Seahorse, verdammt! Oder: GtkDialog mapped without a transient parent

Harndrang

Kann mir jemand erklären, warum ich unter Seahorse keinen PGP-Schlüssel erzeugen kann? Was bedeutet die verdammte Fehlermeldung?

Permit me to inform you of my desire of going into business relationship with you

Hm. Auf diese Geschäftsidee wäre ich nicht gekommen. Einfach mal eine US-Botschaft eröffnen! Schöner Hack.

Experts say

Naked Capitalism legt sich mit der Washington Post an, deren Autor Craig Timberg suggeriert hatte, „Naked Capitalism“ sei Teil der Propagandamaschinerie Putins. Die Quelle der Washington Post waren “independent researchers who tracked the operation“.

Schon klar. Die „unabhängigen Experten“ waren PropOrNot – die sind so „unabhängig“ wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Ich würde da auch die Kavallerie große juristische Keule rausholen.

An der Werbung sollt ihr sie erkennen

Harndrang

Finde den Fehler!

Genitiv

Der Winter ist pünklich

winter

In der Blase und draussen oder: Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters [Update]

meme

Während des Frühstücks nach der Nachtschicht sah ich mich in der Medienblase um.

Warum Trump die Wahl gewonnen hat
Das Magazin (mit recht naiven Statements des Autors): „Der Psychologe Michal Kosinski hat eine Methode entwickelt, um Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook minutiös zu analysieren. (…) Das Smartphone, stellt Kosinski fest, ist ein gewaltiger psychologischer Fragebogen, den wir konstant bewusst und unbewusst ausfüllen. (…) Ab Juli 2016 wird für Trump-Wahlhelfer eine App bereitgestellt, mit der sie erkennen können, welche politische Einstellung und welchen Persönlichkeitstyp die Bewohner eines Hauses haben. Wenn Trumps Leute an der Tür klingeln, dann nur bei jenen, die die App als empfänglich für seine Botschaften einstuft. Die Wahlhelfer haben auf den Persönlichkeitstyp des Bewohners angepasste Gesprächsleitfaden bereit. Die Reaktion wiederum geben die Wahlhelfer in die App ein – und die neuen Daten fliessen zurück in den Kontrollraum von Cambridge Analytica.“

Schon klar. Das ist nicht neu. Steht genau beschrieben (fast wörtlich) bei Stefan Schulz: Redaktionsschluss: Die Zeit nach der Zeitung.

Frage: Warum machen die Linken nicht so einen Wahlkampf? Wenn sie sich dem verweigern, werden sie gnadenlos untergehen. Just saying.

[Update] Lars Fischer nimmt das auf Scilogs mal auseinander.

Obligatorisch: Katzenbilder

And now for something completely different Katzenbilder.

Divida et impera

And now for something completely different. The Intercept: „Hillary Clinton’s “Corrupt Establishment” Is Now Advising Donald Trump“. Wer hätte das jetzt gedacht? In den deutschen Medien jammern immer noch die Clinton-Groupies herum, (vor allem in der taz und anderen neokonservativen Blättchen). Die kapieren es nicht. Trump oder Clinton – das sind nur verschiedene Fraktionen der herrschenden Klasse der USA. Und nichts anderes ist interessant.

Unter Schnappatmenden

Was ist eigentlich Schnappatmung? Henryk M. Broder zitiert die Aachener Zeitung: „Zunahme von Krätzefällen in der Region“. Die Zeitung frage: „Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg von Krätzefällen und der Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr? Es ist kein Geheimnis, dass Immigranten während ihrer Flucht und danach teilweise monatelang unter beengten Bedingungen gelebt haben. Bedingungen, unter denen sich Krätze gerne ausbreitet.“

Ja, warum sollte man sich darüber aufregen? Damit hätte man rechnen müssen und sich vorbereiten können. Broder ist natürlich ein begnadeter Polemiker, der genau weiß, auf welche Knöpfe man drücken muss, um bei seinen „Freunden“ Schnappatmung auszulösen wie bei einem Pawlowschen Hund. Seine Überschrift lautete: „Wir bekommen die Krätze geschenkt.“ Man kann Broder gar nicht verteidigen, weil gleich der irrationale Beißreflex folgt(e): Broder suggeriere den bekannten rechtspopulistischen Textbaustein „man wird doch doch noch sagen dürfen.“ Mitnichten. Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters.

