Imchen et al

Grunewaldturm

Ich verfolge die Weltläufte durchaus und beabsichtige auch, diese zu kommentieren. Aber ich hatte in dem Beruf, der mich finanziell absichert, drei 12-Stunden-Nachtschichten und noch eine von zehn Stunden, zwei Tage frei und ab morgen noch drei 12-Stunden-Schichten.

In der Freizeit habe ich etwas Schönes getan, heute zum Beispiel war ich sechs Stunden auf dem Wasser, was mich total ausgelaugt hat. (Die Insel Imchen hatte ich schon erwähnt, heute habe ich sie umrundet. Nein, ich bin nicht auf der Insel gewesen.)

Art. 11 Abs. 1

Was viele Menschen, die in Medienblasen leben, nicht wissen: Ein Verdächtiger ist nur verdächtig. Schuldig ist er erst, wenn ein Richter ein letztinstanzliches Urteil gesprochen hat. #luebcke

Vgl. Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948: „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

Deutscher Qualitätsjournalismus, revisited

qualitätsjournalismus

Entweder hat dort jemand die falschen Pillen genommen oder schlechtes Zeug geraucht. Keine Macht für Niemand war schon eine gute Parole,

Rätsel für Ornithologen

Guyana Zoological ParkGuyana Zoological Park

Guyana Zoological Park, Georgetown, 1982. Ich habe mir nicht aufgeschrieben, welche Vögel das sind – beide sehen wie Geier aus. Da müssen Ornithologen ran!

Habana Libre

Habana Libre

Blick auf Havanna, Kuba, vom Hotel Habana Libre (vor der Privatisierung) auf den Stadtteil Vedado (1984). (Heutige Sicht)

Der Zwang zum Hauen und Stechen oder : Seigneural privileges

Quedlinburger Knüpfteppich

Quedlinburger Knüpfteppich, der nur noch in fünf Fragmenten vorhanden ist, ca. 1200, geknüpft mit so genannten spanischen Knoten, aus Hanf und Wolle, ursprüngliche Größe ca. 7,5 x 6 Meter. Die Motive stammen aus dem im Frühfeudalismus weit verbreiteten allegorisch-enzyklopädischen Lehrgedicht De Nuptiis Philologiae et Mercurii (die Hochzeit des Merkur und der Philologie) des römischen Schriftstellers Martianus Capella. Der Teppich war natürlich im Original knallbunt.

Thomas Labusiak u. Jaos Stekovics Kostbarer als Gold: Der Domschatz in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg erwähnen die merkwürdige Tatsache, dass ein Teppich mit antiken – also weder christlichen noch hagiografischen – Motiven in der Stiftskirche ausgebreitet wurde. Vermutlich hat man den Inhalt einfach im religiösen Sinn umgedeutet.

Die feudale Gesellschaft definiert sich durch den antagonistischen Gegensatz zwischen den Besitzern der Produktionsmitteln, den Eigentümern von Grund und Boden (aka Feudalherrn) und denen, die darauf arbeiten: Die feudalen Grundherrn sind permanent (und per Gewalt) bestrebt, sich den gesamten Surplus anzueignen, den die Bauern erwirtschaften. Die „biologische“ Schranke ist nur der Hungertod der Bauern.

Dieses „Streben“ darf man nicht psychologisch sehen; es ist analog zur kapitalistischen Charaktermaske gemeint. Die Individuen einer bestimmten Gesellschaft handeln als Funktion der unmittelbar gesellschaftlichen Formen von Arbeit. Sie können nicht anders – bei Strafe des Untergangs. Hieß es bei Marx über den Kapitalismus: „Je ein Kapitalist schlägt viele tot“, so ist das im Feudalismus wörtlich gemeint. Johannes Fried schreibt in Die Anfänge der Deutschen: Der Weg in die Geschichte über die damalge herrschende Klasse:
Was ihm von seinen Vorfahren überkam, war oft nichts weiter als ein Anspruch, den er gewöhnlich mit der Waffe in der Faust, realisieren musste, wellte er sein Recht und seinen Status wahren. Wer nicht kämpfte, ging unter; wer zur Waffe griff, riskierte ebenfalls „Leben und Gut“. (…) Die meisten der alten Adelsfamilien erloschen bis ins 12./13. Jahrhundert, nur wenige überstanden die Fremd- und Selbstdezimierung. (S. 132f.)

