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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 08.12.2004, 00:01 Antworten mit ZitatNach oben




POLITIK
Aktuell07. Dezember 2004
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REPORT MAINZ BER DIE "NATIONALE BEWEGUNG"

Wie man nicht ber Neonazis berichten sollte

Von Burkhard Schrder


die wahren SchuldigenDie geneigten Leserinnen und wohlwollenden Leser dieses kleinen frauen- und familienfreundlichen Forums wissen: hic spiggel.de, hic Medienmetatheorie. Schon lange wird hiesigerseits bemngelt, dass das gut Gemeinte nicht ausreicht, um ber Rassisten und Antisemiten alias "die Neonazis" und Anverwandte zu berichten. Verkrzt und gewohnt platt formuliert: wer keine Ahnung hat, wovon sie er oder redet, sollte das Maul halten. Ein pdagogisch extremistisch wertvolles Beispiel bietet Report vom 04. Oktober 2004 aus dem schnen Mainz. Das Thema: "Nationale Bewegung - Rechte und Neonazis formieren sich neu."

Nun knnte man schon an der gewohnt kulturpessimistischen berschrift herumnrgeln. Wer genauer hinsieht, versteht nicht, was uns das sagen soll: Gelingt es den kackbraunen Kameraden jetzt, nach zahllosen vergeblichen Versuchen, in Reih und Glied zu marschieren? Formiert euch! Rechts schwenkt marsch!? Oder machen sie wieder eine neue Politsekte auf? Oder schlieen sie sich jetzt alle zusammen? Das ist schon 726 Mal seit 1945 gescheitert - was die Guten, insbesondere den Autor, erfreut. Und wieso neu? Liefen die Neonazis bis vor kurzem vereinzelt und ziellos in ihren national befreiten Zonen herum oder wurden ihre "Strukturen" gar von Beckstein, Otto Schily und der Ruber-und-Gendarm-Antifa zerschlagen?

Nun hebt der Moderator Fritz Frey (hoffentlich weder verwandt noch verschwgert) ber die jngsten Wahlerfolge an:
"Fr viele war es wie ein Schlag aus heiterem Himmel..." Der Geist, der stets verneint, bemngelt hier, dass suggestiv die Idee verbreitet wird, das kackbraune Gedankengut sei eine Art Naturereignis wie Hagelschlag zu Weihnachten. Weit gefehlt! Wen die Wahlerfolge berraschten, der hat in den letzten zehn Jahren keine Zeitung gelesen. So ungeheuerlich neu sind zweistellige Wahlerfolge die NPD seit dreiig Jahren ohnehin nicht. Ich hebe mahnend und warnend den Zeigefinger und sage nur: Tuttlingen 1987! Mugnug! 15 Prozent! Obwohl man vermutlich damals den oben kritisierten Textbaustein erfunden hat. "Fr viele war es wie ein Schlag aus heiterem Himmel, dass die NPD in Tuttlingen..." Und so fort.
Vorurteile
Lauschen wir Report:
"Hysterie ist sicher fehl am Platz, wohl eher Wachsamkeit. Fr uns Journalisten heit das, informieren, aufklren." So weit, so gut. Wer htte das gedacht! Leider wirkt Aufklrung bekanntlich nicht gegen Vorurteile, und diejenigen, die keine haben, brauchen nicht aufgeklrt zu werden. Aber man kann nicht alles haben. Erfreut nimmt der kritische Beobachter zur Kenntnis, dass Chefredakteur Fritz Frey nicht auf die doch recht abwegige Idee kommt, den LichterkettentrgerInnen Hysterie dringend zu empfehlen. Sie ist ganz sicher nicht angesagt. Das musste hier mal gesagt werden.

Selbstverstndlich hlt Kamerad Udo Voigt den Grfaz fr einen "groen Staatsmann". Vermutlich hat ihm seine PR-Abteilung empfohlen, das exakt so zu formulieren, weil man gewiss sein kann, dass Journalisten sich an diesem Satz festbeien werden. Die PR-Abteilung von Burks rt, zur weiteren Klrung der Details Bruno Ganz hinzuzuziehen. Und beim Voigtschen Textbaustein "die BRD durch revolutionre Vernderungen abzuwickeln" die Totalitarismustheoretiker, die nicht nur beweisen wollen, dass Rot gleich Braun sei, sondern dass "die Extremisten" die Freiheitlich-Demokratische per Gewalt abschaffen wollen und dass es fr die braven Brger ganz gleich sei, ob jetzt die RAF hinter der nchsten Ecke wartet oder eine neue Shoa droht.

Nun kommen die blichen Verdchtigen bei Report zu Wort. Falls jemand etwas ber Neonazis sagt, hat es sich in Deutschland eingebrgert, dass zwanghaft wie eine Waschneurose der Verfassungsschutz befragt werden muss. Muss, das ist ein ungeschriebenes journalistisches Gesetz - wie die Kurtaxe. Warum, wei niemand. Es ist auch verboten, danach zu fragen. Hier verlautbart Hans-Jrgen Doll ("immer fter, immer intensiver, mahnen und warnen"), Schlapphte Rheinland-Pfalz:
"In dieser Rede lsst Udo Voigt, der Parteivorsitzende der NPD, im Prinzip smtliche Hllen fallen. Er ist offen neonazistisch, er lsst seine antisemitische Grundhaltung erkennen."

Der erschrockene Leser stellt erfreut fest, dass der NPD-Voigt mitnichten alle Hllen fallen lsst und dass man die Sonnenbrille im Etui lassen kann, sondern sein weltanschauliches Braunhemd weiter trgt. Wer fehlt noch? Natrlich die Hardliner. Der Staat muss hrter durchgreifen, Grundrecht auf Versammungsfreiheit einschrnken, Neonazi-Aufmarsch verhindern, alle einsperren. Gnther Beckstein, Innenminister Bayerns:
"Nach meiner persnlichen berzeugung wre Voigt in einem Gefngnis besser aufgehoben als in einem Parlament." Der Autor erspart sich ein nahe liegendes Bonmot. Beckstein sagte brigens an anderer Stelle: "Wir brauchen weniger Neonazis, die uns ausntzen, und mehr, die uns ntzen." Sorry, natrlich Auslnder, nicht Neonazis.
Vorurteile
Der Report-Rest ist schnell erzhlt: Neonazis sind bse und militant und wollen den Umsturz. Die NPD fraternisiert mit den so genannten "Freien Kameradschaften." Dunkelbraune ideologische Kacke vermischt sich mit sehr dunkelbrauner Kacke. Gut, das zu wissen. Gut, dass wir darber geredet haben. Was will uns der Journalist aber jetzt damit sagen?

Gar nichts. Derartige Berichte sind in Wahrheit ein moraltheologischer Diskurs, den man auch von der Kanzel herab predigen knnte. Was soll erreicht werden? Ein dumpfes Gefhl, dass man beunruhigt sein msse, dass nicht genug getan wird, dass die Bsen immer bser werden, und dass es zum Glck den Verfassungsschutz und die Hardliner gibt, die endlich melden, durchfhren und verbieten - diese Emotion soll die Herzen der Rezipienten durchstrmen. Und die irrige Theorie, die NPD sei an Rassismus und Antisemitismus allein schuld. Umgekehrt: wenn es die NPD nicht gbe, wrde das Gute, Schne und Wahre herrschen. Aber in Wahrheit ist alles ganz anders.

Wir bleiben beim Thema, wenn Sie so wollen. Wir sehen uns morgen wieder, wenn Sie mgen. Tschss.


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BURKS ONLINE 07.12.2004
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