Qualitätsjournalismus, revisited

Zeit online: “Gleichzeitig thematisiert RT die Nahostpolitik des Westens aus seiner Sicht und fragt: ‘Liegt der Ursprung der Flüchtlingskrise nicht in dem Vorhaben des Westens, mit Bomben und Raketen Demokratie in den Irak, Libyen, Syrien und Afghanistan bringen zu wollen?’ Damit untermauert der russische Staatssender auf Arabisch das, was viele Menschen im Nahen Osten bereits denken.”

Das denke ich auch bereits, ganz ohne russische Sender.

Kommentare

4 Kommentare zu “Qualitätsjournalismus, revisited”

  1. tom am Januar 14th, 2016 9:41 am

    Mit einer Frage das bereits Gedachte zu untermauern
    war tatsächlich nicht mehr erforderlich, steht es doch recht stabil.
    Aber vllt. wurde diese Frage ja für Mainstream-Verseuchte Zufalls-RT-Gucker gestellt. Was denkt nun wohl die Zeit-Redaktion – nach so einer Frage?

  2. Vox Populist am Januar 14th, 2016 4:20 pm

    Russland hat mit der Unterstützung Assads, nicht zu vergessen die zwei Kriege in Tschetschenien, ebenfalls seinen Anteil zum Erstarken des islamischen Terrorismus geleistet – der Anteil ist eben deutlich kleiner als jener des “Westens”, weil Russland nur noch eine Mittelmacht mit der Wirtschaftskraft von Kanada ist – und kein Weltreich mehr. Die Möglichkeiten Unheil in allen möglichen Weltgegenden anzurichten, sind einfach verglichen mit den USA Heute arg begrenzt. Moralisch nehmen sich beide Seiten absolut nichts.

    Für West wie Ost erfüllt der islamische Terrorismus eine wichtige Funktion: Er legitimiert den beständigen Ausbau von Militär und Geheimdiensten an der Heimatfront. Das Legitimationsdefizit dieser Organisationen durch dem Wegfall des Klassenfeindes nach dem Ende des kalten Krieges wurde damit kompensiert: Es gibt einen neuen Feind, den wir selbstverständlich wieder nur mit Totalüberwachung und Kampfbombern “besiegen” werden. Ozeanien ist im Krieg mit Eurasien. Ozeanien war schon immer im Krieg mit Eurasien.

    Vor 15 Jahren gab es 3000 islamische Terroristen, Heute sind es weltweit 30000. Der “Krieg gegen den Terror” hat den Terrorismus verzehnfacht, eine Kriegsführung die nüchtern betrachtet so katastrophal ist wie Hitlers Invasion der Sowjetunion, aus dem Blickpunkt der Geheimdienste und Militärs aber höchst erfolgreich: Sie üben so viel Einfluss auf Politik und Wirtschaft aus, wie seit Jahrzehnten nicht.

    Sie sind ein schlagkräftiger Knüppel in der Hinterhand, falls unsere Eliten ihn in Zukunft mal benötigen sollten. Je nachdem, wie lange sich die Bürger die zunehmende Kluft von krassem Reichtum und bitterer Armut noch bieten lassen.

  3. Knallrotes Gummiboot am Januar 15th, 2016 2:33 pm

    @Vox Populist:
    Russland hat mit der Unterstützung Assads, (…) ebenfalls seinen Anteil zum Erstarken des islamischen Terrorismus geleistet.
    Weil wegen der Unterstützung Assads die von “uns” heißgeliebten gemäßigten Rebellen™ nicht schnell genug an die Macht kamen, oder wie oder was?

    Außerdem wird dieses ganze Terror-Theater nicht primär für die Erhaltung von Geheimdiensten und Militär (die sind nur Werkzeug) veranstaltet, sondern für die Geschäftsmodelle BigData, “Sicherheitstechnologie”, weitere daran anschließende Geschäftsmodelle und dann natürlich auch Rohstoffe und Handelswege.

  4. Temnitzbiber am Januar 15th, 2016 10:51 pm

    1. Womit begann das Ganze eigentlich? Mit dem Einmarsch der Sowjets Ende 1979 in Afghanistan!
    2. Der Volksaufstand in Tunesien war auch USA-gesteuert? Immerhin inspirierte der den “arabischen Frühling.”
    3. Und als der Funke von Tunesienn nach Syrien übersprang, reagierte das Assad-Regime mit unglaublicher Härte: Kinder wurden zu Tode gefoltert und deren Eltern gedemütigt. Das führte zu einem Volksaufstand, so dass auch Teile der Armee überliefen und die “Freie Syrische Armee” gründeten. Bis dahin: Kein Einfluß des Westens! Und dann kamen die islamistischen Rebellen und dann die islamistischen Terroristen – die man natürlich als Produkt der USA-Politik ansehen kann, die aber nur eine Lage ausnutzten, für die Assad und seine Kumpels in Teheran, Moskau und Peking verantwortlich sind. RT ist natürlich an solchen “Details” ebensowenig interessiert wie AfD und “Linke” des Schlages Wagenknecht/Lavo etc.
    Aber das alles passt auch nicht ins Weltbild von RT.

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