Truecrypt und der kurze Weg zum Superkriminellen

Jetzt schlägt es doch dem Fass den Boden in’s Gesicht. Via lawblog: “ Was waren die Gründe für den Staatsanwalt, von erhöhter krimineller Energie und konspirativem Vorgehen zu sprechen? Nun, es war festgestellt worden, dass mein Mandant auf seinem Rechner TOR nutzen kann. Außerdem hatte er Truecrypt installiert.“

Wer seine Haustär verschließt, ist kriminell, weil er es den hausdurchsuchenden Beamten schwer macht. Ich habe sogar ein Stangenschloss vor der Tür – ich bin superkriminell. Ich nutze auch Tor und Truecrpyt. Und ich verschlüssele wichtige E-Mails.

Ein hübscher Kommentar dort: „Nicht auszudenken, welches Strafmaß die Staatsanwaltschaft fordern würde, wenn er dann auch noch Linux / BSD / Hurd anstatt Windows/OSX verwendet hätte. Wahrscheinlich wäre laut der Anklage selbst ein Mac genug, um als subversiv zu gelten.“

Nur gut, dass dieses Urteil diesem DAU-Gericht in den höheren Instanzen um die Ohren gehauen werden wird.

Kommentare

9 Kommentare zu “Truecrypt und der kurze Weg zum Superkriminellen”

  1. Manuel Rodriguez am August 20th, 2010 7:00 pm

    Mir fällt auf Anhieb keine sinnvolle Aufgabe für Tor ein, die nicht gängige Gesetze unterlaufen soll. Tor, als Anonymisierungsdienst, dient ausschließlich der Vermeidung von Verantwortung. Damit kann man Bloggen, ohne wegen Volksverhetzung, Hochverrat oder Copyright-Verletzung strafrechtlich belangt zu werden.
    Hingegen dient das Schloss an der Wohnungstür der Absicherung gegen kriminelle Einbrecher und nicht dem Schutz vor dem Staat. Der Staat klaut nicht, sondern er gibt … Hartz IV zum Beispiel für Bedürftige.

  2. Sven am August 20th, 2010 7:04 pm

    Ja da weiß man nicht mehr was man noch sagen soll. Aus Sicht eines Staatsanwaltes ist es auch so. Er kennt das Internet vom hören sagen und ein Computer ist an sich schon konspirativ.

    Ich fordere eine virtuelle Anklagebank im Internet wo alle Böswilligen Staatsanwälte mit Namen, Anschrift und vergehen aufgeführt werden.

    Bruno

  3. simone am August 20th, 2010 8:32 pm

    Truecrypt
    rhef= href
    lg

  4. Michael am August 20th, 2010 10:27 pm

    Und was bei Linux&Co. noch dazukommt: Es ist wahrscheinlich bundestrojanerinkompatibel, unterstützt von Haus aus verschlüsselnde Dateisysteme (oder wahlweise einfach Exoten, welche die Polizeisoftware nicht lesen kann – ich könnte mir vorstellen, daß die schon bei ext4 Probleme kriegen) und mit ’shred‘ ist da sogar per Default ein hochwirksames Beweisvernichtungstool an Bord.

    Am besten gleich mal alle Linuxer als Gefährder nach Guantamano schicken, v.a., wenn sich da auch noch ein ’shred‘ in der bash-Historie findet und wenn es sich nicht findet, dann erst recht weil dann ja mittels hochkrimineller Energie ein entsprechender Eintrag gelöscht worden sein muß.

    Und um Äppel samt Jüngern sollte sich eh mal der Sektenbeauftragte kümmern.

    ;-) m

  5. admin am August 20th, 2010 10:51 pm

    @simone: thanks
    @manual: Dramatic Increase in Number of Tor Clients from Iran
    http://radar.oreilly.com/2009/06/tor-and-the-legality-of-runnin.html

  6. Bruno am August 21st, 2010 12:09 pm

    Hallo @Manuel Rodriguez,
    wer sich auf dem geistigen Niveau eines Ermittlers bewegt muss das so sehen.
    Ich kenne mehrere Situationen um TOR zu benutzen. Zum Beispiel ein Journalist im Iran der nicht im Gleichschritt berichtet. Um aus China Webseiten zu sehen die dort gesperrt sind weil sie nicht im Interesse der Regierung sind.
    TOR wurde von Leuten erfunden die auf eine demokratische Verfassung geschworen haben.

    Sven

  7. Manuel Rodriguez am August 22nd, 2010 10:49 am

    @Bruno aka Sven

    Laut http://de.wikipedia.org/wiki/Konformität wird durch Anonymität der Gleichschritt eher noch verstärkt als vermindert. Als Beispiel wird der Ku Klux Klan angeführt.

  8. Fluxkompensator am August 22nd, 2010 11:00 am

    6. Bruno am August 21st, 2010 12:09 pm

    Hallo @Manuel Rodriguez,
    wer sich auf dem geistigen Niveau eines Ermittlers bewegt muss das so sehen.
    Ich kenne mehrere Situationen um TOR zu benutzen. Zum Beispiel ein Journalist im Iran der nicht im Gleichschritt berichtet. Um aus China Webseiten zu sehen die dort gesperrt sind weil sie nicht im Interesse der Regierung sind.
    TOR wurde von Leuten erfunden die auf eine demokratische Verfassung geschworen haben.

    Sven

    Quatsch, es gibt keine Situation um TOR zu benutzen. Lies deren Mailingliste. Dort geht es um das anonyme anmelden bei DIGG, GOOGGLE oder Facebook. Wer dort konkrekt fragt, um TOR zum Beispiel aus dem Iran heraus zu nutzen, der bekommt als Antwort nur SCHEISSE zu hören. Das geht soweit in den Kommentaren, dass ein Nutzer – der offensichtlich einen Server betreibt – öffentlich erklärt, dass es ihm völlig egal sei, ob der erzeugte traffic für Kipo oder zum downloaden illegaler Musik genutzt wird.

    Im Iran nutzt TOR nichts mehr.

  9. Mike am September 15th, 2011 3:16 pm

    Gibt es hier eigentlich ein Update? Ging das Urteil in Revision? Wie hat das höhere Gericht entschieden?

    Würde mich sehr interessieren.

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