a feature.

Man könnte auch ein weniger populäres Medium lesen wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten Michael Maiers, das von netzpolitik.org angefehdet wird.

“Ende der Freiheit: Polizei-Staat in Europa nimmt gespenstische Form an”, heisst es. Welche Freiheit? Der Staat im Kapitalismus gerantiert Freiheit nur und nur solange, als der Profit garantiert ist. Wenn nicht, fällt die demokratische Maske sehr schnell.

Die Konkret hat das Yanis Varoufakis’ Buch “Der globale Minotaurus: Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft” rezensiert und schreibt:
Die wichtigste Erkenntnis, die Varoufakis mit Marx gewonnen hat und die ihn von den meisten anderen Sozialdemokraten treent, ist die, dass das Kapital ein dem individuellen Willen und der Moral vorgelagertes Verhältnis ist.<7i>

Es kömmt eben nicht auf den Willen an. Die Charaktermasken handeln im Sinne des Systems. Das musste mal hier gesagt werden.

Ukraine being overrun by fascists

Jerusalem Post: “Putin says Ukraine being overrun by fascists – and he may be right”.
The draft law – which is now on President Petro Poroshenko’s desk awaiting his signature – recognizes a series of Ukrainian political and military organizations as “fighters for Ukrainian independence in the 20th century” and bans the criticism of these groups and their members. (The bill doesn’t state the penalty for doing so.) Two of the groups honored – the Organization of Ukrainian Nationalists (OUN) and the Ukrainian Insurgent Army (UPA) – helped the Nazis carry out the Holocaust while also killing close to 100,000 Polish civilians during World War Two.

Jetzt ist auch die Jerusalem Post unter die “Putin-Versteher” gegangen, wird also in Zukunft von deutschen Medien nicht mehr zustimmend zitiert werden?

Die Zukunft der Zeitungen

zeitungen

Fotografiert vor ca. zehn Jahren.

Romane für Männer

Romane für Männer

Heute undenkbar, weil genderpolitisch unkorrekt. Gesehen in B. Traven: Die Rebellion der Gehenkten, meine Ausgabe ist aus dem Jahr 1974. (Immer wieder lesenswert und aktuell!)

Das Ende des investigativen Journalismus

“Wer Daten, die nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” (Neues Gesetz gegen “Datenhehlerei”, via Hal Faber)

Exegi monumentum aere perennius

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Sorry, auch im virtuellen Leben hat man Termine einzuhalten, vor allem dann, wenn man Geld dafür bekommt, etwas zu bauen, sei es auch nur eine symbolische Summe, die, was die Arbeitszeit betrifft, den Mindestlohn weit unterschreitet, aber dennoch die Mühe wert ist, da der Spaßfaktor und die Tatsache, Gott spielen zu können, der Welten erschuf, die dem entsprachen, das vorher in seinem Geist Formen angenommen hatte, dem Homo sapiens immer schon erfreut hat und er sich der Illusion hingab: Exegi monumentum aere perennius!

Red Army Choir (Überraschung!)

Überraschung!

Männerfantasien, Turkish-Stream und Mazedonien

Männerfantasien beim Sex und Mazedonien – bei diesen beiden Theman könnte ich heute nicht “nein” sagen und musste die jeweiligen Artikel lesen.

Froh zu sein bedarf es wenig

Shanghaiist: “Photographer spends 11 years documenting families around China with all their belongings”. Die Fotos muss man gesehen haben.

Unbekannte U-Bahn-Station

U-Bahn Hamburg

Hamburg, U-Bahn-Station, fotografiert 2005

Morgendämmerung

Morgendämmerung

Vor dem Urban-Krankenhaus, Berlin-Kreuzberg, 4.05 Uhr

Meidet Aquincum, Magyarország und andere Miszellen

BudapestBudapestBudapestBudapest

Ja, man sollte zum Boykott aller Reisen nach Ungarn aufrufen. Warum sollten die dortigen Faschisten und die ultrarechte Regierung unterstützt werden? Ich würde mich heute dort unwohl fühlen. In Israel werden auch radikale Rechte an der Regierung beteiligt, aber die sind wenigstens keine Antisemiten.

Mit fiel ein, dass ich meine Fotos aus Budapest, die schon zehn Jahre alt sind, irgendwo gespeichert hatte. Und siehe, ich fand sie und andere, an die ich gar nicht meghr gedacht hatte, auf einer CD, ganz hinten im Schrank. Das wollte ich den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern mitteilen. Das Internet braucht mich, und wenn ich einen Tag nicht blogge, quillt mein Herz über von Dingen, die unbedingt raus müssen.

Mit Vergnügen verlinke ich die Westfälischen Nachrichten aus Münster. (Nein, ich war es nicht! Ich war in Berlin.) Geniale Aktion: die Sowjetfahne wehte am Rathaus. “Auch über den Hintergrund der Aktion gibt es bislang nur Vermutungen: Möglicherweise steht sie im Zusammenhang mit dem Kriegsende vor 70 Jahren und der Befreiung von der Nazi-Herrschaft.” Ach? Möglicherweise? Möglicherweise wollte jemand nur die Wäsche aufhängen und hat da was verwechselt?

Theweleit, ick hör dir trapsen: The Atlantic bringt eine wunderbare Bilderstrecke zum massenpsychologischen Thema “The Chinese Art of the Crowd”. Nicht zu fassen. Frage des Ethnologen: Welche Form der Herrschaft wird wie öffentlich zelebriert? Und warum ist der Einzelne nichts oder soll es nicht sein? Nicht zu vergessen der Hinweis, dass “Privat” und “Privatsphäre” vom Bürgertum erst erfunden wurden. Wenn man diese verteidigt, ohne die Systemfrage zu stellen, wird man immer scheitern, oder irgendwann FDP wählen oder Volkswirtschaft studieren.

Verflixt, ich muss jetzt noch abwaschen…

Systemfrage

NSA

Aus meiner sicht geht es nicht um Einzelpersonen oder die politischen Ansichten von CDU und SPD, es geht um die Systeme.” (Edgarward Snowden)

Hal Faber weist auf einen Artikel Wolfgang Kalecks hin, der sich über den “nationalistische Unterton” der gegenwärtigen Debatte des BND-“Skandals” echauffiert. Zu Recht. Witzig finde ich nur, dass der Geheimdienst eines Landes Industriespionage für ein anderes Land betreibt, und zwar schon seit Jahrzehnten, ohne dass das jemand unangenehm aufgefallen ist (außer Josef Foschepoth: “In Deutschland gilt auch US-amerikanisches Recht”).

Wenn man die Sache logisch durchdekliniert, stellt sich immer wieder die Frage nach dem Charakter eines Staates im Kapitalismus: Die Herrschenden denken schon längst international, nationale Grenzen sind überflüssig und Bullshit und sind nur hinderlich, den Profit optimal zu maximieren. Deswegen sit es einfach lächerlich zu fordern, dass Deutschland und dessen Unternehmen nicht ausspioniert werden sollten. Und dann? Was, wenn nicht? Werden dann wieder alle reich und glücklich in der so genannten “sozialen Marktwirtschaft”?

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