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 Zehn Fehler im Umgang mit der NPD Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
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BeitragVerfasst am: 20.02.2005, 23:35 Antworten mit ZitatNach oben






POLITIK
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DIE MEDIEN UND DIE SEHR BRAUNEN KAMERADEN

Zehn Fehler im Umgang mit der NPD

Von Burkhard Schrder


NeonaziWie kann man den verzweifelten Journalistinnen und Journalisten helfen, die fragen, wie mit den ultrabraunen Kameraden medial umzugehen sei? Ganz einfach: ganz einfache Regeln beachten. Und wenn man dann noch etwas zu sagen hat: "Oh, damit kommt man weit!" schrieb Karl Kraus. Aber kaum jemand wird diese Tipps befolgen: wer ber den berhmt-berchtigten Extremismus von rechts berichtet, vertritt immer eine politische Meinung. Und davon lsst sich niemand abbringen.

1. Neonazis sind keine Extremisten.
Der "Extremismus"-Diskurs bestimmt den medialen Mainstream seit dem Kalten Krieg. "Extrem" ist etwas mehr als normal. "Rechtsextrem" hiee: rechts, nur ein bisschen mehr. Also so vlkisch wie die Konservativen, aber militant. Die Legende vom "Extremismus" ist die "Lebenslge der Republik: sie suggieriert, die erste deutsche Demokratie, die Weimarer Republik, sei von den "Radikalen", den Nazis und den Kommunisten, gemeinsam zerstrt worden. In Wahrheit haben die Nationalkonservativen, die Vorlufer der Christdemokraten, die Weimarer Republik den Nazis ausgeliefert.

Wer Neonazis meint, aber von "Extremisten" redet, hat im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst oder keinen gehabt - und setzt Antifaschisten und Neonazis gleich. Nichts anderes sagt die Totalitarismus-Doktrin aus. Und der hngt mindestens die CDU an.

2. Neonazis sind keine Skinheads.
Die mediale Leitkultur verpackt Rassismus und Antisemitismus in das Kostum eines "Jugendproblems". Seit 20 Jahren reden die Medien ber "Skinheads" und kolpfen das Stereotyp fest, "das" wrde sich mit den Jahren auswachsen. Pltzlich, nach den Wahlerfolgen der NPD, merkt man, dass die Kameraden keine Skinheads mehr sein.

Die Gesellschaft transportiert ihren Diskurs ber Rassismus und Neonazismus in der Hlle der Skinhead- und Gewalt-Metapher. Der mediale Focus, der sich auf die Ikonografie richtet, fllt auf die Lge per Symbolik herein. Der Skinhead spielt fr die heute rechte Alltagskultur eine hnliche Rolle wie der Soldat als Fundus fr Kostm- und Krperphantasien in den ersten drei Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Die Skinheads heute sind fr die rechte Szene das, was die Freikorps und der militrische Dresscode fr das faschistische Milieu der zwanziger Jahre bedeuteten. Der Faschismus in den Zeiten der NSDAP benutzte das Militrische als vom Volk und in der Alltagskultur positiv besetzte Kodierung; heute lsen Rebellion, Rock und Pop, die Zeichensysteme jugendlicher Subkulturen zwiespltige ffentliche Emotionen aus, sind aber immer, als kulturelles Experiment, Symbol fr die Zukunft.
Neonazi
3. Neonazis haben nichts gegen Auslnder.
Der "Auslnder-Diskurs" ist der zentrale Topos des rassistischen Konsenses zwischen Neonazis und Gutmenschen. Alle Einwanderer werden durch ihn zu "Nicht-Deutschen" gemacht, auch die Afrodeutschen, so, wie es alle Vlkischen und andere Rassisten gern htten. Wer Neonazis zum Thema "Auslnder" befragen will, outet sich nicht nur als Idiot, sondern selbst als jemand, der vlkisch denkt. Rassisten interessieren sich nicht fr Staatsbrgerschaften.

4. Neonazis sind keine "Jugendlichen".
Wer ber "jugendliche Neonazis reden will, entpolitisiert das Thema. Das ist in Deutschland die Regel. Antisemitismus und Rassismus werden somit an Pfarrer, Sozialpdagogen und andere Berufsjugendliche delegiert. Die These, Rassismus sei ein Jugendproblem, besagt gleichzeitig, man knne ihn wie eine Kranheit durch Aufklrung heilen bzw. beseitigen. Rassismus ist jedoch ein positives Versprechen und im Kapitalismus immer eine politische und weltanschauliche Option, also keine Frage der Moral. Appelle an die Vernunft ntzen rein gar nichts.

