Linke Religionskritik

Fundstück aus dem Jahr 2017 im österreichischen Standard: “Linke Religionskritik – gibt’s das noch?” Aktueller denn je!

Linke Religionskritik setzt jedoch die Erkenntnis voraus,
dass weder “Kulturen” noch Religionen unauflöslich mit bestimmten Ländern, Gesellschaften oder Individuen verknüpft sind,
– dass Menschen ihre Religion auch ändern, dass Religionen, wie im Lauf der Geschichte immer wieder der Fall, schlicht aussterben können,
– und vor allem, dass Individuen nicht auf “ihre” Kultur oder ihre (vermeintliche oder tatsächliche) Religion reduzierbar sind.

Sag ich doch seit Jahren Jahrzehnten. Deswegen ist das “Multikulti”-Konzept der Grünen ein reaktionärer Scheiß.

Kommentare

3 Kommentare zu “Linke Religionskritik”

  1. Horst Horstmann am Juli 8th, 2020 5:28 am

    Das ist halt diese defätistische Realpolitik, die nur das Gute im sozialen Engagement der Religioten sehen mag und im Zuge der Parteiräson jedwege Kritik letztendlich so klärt, daß inner- wie zwischenparteilich der machterhaltende Schulterschluß gewahrt bleibt – siehe aktuell die rot-rot-grüne Regierung hier in Bremen, die
    für eine Handvoll Kindergärten mit Evangelikalen in die Kiste springt

    .

  2. Wolf-Dieter Busch am Juli 8th, 2020 8:52 am

    Ich halte die Diskussion um Religion an sich für überholt.

    Die Katholische Kirche bildete einen Widerstand gegen die Bewegung der Aufklärung. Eine Europäische Epoche. Die Opposition gegen das Christentum hatte damals politischen Charakter.

    Aus einem missverstandenen Relativismus wird die Kritik ausgeweitet auf Religionen allgemein, obwohl die Aufklärung sich – zumindest anscheinend – durchgesetzt hat. Stichwort Religion allgemein: der recht bedeutende Mediziner Sucharit Bhakdi ist Buddhist. Sieht man ihm nicht an, nicht wahr?

    Die Probleme, die uns unsere „Goldstücke“ bescheren, machen wir am Islam fest – nur spielt dieser seine Sonderrolle auf dem fruchtbaren Boden des Tribalismus aus, der mehrere Stufen der Zivilisation aufzuholen hat.

    Beim Islam sehe ich drei Alternativen: ihn zu zivilisieren (schwierig), ihn zu vernichten (inhuman) oder sich ihm zu unterwerfen (nicht akzeptabel).

    Sprechen wir über den Islam! Aber sprechen wir nicht über die Religion!

  3. ... der Trittbrettschreiber am Juli 8th, 2020 12:41 pm

    Ist Politik, gleich welcher Windrichtung, nicht Religionsausübung?*

    * sofern Ideologien der Religion zugeordnet werden können.

Schreibe einen Kommentar