Das Mädchen und der Soldat

mädchen

Illustration (Ausschnitt): Heinz Kruschel: Das Mädchen Ann und der Soldat, Militärverlag Berlin 1964 (Illustrationen von Rudolf Grapentin; auch auf russisch) (Kleine Erzählerreihe Nr. 63)

Nein, ich hatte nicht erwartet, gleich zu Beginn eines Buches, das im Militärverlag der DDR erschienen ist, eine nackte Frau zu sehen, und dazu noch eine so hübsch gezeichnete, die eine Sex-Szene illustriert. Die Heldin ist eine selbstbewusste, politisch denkende und emanzipierte junge Frau, die einen Alt-Nazi zum Vater hat, der ihr verbieten will, einen Soldaten der Nationalen Volksarmee als Freund und Mann zu nehmen, der wiederum sozialistisch bis zur Schablone im Sinne der DDR denkt und meint.

Das hört sich langweilig an, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Ich habe das Buch mit Vergnügen gelesen, obwohl es irgendwie “trivial” ist. Man hat das Gefühl, ein eingeschlossenes Insekt in einem Bernstein zu betrachten. So etwas wird es nie wieder geben, aber man muss das als Linker kennen, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich würde Lehrern das Buch auch für den Deutschunterricht empfehlen. Man kann damit wunderbar die DDR erklären – und die Hoffnungen, die mit ihr verbunden waren. Aber vermutlich würde man heute Probleme mit der Schulaufsicht, den Kollegen und den Eltern bekommen, wenn man derartige Bücher durchnähme. So “frei” sind wir im wiedervereinigten Deutschland.

Nach dem Sex sagt das Mädchen: “Kommt jetzt der übliche Schmus? Ich liebe dich, ach Gott. Laß dir doch was anderes einfallen. Lieben ist eine Erfindung der Alten. Die Insel, der Mond, das Mädchen, was? Und schon steckte der Soldat eine neue Eroberung in die Brusttasche seines Ehrenkleides, pipapo… eine Zigarette könnte ich jetzt rauchen.”

Ganz schon abgebrüht. Solche Dialoge muss man im Jahr 1975, als das Buch in der DDR erschien, in der Literatur der West-BRD erst einmal suchen. (Damals durfte man im Westen noch nicht einmal “BRD” schreiben – das war verboten, es musste “Bundesrepublik” heißen.) Das Buch hat mir eine Freundin geliehen, weil ich als Wessie die Schriftsteller der DDR, die nicht zu den im Westen gefeierten “Kritikern” gehörten, gar nicht kannte und kenne. Als DDR-Schriftsteller wurde man im Westen nicht bekannt, wenn man gut schrieb, sondern wenn man etwas gegen den “Sozialismus” und seine typisch deutschen Risiken und Nebenwirkungen hatte (ausufernde und lähmende Bürokratie, Zensur, “verkirchte” Parteidisziplin, Gewalt gegen Reformenansätze usw.), oder wenn man – wie Stefan Heym und Christa Wolf – in einer eigenen Liga spielte.

Die Volksstimme schrieb am 16.12.2011 zu Heinz Kruschels Tod:
“Er förderte junge Poeten und schreibende Arbeiter, kümmerte sich um Schaffensprobleme und um Wohnungsnöte der Kollegen, setzte sich für sie ein und bezog einen klaren Standpunkt im Verband der Schriftsteller, in den Verlagen und später auch in den Vereinen.”

Ein klarer Standpunkt an sich ist nicht unbedingt etwas Gutes. Jehovas Zeugen haben auch einen klaren Standpunkt. Ich hätte doch zu gern gewusst, um welchen es sich bei Kruschel handelte. Vielleicht wissen ja die wohlwollenden Leser und geneigten Leser aus dem Beitrittsgebiet mehr.

Ich habe meine Wette gewonnen!

Heise meldet: “Beim Bundesamt für Verfassungsschutz sind 55 neue Stellen vorgesehen, um das Internet und kritische Infrastrukturen sicherer zu machen”.

