Er hat „Österreich“ gesagt!

Österreich

Habe ich in den letzten vier Tagen etwas verpasst? Österreich? Dieser Zwergstaat hinter den sieben Bergen hat 8,8 Millionen Einwohner. Die chinesischen Städte Shanghai, Peking, Shenzgen, Guangzhoue, Tianjin haben mehr Einwohner. Wuhan hat ungefähr so viele Bewohner wie Österreich und ist ähnlich wichtig. So what?

Die herrschende Klasse ist korrupt? Hört, hört! Was war noch mal der Berliner Bankenskandal, den unsere Qualitätsmedien nicht aufgeklärt haben, sondern der geschätzte Kollege Mathew D. Rose fast im Alleingang?
So wurden seit langem und systematisch Verluste über Netzwerke von Strohmännern verborgen, Risiken aus Geschäften wurden mit dubiosen Verträgen auf das Land Berlin abgewälzt. Für einen ausgewählten Personenkreis (vor allem Prominente, Mitglieder der Regierungsparteien CDU und SPD, Bankmanager sowie deren Bekanntenkreis) wurden Sonderfonds angeboten, deren Konditionen noch wesentlich besser als die der normalen Immobilienfonds waren. Weiterhin gab es hohe Abfindungen und Renten für die entlassenen Bankmanager sowie Verträge mit unangemessenen Mieten für bankeigene Villen, die von den Managern genutzt wurden. Auch die kostenlose Renovierung mehrerer dieser Villen kam ans Licht.

Die Neue Zürcher Zeitung hat einen netten und treffenden Kommentar dazu: „Deutsche Politiker reden über Österreich, als wäre Wien Magdeburg oder Hannover. Die FPÖ dürfte davon profitieren.“

Genau so wird es sein.

Kommentare

6 Kommentare zu “Er hat „Österreich“ gesagt!”

  1. flurdab am Mai 22nd, 2019 9:13 pm

    Endlich mal ein authentischer Politiker!
    So und nicht anders habe ich mir das immer vorgestellt, von daher bin ich angenehm überrascht.
    Das die NZZ jetzt aber unkt das die „Deutschen“ an einem möhlicherweise zukünftigem Wahlergebis schuld sein werden, finde ich gewagt.
    Woran soll Deutschland denn noch alles Schuld sein?

    Der Wahlomat ist erfolgreich verklagt worden.
    Das ist mal eine Nachricht.
    Ich habe ihn zweimal für die EU- Wahl benutzt und bin jedesmal ganz weit rechts außen gelandet, also wirklich rechts außen. Daraufhin habe ich in meinem Kleiderschrank nachgesehen ob denn dort schon ein Braunhemd hängt, von dem ich garnichts weis.
    Aber Nein, kein unbewußter Einkauf.
    Dann habe ich die Konkurrenz „DeinWal“ benutzt und siehe da, schon war ich wieder auf der anderen Seite, also da wo ich mich auch selbst verordnen würde.
    Bleibt die Frage ob der Wahlomat neutral ist oder…

  2. Siewurdengelesen am Mai 22nd, 2019 10:49 pm

    „Die FPÖ dürfte davon profitieren“

    Sehe ich auch so und sie wird sich in ihrer Opferrolle förmlich suhlen.

    Von der FPÖ mag jeder halten, was er will. Das ausgerechnet jetzt dieses Ding ausgebuddelt wird und nicht bereits vorher, ist sicher nicht grundlos geschehen. Sehr wahrscheinlich geht der Schuss dennoch nach hinten los.

    Ähnliche Züge und Folgen sind beim derzeitigen AfD-und Rechten-Bashing zum Europa-Parlament zu erwarten und dem Geseire, doch unbedingt wählen zu gehen.

    Diese Knaller brauchen sich für ihre Werbung nicht einmal anzustrengen, sondern bekommen sie dank der leicht nervösen „Volksparteien“ frei Haus.

    Wenn die EU-Wahlen nicht noch mit anderen lokalen Wahlen verdongelt wären, ginge wahrscheinlich gar keiner hin.

  3. Wolf-Dieter Busch am Mai 23rd, 2019 12:34 am

    Um mich selbst zu zitieren:

    Die Geschichte war vor allem eins: teuer. Eine Wohnung gezielt zu verwanzen – womöglich erst, nachdem Strache sie bezogen hatte – erfordert qualifizierte Fachkräfte. Im Zivilleben kaum zu finden. Etwa in D ist das Verwanzen von Privatbereich ein Straftatbestand.

    Dann die „Nichte“. Zur Stunde unbekannt. Ob sie es für ein Vergeltsgott getan hat? Kaum.

    Sodann: organisiert – und vor allem finanziert – 2017, aber keine umgehende Verwertung, sondern EU-Wahl abgepasst. Und überhaupt, SZ und Spiegel geben an, nichts ǵezahlt zu haben.

    Da ist irgendwer motiviert und wohlhabend.

    So, liebe Kinder, schlaft schön ein. Ich dreh mich jedenfalls auf die andere Seite (an der Stelle die Lautmalerei „ratzipüh“).

    Habe die Ehre.

  4. Alreech am Mai 23rd, 2019 1:12 am

    Berliner Bankenskandal ?
    Ja, schon schlimm. Also das Politiker von SPD und CDU von den krummen Geschäften profitiert haben.

    Aber sonst ?
    Die geplante Vergesellschaftung der privaten Großvermieter in Berlin soll ja so ganz ähnlich ablaufen.
    Auf Pump finanziert, und haften wird vermutlich das Land Berlin dafür. Denn als Sicherheit für den Kredit wird man die vergesellschafteten Wohnungen kaum ansetzen können.
    Sicher ist damit zu rechnen das die ersten Verluste der nun vergesellschafteten Immobilenvermieter versteckt werden, und ganz sicher ist damit zu rechnen das verdiente Politiker welche die Vergesellschaftung voran getrieben haben auch von günstigen Wohnraum profitieren werden… möglicherweise mehr als andere Mieter.

  5. ... der Trittbrettschreiber am Mai 23rd, 2019 8:26 am

    „Wenn die EU-Wahlen nicht noch mit anderen lokalen Wahlen verdongelt wären, ginge wahrscheinlich gar keiner hin.“

    Absolut gefühlt richtig – wäre da nicht die EU als sich selbst erhaltendes (und damit wählendes) System. Auch der Fitness-Aspekt sollte nicht unerwähnt bleiben: Das Krawatten binden und das Zubinden der Lackschuhe vor dem anstrengenden Schlurf zum Wahllokal hat schon so manchen Demokraten weingstens bis zur Auszählung lebendig scheinen lassen.

  6. blu_frisbee am Mai 25th, 2019 8:40 am

    Strache ist ein Nazi. Auffällig die biografischen Parallelen zu A.H.
    http://kolumne.gorki.de/kolumne-104/

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