In einigen Teiles des frühfeudalen Europa bleiben Genossenschaften freier Bauern mit Überresten gentiler Organisation jedoch bestehen (vgl. Allmende)

Dazu ein paar längere Zitate von Rodney Howard Hilton, einem marxistischen britischen Historiker (natürlich kein deutscher Wikipedia-Eintrag), dessen „Kommentar zum Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus“ (1953/76) auf deutsch übersetzt in Feudalismus – Materalien zur Theorie und Geschichte (1977) publiziert wurde (vgl. die Rezension Rodney Hiltons: „The Transition from Feudalism to Capitalism“, 1978).

„In solchen Fällen (beispielsweise in England vor den dänischen Invasionen) sieht sich die Militäraristokratie, die selbst ihrem Wesen nach halb stammesmäßig organisiert ist, dem komplexen Problem gegenübergestellt, die Abgaben der Bauern, die früher freiwillig dem Stammeskönig gezahlt und nun dem Adel durch den König übertragen worden waren, in feudale Rente umzuwandeln und gleichzeitig diese Position eines Rentenempfängers dadurch zu strlken, dass sie die Kolonisation von unbebautem Land durch Sklaven, halbfreie Klienten etc. fördern. Zur gleichen Zeit gelangen in einigen Dörfern (…) infolge der Auflösung der Stammesgemeinschaft einige Bauernfamilien zu mehr Macht und Besitz als ihre Genossen und „treiben“ somit dem Status von Renten beziehenden Adligen zu. Andererseits war die römische Aristokratie in anderen Teilen Europas (im allgemeinen Italien, West- und Südgallien) dem Transformationsprozess zum Feudaladel seit dem 3. Jahrhundert erlegen. Ihre von Sklaven bewirtschafteten Latifundien wurden in von unfreien Bauern bewirtschafteten Grundherrschaften umgewandelt, wobei die unfreien Bauern zum Teil frühere Sklaven, zum Zeil abgestiegen freie Grundeigentümer waren. Diese Art der Ausbeutung wurde teilweise von den germanischen militärischen Eindringlingen (hospites) wie den Burgundern und Westgoten übernommen, die sich mit dem alten römischen Adel vermischten (…)

Quedlinburger Balliste

Quedlinburger Balliste (Windenarmbrust, 1335) (Wirkungsweise)

Um das 9. Jahrhundert – eine Periode, die von deutschen und französischen Historikern als Hochmittelalter bezeichnet wird – wurde die Feudalwirtschaft in Europa von Großgrundherrschaften dominiert. Die großen Grundherrschaften überzogen natürlich nicht einmal den größeren Teil des Territoriums im feudalen Europa, aber sie waren die bestimmenden Elemente der Wirtschaft. Die Rolle fortbestehender bäuerlicher Allodie oder der Grundherrschaft von Kleinadingen [wie etwa in Polen, B.S.] sollte bis zum beginnenden Niedergang der feudalen Produktionsweise keine Bedeutung erhalten,…

Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert ging die Überführung in die Leibeigenschaft (enserfment) rasch vonstatten, aber im Laufe der Zeit wurde die rechtliche Stellung der Ausgebeuteten verschlechtert und vereinheitlicht. Die Entwicklung der Warenproduktion brachte Veränderungen in der Form der Rente hervor, so dass Renten in Form, von Naturalabgaben und Geld gegen Ende des 13. Jahrhunderts (mit Ausnahme von England) größtenteils die Rente in Form von unmittelbaren Abgaben abgelöst hatte, was ihrerseits eine Verbesserung des Rechtsstatus bewirkte. Aus verschiedenen Gründen, die mit der Entwicklung der Warenproduktion zusammenhängen (darunter sind die Zersplitterung der Bauernwirtschaften und die Entwicklung bäuerlichen Widerstandes gegen die Ausbeutung am bedeutsamsten), lockerte sich die direkte Aneignung der Rente, die den Bauernhöfen auferlegt war, aber der Gesamtbedarf nach Feudalrente seitens der Feudalherren wurde durch die Ausbeutung anderer herrschaftlicher Privilegien (seigneural privileges) und durch die Entwicklung von privaten und öffentlichen „Steuern“ aufrechterhalten.“ [Vgl. den Kampf zwischen der Äbtissin Hedwig und der Stadt Quedlinburg.

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Bisher zum Thema Feudalismus erschienen:
– Reaktionäre Schichttorte (31.01.2015) – über die scheinbare Natur und die Klasse
– Feudal oder nicht feudal? tl;dr, 05.05.2019 – über den Begriff Feudalismus (Fotos:Quedlinburg)
– Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun (08.05.2019) – über die Funktion der verdinglichten Herrschaft in oralen Gesellschaften (Quedlinburger Domschatz I)
– Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum (09.05.2019) – über Gewalt und Konsum der herrschenden Feudalklasse als erkenntistheoretische Schranke (Quedlinburger Domschatz II)
– Die wâren steine tiure lâgen drûf tunkel unde lieht (10.05.2019) – über die Entwicklung des Feudalismus in Deutschland und Polen (Quedlinburger Domschatz III)
– Authentische Heinrichsfeiern (13.05.2019) – über die nationalsozialistische Märchenstunde zum Feudalismus (in Quedlinburg)
Fatimidisch und fernöstlich (12.06.2019) – über Entwicklungstendenzen im sogenannten „Hochmittelalter“ (Quedlinburger Domschatz IV)

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Betr.: Wutreden

„Nur nicht gleich sachlich werden! Es geht ja auch persönlich.“ (Anton Kuh, 1890-1941, vgl. Walter Schübler: Anton Kuh. Biografie, Göttingen 2018, freier Download als pdf)

Liebe unter Kollegen

„Wer als Kolumnist von seinen Kollegen geliebt werden will, hat nach meiner Meinung ohnehin den Beruf verfehlt. Entscheidend ist nicht, ob man gemocht, sondern ob man gelesen wird.“ (Jan Fleischhauer)

Er hat natürlich recht, obwohl ich den Eindruck habe, dass das nur die wenigsten Insassen der Medienblase so sehen. „Nichts ist so drückend wie die Kuhstallwärme der Gesinnungsgemeinschaft.“

Fleischhauer geht jetzt zum Unterhaltungsmagazin Focus.

Wenn hier auf burks.de eine Gesinnungsgemeinschaft entstehen sollte, bitte ich um eine warnende Mitteilung (außer bei wissenschaftlichen Themen).

Wasserblick

Manaus

In einem Slum Vorort von Manaus, Brasilien 1982. (Mehr Fotos von Manaus gibt es hier.)

With Passion

passionsblumehyazintheRose

Die Passionsblume auf meinem winzigen Balkon blüht endlich. Auch die Hyazinthen und Rosen scheinen sich wohlzufühlen.

Unter normalen Leuten

Interview mit André Brie in der Taz: „Kein Gefühl mehr für die normalen Leute. (…) Meine Partei schreibt Anträge, hält Reden, verfasst Presseerklärungen, tritt in Talkshows auf. Das ist alles gut und schön. Aber wir sind nicht mehr bei den Menschen. Die gehen jetzt zur AfD. Die hat, anders als der Name verspricht, keine Alternativen. Aber sie bedient etwas. So viele Menschen sind unzufrieden. Und sie suchen ein Ventil. Früher waren das die PDS und die Linkspartei. Das ist vorbei. (…) Viele leben nur noch in ihrem Apparat. Es gibt viele, die sich in den Parlamenten für ­solche Menschen den Arsch aufreißen. Aber sie haben kaum persönlichen Kontakt mehr zu den Verlierern.“

Full ack. Ich hätte Rezepte, aber niemand würde mir zuhören. Die „Linke“ und auch die meisten Linken wollen sich lieber in die Tasche lügen. Das ist bequemer.

