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 Offener Brief: Extremismus jedweder Art Nchstes Thema anzeigen
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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 19.06.2004, 22:02 Antworten mit ZitatNach oben



MEDIEN
Aktuell19. Juni 2004
BURKS' FORUM
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SPIGGEL.DE-DOSSIER I
Dossier: Diskussion ber die provokanten Thesen eines DJV-Mitglieds aus Baden-Wrttemberg
Teil I: "Haben Journalisten-Gewerkschaften noch eine Zukunft?" (21.01.2004, Hans Werner Conen)
Teil II: "Solidaritt ist eine Waffe - 12 Thesen fr eine starke Gewerkschaft" (31.01.2004, Burkhard Schrder)
Teil III: "Konsens ist Nonsens - anything goes" (09.02.2004, Hans Werner Conen)
Teil IV. "Treu und frdernd" (10.02.2004, Thomas Schelberg)
Teil V. "Den neo-liberalen Teufel austreiben"
Teil VI. "Niedergang streng nach Vorschrift" (06.03.2004, Hans-Werner Conen)
Teil VII. "Maulheldentum lterer Herren" (17.06.2004, Hans-Werner Conen)
SPIGGEL.DE-DOSSIER II
Unter Journalisten 1
Unter Journalisten 2
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Unter Journalisten 4
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Journalisten 5

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Unter
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- Dossier: Querelen im DJV - Landesverband Berlin.
Vgl. www.recherchegruppe.tk
MEINE ARTIKEL

Ausgewhlte Artikel in deutschen und internationalen Print- und Online-Medien von 1990 bis heute
MEDIEN-ARTIKEL AUF SPIGGEL.DE
Lgenbereitschaft nimmt zu
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Chinesisches Internetposting gesucht
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Wir basteln uns eine Terrorismus-Meldung
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Pimmel auf Busen
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1993, Online-Ausgabe (download), Links
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OFFENER BRIEF AN ALEX SIEMER UND ROLF ZICK

Extremismus jedweder Art

Von Burkhard Schrder


Liebe Kollegen Alex Siemer und Rolf Zick,

Sie haben einen offenen Brief an den DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken geschrieben. Der Hintergrund: Konken hat den frisch gewhlten stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands in Brandenburg, Torsten Witt, zum Rcktritt aufgefordert. Im DJV sei "kein Platz fr Rechtsextremisten", so Konken in der Pressemeldung vom 5. Juni 2004.

Gestatten Sie mir, einem einfachen Mitglied des DJV Berlin, einige unmagebliche Bemerkungen. Sie beglcken die Kolleginnen und Kollegen des Verbands mit einer handgestrickten Totalitarismus-Doktrin: "Extremismus jedweder Art" gelte es zu bekmpfen. Ich erlaube mir, das boulevardesk auf den politischen Punkt zu bringen: rot gleich braun. Hitler und Thlmann - ungefhr gleich bse. Shoa, Bautzen und Archipel Gulag - ungefhr gleich schlecht. Das kennt man von CDU-Stammtischen: wer "Rechtsextremismus" wagt auszusprechen, erntet unweigerlich das Echo "Linksextremismus".

Sie gestatten mir einen Appell an ihre historische Bildung: die Weimarer Republik ist nicht untergegangen, weil sie zwischen den "Extremen" von links und rechts zerrieben worden wre, sondern weil die Nationalkonservativen, die Vorlufer der Christdemokraten, die Demokratie den Nazis ausgeliefert haben. Falls Sie hierzu Nachhilfeunterricht wnschen, empfehle ich Ihnen ein klrendes Gesprch mit Historikern wie Prof. Dr. Heinrich August Winkler, der formulierte: "Dass die Nationalkonservativen immer darauf geachtet htten, sich von der jeweiligen ussersten Rechten abzuheben, ist einer ihrer Lebenslgen." Wobei zu eruieren wre, wer denn heute die "Nationalkonservativen" sind. Ich bin Ihnen gern behilflich: sie nennen sich oft "nationalliberal", lesen die Junge Freiheit, organisieren sich in rechtspopulistischen Parteien wie dem Bund Freier Brger und heissen - ich greife willkrlich ein Beispiel heraus - Torsten Witt. Zu ihren Gunsten, liebe Kollegen, sei angemerkt, dass ein relevanter Unterschied zwischen dem ausgefransten rechten Rand der CDU und den "nationalliberalen" und salonfaschistischen Zirkeln selbst mit einer guten weltanschaulichen Lupe oft nicht zu erkennen ist.

Im Falle Torsten Witts gehen Sie davon aus, dass der "Angeklagte" unschuldig ist, solange man ihm nicht das sinnfreie und Verfassungsschutz-kompatible Gtesiegel "extremistisch" irgendwohin kleben kann. Das verwundert, darf man doch davon ausgehen, dass Sie, liebe Kollegen Siemer und Zick, es als ihre erste journalistische Pflicht htten ansehen mssen, zum Thema vorab zu recherchieren. Natrlich kann ich von Ihnen nicht verlangen, dass Sie die Traktate der Hetzpresse wie SPIEGEL online, der Netzeitung und der berchtigten linksextremistischen Tageszeitung aus Berlin-Kreuzberg (!) rezipieren. Vielleicht haben Sie aus Leerer und Lehrter Sicht auch bersehen, dass Witt in der jngsten Vergangenheit in Berlin Textbausteine abgesondert hat, die mit subtilen antisemitischen Klischees versetzt sind. Das ist nicht "extrem", sondern in Deutschland Mainstream, also erlaubt.

