Das Kapital, reloaded

Manager Magazin: “‘Kapital im 21. Jahrhundert’ schreckt Ökonomen auf”.
Der Titel erinnert nicht zufällig an “Das Kapital” von Karl Marx. Der Ansatz ist zwar ein völlig anderer, aber auch der junge Ökonom Thomas Piketty von der Ecole économique de Paris wagt sich an eine Theorie der selbstzerstörerischen Kraft des Kapitalismus. Er stützt sich auf die wohl größte und systematischste Sammlung von Daten über die Verteilung von Vermögen und Einkommen im Verlauf der Jahrhunderte und im Vergleich mehrerer Länder.

Thomas Piketty: Capital in the Twenty-First Century, translated from the French by Arthur Goldhammer, Belknap Press/Harvard University Press, 685 pp., $39.95.

Ist praktisch schon schon gekauft… In Deutschland wird es natürlich nicht wirklich diskuiert werden (dürfen).

Umsetzung der Vertiefung bei Verhinderung und Bekämpfung

BT-Drucksache 18/1037

Kleine Anfrage der Partei “Die Linke” über den Datenaustausch zwischen Deutschland und den USA. Grusel.

Mehr dazu auf der Website des Bundestages (BT-Drucksache 18/1037: “Umsetzung des deutsch-amerikanischen Abkommens zur Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität”) und bei Netzpolitik.org: “Schäubles Erbe: BKA bald startklar zum automatisierten Abgleich von Fingerabdrücken und DNA-Profilen mit den USA”.

Umsetzung der Vertiefung bei Verhinderung und Bekämpfung. Das hätte die “Linke” nicht besser formulieren können.

Erziehung zur Unmündigkeit

moderne browser

Diese Falschmeldung bekommt man, wenn man auf der Website von Al Jazeera mit Firefox ohne Javascript und ohne Cookies surft (was ich für normal und empfehlenswert halte). Die so genannten Webdesigner müssten doch wissen, dass die Meldung nicht stimmt. Daher ist das eine bewusste Lüge. Ich wüsste zu gern, wer sich so etwas ausdenkt.

Man könnte auch sagen: Webdesigner lügen ganz bewusst, weil sicherheitsbewusstes Surfen das Geschäftsmodell der Medien im Internet – das Ausspähen der Nutzer – aushebelt.

Journalismus hat sich erledigt

“Journalismus, wie wir in [sic] heute kennen, hat sich erledigt.” (Marc Cooper)

Ach.

Dieser Text ist mit Hilfe eines Rechercheprogramms der russischen Botschaft in Adis Abeba zustande gekommen.

Kantenfreie Funktionäre

Schöner Satz im Tagesspiegel: “Offenbar aber wird künftiges Führungspersonal im Alltag schon verschlissen, bevor es oben ankommt. Übrig bleiben angepasste, kantenfreie Funktionäre, die keinen Wähler inspirieren.”

Das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für Journalistenverbände – wie etwa den DJV.

Mehr Eier, reloaded

Etwas verspätet: Zum Thema “Wir brauchen mehr Eier” gibt es eine schöne Geschichte beim MDR, wie Hühnerprodukte auf neue Wasserwerfer wirken.

Gleichung

gleichung

In der Mathematik lässt sich der Begriff Gleichung, der ansonsten unter “Deutsch des Grauens” subsummiert werden würde, kaum vermeiden. Die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser erkennen sicher sofort, um welche Gleichung es sich handelt und wer sie aufgestellt hat und was sie beschreibt.

Babylonien, revisited, 3.0

Babylonien, revisited: Akan (u.a. Ghana).

Eklektizistischer Lifestyle

Mein Musikgeschmack ist ja bekanntlich eklektizistisch und spannt sich über Klassik, südamerikanische Folklore, hand-made Blues und Boogie bis zu Rock-Ohrwürmern, aber meine Lieblingsmusik ist eindeutig diese hier (ab. ca. 43-ster Minute sowieso).

Da wir schon beim Lifestyle sind: Hier noch etwas Nettes über Krav Maga (habe leider zwei Monate nicht trainieren können, aber das wird schon wieder). Und hier gibt es nette T-Shirts und andere Accessoires.

Kindchenschema

Kindchenschema

Die Russen kommen

“Verfassungsschutz warnt vor russischen Spionen.”

Bruhahahahahahahahaha.

Vollpas-cha

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel.

Eier, wir brauchen Eier! (Oliver Kahn, 2003)

Ich wünsche den wohlwollenden Leserinnen und geneigten Lesern frohe Feiertage.

Getanzte Tänze und traurige Huren

Relato de un náufrago

“Egal, was auch passiert, niemand kann dir die Tänze nehmen, die du schon getanzt hast.” (Gabriel García Márquez: Erinnerung an meine traurigen Huren, 2004)

Von Márquez habe ich in Gänze nur “Relato de un náufrago (“Bericht eines Schiffbrüchigen”) gelesen. Der kolumbianische Schriftsteller gilt als Vertreter des magischen Realismus. Ich mag diesen Stil nicht, aber Márquez hatte einen, was man von deutschen Schriftstellern nur sehr selten sagen kann (ich kenne keinen, der noch lebt und schreibt).

Das Buch habe ich 1982 stilsicher in Bogotá gekauft und auch in Kolumbien während des Reisens gelesen.