5. Neonazis hren nicht auf Argumente.
Eine Diskussion mit Antisemiten oder Rassisten ist fruchtlos. Genauso wenig kann man einen Verehrer hherer Wesen davon berzeugen, dass eben dieselben berhaupt nicht existieren. Die politische Meinung besteht aus dem so genannten "gesunden Menschenverstand", und der ist schlicht die Summe aller Vorurteile, die man sich vor dem 16. Lebensjahr zusammengesucht hat (Albert Einstein). Wer nicht wei, wie Antisemitismus entsteht, kann auch nicht ber ihn aufklren. Aber wer wei das?
Neonazi
6. Neonazis sind keine Neonazis.
Wer ber Neonazis oder mit ihnen reden will, sollte sich zunchst darber Gedanken machen, ob sich das vlkische Verstndnis dessen, was die deutsche Nation ausmache, bei den brgerlichen Konservativen von dem, was die NPD sagt, unterscheidet. Meine These - das wissen die geneigten Leserinnen und wohlwollenden Leser schon: Nein, es gibt keinen Unterschied. Deutschland wird seit den so genannten "Freiheitskriegen" Anfanag des 19. Jahrhunderts von der fiktiven Ide einer "Kultur" definiert, die angeblich seine Identitt bestimmen soll. Zu Deutschland gehrt auf jeden Fall der christliche Antijudaismus dazu - als Basis des modernen Antisemitismus. Nicht die Neonazis sind das Problem, sondern die deutschen roots, die den Scho, aus dem das kroch, immer noch fruchtbar sein lassen.

7. Arbeit macht nicht Rassismus-frei.
Der ffentliche Diskurs ist magisch, weil er Arbeitslosigkeit mit Rassismus und Antisemitismus verknpft. Es gibt zwar keine empirischen Fakten, dass zwischen dem Aufkommen von Neonazis und Arbeitslosigkeit auch nur der geringste Zusammenhang besteht, aber um so unbeirrbarer wird das in den Medien behauptet, und oft mit dummdreistem Unterton. Warum sollte jemand Juden oder Farbige hassen, weil er nicht mehr arbeiten darf?

Wer auch nur einmal den Begriff "Arbeitslosigkeit" erwhnt, wenn es um die sehr braunen Kameraden geht, outet sich damit als Dummkopf und knnte gleich zum Esoteriker oder Astrologen umschulen.

8. Vermeiden sie protestantische Symbolik.
Der hysterische Hype "gegen Rechts", der in konjunkturellen Schben wiederkehrt, hat zahllose Stilblten hervorgebracht: Udo Lindenberg gegen rechts, Hupen gegen rechts, Reden gegen rechts, Trommeln gegen rechts, Symbole und heilige Tcher gegen rechts, Krperteile bzw. Gesichter zeigen gegen rechts - das alles ist primitive Magie, eine Art Geisterbeschwrung, die stilsicher in ffentlichen Verbrennungen mndet, aber auch nur symbolisch, in Form von Lichterzgen und Fackelketten. Magie wirkt nur bei denen, die daran glauben. "Gesicht zeigen gegen Rechts" ist nichts anderes als ein Regen- oder Fruchtbarkeitstanz - er schadet nicht, ntzt rein gar nichts, aber macht den Gesichtzeigern und Tnzern gute Laune.

9. Die Guten sind nicht automatisch gut.
Zwischen gut und gut gemeint liegen oft Welten. Ob die zahllosen riegerungsamtlichen Initiativen oder andere Projekte "gegen Rechts" irgendeinen messbaren Erfolg haben, liee sich nur beweisen, wenn man etwa fnf Jahre auf alle diese Initiativen verzichte. Vermutlich gbe es danach weder mehr noch weniger Neonazis oder NPD-Mitglieder als vorher. Entimon, Civitas, Xenos, Bndnis fr Demokratie und Toleranz - habe sie irgendetwas bewirkt oder wre es ohne sie noch schlimmer?

10. Wer kein Ziel hat, kann nichts erreichen.
Wer ber Neonazis oder den berhmt-berchtigten "Rechtsextremismus" fabuliert, sollte vorher berlegen, was hinten herauskommen soll. Die Neonazis als solche entlarven? Vor wem? Dem nicht automatisch geneigten Publikum beweisen, dass die Kameraden doof, gewaltttig, sittlich gefhrdend sind? Und was wre, wenn? Ihre Klientel whlt sie vielleicht gerade deshalb.
Neonazi
Die Medien haben keinen volkspdagogischen Auftrag. Sie sollen nicht mahnen, warnen und das gut Gemeinte frdern. Sie sollen schlicht informieren. Das heisst: die Realitt so gut als mglich abbilden, in Kurzform, dass der gemeinhin begriffsstutzige Rezipient nicht allzuviel kognitiven Aufwand betreiben muss.

Informieren bedeutet: Gesetze, die Einwanderer zu Menschen zweiter Klasse machen oder sie anderweitig diskriminieren, sind genau so ekelhaft die Neonazis. Umgekehrt: Menschen mit Zottelfrisur, brauner Haut und positive vibrations beim Trommeln mssen nicht automatisch liebe auslndische Mitbrger sein - es knnte sich auch um afrodeutsche Charakterschweine handeln.

Mit dem "gegen Rechts-Sein" ist es wie mit der Philosophie: die richtigen Fragen sind schon die Antworten.

Bilder: Neonazis bei einem Aufmarsch in Erfurt, Quelle: aag.antifa.net


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