In Wahrheit macht Broder sich über die lustig, die Einwanderer und Flüchtlinge pauschal als Geschenk bezeichnen, womöglich als eines der Vorsehung oder eines höheren Wesens. Das ist so grober Unfug. Flüchtlinge sind einfach da, und unsere herrschenden Klasse und ihre ökonomischen Helfershelfer haben kräftig dazu beigetragen, dass sie ihre Heimat verlassen mussten und immer noch müssen.

Was noch beim Frühstück? Irgendwas mit Medien

focus

Ja. Focus eben. Warum sollte ich mich echauffieren? Ich erwarte nichts anderes. Es ist Kapitalismus, Honey. Gesetzmäßige Charaktermasken, Honey. Nothing personal. Der Journalismus ist tot, mausetot. Die Idee, dass die Bevölkerung „aufgeklärt“ werden könne und womöglich sogar „objektiv“, war von Anfang an eine Lebenslüge. Journalisten vertreten ideologisch die Klasse, aus der sie stammen, also mehrheitlich die Kleinbourgeoisie, und neigen dazu, die Interessen der herrschenden Klasse als die Interessen aller zu verkaufen. Das sagt die Wissenschaft, und das will natürlich niemand hören. Die Devise ist einfach: Weiter so, es wird schon niemand merken. Das stimmt auch innerhalb der Blase (inklusive Fratzenbuch).

Im Kapitalismus gibt es keine Objektivität, auch nicht, wenn man audiatur et altera pars ernst nimmt. Und die Rezipienten schert es eh nicht.

Was macht eigentlich die Arbeiterklasse?

Und nun verlassen wir die Blase und wenden uns der Realität zu. Gestern Nacht habe ich lange einem Kollegen zugehört, der, wenn man ihm die richtigen Fragen stellt, sich gern unfreiwillig als dumm und rechts outet, ohne das zu merken. Das macht aber nichts. Man muss den Leuten zuhören (nein, ich habe nicht gesagt, man müsse mit ihnen diskutieren). Man lernt viel. Kleinbürgerliche Arroganz – die typische Attitude von Journalisten gegenüber dem Proletariat – ist fehl am Platz.

Der Kollege erzählte mir, wo er schon überall gearbeitet hat, quer durch Deutschland, immer auf der untersten Stufe der Lohnskala und fast immer als Leiharbeiter. Spannend, das geschildert zu bekommen. Das nur, weil irgendwelche Pappnasen hie und da behaupten, die Arbeiterklasse existiere nicht mehr. Ach ja? Wisst ihr, wie und wo die Plastikverschlüsse von Shampooflaschen hergestellt werden? In welchen Fabriken? Wie arbeitet man da? Wo und wie werden Rasierklingen gemacht? Wo und wie Herzkatheter? (Nur ein paar Beispiele.)

Die Arbeiterklasse ist überall, aber sie existiert weder in der Medienblase noch in den Medien. Wenn das Proletariat vorkommt, zum Beispiel im „Tatort“, dann nur im pseudoromantischen Bergarbeitermilieu (das es kaum noch gibt). Oder habt ihr schon mal einen Stahlarbeiter oder Bauarbeiter im Film oder als Filmheld gesehen?

Ich habe einiges gelernt. Was wäre aber, wenn es zum Beispiel einen Streik im Sicherheitsgewerbe gäbe? Dann muss man die Leute überzeugen, die oft und unstrittig nicht besonders clever sind (um es vorsichtig auszurücken). Mit Gendersprech, Ökologie, Veganismus-Asketismus und anderen Lifestyle-Themen kommt man nicht weit. Klassenbewusstsein fällt auch nicht immer vom Himmel. Man muss seinen Weg gehen.

You wouldn’t understand

selfie

Elitefeindlich

Die FAZ (Don Alphonso) schreibt über das „alternativ konservative Portal Breitbart“ (das, ist so gefährlich, dass man es nicht verlinken darf).

Die FAZ kategorisiert: „typisch für den elitenfeindlichen Ansatz von Breitbart“. Was soll denn das sein? Ist die „Elite“ die herrschende Klasse? Oder nur die gefühlte Elite wie die FAZ-Redakteure? Oder das pöhse Finanzkapital? Und wieso fällt mir jetzt Uwe Krüger ein: „Wie eng verbunden sind deutsche Spitzenjournalisten mit anderen Eliten unserer Gesellschaft? Und spiegelt sich die Verbundenheit zwischen Top-Journalisten und anderen Eliten auch in der Berichterstattung wider?“

Ich bin übrigens als Linksextremradikaler auch „elitefeindlich“. Und was machen wir jetzt damit?

