Transit in den Tod und Computer-Voodoo

die brücke

Komisch, dass mir die Netflix-Algorithen erst jetzt Die Brücke – Transit in den Tod hereinpülten. Ganz außergewöhnliche schwedisch-dänische Krimi-Kost! Es gibt schon so viele Rezensionen, dass ich nicht noch mehr das Internet vollschreiben muss.

Nur eines: Die Heldin Saga Norén (Sofia Helin) “leidet” in der Serie an einer Art Asperger-Syndrom. Das führt zu urkomischen Dialogen. Ich musste manchmal laut auflachen, was mir bei skandinavischen Filmen sonst nie passiert. Der dänische Kommissar Martin Rohde (Kim Bodnia) versucht, fröhlichen Smalltalk zu machen, weil “man das unter Kollegen so üblich ist”. Wenn sich aber jemand daraus nichts macht, wird es kompliziert, weil die Kommunikation irgendwie ins Leere läuft.

die brücke

Szene: Die Norén und Rohde fahren Auto, minutenlang, und Rohda versucht etwas Nettes zu plaudern, weil man sich noch nicht kennt. Irgendwann fragt er, da seine Kollegin unentwegt stur aus dem Fenster blickt: “Hörst Du mir überhaupt zu?” Sie: “Ich sitze doch neben Dir, warum sollte ich nicht zuhören?” Rohde verschlägt es manchmal einfach die Sprache.

Oder: Die schwedische Kommissarin hat plötzlich Lust auf Sex. Sie geht in eine Bar, lächelt einen Kerl an. Der lächelt zurück und fragt: “Möchtest Du etwas trinken?” Sie: “Nein.” Er halb beleidigt ab. Sie hinter ihm her: “Warum lässt du mich einfach stehen?” Er: “Äh?” Sie: “Möchtest du Sex mit mir?”

Nach dem Liebesspiel setzt sie sich ins Bett und schaut auf dem Laptop zersäbelte Leichenteile an. Er wacht auf und fragt geschockt: “Was machst Du da?” – “Ich bin bei der Kripo. Arbeit.” Der Kerl flieht nach kurzer Zeit völlig konsterniert aus der Wohnung.

die brücke

Natürlich kommt wieder Computer-Voodoo vor. Das Übliche: Wir haben da einen Nerd im Keller, der kann Passwörter knacken. Oder: Wenn etwas nicht funktioniert, ist es garantiert “ein Trojaner”. Da hat vermutlich irgendein Russe mit einer Nadel in ein Püppchen gestochen, und die “Trojaner” machen sich auf den Weg und demolieren zielgerichtet Bits und Bytes. Vielleicht sollte man Drehbuch-Autoren mal in mein Seminar schicken, aber dann würde es weniger lustig in solchen Filmchen.

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Kommentare

3 Kommentare zu “Transit in den Tod und Computer-Voodoo”

  1. Thomas am Dezember 18th, 2020 8:11 am

    “Natürlich kommt wieder Computer-Voodoo vor. Das Übliche: Wir haben da einen Nerd im Keller, der kann Passwörter knacken. Oder: Wenn etwas nicht funktioniert, ist es garantiert “ein Trojaner”. Da hat vermutlich irgendein Russe mit einer Nadel in ein Püppchen gestochen, und die “Trojaner” machen sich auf den Weg und demolieren zielgerichtet Bits und Bytes.”

    Auch gern genommen: “Wir haben seine IP-Adresse!” -> 192.168.2.xxx => Kopf->Tisch
    Oder habe die diesen “Klassiker” nicht gebracht?

  2. Juri Nello am Dezember 18th, 2020 3:22 pm

    Die Serie ist ein Klassiker der 00er Jahre. Lief u. a. in der ARD. Genau, wie die Millenium Trilogie. Da gibt’s bei Netflix sogar einen Teil mehr.

  3. markenware am Januar 1st, 2021 7:23 pm

    interessant, was so alles auf netflix landet. Ich erinnere mich an die o.g. Szenen. War damals mit der Asperger-Kommissarin überall Thema. Vermutlich eher ZDF als ARD, sonntags nach tatort und heute-journal, 2 oder 3x? 6 Folgen.

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