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burks
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Anmeldungsdatum: 07.10.2002
Beitrge: 6758
Wohnort: Berlin-Neukoelln

BeitragVerfasst am: 29.05.2005, 23:59 Antworten mit ZitatNach oben



INTERNET
Aktuell29. Mai 2005
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Ist Pretty Good Privacy kriminell?

Von Burkhard Schrder


BildIst man kriminell, wenn man seine E-Mails nur mit Briefumschlag verschickt, wie es jede vernnftige Brgerin und jeder rational denkende Brger tun? Eine Schlagzeile auf zdnet.de suggeriert das Gegenteil, zumindest fr die USA: "Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Minnesota hat jetzt ein Urteil verkndet, wonach alleine das Vorhandensein einer PGP-Verschlsselungssoftware auf einem PC als Beweis fr kriminelle Absichten gesehen werden knnte," heit es dort. Die Formulierungen sind allerdings recht kryptisch: der Tter sei in Berufung gegangen, weil er die Tatsache, dass verschlsselte Daten auf seinem Rechner kein Beweis fr kriminelle Absichten sei. Der Klger sei in einem frheren Verfahren "aufgrund des Verlaufs im Browser" verurteilt worden. Der Autor des Artikels verrt uns nicht, ob es sich um verschlsselte Daten oder um ein Verschlsselungsprogramm handelt. Und wieso lscht jemand, der irgendetwas Kriminelles plant, nicht den Verlauf seines Browsers? Kann jemand so dumm sein?

Der Heise Newsticker berichtet genauer und gibt - Halleluja! - uns einen Link zum Original-Urteil. Jede Wette, dass dieser Service von keinem anderen deutschen Medium angeboten worden wre. Einen Link setzen? Wo kmen wir denn hin, wenn die wohlwollende Surferin und der geneigte Surfer verfhrt wrden, ins weltweite Internet wegzuzappen!

Dumm gelaufen: Wenn man das Urteil des Judge R.A. (Jim) Randall liest, wird schnell klar, dass der Bericht auf zdnet.de sehr ungenau ist, und natrlich auch die englische Version.
"He also testified that he found an encryption program, PGP, on appellant’s computer; PGP "can basically encrypt any file" and, "other than the National Security Agency," he was not aware of anyone who could break such an encryption. But Schaub also admitted that the PGP program may be included on every Macintosh computer that comes out today..."

Heise schreibt:
"Der Angeklagte hatte sich nach dem Urteilsspruch an das Berufungsgericht gewandt und wollte das Verfahren neu aufnehmen lassen mit der Begrndung, die Nutzung seines Computers habe nichts mit seinem Fall zu tun. (...) Die Art, wie der Beschuldigte das Internet genutzt habe und die Existenz eines BildVerschlsselungsprogramms sei fr den Fall relevant. Allerdings geht aus der Begrndung nicht hervor, dass auf dem besagten Computer verschlsselte Dateien gefunden wurden." Somit ist klar: die Schlagzeile ist so gar nicht wahr oder mindestens sehr missverstndlich formuliert. Es ging in Wahrheit um die juristische Frage, ob das, was auf der Festplatte eines Rechners ist, fr den Fall herangezogen werden durfte.

In Deutschland interessiert sich niemand fr den Fall, weil hiesige Journalisten ohnehin nur elektronische Postkarten schreiben Und keine Links ins Internet setzen (auer, sie gehrten zur Blogosphre). Auf US-Websites wie LibertyPot.org wird der Fall von Brgerrechtlern und Journalisten wie Declan McCullagh durchgehechelt. Der preisgekrnte Kollege ist Chefkorrespondent von CNETs News.com, sollte also wissen, was er schreibt.

Die geneigten Stammleserinnen und wohlwollenden Stammleser dieses kleinen frauen-, familien- und kryptografiefreundlichen Forums werden jetzt mit Vergngen die Passagen eines Textes lesen, den Lutz Donnerhacke dokumentiert hat: Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Bundesregierung Verschlsselung verbieten wollte.

"Es gibt ein berechtigtes Interesse, verbindlich den Gebrauch solcher Verschlsselungssysteme in Computernetzwerken vorzuschreiben, die das legale Abhren nach entsprechenden richterlichen Verfgungen ermglichen", tnte Kanther (...). Auch der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wilfried Penner (SPD), teilt Kanthers Ansatz. In einem vom geheimen "Staatssekretrsausschu fr das geheime Nachrichtenwesen und die Sicherheit" in Auftrag gegebenen geheimen Bericht, schlagen die Schlapphte eine generelle Genehmigungspflicht aller Kryptoverfahren vor Zugelassen werden sollen nur Systeme, deren Code den Behrden im Bedarfsfall zugnglich ist. Verschlsselungscodes mssen demnach bei Verfassungsschutz und Polizei hinterlegt werden, um im Falle einer Abhraktion jederzeit greifbar zu sein. Wer knftig nicht genehmigte Kryptosoft- oder Hardware vertreibt, soll bestraft werden. Systeme wie PGP haben aber gar keinen Generalschlssel, und wren damit verboten. "illegale Nutzung solcher Software soll zu weiterfhrenden Ermittlungen" Anla geben." Damals gab es den Medienhype Kinderpornografie noch nicht, und der islamische Terrorismus schlief noch, deshalb mussten "die Extremisten" dafr herhalten, um das Recht auf Privatsphre abzuschaffen.
Bild
Eines jedoch wundert: wieso eigentlich ist der jetzige Innenminister noch nicht darauf gekommen, alle Brger zu zwingen, die potenziell kriminellen NutzerInnen von PGP zu melden, eine Beschlagnahme ihrer Rechner durchzufhren und Verschlsselung, also Briefumschlge fr E-Mails, zu verbieten? Ist der Scho nicht mehr fruchtbar, aus dem das kroch? Da muss aber noch nachgearbeitet werden! Beschweren wird sich niemand; alle Journalisten werden im Chor singen: Wir haben nichts zu verbergen! Unsere Informanten schicken ihre geheimen Dokumente doch auch per Postkarte, und wir haben als brave Brger auch alle eine Webcam im Schlafzimmer!

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BURKS ONLINE 29.05.2005
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