Fake-News, revisited

fake news

Urururwirt und Frau

Vielleicht kann hier ja jemand Altkirchenslawisch oder Polnisch oder Russisch, was auch immer es ist. Hier wird vielleicht die Heirat meiner Urururgroßeltern Johann Neumann, Wirt in Brzozówka (russ: Brshusuwka), und Anna Neumann geb. Berendt im Jahr 1822 dokumentiert. Ich arbeite mit einer professionellen Ahnenforscherin zusammen, die auch über diese matriarchale Linie mit mir verwandt ist. Eine genaue Übersetzung steht noch aus.

Der Deutsche Michel und Unbiased News Coverage

Sehr interessant: Das unabhängige Pew Reserach Center hat untersucht, wie Menschen in unterschiedlichen Ländern mit Medien umgehen und was sie von denen erwarten. „Publics Globally want unbiased news coverage [unvoreingenommene Berichterstattung], but are divided on whether their news media deliver“.

Die meisten Medien-Konsumenten möchten objektiv informiert werden, aber keine Parteinahme für eine politische Richtung: „News media rated highest for covering important issues, lowest for reporting on politics fairly“.

Die Deutschen sind weltweit mit am naivsten und glauben vieles von dem, was man ihnen über Politik serviert. Das überrascht mich nun gar nicht.

Stilleben mit Luxusartikeln

glentauchers

Ich habe mir noch Nachschub geholt – ab jetzt bin ich Fan der Glentauchers Distillery. Ein kundiger Leser schrob schrieb hier: „Problem bei den Tauchers ist, soweit mir bekannt, gibts keine Originalabfüllung, zumindest keine außerhalb der Destillerie, deswegen landet der Stoff bei einigen unabhängigen Abfüllern oder wird in Blends verklappt“.

Darauf habe ich einen gewohnt sachkundigen Verkäufer beim Drogendealer meines Vertrauens angesprochen. Der antwortete: Sie hätten bei Glentauchers ein eigenes Fass gekauft (und das vorher getestet). Wenn das leer ist, kriegen sie ein neues, aber das ist natürlich dann ein etwas anderer Whisky. Von diesem Fass haben sie noch rund 40 Flaschen da, aber die konnte ich natürlich nicht alle aufkaufen. Jedenfalls schmeckt das Gesöff (destilled 1. May 2008) großartig.

Wie das medienkundige Stammpublikum weiß, werbe ich für nichts und niemanden (ausser, dass die Bücherlinks auf Amazon gehen, aber man muss ja nicht klicken). Es gibt drei Ausnahmen (ich kriege nichts dafür): Erstens Glentauchers (siehe oben), zweitens für Benzinöfen von Coleman (vgl. Loblied auf einen Ofen, 07.01.2004) und drittens für bestimmte Schuhe von Adidas. Alle, die ich dort gekauft habe, waren erstklassig (aber auch nicht billig) – im Gegensatz zu anderen Marken, die ich zum Teil auch getestet und nach wenigen Monaten weggeworfen habe, weil sie auseinanderfielen oder Risse bekamen.

Und wer von euch hat denn einen Stiefelknecht? (Außer denen natürlich, die sich vorwiegend zu Pferd fortbewegen.)

Unter Beschuss

Lesenswert: Richard Gutjahr über Mobbing und Verschwörungstheoretiker:
„In unzähligen YouTube-Videos, Postings auf Facebook und auf Twitter wurden meine Frau, meine Tochter und ich aufgrund meiner Berichte (und vielleicht der Tatsache geschuldet, dass meine Frau Jüdin ist) bezichtigt, Teil einer internationalen Verschwörung zu sein, der sog. New World Order (NWO). Ziel dieser geheimen Organisation: durch inszenierte Terrorakte (‚Hoaxes‘ oder auch ‚FalseFlag‘-Angriffe) die Weltherrschaft zu erlangen. Haben wir anfangs über diesen Irrsinn noch gelacht, ist meiner Familie und mir das Lachen nach und nach im Hals stecken geblieben.“

Mit Mobbing habe ich ja auch diverse und intensive Erfahrungen gemacht, auch seitens von Leuten, die andere für seriös halten. Es ist natürlich ein Unterschied, ob mal allein gegen alle steht, was mir – auch wegen meiner Biografie – noch nie etwas ausgemacht, sondern mich eher angestachelt hat, oder ob die Familie mit darunter leidet.

