Die RAF – ein Bildungsmärchen

Oliver Tolmein in der Jungle World über das Ausmß des Unwissens über die RAF-Attentate. Sollte man lesen und wissen.

„Weder ist erwiesen, wer als »Kommando 2. Juni« am 19. Mai 1972 den Anschlag auf das Springer-Hochhaus in Hamburg verübte, noch, wer in der Deutschen Botschaft in Stockholm 1975 den Militärattaché Andreas von Mirbach und den Wirtschaftsrat Heinz Hillegaart erschoss. Auch wer den entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer tötete, ist nicht bekannt. Unaufgeklärt sind auch die Morde an Gerold von Braunmühl und an Alfred Herrhausen, dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank. (…)

Die entschiedene Aufklärung dieses Kapitels deutscher Nachkriegsgeschichte, bei der wir auch die Kontroverse über Nachrichtensperre und Gegenöffentlichkeit führen mussten, die ganz anders gewandete Vorgängerin der Debatte über fake news und »Lügenpresse«, wird voraussichtlich auch bis zum 50. Jubiläum nicht zu leisten sein.“

Kommentare

10 Kommentare zu “Die RAF – ein Bildungsmärchen”

  1. ... der Trittbrettschreiber am März 31st, 2017 7:22 am

    Es liegt ja auch noch soo viel auf dem Tisch. Warum sollte man den Stapel von unten nach oben abarbeiten? Ist eigentlich die Frage, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, abschließend geklärt? Oder ob der, der das Geld hat, Meinungen zu schmieden, das Recht hat, zu zensieren, was immer das sei? Oder ist es legitim, einfach vom Thema abzulenken, wenn man keine Ahnung hat und das dann Mediengestaltung nennt?

  2. Martin Däniken am März 31st, 2017 9:25 am

    „Bitte gehen Sie weiter…
    Es gibt nichts zusehen…
    BITTEWEITERGEHEN…
    Es ist nichts passiert..
    NICHTNACHDENKEN..
    Schreiten Sie voran…
    Es ist nichts fragwürdiges passiert..
    Da war nichts Interessantes…
    Es ist alles geklärt..
    STELLENSIEETWAFRAGEN…
    Machen Sie nicht das“SYSTEM“aufmerksam…
    Leben Sie Ihr Leben und lassen die Toten in Frieden…
    NICHTNACHDENKEN…
    Gehen Sie weiter
    NICHTSPASSIERT“

  3. Artur Lichtenfeld am März 31st, 2017 3:14 pm

    … der Trittbrettschreiber am März 31st, 2017 7:22 am

    Ist eigentlich die Frage, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, abschließend geklärt?

    Genauso ungeklärt ist die Frage, ob die SZ eine Unrechtszeitung ist?

    Die SZ, also die Prantl Zeitung, hatte eine Oma, eine Rentnerin, als Volksverhetzerin diffamiert. Die war aber keine Volksverhetzerin. Die SZ verweigert der Oma daraufhin – wahrscheinlich mit Blick auf Omas diverse politische Aktivitäten – die Gegendarstellung. Die Oma hat daraufhin eine Gegendarstellung in Form eines grossen gelben Plakats mit Uhu an die Haupteingangstür der SZ geklebt. Das Plakat hing dort ein ganzes Wochenende. Die SZ hat die Oma dafür verklagt. Die wurde jetzt zu knapp 1800 € Geldbusse verurteilt. In diesem Video kommt die Oma zu Wort.

    Währenddessen hat der Verräter Guido Reil eine Schule in Essen besucht und wurde dort von den Schülern auseinandergenommen. Herrlich zu lesen!

  4. Wolf-Dieter Busch am März 31st, 2017 4:44 pm

    Speziell der Mord an Herrhausen erinnert an Thriller von Barry Eisler. Das Attentat war viel zu professionell für ein paar weltverbessernde Bürgersöhnchen.

  5. ... der Trittbrettschreiber am April 1st, 2017 8:56 am

    @Arthur Lichtenfeld

    Warum sind O.M.A.S heutzutage immer so aggressiv und toleranzlos? Ich tippe auf (hinterlistige) Versäumnisse der Lebensmittelindustrie.

    PS Schicker Zettel – Kennt Heidi diese problemzonenzensierende Pose?

  6. ... der Trittbrettschreiber am April 1st, 2017 9:03 am

    @Arthur Lichtenfeld

    Zu diesem Selbstüberraschungs-Künstler der AFD:

    https://www.youtube.com/watch?v=5vTbztYZ3mI

  7. Martin Däniken am April 1st, 2017 11:16 am

    Ja,mich hat auch diese Evolution der Gewaltanwendung immer irritiert…
    Meine beste Idee ist das Profis mit Vertrag die Hits übernommen haben,
    die von-Braunmühl-Ermordung passt nicht so ganz ins Schema bzw doch…
    wenn etwas schnell erledigt werden muss(Ego u/o Termine)macht mans halt selbst!

  8. Michael am April 1st, 2017 11:33 pm

    In der Tat höchst interessant ist, wie die deutsche Justiz mit diesen Fragen umgegangen ist Noch interessanter wird es wenn man das mit Prozessen gegen mutmaßliche NS-Täter vergleicht. Unabhängig von politischen Hintergrund liegt hier ein ähnliches juristisches Problem vor: Da wurden von einer arbeitsteilig vorgehenden Organisation eine Anzahl Straftaten begangen und es ist schwierig, den einzelnen Mitgliedern ihren jeweiligen Tatbeitrag nachzuweisen.

    Bei der RAF hat man sich ganz einfach zu helfen gewusst: Die war für staatstragende Juristen im Wesentlichen ein monolithisches Kollektiv so daß grundsätzlich jede Tat jedem zuzuschreiben war. Da hat man also im Grunde das zivilrechtliche Prinzip der gesamtschuldnerischen Haftung bei Gruppentaten auf das Strafrecht übertragen.

    Bei NS-Tätern hingegen war das nicht so einfach. Ein solcher Prozess war ein Hochamt der Unschuldsvermutung. Da wurde schon mal darüber debattiert, ob denn der jeweilige SS-ler jetzt tatsächlich mit eigener Hand Juden totschlug oder nur ein Stückchen entfernt herumstand. Übrigens war in solchen Prozessen meines Wissens nach nie von „Terroristen“ die Rede obwohl doch z.B. so ein KZ-Aufseher geradezu als Definition dafür taugen sollte.

  9. ... der Trittbrettschreiber am April 2nd, 2017 11:41 am

    @Michael

    „doch z.B. so ein KZ-Aufseher geradezu als Definition dafür taugen sollte.“

    … oder Aufseherin:

    https://www.youtube.com/watch?v=GryQiamGxpY

  10. Martin Däniken am April 2nd, 2017 1:05 pm

    Nun so wie es verstehe ist die Wortwurzel beim Terror,die da bedeutet Schreck(en)…
    Also Drohnen die eine Schule/Krankenhaus „plattmachen“ sind …..(bitte passendes einsetzen)!
    Und die juristische Würdigung von Terror ist in den USA sehr vielschichtig…
    Enviromentalist aka Treehuger sind je nach Bundesstaat/Wahlkampfzeit schon Terroristen wenn sie Zucker in den Tank von Baumaschinen füllen! Ja,so ein Bauarbeiter macht sich vor Schreck in die Hose wenn sein Caterpillar nicht anspringt…

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