Und raus bist du oder: Presseausweis nicht mehr ganz kaputt

Meedia.de: „Deutscher Presserat und IMK beschließen Wiedereinführung des bundeseinheitlichen Presseausweises“.

Zu den wahren Hintergründen (die meedia.de verschweigt) vgl. Burkhard Schröder in Telepolis (2007): „Die Innenministerkonferenz will den „amtlich anerkannten“ Presseausweis abschaffen. Das Gezerre um den begehrten Ausweis entlarvt aber auch die Lebenslüge des organisierten Journalismus in Deutschland“.

Es geht natürlich nur um das liebe Geld und um Pfründe. Recherche kann man von Meedia.de nicht erwarten. Also muss ich hier ein paar harmlose Fragen stellen: Wer sitzt im Trägerverein (Verein!) des Deutschen Presserats? Wer entsendet wie Leute dahin? Ich weiß es, sage es aber nicht.

Guckst du auch bei Wikipedia:
Der Deutsche Presserat, eingetragen als Trägerverein des Deutschen Presserats e.V., ist eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e. V. (VDZ), Deutscher Journalisten-Verband (DJV) sowie Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di.

Das Wort „großer“ ist natürlich nichtssagend und Lobbyisten-konform. Ist zum Beispiel Freelens im Presserat, die eingeklagt haben, dass sie auch den damals noch „bundeseinheitlichen“ Presseausweis ausstellen durften? Na? Ach, nein? Oder der Deutsche Fachjournalisten-Verband? Nein? Dann wartet mal ab, was jetzt passiert.

Über Kohlen

Ich habe einen Link eingerichtet (rechts auf dieser Seite), falls jemand direkt via Paypal an burks.de spenden will.

Javascript ist ganz toll, revisited

„Der Exploit setzt im Webbrowser aktiviertes JavaScript voraus“, schreibt Heise über einen Exploit, der angeblich Tor und Firefox bedroht. Hatte ich schon erwähnt, dass ich ohne Javascript surfe? SCNR.

Arrival oder: Unter Heptapoden

arrival

Gestern habe ich mir den Science-Fiction-Film Arrival angesehen. Kann man zur Unterhaltung tun, es gibt aber keinen Grund für Jubelchöre.

Der Plot: Sie sind da, und wir verstehen sie nicht. Wissenschaftler versuchen es doch, und die Militärs sind blöd und machen beinahe alles zunichte. Das Thema hat Stanislaw Lem eigentlich schon hinreichend abgehandelt, auch in linguistischer Sicht: Wir können das Andere nicht begreifen, und schauen deshalb nur immer in den Spiegel. Aber vielleicht kann man das noch mal für die Nachgeborenen wiederholen, die keine guten Bücher mehr lesen. Der Film kriegt das aber aus verschiedenen Gründen nicht hin.

Erster Kritikpunkt: Wenn man den Plot kennt, ist das Film langweilig. Zwei Mal wird ihn sicher niemand ansehen. Zweiter Kritikpunkt: „Arrival“ macht genau den Fehler, den Raymond Chandler rät zu vermeiden: Der Autor lasse die Rezipienten nicht mit dem Gefühl allein, dass er alles schon wisse, es ihnen aber nicht verrate – wegen der Spannung und so. Diese Attitude nervt.

arrival

Doofe Zwischenfrage Frage: Warum sind Aliens eigentlich immer größer als Humanoide – in Filmen, die mit ernstem Unterton daherkommen? (Mars Attacks! bleibt also außen vor.) Man freut sich schon, wenn sie nicht schleimig sind, weil man dann nicht immer an Theweleit oder Levi Strauss denken muss. Die Außerirdischen in „Arrival“ sehen so aus die bei Gary Larson, nur eben sehr viel größer (und stehen anders herum).