Solimões, wieder einmal

Solimões

Der Oberlauf des Amazonas wird von den Brasilianern Solimões genannt. Das Foto habe ich 1982 gemacht, ein paar hundert Kilometer westlich von Manaus.

Fatimidisch und fernöstlich

Remember: „Orale Gesellschaften theoretisieren nicht, sie inszenieren. Das Ritual ersetzt, ja ist geradezu ihre soziale Theorie.“ Objekte sind dingliche bzw. verdinglichte Zeichen der sozialen Hierarchien und der Rituale.

„Nicht seelische Regungen oder psychische Prozesse sollten jeweils sichtbar gemacht werden, sondern objektivierende Formen sozialer Ordnung und Interaktionen. (…) Prestige und Status waren im Auftreten sichbar zu machen; nur ritualisiert ließen sie sich wahrnehmen, Herrschaftszeichen, Gaben, Kleider, Gebärden machten Leute.“ (Johannes Fried. vgl. auch Marcel Mauss: Die Gabe: Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften).

servatiusstab

Quedlinburger Domschatz: Der Servatiusstab oder Äbtissinnenstab, Lothringen (?); Mitte des 10. Jahrhunderts. Eschenholz, getriebenes Silber und Gold, geschmiedetes Eisen. Der Stab war ganz mit gemustertem Samit umhüllt, vom dem nur noch winzige Reste vorhanden sind, ebenso fehlen große Teile des Goldbeschlags. Dietrich Kötzsche schreibt: „Die Manschette aus getriebenem und vergoldetem Silber, [sic] in der Mitte des Schaftes, verdeckt dort einen Bruch des Stabes, der, wie die Formen des schmalen Rankenornaments zeigen, wohl in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts repariert worden ist.“

Der ottonische Geschichtsschreiber Thietmar von Merseburg berichtet von einem goldenen Stab, den Kaiser Otto III. seiner Schwester Adelheid 999 aus Italien bringen ließ, als Symbol ihrer Ernennung zur Äbtissin von Quedlinburg. Der Servatiusstab könnte dieser Stab sein. Koetzsche zweifelt das an, da „auf den mittelalterliche Münzen und auf allen erhaltenen Siegeln der Quedlinburger Äbtissinen“ bis zur Mitte des 14. Jh. nur ein Lilien- oder Blütenszepter als Insignie erwähnt sei, nicht jedoch ein Krummstab. Um 1544 wird der Stab wird im Verzeichnis des Stiftes als „Sanct Ceruacius stap met golt beschlagen“ und später sogar als „Kayser Heinrici Auceps stab, so oben wie ein hacken, umher und herunterwerts mit golde beschlagen“. Vermutlich sei der Stab, so Koethsche, eher eine Reliquie, nicht jedoch das Zeichen eines Amtes.

Ich schrieb: Im Unterschied etwa zu Polen emanzipierten sich jedoch die hörigen Bauern ab dem 10. Jahrhundert wieder mehr und mehr von der Grundherrschaft. ein kritischer Leser bemängelte die mangelnde Faktenlage dieser These und fragte nach, womit man da belegen könne. (auch hier: Vergesst Wikipedia!)