Erinnern sich die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser, was ich am 02.07.2012 schrieb und am 12.06.2014? Also noch einmal:

Fordern CDUCSUSPDFDPDieGrünen, den Verfassungsschutz ersatzlos zu streichen? Nein, das werden sie nie tun. Ich schrieb am 15.11.2011:
Der Verfassungsschutz gehört ersatzlos abgeschafft. Das fordert aber keine politische Partei in Deutschland, weil man Behörden, wenn sie mal da sind, nicht mehr abschaffen kann. Ich fordere es und habe gute Gründe dafür. Es ist aber sinnlos, darüber ernsthaft diskutieren zu wollen, weil die Existenz dieser Behörde mit der offiziellen Staats- und Geschichtslehre Deutschlands – der Totalitarismusdoktrin – eng verzahnt ist.

Wetten wir, dass es den Inlandsgeheimdienst in einem Jahr – oder besser 2017 – genau so wie heute noch geben wird? Ohne dass sich irgendetwas geändert hätte? Jede Wette!

Ceterum censeo (15.03.1997): Der Verfassungsschutz muß abgewickelt werden. Er kann dem Dilemma nicht entrinnen, an dem auch die Quantenphysik sich die Zähne ausbeißt: Das beobachtete Objekt verändert sich durch den Akt des Beobachtens. Oder mit Hegel: Alles, was ist, ist wert, dass es zugrunde geht.

Im Sinne der Märkte

Fjodor Lukjanow, Chefredakteur der Zeitschrift “Russia in Global Affairs“, laut Spiegel online:

Die westliche Politik gegenüber Russland ist völlig gescheitert. (…) In den ersten Jahren war Putin noch offen für eine Integration mit dem Westen. Aber nach dem Vertrauen gegenüber den USA ist in den letzten Jahren auch sein Vertrauen gegenüber Europa geschwunden. Die Interventionen des Westens, von Afghanistan über den Irak bis Libyen sind in seinen Augen zynisch oder verrückt. Die Ukraine war für ihn offenbar die letzte Bestätigung.

Full ack, bis auf eines: Die “westliche” Politik von Afghanistan über den Irak bis Libyen, Syrien und der Ukraine war im Sinne “der Märkte”. Das kann man “zynisch oder verrückt” nennen, es ist aber im Kapitalismus in sich logisch: “Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muß sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen.” (Manifest der Kommunistischen Partei, 1847/48)

Es wird in deutschen Mainstream-Medien nur niemand aussprechen. Dafür sorgt die freiwillige politische Selbstkontrolle (FPS).

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Nur ganz kurz zwischendurch ein Ratschlag, den die wohlwollenden Leserinnen und geneigten Leser gar nicht brauchen, weil sie vermutlich eh computer-, internet- und kryptografieaffin sind: Ich habe neulich mein Admin-Passwort für meinen Hauptrechner (Windows 7) geändert, war aber so müde, dass ich mich nicht genug konzentriert hatte. Deshalb fiel es mir am nächten Morgen auch nicht wieder ein. Zu raten ist auch schwierig, trotz exzessiven Kaffee-Konsums (ja, auf diesem Blog schreiben wir gutes Deutsch: “trotz” verlangt den Genitiv). Meine Passwörter sind sehr lang und kompliziert und eine Mischung aus Buchstaben und Zahlen.

Die zahllosen Anleitungen im Netz, das eigene Admin-Passwort zu knacken, sind zwar gut gemeint, aber meistens viel zu aufwändig und funktionieren auch nicht wirklich, vor allem dann, wenn man es nicht mit einem normalen BIOS, sondern mit UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) zu tun hat. Man kann nicht so einfach von einem externen Medium booten, was die übergroße Mehrzahl der Anleitungen schlicht voraussetzt. Ich bekam beim Kauf des Rechners auch keine Windows-CD. An dem blöden UEFI scheiteren übrigens auch alle Vesuche, auch auf dem Windows-7-Rechner parallel ein Linux-System zu installieren. (Linux habe ich jetzt nur auf meinem Dritt- und Viert-Rechner. Jaja, der fünfte Computer ist mein Smartphone.)