Das wichtigste militärische Ereignis des II. Weltkriegs, reloaded

aufstand warschauer Ghetto

“Viele Menschen in Warschau laufen heute mit gelben Blumen herum um an den Aufstand im jüdischen Ghetto zu erinnern.” (via Yannick)

Vgl Burks.de vom 19. April 2013 und vom 20. April 2003: “Das wichtigste militärische Ereignis des II. Weltkriegs” sowie den Stroop Report.

Trolle und deren Tun

troll

Der Kiezneurotiker scheibt über Stalking, Trolle und andere kranken Online-Seelen.

Wikipedia: Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche die Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion darstellen. In darauf bezogenen Bildern wird oft auf den aus der Mythologie bekannten Troll verwiesen. Ein gelegentlich gebrauchtes Synonym ist Twit (engl: Dummkopf). Die zugehörige Tätigkeit wird “trollen” genannt.

Deutsch des Grauens: “Die zugehörige Tätigkeit”. Deutsch: Das (ihnen eigene) Tun.

Im Kommunismus leben

Aus dem Spiegel-online-Forum: “—Zitat— Chinesischer Top-Manager gefeuert —Zitatende— Man sieht, dass die Chinesen die Wirtschaft nicht verstanden haben und im Kommunismus leben.”

Wenn Snowden da mal von Putin eingeladen (aufgefordert) wird

Aus dem Heise-Forum: “Wenn Snowden da mal von Putin eingeladen (aufgefordert) wird, bei einer Talkshow mitzumachen, das ist es genau das richtige, wenn er das tut. Denn damit bringt er sein fragiles Asyl nicht in Gefahr. Wenn Deutschland und irgendwelchen Heuchelpolitikern das nicht paßt, dann sollen sie dafür sorgen, daß Snowden Asyl erhält, und gebührenden Schutz vor dem Unrechtsstaat USA.”

Babylonien, revisited, 2.0

Babylonien, revisited: Luxemburgisch, Schwyzerdütsch.

Obszöne Dynamik und der Homo Germanicus

arbeiter

Wie im Fall der aktuelle DIW-Studie werden Nachrichten zur obszönen Dynamik der Vermögensentwicklung zwar gesendet und gedruckt, treffen aber bei Medienleuten und in der sonstigen Öffentlichkeit auf weitgehendes Desinteresse. (…)

Das hat ganz direkt mit der mentalen formatierung des Homo Germanicus zu tun, Im Mittelalter, das hiezulande mindestens bis 1914 dauerte, hat er gelernt, daß Ungleichheit eine von Gott gewollte natürliche Bestimmung ist und daß der Kaier und andere Feudalherren die legitimen Vollstrecker dieses Modells sind. (…)

In dieser Tradition ist der Homo Germanicus auch als Demokrat und bis heute darauf dressiert, die kleinen und großen Brutalitäten der Privilegienbürger als Ausdruck der einzig richtigen Ordnung zu ertragen – sie erscheinen seinem feudal und antimkomunistisch geprägten Bewußtsein als ein Moment im natürlichen Proueß der Kapitalverwertung(Rolf Schröder: Balladen der Bemittelung – Weshalb sich für neue Erkenntnisse über die hiesige Vermögensverteilung niemand interessiert, konkret 4/2014)

Zeit online schreibt: In keinem anderen Euro-Land ist das Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Die Schere zwischen denen, die viel Geld besitzen und denen, die gar keines haben, wird dabei immer größer… Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt demnach ein persönliches Vermögen im Wert von mindestens 800.000 Euro. Dagegen verfügt gut ein Fünftel aller Erwachsenen über gar kein Vermögen. (…) Studienautor Markus Grabka geht davon aus, dass seine Ergebnisse dabei nur einen Teil der Realität abbildet. Die Wirklichkeit sehe noch verheerender aus, sagt er.

Gut, wir wissen alle, dass das ein Feature und kein Bug ist. Aber es reicht nicht aus, den mangelnden Widerstand und das fehlende Klassenbewusstsein “mentalitätsgeschichtlich” erklären zu wollen. Das Problem geht viel tiefer: Die Idee, jemand habe viel mehr als andere, ohne etwas Vergleichbares dafür getan zu haben, und das sei ungerecht, setzt voraus, dass “Gleichheit” als Vorteil für die jeweilige soziale Bezugsgruppe empfunden wird. So will es die Evolution. Deshalb haben sich kommunistische Ideen oft zuerst bei sozialen Außenseitern entwickelt, für die das Teilen Garant für den gemeinsamen Erfolg war.

Die Leute sind nur solidarisch mit anderen, wenn wie meinen, das nütze ihnen selbst langfristig auch.

Yeah, let’s go to FIDO!

On Mon, Apr 14, 2014 at 01:45:16PM +0000, antispam06@sent.at wrote:
> In his announcement, arma noted it would be a good idea to stay away from the Internet. Is it ok?

Yeah, let’s go to FIDO! :)

The more you wait (without Internet), the more servers will be updated less likely that you’ll find yourself a victim of this vulnerability in OpenSSL. But now this will probably never be zero. So relax and be happy :)
- tor-talk mailing list – tor-talk@lists.torproject.org

Und yeah, das ist ein Insider-Witz, den nur ältere Leserinnen und Leser verstehen!

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