In linkes Mäntelchen kleiden

Jürgen Schröder in einem sozialen Netzwerk (drei Mal dürft ihr raten, welches)

„Refugees welcome!“ – zentrale Parole des „Neuen Deutschen Faschismus“, der sich in ein linkes Mäntelchen kleidet.

Wer in seiner grenzenlosen Naivität oder auch bewußt, um Zulauf für die AFD zu generieren, einfach „Refugees welcome!“ fordert, muss auch erklären, ob es sich tatsächlich um Flüchtlinge gemäß des Asylrechts handelt, die von Verfolgung aufgrund ihrer politischen Aktivitäten oder Gruppenzugehörigkeit (Yeziden) handelt.

Wie etwa vermögen die schwarzafrikanischen Flüchtlinge die für die Schleuser benötigten rund 7.000 Dollar aufzubringen?

Schafft dies eine normale afrikanische Familie, oder etwa gar eine arme?

Es handelt sich hier ganz im Gegenteil nicht um Flüchtlinge, sondern um Glücksritter, nämlich die ‚besten Söhne‘ als Abgesandte von Familien der oberen Mittelschicht, die natürlich auch möglichst schnell das Geld für die Familie wieder ‚erwirtschaften‘ müssen. Dies allerdings fällt auch Leuten mit hier anerkannter Berufsausbildung gewiss nicht leicht.

Interessanter Standpunkt. Ich sehe das ähnlich, weil der Klassenstandpunkt herangezogen wird. Allerdings maße ich mir nicht an, die Beweggründe der Einwanderer zu kategorisieren. Dass es diese Glücksritter gibt und zwar zahlreich, steht für mich jedoch ausser Zweifel.

Kommentare

6 Kommentare zu “In linkes Mäntelchen kleiden”

  1. Wolf-Dieter Busch am April 19th, 2018 9:43 pm

    Sehen wir es nüchtern:

    Soweit es Politisch-Verfolgte sind, genießen sie Asyl durch Gesetz. (Müssten dies aber nachweisen.)

    Soweit es Kriegsflüchtlinge sind und wir ihnen Schutz gewähren, bis der Krieg aus ist: überschaubare Belastung.

    Für alle anderen erwachsenen Nordafrikaner gilt: sie werden zeitlebens nicht imstande sein, hier konkret zu arbeiten, müssen aber verpflegt und untergebracht werden.

    Das ist natürlich auch riskant. Wer lebenslang zu Untätigkeit und Almosenempfang verurteilt ist, den wird schon mal kriminell. Die Prognose ist frei von Rassismus.

  2. Rano64 am April 20th, 2018 1:14 pm

    Na klar gibt es Glücksritter. Gab es immer schon. Im 19. Jahrhundert z.B. sind Millionen und Abermillionen Menschen nach Nordamerika aufgebrochen, um dort ihr Glück zu suchen.

    Die Neoliberalen sehen das ja auch ganz gerne: Nicht das es irgendwann wirklich ernsthaft an Fachkräften mangelt und man ordentliche Löhne zahlen muss.

    Ich persönlich glaube trotzdem nicht, dass es sich um Abkömmlinge der „Mittelschicht“ handelt. Die meisten Menschen verlassen ihre Heimat nur äußerst ungern und wer solch hohe Risiken und Kosten auf sich nimmt, dürfte im Normalfall ziemlich verzweifelt sein.

  3. ... der Trittbrettschreiber am April 20th, 2018 6:41 pm

    @Rano64
    „Die meisten Menschen verlassen ihre Heimat nur äußerst ungern und wer solch hohe Risiken und Kosten auf sich nimmt, dürfte im Normalfall ziemlich verzweifelt sein.“

    Wichtig ist, verzweifelt zu bleiben und nicht allzu leichtfertig den Gravitationskräften die Kontrolle über das eigene Leben zu überlassen. Es ist auch sehr schlimm, wenn man am ende des Weges über den Horizont das vorfindet, dem man eigentlich entfliehen wollte und weder Kosten noch Mühen, Trennungsschmerzen und Zukunftshoffnungen gescheut hatte – den Sumpf der Zufriedenheit.

  4. Roland B. am April 20th, 2018 8:39 pm

    Die Möglichkeit, Geld für die Flucht/Reise aufzubringen, als Argument zu nutzen, die Leute seien keine echten Flüchtlinge – das wird ja im zitierten Artikel zumindest unterstellt – ist schon hanebüchener Unsinn.
    Weder müssen politische Verfolgte arm sein, noch gilt dies für Kriegsflüchtlinge. Thomas Mann reiste sicher Erster Klasse in die USA. Manche der aus Osteuropa vertriebenen Deutschen dürften Geld auf westlichen Banken gehabt haben.

  5. Godwin am April 21st, 2018 9:46 am

    Klassenstandpunkt??
    Wo wird der denn herangezogen? Eher missbraucht würde ich sagen.
    Und aus links machen wir auch einfach mal rechts und aus schwarz wird weiß…
    Wer hier mit „oberer Mittelschicht“ argumentiert, tut so, als würden da ein paar Hipster kommen, denen Hirsestampfen nicht mehr gut genug wäre.
    Das ist imho eher ein aufkündigen der Klassensolidarität

  6. Alreech am April 23rd, 2018 7:41 pm

    Welche Klassensolidarität ?
    Warum soll ein Mitglied der Arbeiterklasse das z.B. bei Daimler Benz am Band steht Solidarität für einen Menschen empfinden der nicht der Arbeiterklasse angehört ?
    Ganz egal ob dieser Mensch nun aus einem fremden Land geflohen ist oder irgendwas mit Medien & Gender an einer deutschen Hochschule studiert hat…

    Es reicht übrigens ein Blick auf die Lohnabrechung und die Bilanz des Arbeitgebers (Lohnsumme & Sozialversicherungsabgaben zur Kapitalrendite) um festzustellen das inzwischen der Sozialstaat sich den größeren des Mehrwerts aneignet als es der Kapitalist tut.

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