Gegen Idioten wie die von Gutjahr erwähnten Verschwörungstheoretiker (die auch allesamt Antisemiten sind) würde ich vermutlich nicht vorgehen, aber welche, die man in Maßen ernst nehmen kann, dürfen mit meinem Gegenmobbing rechnen.

Freiheit zu belästigen

Tagesspiegel: In der Diskussion um sexuelle Übergriffe haben die französische Schauspielerin Catherine Deneuve und andere Prominente eine „Freiheit zu belästigen“ eingefordert. Die aktuelle „Denunziations-Kampagne“ gegen Männer spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände, heißt es in einem von rund 100 Frauen unterschriebenen offenen Brief, der in der Zeitung „Le Monde“ erscheint.

Die Unterzeichnerinnen warnen in der #MeToo-Debatte vor einem ‚Klima einer totalitären Gesellschaft‘. ‚Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber hartnäckiges oder ungeschicktes Flirten ist kein Delikt, und eine Galanterie auch keine chauvinistische Aggression‘, schrieben sie. Die ‚Freiheit zu belästigen‘ sei ‚unerlässlich für die sexuelle Freiheit‘.

Das würde sich in Deutschland niemand trauen.

By the way, lieber Tagesspiegel, wisst ihr eigentlich, was ein „Link“ im Internet ist und dass man den setzen kann? Wäre ein netter Service.

From the Earth, Moon and Beyond

OSIRIS-REx

Source: NASA

„OSIRIS-REx is a mission to figure out where we came from, as asteroids are remnants from the formation of our solar system. But while the spacecraft might tell us some things about where we have been and where we are headed, it also can remind us of where we are right now.“

Telepolis schreibt dazu über „Das einsame Raumschiff Erde“, den Nasa-Satelliten OSIRIS-REx und die prekäre Existenz des Lebens.

Episch! Großartig!

The Decline of Anti-Trumpism

Die New York Times schreibt über „The Decline of Anti-Trumpism“.
„The modern lowbrow (…) ignores normal journalistic or intellectual standards. He creates a style of communication that doesn’t make you think more; it makes you think and notice less. He offers a steady diet of affirmation, focuses on simple topics that require little background information, and gets viewers addicted to daily doses of righteous contempt and delicious vindication.“

Well said, dude. Wird hierzulande aber niemand hinhören.

Gefakte Fake-News

Spiegel online und RT Deutsch streiten sich über Fake-News. Fefe: „(Achtung: Link geht zu RT Deutsch), dann kann es nur Gewinner geben :-))“ Fehlt nur noch, dass sich Donald Trump und Kim Jong-Un einmischen.

Alles überflutet

internet

Ich sollte auch „Zukunftsforscher“ werden…

Kulturferne Kulturen

Der Präsident der Bundesärtzekammer beschreibt meinen Arbeitsplatz in einem meiner Berufe: „In einigen Krankenhäusern gibt es bereits Sicherheitsdienste, um das Personal dort zu schützen. Die Politik muss dringend einen Kulturwandel befördern, damit man wieder begreift, dass diese Menschen Retter und Helfer sind.“

Da ist sie wieder, unsere „Kultur“. Die kann man nicht einfach verändern, vor allem nicht bei denen, die gar keine Kultur haben und kennen.

Menschen handeln so, dass sie sich einen Vorteil versprechen. Wenn Aggressivität und mangelnde Empathie nützlich sind und nicht die Regeln der Gesellschaft, sondern nur die der eigenen Familie zählen, darf man sich über das Ergebnis nicht wundern, solange das nicht sanktioniert wird. Ich bin nicht tolerant.

Slàinte Mhath oder: Ganz gute Getränke, gemeinhin genossen

wein und Whisky

Die Weltläufte geben gerade nichts von Belang her. Die Mainstream-Medienblase debattiert über das irrelevante Buch Fire and Fury, das, wenn ich einigen Rezensenten glauben will, nur bestätigt, was jeder sowieso weiß: Ob einzelne Vertreter der herrschenden Klasse dumm sind oder nicht, ist völlig schnuppe. Das System funktioniert ohne sie – das sieht man hierzulande ja auch.