Zum Glück hatte ich ein zeitnahes Backup auf einer externen Festplatte. (Das ist der Ratschlag.) Nach dem dritten Tag des Herumfummelns habe ich dann das aufgespielt und mich beim Einrichten eines neuen 27-stelligen Admin-Passwortes konzentriert.

Komisch, dass Truecrypt (die Dateien stammen von Heise) nach dem Backup nicht mehr richtig funktionierte (nur das Öffnen der vorhandenen Container, aber nicht, einen neuen zu produzieren). Das Problem löste sich erst nach einer Neuinstallation von Truecrypt. Vielleicht hat aber auch das eine mit dem anderen nichts zu tun – zu viele Variablen im Spiel.

Jedenfalls ist jetzt alles wieder in Butter bin ich jetzt erleichtert, dass alles wieder funktioniert.

Niemand ist illegal

Lateinamerika-Forum Berlin / Foro de las Américas Berlín e.V. – in Kooperation mit der Botschaft Ecuadors:

Seit der Verabschiedung der Verfassung von 2008 dürfen Geflüchtete in Ecuador weder als illegal bezeichnet noch so behandelt werden. Im Zentrum des Vortrags S.E. Herr Botschafter Jurado steht Ecuadors Konzept der menschlichen Mobilität in Theorie und Praxis, und damit die gegenwärtige Realität der Asyl- und Flüchtlingspolitik dieses südamerikanischen Landes. Inwiefern könnte dieses Konzept Vorbild für die europäische Migrations- und Integrationspolitik sein?

Ecuador hat eine lange Tradition der Solidarität. In den 70er Jahren z. B. nahm das Land Zehntausende chilenische, uruguayische und argentinische Staatsangehörige auf, die vor den Schergen der Militärdiktaturen flohen.

Auch heute noch ist Ecuador Zufluchtsland. Jeden Monat suchen im Schnitt um die Tausend Menschen Schutz, überwiegend aus Kolumbien kommend. Die Abteilung für Asyl und Flüchtlinge ist inzwischen die größte innerhalb des Außenministeriums, mit mobilen Beratungsstellen insbesondere in Grenznähe.

In Ecuador bestehen keine Einschränkungen der Freizügigkeit für Asylsuchende und Flüchtlinge. Sie sind nicht in Lager eingesperrt. Ihre Rechte und Pflichten sind nach der Verfassung anerkannt, gleichgestellt mit ecuadorianischen Staatsangehörigen. Sie haben kosten losen Zugang zu Gesundheit und Bildung.

Veranstaltung Donnerstag, 21. August 2014, 19 Uhr
Lateinamerika-Forum Berlin e.V.
Bismarckstr. 101, 5. Etage (Eingang Weimarer Str.)

Berlin bei Nacht

unfall

Miszellen über die Machtfrage

“Für eine Revolution brauchen Sie kein Facebook, sondern Kanonen”. (Peter Scholl-Latour)

“Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.” (Carl von Clausewitz: Vom Kriege, 1. Buch, 1. Kapitel, Unterkapitel 24, 1832)

“Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.” Mao Zedong: Probleme des Krieges und der Strategie, 6. November 1938; Ausgewählte Werke Mao Tse-tungs, Bd. II, Peking 1967, S.74)

Haie greifen das Internet an

Die Überschrift bei Heise ist schon mal wochenend-tauglich und ließ mich schmunzeln, aber wie oft sind die Kommentare noch besser als der Artikel. (Bei diesem Kommentar habe ich Tränen gelacht.)

A cool smirk und ein neues deutsches Wort

trage

Eine Ärztin und ich stehen vor dem Eingang der Rettungsstelle und plaudern kurz über die Weltläufte. Es ist gegen drei Uhr, am frühen Morgen.

Ein Feuerwehrauto kommt. Zwei Feuerwehrmänner laden einen Patienten aus und packen ihn auf eine Trage. Der junge Mann sieht mitnommen, irgendwie lädiert aus, hält eine Kotztüte in der Hand und tut genau das, wofür Kotztüten da sind, permanent und laut würgend.

Die Ärztin mit Blick auf den liegenden Mann mit der Kotztüte, in einem Tonfall, der auch für kleine Kinder passen würde: “Was hat er denn?”

