Worms I

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Das heutige Worms ist eine hässliche Stadt, geprägt von schlichten und geschmacklosen Nachrkiegsfassaden. Die Stadt wurde im Krieg so zerstört, dass man, wie ein Wormser mir erzählt, eine Schienenstrecke bis vor den Dom baute, um den Schutt abtransportieren zu können.

Nichts ist trübseliger, als in einer deutschen Kleinstadt an einem Sonntag am Morgen die Stadt zu erkunden – alles ist leer. Und alles sieht so aus wie „moderne“ Stadtzentren in Dortmund, Siegen, Ludwigshafen, Worms und Hamm – zum Verwechseln ähnliche Zweck- und Konsumbauten und dementsprechend charakterlos. Da hilft auch ein Dom nicht. Das es auch anderes gegangen wäre, zeigen uns die Polen, die die alten und zerstörten Stadtteile von Breslau, Warschau und Danzig wiederaufbauten – in altem Stil. Die Deutschen wollten vermutlich die Vergangenheit gleich mit entsorgen.

Das Luther-Denkmal hat mich nicht weiter interessiert – ob der Protestantismus wirklich Deutschland genützt und nicht viel eher geschadet hat, muss strittig bleiben. Die Dame, die allegorisch Speyer darstellen soll, fand ich jedoch nett anzuschauen.

Am Nibelungenmuseum war ich zwar, aber ich zahle keine fünf Euro Eintritt für etwas, was ich eh schon weiß. „Staatsexamen mit einer altgermanistischen Arbeit zum Thema: ‚Feudale Identität und epische Form im Nibelungenlied‘.“ Und der Nibelungenschatz, den Hagen (in Form eines Denkmals) in den Rhein wirft, ist auch eher mickrig.

Was mich beeindruckt hat, war das jüdische Worms. Dazu mehr morgen.

Kommentare

One Kommentar zu “Worms I”

  1. Chat Atkins am November 22nd, 2010 1:02 pm

    Ganz abgesehen davon, dass der Nibelungenschatz auch nicht bei Worms in den Rhein geworfen wurde, ebensowenig wie die Nibelungen nach Ungarn zum Hunnenkönig ‚Etzel‘ zogen …

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