Angedachtung

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Deutsch des Grauens (Symbolbid)

“Die angedachten Beschränkungen sehen eine Limitierung privater Zusammenkünfte vor.”
Lieber “Tagesspiegel“: Soll das Deutsch sein? Versucht es mal ganz ohne -ung. (Hinweis: die Verben “beschränken” und “begrenzen” sind möglich!) Ihr seid ja nicht Katja Kipping (deutsche Rekordhalterin in der Disziplin “Nominalstil”)!

“Andenken” gibt es übrigens nur bei Leuten, die es bis zum Denken nicht schaffen, was auch bei Journalisten vorkommt. “Angedacht” klingt wie “ein bisschen schwanger sein”.

Ich schrob schrieb 2013: …mit “andenken” (oft gelesen in der taz; gemeint ist vermutlich: die Leute, die so gerade angefangen haben zu denken, sich aber dann entschließen, es zu unterlassen, weil sie eingesehen haben, dass ihnen die Fähigkeit zu denken fehlt) und “hinterfragen” (Wolf Schneider: “aus dem Anus der Deutschen Sprache gekrochen”). Wer andenkt und vermeldet und abmahnt, muss auch “durchführen”.

Vermelde gehorsamst: Nach einer Phase des Andenkens Abmahnung durchgeführt!

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Kommentare

One Kommentar zu “Angedachtung”

  1. Roland B. am September 28th, 2020 1:12 am

    Ich finde, man habe etwas “angedacht” bedeutet: Wir haben halt mal angefangen, nachzudenken, es wurde dann aber zu spät, und außerdem ist das Problem kompliziert, da wollen wir uns auch nicht so recht festlegen.
    Anders gesagt: Wir haben mal sowas wie Brainstorming gemacht, schaun wir mal, wie es weitergeht. Aber eigentlich haben wir keine große Lust, ernsthaft weiterzudenken.

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