Ein Feuerwehrmann (im Englischen würde man jetzt schreiben: “with a cool smirk on his face”): “Nichts Medizinisches. Nur ein Getränkeunfall.”

“Getränkeunfall” habe ich gleich in meinen Wortschatz aufgenommen.

Verbrecherkartei

Der Sicherheitsrat der UN hat die Namen von sechs Personen benannt, die die terroristische Gruppe IS mit Geld und Waffen unterstützen. (Kein Link auf das Original in deutschen Medien, wie gewohnt).

Der Kaiser ist nackt!

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Heise meldet, dass die Bundesregierung behaupte, die Software zur Online-Durchsuchung sei einsatzbereit. Das ist aber nicht neu. Wie man der von mir erstellten Chronik der Medienberichte über die so genannte “Online”-Durchsuchung sehen kann, soll das schon vor acht Jahren möglich gewesen sein. Der Tagesspiegel titelte am 08.12.2006: “Die Ermittler surfen [sic!!] mit”:

“Das System der sogenannten “Online-Durchsuchung” sei bereits in diesem Jahr mehrfach angewandt worden und sei Teil des 132 Millionen Euro schweren Sonderprogramms zur Stärkung der inneren Sicherheit. Die Ermittler sollen sich dabei auf richterliche Anordnung unbemerkt via Internet in die Computer von Privatpersonen einloggen können, gegen die ein Strafverfahren läuft.

(Viele Links funktionieren nicht mehr, aber anhand des genauen Titels kann man sie noch finden, teilweise über archive.org)

Manchmal fühle ich mich wie allein gelassen unter lauter Irren. Was nützt mir ein derartiger Bericht wie der aktuelle bei Heise, wenn niemand fragt, wie die Überwachungssoftware auf den Rechner des “Zielobjekts” gekommen ist? Das ist doch – jenseits der empörten Attitude – eine der wichtigsten Fragen überhaupt? Es braucht doch mindestens den physischen Zugriff (und dann müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein), oder das “Opfer” muss Malware wie Skype schon installiert haben.

Es geht aber mitnichten so, dass jemand “von fern” irgendwas installiert. Außerdem müsste man ja auch die IP-Adresse wissen und eventuell noch den Router austricksen. (Jetzt fange hier niemand davon an, etwas von “Mail-Attachments” zu faseln oder von “Websites, auf die man “gelockt” werden soll. Ich kann es nicht mehr hören.) Christian Rath schrieb in der taz am 11.12.2006:

Denkbar sind verschiedene Wege. So kann die Polizei versuchen, ein “Trojanisches Pferd” (kurz Trojaner) auf den Computer des Betroffenen zu schleusen. Ein Trojaner ist ein Programm, das heimlich Aktionen auf dem Computer ausführt, ohne dass der Benutzer dies bemerkt. Der Trojaner kann zum Beispiel als Anhang mit einer getarnten E-Mail auf den Rechner gelangen. Vorsichtige Computernutzer öffnen aber keine unbekannten Anhänge oder schützen ihren Computer mittels Firewall oder Filter schon vor dem Zugang solcher Spionagesoftware.

Soll ich das jetzt noch kommentieren?

Am 08.10.2011 berichtete Heise:
Dem Chaos Computer Club (CCC) ist nach eigenen Angaben die staatliche Spionagesoftware zugespielt worden, die allgemein unter dem Begriff “Bundestrojaner” oder in bundeslandspezifischen Versionen beispielsweise auch als “Bayerntrojaner” bekannt wurde.

In der Analyse des CCC (LESEN!) heisst es: “Die Malware bestand aus einer Windows-DLL ohne exportierte Routinen.” Ach so. Dann gibt es den “Trojaner” nicht für Linux? Das ist aber schade.

Wir haben keine Erkenntnisse über das Verfahren, wie die Schadsoftware auf dem Zielrechner installiert wurde. Eine naheliegende Vermutung ist, daß die Angreifer dafür physischen Zugriff auf den Rechner hatten. Andere mögliche Verfahren wären ähnliche Angriffe, wie sie von anderer Malware benutzt werden, also E-Mail-Attachments oder Drive-By-Downloads von Webseiten. Es gibt auch kommerzielle Anbieter von sogenannten Infection Proxies, die genau diese Installation für Behörden vornehmen

E-Mail-Attachments oder Drive-By-Downloads von Webseiten. Und so etwas schreibt der Chaos Computer Club?! OMG.