Mich interessiert eher, wohin wir kommen und was es dort gibt.

Zum Getorften. Am liebsten hätte ich natürlich im KaDeWe zum (gewohnt sachkundigen) Verkäufer gesagt: „Bitte einen israelischen Rotwein aus den so genannten „besetzten“ Gebieten, der mit Blick auf Syrien oder Gaza gekeltert worden ist.“

Ich bin ein trotziger Mensch und mache immer aus Prinzip genau das, wovon man mich abhalten will, ohne mich vorher zu fragen. Das liegt natürlich an kindlichen Traumata, die zu bearbeiten ich mir selbst überlassen war, immer eingedenk des Leitsatzes, das der Hass eines Konvertiten das Problem nicht wirklich löst, wie Lichtenberg schon richtig anmerkte: „Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.“

Ich habe mich also selbst, da ich den Verkäufer nicht in Verlegenheit bringen wollte, mit einem Merlot Gamla von den Golan-Höhen eingedeckt, dazu einen Barkan von ebendort.

Langer Rede kurzer Sinn: Das KaDeWe hatte zu meiner Überraschung keinen Glentauchers, der mir bisher am besten schmeckte, ja, man kannte ihn garnicht. Das scheint ein echter Geheimtipp gewesen zu sein. Ich habe also wieder einen Whisky aus der Region Speyside genommen, der Ben Riach war zwar lecker, mir aber ein bisschen zu „hart“.

L’Chaim! Slàinte Mhath!

Kollektives Gedächnis

sachsen und bayern

Sollte Alexander Dobrindt Eribons Rückkehr nach Reims gelesen haben? Er wolle „die unterdrückte bürgerliche Mehrheit aus ihren Reihenhäusern in die Zukunft führen.“

„…in einem Land, in dem Rechtsradikale, die Anschläge verüben, gewohnheitsmäßig verharmlost werden und ihren eigenen politischen Arm im Parlament haben, einem Land, in dem unter den offenen Feinden der offenen Gesellschaft Richter, Polizisten, Militärs sind, denen aber aus ihrer Feindschaft kein beruflicher Nachteil erwächst, in so einem Land muss man endlich einmal mit offenem Visier sagen, wo der Feind steht, und dies tut Dobrindt, Alexander, in der Welt. Er haut mit der Faust auf den Tisch und ruft: Der Feind steht links.“

Daran ist doch gleich vieles falsch. Erstens: Die übergroße Mehrheit der hiesigen Journaille entstammt nicht der Arbeiterklasse, sondern dem neuen Kleinbürgertum, ist also nicht links, sondern höchstens gefühlt Lifestyle-links, also reaktionär bis auf die Knochen. Man kann sogar die Wissenschaft fragen: Uwe Krüger zum Beispiel behauptet in seinem Buch Meinungsmacht – Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten, dass die Mehrheit der Journalisten die Sicht der herrschenden Klasse übernehme. Ich gehe sogar weiter: Mehr als 95 Prozent aller deutscher Journalisten haben sich mit dem Kapitalismus nicht nur arrangiert, sondern halten ihn für das teleologische Ziel der Geschichte. Danach kommt nichts mehr, vielleicht nur noch das jüngste Gerücht Gericht.

Was also soll Dobrindts Schaumschlägerei und auch die seiner „liberalen“ Gegner? Die herrschende Klasse hat ein kollektives Gedächnis, das vermutlich bis weit hinter 1524 reicht. Es wirkt bis in die letzte Gehirnzelle eines Funktionärs der Jungen Union. Die fühlen automatisch, was für sie gefährlich werden könnte. Und wie die Nationalsozialisten werfen sie sich dann irgendlich links gestricktes Kleidungsstück um, um sich bei denen da unten anzubiedern.

Wenn Dobrindt klug wäre und kein Bayer, wäre er gefährlich. Die Linke spricht das Proletariat, dessen Elite eben auch in Reihenhäusern sitzt, nicht an. Sie spricht weder dessen Sprache noch trifft sie dessen Tonfall. Es kann durchaus sein, dass – wie in Frankreich – auch hier jemand hochkommt, der diese Lücke füllt, aber – wie Macron, der von den hiesigen Lohnschreibern des Kapitals zum „Reformer“ hochgejubelt wird -, die Herrschenden vertritt.