Meine These: ab dem 10. Jahrhundert entwickelten sich die Produktivkräfte rapide: Die Dreifelderwirtschaft setzte sich durch. Große Flächen, vor allem im Osten, wurden urbar gemacht – die Siedler bekamen mehr Rechte und schufen oft bäuerliche Genossenschaften. Die Bevölkerung wuchs erheblich – das änderte sich erst durch die Pandämien im 14. Jahrhundert wieder. Mit der so genannten 2. Leibeigenschaft Ende des 15. Jahrhunderts endet der Klassenkampf von oben zuungunsten der meisten Bauern; hundert Jahre später im Bauernkrieg im Desaster.

seidenfragment

Seidenfragment aus Italien, 2. Hälfte d. 14. Jahrhunderts. (Thomas Labusiak u. Jaos Stekovics: Kostbarer als Gold: Der Domschatz in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg erwähnen dieses Stück nicht, obwohl ich es mit am interessantesten finde.) Das Seidengewebe ist mit einem Pergamentstück versteift. D. Kötzsche: „In einer Schrift wohl des 12. Jahrhunderts enthält es einen Abschnitt aus dem Hohenlied, 5-6.

Das rot-goldene Muster zeigt einen brüllenden Löwen, der eine Hirschkuh jagt. Das Motiv sei typisch für italienische Seiden des 14. und 15. Jahrhunderts. „Die Anregungen zu solchen Muster, deren Aufbau von dem bis dahin im Mittelmeerraum üblichen völlig abweicht, stammt aus dem fernen Osten, vor allem aus China, das durch das riesige, sich bis zum Schwarzen Meer erstreckende Mongolenreich leichter zugänglich geworden war.“ Die Mongolen und das größte Reich der Weltgeschichte wurden in meinem Geschichtsunterricht im Gymnasium mit keinem Wort erwähnt. 1221 schlossen die Mongolen ein Bündnis mit venezianischen Kaufleuten – das könnte erklären, wie das Motiv nach Italien gelangte. (James Chambers: The Devil’s Horsemen: The Mongol Invasion of Europe)

seidenfragment

Fischförmige Bergkristall-Reliquiare (Ostensorium), fatimidisch, 10. Jahrhundert (ursprünglich Kosmetikfläschchen), Goldschmiede-Montage in Quedlinburg Mitte des 13. Jahrhunderts. Durch den Kristall kann man eine in Stoff gewickelte Reliquie erkennen; was genau es ist, weiß man nicht. Im 19. Jahrhundert vermutete man, es seien Haare der Maria Magdalena (K. Voigtländer Die Stiftskirche St. Servatii zu Quedlinburg. Geschichte ihrer Restaurierung und Ausstattung, 1989).

müll

Quedlinburger Schlossmuseum: „Der ‚Heuschreckenschwarm‘ verlässt die Pfalz und hinterlässt leere Scheunen und Ställe und Müll…“ (um 1000) Zwei Kugeltöpfe – Kochgeschirr, das nur ein halbes Jahr zu nutzen war und danach weggeworfen wurde. Ein eisernes Messer mit Griffdorn, Zimmermannsbeil, Hufeisen, Reste eines eisernen Sporns, Spatenblatt eines Holzspatens, Webgewicht, für einen senkrechten Gewichtswebstuhl, Handspindel aus Kalkstein, Knochen von Schafen, Ziegen, Rindern, Schweinen und Geflügel…
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Bisher zum Thema Feudalismus erschienen:
– Reaktionäre Schichttorte (31.01.2015) – über die scheinbare Natur und die Klasse
– Feudal oder nicht feudal? tl;dr, 05.05.2019 – über den Begriff Feudalismus (Fotos:Quedlinburg)
– Helidos, ubar hringa, do sie to dero hiltiu ritun (08.05.2019) – über die Funktion der verdinglichten Herrschaft in oralen Gesellschaften (Quedlinburger Domschatz I)
– Tria eburnea scrinia com reiquis sanctorum (09.05.2019) – über Gewalt und Konsum der herrschenden Feudalklasse als erkenntistheoretische Schranke (Quedlinburger Domschatz II)
– Die wâren steine tiure lâgen drûf tunkel unde lieht (10.05.2019) – über die Entwicklung des Feudalismus in Deutschland und Polen (Quedlinburger Domschatz III)
– Authentische Heinrichsfeiern (13.05.2019) – über die nationalsozialistische Märchenstunde zum Feudalismus (in Quedlinburg)

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(initramfs): fsck rulez!

initramfs

Manchmal kann einen Linux ganz schön erschrecken. Den Fehler beim Booten hatte ich noch nie. Offenbar ist er bekannt, und das offenbar schon seit fast einem Jahrzehnt. (Gibt es auch bei Mint!)

