Der Heilige Sand

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Wikipedia ist recht dürftig: „Der Heilige Sand in Worms gilt als ältester jüdischer Friedhof Europas. Er dürfte gleichzeitig mit dem Bau der ersten Synagoge in Worms (1034) angelegt worden sein. Der älteste erhaltene Grabstein, der des Jakob ha-Bachur, stammt aus dem Jahr 1076.“

Es war ein merkwürdiges Gefühl, vor einem Grabstein zu stehen, der 1000 Jahre alt ist – was ist hier alles vorbeigezogen? Auch die Steine aus dem 11. Jahrhundert – damals war das Nibelungenlied noch nicht einmal aufgeschrieben worden. Der Friedhof „Heiliger Sand“ hat mich jedenfalls mehr beeindruckt als der Dom und der Rest von Worms.

Mehr Informationen gibt es auf worms.de (Panoramablick) und bei Alemannia Judaica. Spiegel online berichtete vor einigen Wochen über die Grabinschriften: „Auf dem ältesten jüdischen Friedhof Europas stehen jahrhundertealte Grabsteine, aber ihre Inschriften sind kaum noch lesbar. Mit einem 3-D-Scanverfahren haben Forscher nun begonnen, die verwitterten Wormser Tafeln zu entschlüsseln. Die Botschaften sind romantisch – und grausig zugleich.“

„So deutet das Grabmal des 1140 offenbar jung verstorbenen „Herrn Joel, Sohn des Herrn Me’ir – Frommer der Priesterschaft, Pflanzstätte von Märtyrern“ auf das Massaker von 1096 hin, als marodierende Kreuzritter allein in Worms mindestens 400 Juden ermordeten.“ Davon habe ich in der Stadtgeschichte nichts gefunden. Wenn ich das kackbraune Gefasel über die „deutsch-jüdischen“ Wurzeln unserer „Kultur“ höre, dann muss man immer dazusetzen: 2000 Jahre christlicher Antijudaismusdas ist deutsche Kultur.

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