#AusFAZwirdTAZ [Update]

don alphonso

Roger Letsch: „Don Alphonso wird abgeschaltet“.

Wenn man sich bei Twitter nach #AusFAZwirdTAZ umsieht, überkommt einen das Grauen über das „intellektuelle“ Niveau der Diskussion über Medien in Deutschland. Meedia.de: „Die FAZ hat angekündigt, auf ihrer Website die Sektion mit Blogs umzubauen. Künftig sollen Blogs bei FAZ.net stärker als „Experimentierfeld“ genutzt werden und auch mehr Podcasts veröffentlicht werden. Im Zuge der Neuausrichtung werden einige alte Blogs eingestellt, darunter auch „Stützen der Gesellschaft“ und „Deus ex Machina“ des ebenso bekannten wie streitbaren Bloggers Don Alphonso. Dessen Fans laufen bei Twitter Sturm.“

Ich lese Don Alphonso gern, obwohl ich die Dinge meistens völlig anders sehe. Jemand schrieb auf Twitter: „Ich habe oft nicht mit @faz_donalphonso übereingestimmt, aber er war das Salz in der Suppe des Einheitsbreis.“ Don Alphonso hat Fans, worum ihn vermutlich seine schmallippigen Kritiker beneiden. Die Mehrheit deutschsprachiger Blogs tüte ich ohnehin in die Kategorie Deldenk ein, wenn es um den Kapitalismus geht. Don Alphonso gehört trotz seiner systemaffinen Attitude nicht dazu. Er sieht den Rauswurf auch gelassen.

Die Fans kann man sich auch nicht aussuchen. Dass auch die kackbraune AfD-Mischpoke Don Alphonso manchmal bejubelt, ist nicht seine Schuld.

Mir fällt immer Schopenhauer ein: „Daher nun ist die erste, ja schon für sich allein beinahe ausreichende Regel des guten Stils diese, dass man etwas zu sagen habe: O, damit kommt man weit!“ Der Don hat sowieso Stil, auch wenn dieser (klein)bourgeois ist. Und wenn lechts und rinks alle heulen und zähneklappern, hat man etwas richtig gemacht.

Liebe FAZ, mal im Ernst: Ihr redet von kreativen Ansätzen. Das ist nicht nur Neusprech, sondern schlechtes Deutsch und zudem Heuchelei. Kennt ihr Wolf Schneiders Verdikt in Deutsch für Profis über Kreativität?
Mode-, Bläh- und Zauberwort für das Talent, Ideen zu haben oder schöpferisch zu sein; in Umlauf gesetzt und heilig gehalten von den sog. „Kreativen“ in den Werbeagenturen. „Brezeln zu formen ist meine Art, meine Kreativität auszudrücken“, sagt heute jeder bessere Bäckergeselle. Oft ist Phantasie eine gute Übersetzung.

Das Ministerium für Wahrheit informiert: Sperrige und unbequeme Meinungen abzuschalten heißt jetzt: „kreativen Ansätzen größeren Raum geben.“

[Update] Don Alphonso sagt, wie es war und ist bei der FAZ.

Kommentare

5 Kommentare zu “#AusFAZwirdTAZ [Update]”

  1. ... der Trittbrettschreiber am März 7th, 2018 5:57 pm

    Omma sachte imma: Das Gute setzt sich – durch?

  2. Multiplikato am März 8th, 2018 7:21 pm

    d a hat es auf den punkt gebracht. die „linken“ blasenbewohner sind leider geistig arg beschränkt, so etwas zu verstehen. nicht nur das sein schreibstil hervorragend ist, er spricht aus, was real ist. versteht es gedanken zu erzeugen. irgendwie gefällt mir diese komische brd gerade, wie sie sich tatsächlich abschafft.

  3. waldheinz am März 8th, 2018 9:23 pm

    „kackbraune AvD-Mischpoke“
    Warum willst Du den Automobilclub von Deutschland beleidigen? Ich kenne die zwar nicht, der hat meines Wissens nach nichts mit der AFD zu tun.

  4. Eike am März 8th, 2018 10:36 pm

    Ich mag seine Schreibe. Deswegen bin ich nicht einer Meinung, aber die frankfurter Altherrenzeitung hat für Ihre Jünger doch gewiss noch mehr parat.
    Man kauft sich die Pizza doch auch nicht nur wegen des Randes.

  5. admin am März 9th, 2018 1:57 pm

    danke für den Hinweis, Waldheinz!

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