Ceterum censeo: Der Kaiser ist nackt!

Robust encryption? It’s the economy, stupid!

Wired interviewt Edward Snowden:
Nor is he optimistic that the next election will bring any meaningful reform. In the end, Snowden thinks we should put our faith in technology—not politicians. “We have the means and we have the technology to end mass surveillance without any legislative action at all, without any policy changes.” The answer, he says, is robust encryption. “By basically adopting changes like making encryption a universal standard—where all communications are encrypted by default—we can end mass surveillance not just in the United States but around the world.” (S. 7)

Sorry, aber da liegt Snowden total daneben. Die breite Masse interessiert das Thema “Überwachung” nicht. Das hat seine Gründe. It’s the economy, stupid!

Office

office

Manchmal säße ich lieber in meinem virtuellen Büro, mit Blick auf einen Hafen mit Segelschiffen, natürlich alles selbst gebaut. Vermutlich wäre es zu zugig, so am Wasser, onwohl ein Avatar nicht friert. Aber das Licht ist besser als in meinem realen Arbeitsraum. Wer mich in Pixelform besuchen will, muss in Tancred’s Landing vorbeikommen.

Sexy Mathematik

riemann

Kann mir jemand erklären, wofür genau Maryam Mirzakhani die Fields-Medaille bekommen hat?

“…herausragende Beiträge zur Geometrie und Dynamik Riemannscher Flächen und ihrer Modulräume”, wobei sie “Methoden verschiedener Gebiete wie algebraische Geometrie, Topologie und Wahrscheinlichkeitsrechnung zusammengebracht habe”. OMG.

“Riemannsche Flächen sind die einfachsten geometrischen Objekte, die lokal die Struktur der komplexen Zahlen besitzen.” Ach ja? “Die riemannsche Fläche ist – historisch gesehen – die Antwort darauf, dass holomorphe Funktionen nicht immer eindeutige Fortsetzungen haben.” Das hätte ich jetzt nicht gedacht. SCNR

Maryam Mirzakhani has made stunning advances in the theory of Riemann surfaces and their moduli spaces, and led the way to new frontiers in this area. Her insights have integrated methods from diverse fields, such as algebraic geometry, topology and probability theory.

In hyperbolic geometry, Mirzakhani established asymptotic formulas and statistics for the number of simple closed geodesics on a Riemann surface of genus g. She next used these results to give a new and completely unexpected proof of Witten’s conjecture, a formula for characteristic classes for the moduli spaces of Riemann surfaces with marked points.

In dynamics, she found a remarkable new construction that bridges the holomorphic and symplectic aspects of moduli space, and used it to show that Thurston’s earthquake flow is ergodic and mixing.

Most recently, in the complex realm, Mirzakhani and her coworkers produced the long sought-after proof of the conjecture that – while the closure of a real geodesic in moduli space can be a fractal cobweb, defying classification – the closure of a complex geodesic is always an algebraic subvariety.

Mein English ist ja nicht schlecht, aber ich muss die Segel komplett streichen; ich verstehe ja schon auf Deutsch kaum etwas.

Ceterum censeo: Hyperintelligente Frauen finde ich hyperattraktiv. Aber vermutlich wäre für die eine Konversation mit mir sehr langweilig.

Armschmuck für den eleganten Herrn

soljanka

Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!

soljanka

Julia Prosinger im Tagesspiegel: “Können wir nicht einfach wieder essen, was auf den Tisch kommt? (…) Einer meiner Gäste lehnt Lauchgewächse ab, Zwiebeln oder Knoblauch, weil er schlechten Atem befürchtet. Der nächste ekelt sich vor dem Inneren von Gurken, wegen der glitschigen Konsistenz, noch schlimmer findet er nur das Innere von Tomaten. Pilze gehen gar nicht, und Koriander schmeckt nach Seife. Eine macht immer Diät. Eine andere ernährt sich jetzt Low Carb, sie lässt Kohlenhydrate weg und isst stattdessen Eiweiß, aber nur bio und regional.”