Ich werde es dem Stammpublikum rechtzeitig mitteilen. Har har.

The Fair of Se’Var

kulturelle Aneignung

Es würde jetzt zu weit führen zu erklären, warum mein Avatar (der mit der weißen Tunika) da im Hintergrund sitzt. Ein Teil dieser Antwort würde die Bevölkerung auch verunsichern. Aber auf Fratzenbuch kann ich derartige Screenshots eben nicht posten.

„There are four such fairs, administered by the merchants, held annually in the vicinity of the Sardar, those of En’Kara, En’Var, Se’Kara and Se’Var.“ (Players of Gor (Gorean Saga), Page 169)

NetzDG

Es kam, wie es kommen musste.

Journalismus, wie er sein sollte

Lesenswert: James Risen erzählt von den Repressalien, die er erdulden musste. Risen war bei der New York Times jahrelang der für National Security zuständige Reporter und hat mehrere bahnbrechende Reportagen und Bücher geschrieben. (via Fefe)

Wenn ich mir hingegen die deutschen Journalisten-Darsteller so ansehe, die in ihrer Soziale-Medien-Blase vor sich hinblubbern…

Kulturelle Aneignung und anderes Geschwurbel

kulturelle Aneignung

Ist das kulturelle Aneignung?

Mit einer anderen Akzentuierung wird kulturelle Aneignung (engl. cultural appropriation) in der US-amerikanischen Critical-Whiteness-Bewegung genutzt. Der Begriff dient hier u.a. zur Reflexion von Macht- und Diskriminierungsverhältnissen, auf deren Grundlage traditionelle Gegenstände der materiellen Kultur verschiedener Ethnien als Substrat für Kommerzialisierungsprozesse instrumentalisiert werden. Diese Form kultureller Aneignung wird kritisiert, da die betroffenenen Kulturen verloren oder verfälscht werden können.

Schwurbel, schwurbel, schwurbel. Jedermann (!) sieht gleich, welch reaktionäres Konzept von „Kultur“ sich dahinter verbirgt. Typisch neue Kleinbourgeoisie. Und jeder Ethnologe würde, wenn er schon tot wäre, im Grabe rotieren.

Trotz alledem

trotz alledem

Ehemaliges Staatsratsgebäude der DDR. Dass da jetzt eine „Managerhochschule“ sitzt, ist eine Ironie des Schicksals. Dazu Karl Marx: „Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Thatsachen und Personen sich so zu sagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als große Tragödie, das andre Mal als lumpige Farce.“

Free Grenada, revisited

Grenada

Da sitze ich am Strand des Atlantischen Ozeans an der Grenville Bay in Grenada (Kleine Antillen) während der Revolution 1982. Gewohnt habe ich in den zwei Wochen übrigens in Grand Mal in einem eigenen Haus direkt am Meer (vgl. „Women committed„, spiggel.de 02.03.2006, Foto 2. Reihe von oben rechts).

Bewegen und sammeln

Ein interessantes Interview mit Oskar Lafontaine hat die Osnabrücker Zeitung. (Wer denkt sich nur diese bescheuerten Überschriften aus? Die Riege der Querschreiber?)

Diejenigen, die über die Parteigrenzen hinaus wieder mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland wollen, müssten eine neue linke Sammlungsbewegung gründen. Diese Bewegung sollte nicht nur die klassischen Parteien, sondern auch Gewerkschafter, Sozialverbände, Wissenschaftler, Kulturschaffende und andere umfassen.

Nein, ich stimme mit Lafontaine nicht überein. Wenn die „Linke“ nicht in der Lage ist, eine Lobby der Arbeiterklasse zu sein, macht sie etwas falsch. Diese Selbstkritik liefert Lafontaine nicht.

Mein Ziel war es immer, den gemeinsam erarbeiteten Wohlstand gerecht zu verteilen.

So sind sie, die Sozis. Das System nicht in Frage stellen, nur anders verteilen. Ich habe mit der herrschenden Klasse nichts „gemeinsam erarbeitet“.

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