Geschenkt: ein journalistischer Berufsverband sollte die Gesinnung seiner Mitglieder nicht berprfen, seien sie links, rechts, oben oder unten extrem. Auch der Pressesprecher Al Kaidas in Deutschland oder Dr. rer. pol. Gerhard Frey wrden dem Verband sicher zur Zierde und zum Beweis seiner weltanschaulichen Toleranz gereichen, wiesen sie nach, dass sie hauptberuflich als Journalisten arbeiteten und begingen sie weder Straftaten noch riefen sie dazu auf, dieselben zu verben. Und, was besonders wichtig ist, da gehe ich mit Ihnen Konsens, dass sie nicht gegen Satzung und Prinzipien des DJV verstoen. Aber man fragt sich doch insgeheim, ob solche Leute eine herausragende Position im Verband haben sollten und als leuchtendes und ffentlich wirkendes Beispiel fr journalistische Ethik und Tugenden, insbesondere fr die heutige sittlich gefhrdete Jugend dienen knnten?

Sie, geschtzter Kollege Rolf Zick, wurden mir als ein "Monument" und "Urgestein" der niederschsischen Medienlandschaft beschrieben. Sie waren "unzhlige Jahre" Chronist der Verkehrswacht, sind heute noch Pressesprecher der Senioren-Union der CDU in Niedersachsen und Ehrenvorsitzender des Presse Clubs Hannover. Vermutlich weniger bekannt ist ihr Buch: "Ich war dabei - und habe berlebt. Erinnerungen an zehn Jahre Krieg und Gefangenschaft", erschienen im Eigenverlag. Der Titel erinnert wohl nur zufllig an das Werk des bekennenden SS-Mannes und Nationalkonservativen Franz Schnhuber. Das "Ostpreussenblatt" bescheinigt Ihnen nach der Lektre Ihres Buches eine "stabile Konstitution", die Sie "nicht zuletzt als Jungvolkfhrer hatte sthlen knnen." Der Rezensent hebt lobend hervor, dass Ihre Darstellung des II. Weltkriegs "nicht durch die Mhle der politischen Korrektheit gedreht worden ist" und dass es sich um einen "lblichen" Beitrag zur "Vergangenheitsbewltigung" handelte.

Ich darf die - zugegeben! - sehr subjektiv gefrbte Bemerkung hinzufgen, dass ich mich jetzt nicht mehr ber ihre "Schutzschrift" fr den Kameraden Witt wundere, zumal das Ostpreussenblatt auch Beitrge von Rechtsextremisten wie Horst Mahler publiziert, der wiederum rein zufllig hinter demselben Transparent gesehen wurde, das der jngst gewhlte stellvertretende DJV-Vorsitzende in Brandenburg in einem seiner frheren Leben zufllig in den Fingern hielt.

Und nun zu etwas ganz anderem: zu Ihnen, lieber Kollege Alex Siemer. Laut Osnabrcker Zeitung bewarben Sie sich fr die CDU fr ein Bundestagsmandat, zogen die Kandidatur aber - laut einer Meldung des General-Anzeigers - weise zurck, obwohl sie mehrere erfolgreiche Massenveranstaltungen in "Sgel, Leer, Haren, Hesel, Papenburg und Drpen" absolviert hatten. Dieselbe, mir bisher unbekannte Zeitung schrieb zu Ihren Gunsten: "Mit dem politisch unbeleckten Journalisten Alex Siemer haben sie sich sogar einen Bewerber aufschwatzen lassen, dessen ernsthafte Absicht, Bundestagsabgeordneter zu werden, als Traumtnzerei bezeichnet werden muss." "Traumtnzerei" und "politisch unbeleckt" - das knnte erklren, warum sie jetzt meinen, fr braun gebrannte Kameraden in die politische Bresche springen zu mssen und das in dubio pro reo zu singen.

Sie schreiben in Ihrem offenen Brief, sie knnten nicht beurteilen, ob Torsten Witt als "Rechtsradikaler" eingestuft werden msse. Ja, von Journalisten, die sich fr ein Mandat bei der CDU bewerben, was ihre weltanschauliche Neutralitt und Objektivitt garantiert, erwartet das auch niemand. Auch hier pflichte ich Ihnen bei. Seien sie jedoch meiner Solidaritt und Hilfsbereitschaft von Verbandsmitglied zu Verbandsmitglied versichert: diesbezgliche Fragen beantworte ich Ihnen gern.

Ihr "Rechtsextremismus"-Experte
BurkS

Diesen Artikel knnen Sie auch im pdf-Format downloaden.

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BURKS ONLINE 19.06.2004
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