Rickety Bridge over Troubled Water

“The bridge between the professional community and the academic community… I don’t want to say it’s burned down, but if you’ve seen an Indiana Jones movie where they’re trying to cross a rickety bridge it’s kind of like that.” (Howard Finberg via MediaShift)

No One Is Going to Pay for Porn

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Lesenswerter Beitrag auf sunflower22a: Wie das Internet die Porno-Industrie revolutioniert und ruiniert.
Die Branche steht vor weiteren tiefgehenden Veränderungen, und wie immer gibt es dabei Gewinner und Verlierer. Vor einer düsteren Zukunft steht wohl die Pornoindustrie. Die Filme und Bilder erleiden genau dasselbe Schicksal wie die Musikindustrie: warum bezahlen, wenn ich es auch umsonst haben kann, denkt sich der Kunde. So brechen den Produzenten nicht nur die Profite weg, sondern mittlerweile geht es schon an die Existenzgrundlagen.

Das ist nicht ganz korrekt. Die Musikindustrie wird durch kostenkose Angebote mitnichten automatisch ruiniert, das behauptet sie nur.* Dann würde youtube ein Kapitalismus-kritisches Angebot sein. Es ist aber eher so, dass die Nutzer ein Produkt eher dann kaufen, wenn sie eben das vorher “getestet” haben. Bei Musik gibt es eine “Schöpfungshöhe”; es macht einen Unterschied, ob ich Ensiferum auf CD höre oder in minderer Qualität online, geschweige denn von Spielfilmen auf Stremaing-Portalen.

Sehr interessant auch die Links, wie etwa das Interview mit Christopher Daniel Zeischegg (aka Danny Wylde) auf nerve.com: “Why One Porn Star Thinks the Industry Is Destroying Itself”. Der empfiehlt genau das Richtige: dass die Sexarbeiter beiderlei Geschlechts, wie schon in der “normalen” Arbeitswelt”, eine starke Organisation brauchen, die sie beim Kampf gegen die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen unterstützt. Zeischegg erwähnt die Gewerkschaft APAC, die sich für die Rechte dser Pornodarsteller einsetzt: “The Adult Performer Advocacy Committee advocates to maintain and improve safety and working conditions in the adult film industry by giving adult performers organized representation in matters that affect our health, safety, and community.”

Lux Alptraum (hahaha) sagt ebenso auf nerve.com: “Sorry, Adult Industry, but No One Is Going to Pay for Porn”:
Last week, porn publishers Adult Empire, along with a number of adult stars, announced the launch of “Pay For Your Porn“, an online (and mostly Twitter-based) campaign intended to shame consumers into abandoning pirated porn. It’s the same message that members of the industry have been trumpeting for years online, in interviews, and in pre-roll PSAs on porn DVDs. Piracy hurts the people who make porn, and anyone who enjoys consuming the product should pay for it.

Man sieht, dass die Content Mafia auch im Porno-Business ähnliche “Argumente” vorbringt (“trumpeting” hihihi) wie immer und überall. Hier klingt das natürlich nur lächerlich: “Porn is worth paying for”? Bruhahahaha. Sehr hübsch auch die Sätze:
Some porn producers will still attract a paying audience for their hyper niche content, while others will find ways to make a buck without charging consumers. But whatever strategies porn producers develop to survive – and in some cases, thrive – chances are good that they won’t involve shaming porn fans to whip their wallet out of their pants before anything else.
(Whip their wallet out of their pants before anything else – so elegant und pointiert geht das nur im Englischen. LMAO)

Mich kann auch MakeLoveNotPorn.tv nicht als neues Geschäftsmodell überzeugen. “Is of the people, by the people, and for the people who believe that the sex we have in our everyday life is the hottest sex there is.” Sorry, aber dieses “Amateur”-Segment hat die Pornoindustrie schon längst aufgegiffen und produziert Streifen, die vermeintlich “realistische” Szenen von Leuten zeigen, die ihre eigenen Pornos produzieren. Das ist ja auch unter anderem das Geschäftmodell von Youporn. Der Unterschied zwischen “Profi” und “Amateur” liegt primär darin, dass professionelle Porno-Darstellerinnen aus den USA mittlerweile alle wie Zombies aussehen, weil nichts an ihrem Körper mehr echt ist.