Interessant, dass eine These für den Fehler ist, es läge an einer Partition von Windows auf derselben Festplatte: „This can occur when you have installed Ubuntu on an NTFS Windows partition and Windows was incorrectly shutdown.“ War es bei mir nicht, bei anderen Usern gelang das auch nicht.

Bei mir half fsck /dev/sda5 und dann unzählige Male yes bei der Frage Fix?

Mercado, revisitado

markt puno

Puno (Peru 1984)

Farmacia

farmacia puno

Apotheke, Puno (Peru 1984)

Mehr als nur Kopftuch

Humanistischer Pressedienst „Eine Drei-Viertel-Mehrheit der Befragten will ihr Neutralitätsgesetz behalten, das unter anderem das Tragen religiöser Symbole von Lehrkräften in Grundschulen untersagt. Dieses Gesetz wird von islamistischer Seite seit Jahr und Tag heftig als Rassismus diffamiert. Nur mit Mühe konnte sich die Senatskoalition dazu durchringen, das Tragen religiöser Bekleidung bei Ausübung staatlicher Hoheitsfunktionen nicht doch noch zu erlauben. Stattdessen soll nun eine höchstrichterliche Entscheidung abgewartet werden.

Bemerkenswert, dass 72 Prozent der Anhänger der „Linken“ und 62 der grünen Fans hinter dem Gesetz stehen. Das sollte den Verantwortlichen zu denken geben, die immer noch ein naives Bild der Islamverbände haben.

Das sollte insbesondere auch denen zu denken geben, die den unsäglichen Begriff „Islamfeindlichkeit“ erfunden haben und jeden, der in der Tradition der deutschen Aufklärung Religion bekämpft, als „Rechten“ darstellen.

Vgl. dazu auch Telepolis: „Zur Kritik der Identitätspolitik“.

The Soviets won World War II in Europe

Barmaley Fountain

The Barmaley Fountain, one of the symbols of Stalingrad, in 1943, right after the battle.

The Independent: „VE Day 70th anniversary: We should never forget – the Soviets won World War II in Europe – An estimated 26 million Soviet citizens died during World War II, including as many as 11 million soldiers.“

Logorrhoe oder: handbetriebene Kaffeemühle

Ich finde Henryk M. Broder lustig.
Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftiches Engagement und ähnliches Gedöns hat vor kurzem wieder mal Auschwitz besucht. (…) Derweil Frau Chebli, die den IQ einer Birkenstocksandale mit dem Charme einer handbetriebenen Kaffeemühle verbindet, noch lauter gegen Rassismus aufsteht. (…) Ob die Frau nun einen an der Klatsche oder nicht alle Speichen am Rad hat, dafür ist das Duisburger Amtsgericht zuständig. Was man auch ohne juristischen Beistand sagen kann, ist, dass sie unter einem hypertrophen Mitteilungszwang leidet, der in der Fachliteratur als Logorrhoe bezeichnet wird.

Und ich dachte, ich hätte den medizinischen Fachterminus Logorrhoe geprägt?!

Bauchgefühl

Lehrreicher Artikel im Tagesspiegel: „Menschen nutzen den Kopf nur, um das Bauchgefühl zu bestärken. (…) Wir haben festgestellt, dass die Wähler die Welt auf eine Weise sehen, die ihre Werte und Identitäten stärkt – unabhängig davon, ob sie jemals Fox News oder MSNBC gesehen haben und unabhängig davon, ob sie ein Facebook-Konto haben.“

Medien bestärken die Meinungen, die man eh schon hat. (Schrieb ich hier schon gefühlt 283 Mal – das an diejenigen, die meinten, sich müssten sich in den „sozialen Netzwerken“ herumstreiten.)

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