Brasiliens Abstieg

Republik (Schweiz) über Brasiliens Abstieg:
Die Aufklärungsrate der Verbrechen ist gering: Nur in zehn Prozent der Morde kommt es zu einer Festnahme. Lediglich in vier Prozent wird Anklage erhoben. Bei den geringeren Delikten ist es noch dramatischer. Beispiel Rio de Janeiro: Hier werden laut Polizei durchschnittlich zwei Handys pro Stunde geraubt. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, weil kaum jemand noch zur Polizei geht. Die Ansicht ist verbreitet: Die Polizisten würden ohnehin nichts unternehmen.

Jair Bolsonaro hat es verstanden, das generelle Gefühl der Unsicherheit zu kanalisieren. Sein zentrales Wahlkampfversprechen lautet: Jede Brasilianerin darf eine Waffe tragen, um sich zu verteidigen. Bolsonaro befürwortet die Todesstrafe und die Folter. Und er will der Polizei eine Lizenz zum Töten erteilen. (…)

Viele Brasilianerinnen wünschen sich nun zwar eine Säuberung des Kongresses. Dennoch werden viele der üblichen Verdächtigen nach den Wahlen wieder einziehen. Es liegt am brasilianischen Wahlsystem, das kompliziert und undemokratisch ist. Lediglich fünf Prozent der aktuellen Abgeordneten wurden direkt gewählt, die anderen sind über Leihstimmen eingezogen. Hinzu kommt, dass einige wenige Familien Brasiliens Politik dominieren.

Der informativste Artikel, den ich in letzter Zeit über Brasilien gelesen habe – und sehr eindrucksvolle Fotos.

Kommentare

4 Kommentare zu “Brasiliens Abstieg”

  1. ... der Trittbrettschreiber am Oktober 12th, 2018 2:02 pm

    zwei handys pro stunde in rio – faule bande.

  2. Publicviewer am Oktober 13th, 2018 1:42 am

    Schöner Artikel..thumbs up…;-))

  3. Crazy Eddie am Oktober 13th, 2018 5:26 am

    Mündige Bürger sind die, die das Gesetz auch mal selbst in die Hand nehmen können.

  4. Roman Bardet am Oktober 13th, 2018 9:36 am

    Brasilien braucht eine Militärjunta oder einen Alienangriff von Menschen fressenden gigantischen Heuschrecken ähnlichen Wesen. Alles andere ist dort sinnlos.

    Ich war einst für einige Wochen in Brasilia. Selbst zum privaten Einkauf in den Supermarkt wurden wir von zwei Brasilianern mit Pistolen begleitet. Ein Mal sogar von einer Brasilianerin mit Gardemaß von geschätzten 1,65 m Körpergröße.

    Außerdem hatte man uns vor „gefährlichen“ Krankheiten gewarnt und das kein Krankenhaus Brasilia’s deutschem Standard entspräche und dort cash erwartet wird, ansonsten keine Behandlung.

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