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* Interessant, hierzu alte Artikel zu lesen, wie die Musikindustrie nach neuen Einnahmequellen suchte, etwa “Alte Werte“, der in der c’t 2001 (!) erschienen ist. Damals war etwa von einer Kulturflatrate keine Rede. Die Kulturflatrate ist wie die Kirchensteuer: Der Staat zieht von den Nutzern Geld ein, damit der Umsatzeinbruch der Unterhaltungsindustrie auf bestehenden Märkten kompensiert werde. Kein Wunder, dass der Vorschlag von den Grünen unterstützt wird, die immer für Paternalismus zu haben sind. Innerhalb der Piratenpartei ist die Kulturflatrate umstritten. (Ich bin auch dagegen.)

HTTPS (Update)

Burks.de ist ab sofort über https erreichbar. Ich fummele noch an den Templates herum, es müsste aber schon alles funktionieren.

A general all-round arggghhh

arggghhh

Ich mag generell keine “lustigen” Filme oder gar “Komödien”. Ausser vielleicht “One Flew Over the Cuckoo’s Nest” (den ich für einen der besten Filme – wenn nicht den besten – aller Zeiten halte und bei dem das “Lustige” nicht primär ist) oder Groundhog Day (auch nicht).

Elias Canetti schreibt in “Masse und Macht” (eines der besten Bücher, das jemals geschrieben wurde):
Es scheint, daß die Bewegungen, die vom Zwerchfell ausgehen und fürs Lachen charakteristisch sind, eine Reihe von inneren Schlingbewegungen des Leibes zusammenfassend ersetzen. Unter Tieren gibt allein die Hyäne einen Laut von sich, der unserem Lachen wirlich nahekommt. Man kann ihn künstlich erzeugen, indem man einer gefangenen Hyäne etwas zum Fressen vorsetzt und dann rasch entzieht, bevor sie Zeit zum Zupacken hatte.

Lachen oder Lächeln können also auch eine unbewusste Agression sein oder eine Variante derselben. Deswegen traue ich auch keiner erwachsenen Person über den Weg, die mich ständig anlächelt, obwohl es keinen Grund dafür gibt. (Irgendwie schweife ich ab.)

Über Robin Williams, der gerade gestorben ist (“einer der beliebtesten Schauspieler bei Kindern”), schreibt der Guardian: “What was he afraid of? ‘Everything. It’s just a general all-round arggghhh. It’s fearfulness and anxiety.’”

Das kann ich sehr gut verstehen. Keine Sorge: Ich trinke und rauche nicht. Und ich würde mich auch nicht – wie der von mir sehr verehrte Hemingway – wegen Schreibstörungen und sonstiger Depressionen erschießen. (Ich hätte nur gern eine Finca auf Kuba wie dieser.)

And Now for Something Completely Different. Wieso gelingt es mir nicht, die stille Schönheit des Rixdorfer Richardplatzes nachts um kurz nach drei Uhr fotografisch festzuhalten? Das Foto sieht doch arggghhh aus.

Nach mehreren Stunden angeregter Diskussion im Linus mit einem guten Freund über: den Islam und die Türkei, Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS, burks.de demnächst darüber erreichbar), all die Irren in der Rettungsstelle eines Krankenhauses, in der ich manchmal als “Security” arbeite, Frauen an sich, insbesondere die Begehrenswerten (nein, kein Link), die Kommentatorinnen meines Blogs und ob sich dahinter Männer verbürgen? verbergen, gemeinsame Freunde und deren Probleme, wann demnächst zu Grillen sei sowie die allgemeinen Weltläufte. Jetzt ist es gleich vier Uhr, und ich bin kein bisschen müde. Für Sex fehlt die Partnerin. Arggghhh. Vielleicht noch ein bisschen in Secondlife herumballern Rollenspielen? Ich fürchte, für den Schwertkampf 2.0 bin ich jetzt schon zu langsam…

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