Zwischendurch fand ich „Arrival“ als Germanist recht intelligent. Linguistik ist aber nicht sexy, und schon gar nicht für das gewöhnlich dumme Publikum. (Die pathetischen Rück- und Vorblenden mit dem Baby der Hauptdarstellerin sind so unerträglich schwülstig-klebrig wie die Abschiedsszene der schwulen Hobbits in Herr der Ringe.)

arrival

Ich habe natürlich mitbekommen, dass in „Arrival“ der Sapir–Whorfismus zustimmend rezipiert und sogar namentlich genannt wird. Die Sapir-Whorf-Hypothese ist die Basis für die esoterische „Wissenschaft“ des Gendersprech, aber Fakten haben Esoteriker ja noch nie interessiert.
Die Sapir-Whorf-Hypothese geht ursprünglich zurück auf Forschungen über die Hopi-Sprache, die Benjamin Lee Whorf durchführte. Dabei entdeckte er, dass die Hopi-Sprache keine Wörter, grammatischen Formen, Konstruktionen oder Ausdrücke enthält, die sich direkt auf das, was wir Zeit nennen oder auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft beziehen. Whorfs vermeintliche Feldforschungen basierten jedoch nur auf sekundären Quellen. So bezog er all seine Informationen über die Hopi-Sprache von einem einzigen Hopi-Bewanderten aus New York, eine empirische Überprüfung seiner Annahmen bei Muttersprachlern vor Ort erfolgte nicht. 1983 konnte der Linguist Ekkehart Malotki nachweisen, dass die Hopi über komplexe Möglichkeiten verfügen, Zeitformen auszudrücken. Damit war eine der zentralen Motivationen für den Aufbau der Sapir-Whorf-Hypothese hinfällig.

Der Film beleidigte also auch meinen Intellekt, was bei „Science“-Fiction nicht gut ankommt und mir schlechte Laune macht.

Extremely Dark

meow

Kennt ihr Hugleikur Dagsson? Sollte man in diesen Zeiten.

Individualismus wird überschätzt

Möchtet Ihr so wohnen und warum nicht?

A well regulated militia oder: Ein sympathischer Polizeipräsident

rote fahne

Die „Rote Fahne“ 06.01.1919

Kennt hier jemand Emil Eichhorn? „Am 9. November 1918 wurde er zum Polizeipräsidenten von Berlin ernannt. Am 4. Januar 1919 wurde er nach erbitterten Kämpfen und Eroberung des Polizeipräsidiums in Berlin abgesetzt. Dies und die Weigerung Eichhorns, sein Amt niederzulegen, führte einen Tag später zu Massendemonstrationen und mündete in den Spartakusaufstand.“

Das Foto unten erklärt, warum ich ein Anhänger des schweizerischen und des US-amerikanischen Waffenrechts bin. „A well regulated Militia, being necessary to the security of a free state, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.“

bewaffnete Arbeiter

Foto: 05.01.1919: Bewaffnete Arbeiter besetzen das Berliner Zeitungsviertel.

More Science or: The real problem

Ich empfehle mal kurz zwischendurch zwei wissenschaftliche Artikel:
IFLScience: „Why can’t we remember our early childhood?“
Aeon.co: „The real problem: It looks like scientists and philosophers might have made consciousness far more mysterious than it needs to be“.

Babylonien, revisited, 38.0

Babylonien, revisited, 38.0: Urhobo, Nigeria.

Nur Schreiben?

kugelschreiber

Diesen recht schweren Kugelschreiber hat mir gestern ein Feuerwehrmann geschenkt (und dabei gegrinst). Ich bin mir nicht sicher, was genau das ist. Nein, keine Waffe. Nur die kantige Spitze und die Grifffläche sind ungewöhnlich. Kann man damit Fensterscheiben zerstrümmern?

Unter Beteiligten

Abgeordnetenwatch: „Innerhalb weniger Tage hat die FDP Großspenden in Höhe von insgesamt 450.000 Euro erhalten – so viel wie keine andere Partei im gesamten Jahr. Anfang November hatte bereits eine weitgehend unbekannte Beteiligungsfirma 250.000 Euro überwiesen, am Dienstag gingen auf dem Parteikonto weitere 200.000 Euro von einem Unternehmer ein. In beiden Fällen gibt es Verbindungen zu einem der größten privaten Klinkbetreiber Deutschlands.“

Danke für ein neues Thema in meinen Recherche-Seminaren und Vorlesungen. Das wird schwierig, schwieriger oder sogar ganz schwierig.

By the way: WTF, Frau Sonja B.?

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