Auf dem Weg in die Altersarmut

Newsroom.de: „Gabriele Riedle ist langjährige Geo-Redakteurin. Wie andere Journalisten bei Gruner und Jahr wird auch sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Newsroom.de dokumentiert den bewegenden Brief von Gabriele Riedle an Julia Jäkel, Vorstandsvorsitzende des Hamburger Großverlags Gruner und Jahr, im vollen Wortlaut.“ (Die taz hat auch was dazu.)

Und wie es überhaupt ist, in meinem Alter plötzlich vor dem Nichts zu stehen? Ohne Vermögen, ohne auch nur die allergeringsten Strukturen, Sicherheiten und Perspektiven, vollkommen auf sich alleine gestellt.

Don Alphonso schreibt ganz richtig: „Wer im Journalismus reich werden will, muss darin entweder reich heiraten, reich erben oder auf einen Managerposten kommen. Alle anderen sollten sich eben überlegen, ob sie sich diese Arbeit, verbunden mit den Privilegien, die man dort hat, wirklich leisten können.“

Kommentare

3 Kommentare zu “Auf dem Weg in die Altersarmut”

  1. ...der Trittbrettschreiber am November 30th, 2014 11:32 am

    …arbeiten ist immer auch ein Ringen gegen sich selbst. Will ich Geld? Will ich Macht? Oder beides?
    Setze ich auf Sicherheit oder kaufe ich jetzt die Welt(http://de.wikipedia.org/wiki/Wert_%28Wirtschaft%29)?
    Ist es dieser Gedanke wert, gedacht zu werden, wenn man das letzte Mal einatmet?

    Es heißt, das Leben gleite noch einmal vor den Augen des Sterbenden vorbei. Ich stelle mir einen Buchhalter auf dem Bett im Hospiz vor – all die vielen Excel-Tabellen, endlos in der Lichtsmog verseuchten Nacht.

    Wie wird es wohl jenen gehen, die ihr Leben dem Journalismus gewidmet haben?

  2. Eike am November 30th, 2014 7:59 pm

    Nun, anno 86 war ich das erste mal in England mit zarten 13 Jahren. Vor London habe ich Bonn gesehen und sah Oma & Opa nicht sich auf den Straßenaufgängen einhüllen. Das war aber schon damals die traurige Realität der heimlichen Hauptstadt der EU. Es hat sich seitdem nur geändert, dass diese Realität für viele Zwangsrealität wurde, die nur in den Genuss der Bewohnung einer der Hauptstädte irgendeiner Provinz in irgendeinem Euroland geworden sind.

  3. Ahmed am November 30th, 2014 10:50 pm

    Dieser schöne Brief kommt mir vor wie ein Schrei aus einer anderen Welt. Ich bin 39, Freiberufler, zwei Kinder, verdiene ganz gut aber stehe grundsätzlich vor dem Nichts.
    Das einzige, was mich überhaupt noch wundert in diesem System, ist, dass ihm auch noch seine Opfer anhängen.

Schreibe einen Kommentar